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ADHS und Schule. Störungsbild und Ansätze für den pädagogischen Umgang

Titre: ADHS und Schule. Störungsbild und Ansätze für den pädagogischen Umgang

Dossier / Travail , 2012 , 16 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Sandra Urban (Auteur)

Pédagogie - Psychologie pédagogique
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Soziale Anpassung und Funktionieren innerhalb der Gesellschaft scheint nie wichtiger gewesen zu sein als heute. Der gesellschaftliche Druck auf das Individuum ist enorm, Leistungs- und Konkurrenzdenken findet sich früh in der Schule wieder. Funktionieren wird vorausgesetzt, um gesellschaftlichen Normalitätserwartungen zu entsprechen und einen reibungslosen Ablauf zu garantieren. Die strukturellen Gegebenheiten der Organisation Schule haben sich in der Vergangenheit kaum geändert und leider nur wenig an den gesellschaftlichen und sozio-strukturellen Wandel angepasst.

Doch was ist mit den Kindern, die es nicht gemeistert haben bis zu ihrem 6. Lebensjahr die durchschnittlichen Erwartungen zu erfüllen? Kindern, denen es schwerer fällt sich anzupassen und ihrer Rolle gerecht zu werden? Mehr und mehr Kinder leiden unter Anpassungsproblemen verschiedenster Art, die in Verhaltensauffälligkeiten und schulischem Versagen resultieren.

Auffälliges Verhalten kann sich ganz unterschiedlich darstellen. Während das eine Kind ruhig auf seinem Stuhl sitzt, verträumt aus dem Fenster schaut und nur durch schlechte Leistungen negativ auffällt, ist das andere Kind hoch aktiv, lärmt, läuft durch die Klasse, zappelt unruhig auf seinem Platz herum. Auch dieses Kind fällt durch negative Leistungen auf und wird darüber hinaus als anstrengend und störend empfunden. Letzteres erhält oftmals die Diagnose ADHS.

ADHS ist im Kontext Schule ein ausgesprochen relevantes Thema und folgende Arbeit soll einen Überblick über den aktuellen wissenschaftlichen Stand geben. Zunächst wird das Störungsbild näher erläutert und im Hintergrund der Ursachendiskussion die Verwendung des Psychopharmakons Ritalin beleuchtet. Der Hauptteil der Arbeit beschäftigt sich mit ADHS im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Strukturen, insbesondere dem Umfeld Schule. Im Schlussteil werden verschiedene Ansätze zum Umgang mit ADHS angeführt.

Extrait


Gliederung

1. Einleitung

2. ADHS

2.1. Definition und Prävalenz

2.2. Symptome

2.3. Ursachen

2.4. Ritalin

3. ADHS und gesellschaftliche Strukturen

4. ADHS und Schule

4.1. Schule als Problemfeld für Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten

4.2. Schule als negative Sozialisationsinstanz

5. Pädagogische Ansätze zum Umgang mit ADHS im Umfeld Schule

5.1. Ganzheitlicher Ansatz und Kooperation

5.2. Konkrete Ansätze

6. Fazit/Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz der ADHS-Diagnose im schulischen Kontext unter Berücksichtigung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen. Ziel ist es, ein Verständnis für das Störungsbild zu vermitteln, die kontroverse Nutzung von Ritalin zu beleuchten und pädagogische Lösungsansätze zu diskutieren, um betroffene Kinder besser zu unterstützen.

  • Wissenschaftliche Einordnung und Symptomatik von ADHS
  • Diskussion über Ursachen und die Rolle von Ritalin
  • Schule als strukturelles Problemfeld für verhaltensauffällige Kinder
  • Negative Auswirkungen des schulischen Sozialisationsprozesses
  • Ganzheitliche pädagogische Ansätze und multimodale Therapiekonzepte

Auszug aus dem Buch

2.4. Ritalin

Ritalin ist ein Methylphenidat und gehört zur Gruppe der Amphetamin-Derivaten. Es wurde 1963 in den USA und 1971 in Deutschland eingeführt und wird, neben ähnlichen Medikamenten, zur Behandlung von ADHS eingesetzt. Die Wirkung basiert auf der Erhöhung der Dopamin- und Noradrenalinkonzentration im synaptischen Spalt. Die Dopamin-Mangel-Hypothese dient als Grundlage der Verabreichung bei ADHS und die erhöhte Verfügbarkeit von Dopamin soll es dem oder der Betroffenen ermöglichen sein bzw. ihr Verhalten besser zu kontrollieren. In Deutschland wird das Medikament als verkehrs- und verschreibungsfähiges Betäubungsmittel eingestuft. Nebenwirkungen sind unter anderem Blutdruckanstieg, Inappetenz, eingeschränktes Größenwachstum, gastrointestinale Störungen, Stimmungslabilität, Kopfschmerzen, Ticsymptomatik und Schlafstörungen.

