Wann fiel Hitlers Entscheidung Skandinavien anzugreifen? Welche Rolle spielten Großbritannien und Frankreich? Hätte Hitler Dänemark und Norwegen attackiert, wären die Gerüchte um einen alliierten Angriff nicht gewesen?
Teil I dieser Arbeit behandelt die Bedeutung Skandinaviens im Zweiten Weltkrieg aus geostrategischer, militärischer, kriegswirtschaftlicher und ideologischer Sicht. Es wird gezeigt, weshalb sich Hitler, nach langem Zögern, doch entschied, nicht an der norwegischen Neutralität festzuhalten. Teil II beschreibt das „Rennen um Norwegen“ als selbsterfüllende Prophezeiung in der instabilen europäischen Machtbalance.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. TEIL I – Von der Bedeutung Skandinaviens in den Weltkriegsplanungen
3. TEIL II – Das Rennen um Norwegen als selbsterfüllende Prophezeiung
4. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Untersuchung analysiert die strategischen, militärischen und kriegswirtschaftlichen Beweggründe für die deutsche Besetzung Dänemarks und Norwegens im Rahmen der Operation „Weserübung“ und beleuchtet dabei kritisch den Entscheidungsprozess Adolf Hitlers sowie die Rolle der wechselseitigen Bedrohungswahrnehmung zwischen Deutschland und den Alliierten.
- Kriegswirtschaftliche Bedeutung der schwedischen Eisenerzimporte
- Geostrategische Motivationen zur Sicherung der Nordflanke und Marineoperationen
- Der Einfluss des „Altmark-Zwischenfalls“ auf die militärische Eskalation
- Die Debatte um den „Präventivkrieg“ und die Rolle der „selbsterfüllenden Prophezeiung“
- Der Einfluss von politischen Akteuren wie Winston Churchill und Vidkun Quisling
Auszug aus dem Buch
Die geostrategischen, also auf der besonderen geographischen Lage Skandinaviens gegründeten, Motivationen existierten naturgemäß bereits vor Kriegsbeginn.
So sagte Hitler bereits 1934, dass ohne freie Schifffahrt (und somit ohne Eisenerz-Ladungen aus Schweden) gar kein Krieg geführt werden könnte. Durch die Besetzung norwegischer Häfen sollte verhindert werden, dass alliierte Kräfte diese besetzen (siehe Teil II). Denn mit einer Seeblockade hätte die übermächtige Royal Navy Deutschland ökonomisch empfindlich schwächen können. Konkret bestand der deutsche Plan darin, eine mögliche Blockade von der Linie Shetlandinseln-Norwegen auf Höhe der Linie Shetlandinseln-Faröer-Island hinauszudrängen.2 Somit könnte der Schiffsverkehr gen Deutschland entlang der norwegischen Küste, im Schutze vieler kleiner Inseln aufrechterhalten werden. Ein Einsperren der deutschen Hochseeflotte im Baltischen Meer sollte verhindert werden. Dies war auch den Briten bekannt, da Hitlers „Bibel des Seekrieges“ in internationalen Militärkreisen verbreitet als Grundlagenhandbuch galt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung skizziert den Beginn der Operation „Weserübung“ und stellt die Forschungsfrage nach den konkreten Beweggründen Hitlers sowie der Rolle alliierter Ambitionen für den Angriff auf Skandinavien.
TEIL I – Von der Bedeutung Skandinaviens in den Weltkriegsplanungen: Dieses Kapitel analysiert die geostrategischen und kriegswirtschaftlichen Motive, insbesondere die Abhängigkeit von schwedischem Eisenerz und die Sicherung der U-Boot-Operationen durch norwegische Stützpunkte.
TEIL II – Das Rennen um Norwegen als selbsterfüllende Prophezeiung: Das Kapitel beschreibt den operativen Ablauf der Besetzung und beleuchtet das wechselseitige Hochschaukeln der Bedrohungswahrnehmungen zwischen Deutschland und Großbritannien als treibende Kraft für den Konflikt.
Fazit: Das Fazit fasst die langfristige Entscheidungsfindung Hitlers zusammen und ordnet das Ereignis historisch als Folge realer alliierter Planungen und psychologischer Beeinflussung durch Akteure wie Quisling ein.
Schlüsselwörter
Operation Weserübung, Zweiter Weltkrieg, Skandinavien, Eisenerz, Geostrategie, Neutralität, Norwegen, Dänemark, Adolf Hitler, Winston Churchill, Präventivkrieg, Seeblockade, Altmark-Zwischenfall, Kriegsstrategie, Kriegsmarine.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Hintergründe und Beweggründe der deutschen Invasion von Dänemark und Norwegen im Jahr 1940.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der kriegswirtschaftlichen Rohstoffversorgung (Eisenerz), geostrategischen Überlegungen zur Seekriegsführung und dem politischen Entscheidungsprozess innerhalb der deutschen Führung.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt nach dem Zeitpunkt der endgültigen Entscheidung Hitlers für den Angriff und dem Einfluss alliierter Planungen auf diesen Entschluss.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer Auswertung von Primärquellen, Memoiren und Sekundärliteratur zur Militärgeschichte basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Motive für die Besetzung sowie der operative Verlauf der Landungsoperationen („Weserübung“) und die theoretische Debatte um einen deutschen Präventivkrieg gegenüber den Alliierten analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Weserübung, Eisenerz, Geostrategie, Neutralität und Präventivkrieg.
Welche Rolle spielte Vidkun Quisling bei der Entscheidung Hitlers?
Quisling bestärkte Hitler in der Annahme eines unmittelbar bevorstehenden alliierten Angriffs auf Norwegen und betonte die pro-deutsche Haltung großer Teile der norwegischen Bevölkerung.
Wie beeinflusste der Altmark-Zwischenfall die deutsche Planung?
Der Zwischenfall lieferte den Beweis, dass Norwegen seine Neutralität militärisch nicht gegen alliierte Eingriffe verteidigen konnte, was Hitlers Sorgen bezüglich der britischen Ambitionen bestätigte.
- Arbeit zitieren
- Alexander Eriksröd (Autor:in), 2015, Skandinavien in den deutschen Kriegsplanungen. Wann fiel Hitlers Entscheidung, Skandinavien anzugreifen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/312435