Wiederholung als kognitive Lernstrategie


Seminararbeit, 2015

14 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Kognitive Lernstrategien

3. Die Funktion der Wiederholung

4. Das Vokabelkastensystem

5. Anhang

1. Einleitung

Lernstrategien können das Lernen auf Schulaufgaben und das alltägliche Lernen von Vokabeln in der Schule erleichtern. Lernstrategien werden nach wie vor nicht stringent in allen Klassen und Fächern durchgeführt, beziehungsweise gelehrt und eingeübt. Als Unterstützung beim Lernen und einem besseren Zeitmanagement können diese allerdings sehr nützlich sein. Wie Lernstrategien, im Besonderen Wiederholungsstrategien, funktionieren, werde ich im nun Folgenden genauer beleuchten.

2. Kognitive Lernstrategien

Wirft man einen Blick auf die Klassifizierung von verschiedenen Lernstrategien, fällt die Wiederholungsstrategie unter die Klasse der der kognitiven Strategien und teilt sich die Rubik mit Elaborations- und Organisationstechniken.

Klassifizierung von Lernstrategien1 Trotz dieser Zusammenordnung, erhält die Wiederholungsstrategie eine eigene Rubrik. Die Aufgabe der Elaboration ist die Verknüpfung einer Information mit Vorwissen und die Integration in bestehende Denkstrukturen. Einen Sachverhalt zu elaborieren heißt in zu durchdringen, zu verstehen und ihn in der nächsten Stufe in einen höheren Zusammenhang zu bringen. Man kann auch von der Verarbeitung eines Sachverhaltes sprechen. Organisationsstrategien sehen die Organisation, Zusammenfassung und Reduktion eines Sachverhaltes auf das Wesentliche vor. Darunter fällt auch das Herausarbeiten wichtiger Fakten eines Texts und zum Beispiel deren Darstellung in einer Tabelle, also einer komprimierten Form. In Abgrenzung zu den beiden genannten Rubriken, die Gerhard Steiner als eine semantische Art des Verarbeitungsprozesses sieht, beinhaltet die Wiederholungsstrategie „repetitive Prozesse“ (Steiner (2006): S.101).2 Durch sich wiederholende Prozesse werden Sachverhalte eingeprägt und im Gedächtnis gespeichert. Es wird angenommen, dass durch die Wiederholung eine oberflächliche Verarbeitung von zum Beispiel Schrift, Klang und Haptik in Gang gesetzt wird. Dies kann, trotz der Annahme, dass es sich um einen primitiven Vorgang des repetitiven Auswendiglernens handelt, nach ausreichender Wiederholung in einem tieferen Verständnis des Lernstoffs münden. (Steiner (2006): S.104-105) Besonders für einfache Zusammenhänge die kein tieferes Verständnis erfordern, eignen sich also Wiederholungsstrategien. Besonders in den Fremdsprachen können Wiederholungsstrategien beim Lernen von Vokabeln oder unregelmäßigen Verben helfen.

3. Die Funktion der Wiederholung

Steiner hält fest, dass ständige Wiederholung, das sogenannte „maintaining rehearsal“ (Steiner (2006): S.102), die Aufrechterhaltung einer Information im Arbeitsgedächtnisses darstellt, da die Dauer der Erhaltung im Ultra-Kurzzeitgedächtnis sehr kurz ist. Nach ausreichend Wiederholungsvorgängen findet eine Art Elaborationsvorgang statt, der es einer Information ermöglicht ins Kurzzeitgedächtnis überzutreten. Dieser Elaborationsvorgang aufgrund von Wiederholung wird durch Wiederholungsstrategien hervorgerufen, die „elaborative rehearsal“ beinhalten.

Im Rahmen der Wiederholung werden mehrere Prozesse durchlaufen. Die Information wird auf verschiedenen Kanälen mehrmals encodiert. Dazu zählen in der ersten Ebene der visuelle, der auditive und der artikulatorische Kanal. Ein Wort wird also über den visuellen Kanal durch Lesen, über den auditiven Kanal über das Hören und dem artikulatorischen Kanal über das Sprechen encodiert. In zweiter Instanz wird das Wort erneut enkodiert, allerdings anhand einer semantischen Differenzierung. Nimmt man das Wort „Technophobie“ wird das Wort in seine Bestandteile aufgeteilt und in diesen Teilen nach sinnhaften Verknüpfungen mit Vorwissen gesucht. Techno- ist verknüpft mit Technologie und die -phobie ist eine Angst. Das Wort hat also den semantischen Sinn „Angst vor Technik“. Auch in Telefonnummern kann den einzelnen Nummern oder ganzen Zusammenhängen Bedeutung gegeben werden durch Bezüge die zu Vorwissen hergestellt werden. Durch Enkodierung von Information wird sie vom Kurzzeitgedächtnis in das Langzeitgedächtnis überschrieben.

Neben dem Speichern in das Langzeitgedächtnis durch Wiederholen, muss genauso das Abrufen aus demselben geübt werden. Es bestehen also zwei unterschiedliche Prozesse, das Speichern und das Abrufen. Wie das Speichern kann auch das Abrufen durch Wiederholung geübt werden.

[...]


1 Aus: Prof. Kramer, Claudia. Basisvorlesung Psychologie Sommersemester 2014, Lernen IV. FAU Erlangen Nürnberg: 2014. Folie 18.

2 Steiner, Gerhard (2006): Wiederholungsstrategien. In: Handbuch Lernstrategien, S. 101-113. 3

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Wiederholung als kognitive Lernstrategie
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Erziehungswissenschaft)
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
14
Katalognummer
V312320
ISBN (eBook)
9783668111622
ISBN (Buch)
9783668111639
Dateigröße
896 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Psychologie, Erziehungswissenschaften, Pädaogik, Lernstrategien, Lerntheorie
Arbeit zitieren
Frank Schächinger (Autor), 2015, Wiederholung als kognitive Lernstrategie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/312320

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