In einem Assessment Center ist es für das Unternehmen sowie den Bewerber wichtig, dass die gesammelten Daten und die Bewertung objektiv beurteilt und wiedergespiegelt werden. Hier stellt sich nun die Frage wie eine optimale objektive Auswertung in der Beobachtungskonferenz stattfinden kann. Dafür ist die Güte der Entscheidung von großer Bedeutung und welche Methoden genutzte werden können um diese positiv zu beeinflussen.
Durch Fehlentscheidungen entstehen für das Unternehmen unnötige Kosten. Die Gallup GmbH benennt den volkswirtschaftlichen Schaden durch demotivierte Mitarbeiter auf 118 Milliarden Euro. Daher muss das Ziel sein, die Stelle mit dem passenden Kandidaten zu besetzten und nicht zwingend den Kandidaten mit der höchsten Punktzahl zu wählen.
Wenn Gruppen Entscheidungen treffen hat dies unterschiedliche Auswirkungen. Sie können andere Problematiken aufwerfen als Einzelentscheidungen. Bei Gruppen wird davon ausgegangen, dass die Entscheidungen ausgewogener und empfehlenswerter sind, sowie eine höhere Objektivität aufweisen. Dies ist zurückzuführen auf die Annahme das die Daten und Ansichten von mehreren Personen berücksichtig werden und nicht von einer Einzelperson.
Inhaltsverzeichnis
1. Begriffserklärung Assessment Center und Beobachtungskonferenz
2. Darstellung zweier Aspekte zu Güte von Gruppenentscheidungen
2.1 Grundlegende Informationen zur Gruppenentscheidungen
2.2. Information-Pooling-Effekt
2.3. Gruppendenken
3. Zwei Beispiele für die Gefahren von Gruppenentscheidungen im Assessment Center
3.1. Beispiels für die Gefahren des Information Pooling Effekt
3.2. Beispiel für die Gefahren des Gruppendenkens
4. Handlungsempfehlungen für die Beobachtungskonferenz
4.1. Handlungsempfehlung zur Vermeidung des Information Pooling Effekt
4.2. Handlungsempfehlung zur Vermeidung von Gruppendenken
5. Persönliche Stellungnahme und Einschätzung der Empfehlungen, sowie ihre Realisierbarkeit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Risiken von Gruppenentscheidungen im Kontext der Beobachtungskonferenz bei Assessment Centern, um aufzuzeigen, wie kognitive Verzerrungen die Qualität von Personalauswahlentscheidungen negativ beeinflussen können, und entwickelt darauf basierend praktische Strategien zur Optimierung des Entscheidungsprozesses.
- Grundlagen der Gruppenentscheidungsprozesse
- Analyse des Information-Pooling-Effekts
- Mechanismen des Gruppendenkens (Groupthink)
- Fallbeispiele für Fehlentscheidungen im Assessment Center
- Strategien zur Verbesserung der Entscheidungsqualität
Auszug aus dem Buch
3.2. Beispiel für die Gefahren des Gruppendenkens
Überall wo gemeinsame Endscheidungen getroffen werden besteht die Gefahr das die Gruppe negativen Einfluss auf die Endscheidung nimmt. Dies kann wie in Punkt 2.3. beschrieben mehrere Faktoren haben.
In diesem Beispiel nehmen wir an, das alle beteiligten Beobachter an einem 1 Tägigen Assessment Center teilgenommen haben und nun in einer Beobachtungskonferenz die Endscheidung über einen geeigneten Kandidat getroffen werden muss.
Herr Maier war in dieser Spedition als Abteilungsleiter im Bereich Disposition für 30 Mitarbeiter zuständig und ist nun kurzfristig aus dem Unternehmen ausgeschieden. Die Stelle kann von seine Kollegen nicht langfristig mit übernommen werden. Die Chefetage hat folgende Order ausgegeben.
Für die Suche nach dem neuen Mitarbeiter ist ein sehr kurzer Spielraum gesetzt worden, sowie das Budget sehr knapp bemessen wurde. Da die Suche für einen neuen Mitarbeiter nicht eingeplant war.
Folglich kommt es, dass nicht nur geschultes Personal als Beobachter fungiert, sondern auch Fachpersonal. Dieses ist zwar in ihrem Fachbereich gut ausgebildete, jedoch der Psychologie des Gruppenverhaltend und somit die Stärke und den Einfluss des Gruppendenken nicht wirklich bewusst. Da das Budget sehr begrenzt ist wurde nur eine 1 Tägiges Assessment Center abgehalten. Die Gruppe der Beobachter ist wie folgt zusammengesetzt. Frau A. aus der Personalabteilung und Vorgesetzte von Herrn B., welcher erst seit kurzen in Unternehmen ist. Herr Blau aus der Fachabteilung und der Frau C. aus dem Qualitätsmanagement.
Das Assessment Center ist abgeschlossen und die Beobachter treffen mit ihrem jeweiligen Ergebnis auf der Beobachtungskonferenz zusammen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Begriffserklärung Assessment Center und Beobachtungskonferenz: Definiert die Grundlagen und Ziele von Assessment Centern sowie die Rolle und Zusammensetzung des Beobachtungsteams.
2. Darstellung zweier Aspekte zu Güte von Gruppenentscheidungen: Erläutert theoretische Hintergründe zum Gruppenverhalten, insbesondere den Information-Pooling-Effekt und das Phänomen des Gruppendenkens.
3. Zwei Beispiele für die Gefahren von Gruppenentscheidungen im Assessment Center: Veranschaulicht anhand konkreter Szenarien, wie unzureichender Informationsaustausch und psychologische Dynamiken zu Fehlentscheidungen führen.
4. Handlungsempfehlungen für die Beobachtungskonferenz: Bietet praxisorientierte Maßnahmen, um den Information-Pooling-Effekt zu minimieren und Gruppendenken durch gezielte Moderations- und Strukturierungstechniken zu vermeiden.
5. Persönliche Stellungnahme und Einschätzung der Empfehlungen, sowie ihre Realisierbarkeit: Reflektiert die Wirksamkeit der vorgeschlagenen Lösungen und betont deren leichte Umsetzbarkeit im Unternehmensalltag.
Schlüsselwörter
Assessment Center, Beobachtungskonferenz, Gruppenentscheidung, Information-Pooling-Effekt, Gruppendenken, Groupthink, Personalauswahl, Entscheidungsqualität, Fehlentscheidungen, psychologische Dynamik, Führungskraft, Expertenstatus, Personalarbeit, Organisationspsychologie, Optimierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit den psychologischen Risiken, die entstehen, wenn Gruppen in einer Beobachtungskonferenz eines Assessment Centers Entscheidungen über Bewerber treffen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder sind die Auswirkungen des "Information-Pooling-Effekts" sowie das Phänomen des "Gruppendenkens" (Groupthink) auf die Qualität von Personalauswahlprozessen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, Gefahren im Entscheidungsprozess zu identifizieren und konkrete Handlungsempfehlungen zur Optimierung der objektiven Bewertung in der Beobachtungskonferenz aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung bestehender psychologischer Konzepte und illustriert diese anhand von praxisnahen, hypothetischen Fallbeispielen im AC-Kontext.
Welche inhaltlichen Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die theoretische Herleitung der Gruppenrisiken sowie die Darstellung konkreter Gefahrenszenarien und die Ableitung präventiver Gegenmaßnahmen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Assessment Center, Gruppendenken, Information-Pooling-Effekt, Personalauswahl und Beobachtungskonferenz.
Wie lässt sich der Information-Pooling-Effekt im Assessment Center vermeiden?
Die Autorin empfiehlt unter anderem einen schriftlichen Austausch allgemeiner Informationen im Vorfeld sowie eine klare Vorstellung und Aufklärung über den jeweiligen Expertenstatus der Beobachter.
Welche Rolle spielt der "Advocatus Diaboli" bei der Vermeidung von Gruppendenken?
Der Advocatus Diaboli hinterfragt kritisch die aktuelle Entscheidungslösung, bringt Gegenargumente ein und deckt potenzielle Schwächen auf, um ein vorschnelles Einmütigkeitsstreben der Gruppe zu durchbrechen.
- Quote paper
- Caroline Guether (Author), 2015, Risiken von Gruppenentscheidungen in der Beobachtungskonferenz des Assessment Center, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/312455