Es wird außerdem beobachtet, dass Kinder weniger von sich aus spontan Kontakte aufnehmen und Dinge vernachlässigen. Bei kurzzeitiger Anwendung bis 6 Monaten werden positive Wirkungen auf Motorik, Sozialverhalten und Kognition beschrieben. Die Behandlung über einen längeren Zeitraum wird nur unter genauester Überwachung der Nebenwirkungen empfohlen und bislang können keine sicheren Angaben über Risiken einer Langzeittherapie mit Ritalin gemacht werden (Amft, Gerspach, Mattner 2004).

Mit einer Zuwachsrate von 55,4% gengenüber dem Vorjahr, war Ritalin im Jahre 1999 auf Rang 11 der Liste der meistverordneten Medikamente (Heinemann, Hopf 2006). Laut einer Studie der Techniker Krankenkasse sind die Ritalin Verschreibungen der Altersgruppen 6-18 Jahre im Zeitraum von 2006 bis 2010 um 30% angestiegen (Psychotherapeut 2012). Das wohl größte Problem bei der Behandlung mit Psychostimulanzien wie Ritalin ist, dass die Dopamin-Mangel-Hypothese nicht ausreichend belegt werden kann und es zudem Theorien gibt, nach denen ein Dopamin Überschuss vorherrscht. Die Einnahme von Ritalin führt nach dieser Theorie zu einem noch größeren Überschuss des nicht verwertbaren Dopamins und kann darüber hinaus zu einer dauerhaften Schädigung des dopaminergen Systems führen (Heinemann, Hopf 2006).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt den gesellschaftlichen Leistungsdruck und die strukturelle Starrheit der Schule, die Kinder mit ADHS zunehmend ausgrenzen.

2. ADHS: Definiert das Störungsbild, seine Symptome und Ursachen sowie die kontrovers diskutierte medikamentöse Behandlung mit Ritalin.

3. ADHS und gesellschaftliche Strukturen: Analysiert den Anstieg der Diagnosen im Zusammenhang mit veränderten Familienstrukturen und Bewegungsmangel.

4. ADHS und Schule: Erörtert, wie schulische Anforderungen und das System Schule selbst zur Pathologisierung von Kindern beitragen können.

5. Pädagogische Ansätze zum Umgang mit ADHS im Umfeld Schule: Plädiert für eine ganzheitliche Betrachtung und multimodale Ansätze statt rein medikamentöser Fixierung.

6. Fazit/Ausblick: Betont die Notwendigkeit, das Kind in seinem gesamten Kontext zu verstehen und Ressourcen statt Defizite in den Fokus zu rücken.

Schlüsselwörter

ADHS, Aufmerksamkeitsdefizit, Hyperaktivität, Impulsivität, Ritalin, Schule, Sozialisation, Psychopharmaka, Diagnostik, Pädagogik, Lernschwierigkeiten, Verhaltensstörung, Multimodale Therapie, Förderung, Schulkultur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Problematik der ADHS-Diagnose bei Kindern im schulischen Umfeld und untersucht, wie gesellschaftliche sowie institutionelle Faktoren zu diesem Phänomen beitragen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die medizinische Symptomatik, die Auswirkungen gesellschaftlicher Strukturen, die Rolle der Schule als Sozialisationsinstanz und pädagogische Handlungsmöglichkeiten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für ADHS zu fördern und den Blick von einer rein medizinischen, medikamentösen Lösung hin zu einer ganzheitlichen, pädagogischen Unterstützung zu lenken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer kritischen Auseinandersetzung mit verschiedenen wissenschaftlichen Positionen und Studien zur ADHS-Problematik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von ADHS, der Ursachendiskussion, den Auswirkungen von Ritalin sowie der Rolle der Schule bei der Entstehung von Lern- und Verhaltensproblemen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

ADHS, Schule, Ritalin, Sozialisation, Verhaltensauffälligkeiten, multimodale Therapie und Förderung sind zentrale Begriffe.

Welche Kritik wird an der Vergabe von Ritalin geübt?

Die Kritik richtet sich unter anderem gegen die ungeklärte Dopamin-Mangel-Hypothese, die Gefahr der langfristigen Schädigung des Nervensystems und das Risiko einer bloßen "Anpassung" des Kindes an das System.

Was versteht man in der Arbeit unter dem "Zombie-Phänomen"?

Dieser Begriff beschreibt den Zustand von Kindern unter Medikamenteneinfluss, die zwar ruhig gestellt werden, dabei aber emotional unerreichbar und in ihrem Verhalten mechanisch wirken.

Warum wird die Schule als "negative Sozialisationsinstanz" bezeichnet?

Die Schule wird so bezeichnet, wenn Kinder aufgrund ihrer Störungen Ablehnung und Geringschätzung erfahren, was zu einem zirkulären Prozess von Schulunlust und Versagen führt.

Welchen Ansatz empfiehlt die Autorin für den Umgang mit betroffenen Kindern?

Es wird ein multimodaler, ganzheitlicher Ansatz empfohlen, der das familiäre und schulische Umfeld einbezieht und auf das Verständnis des psychosozialen Kontextes setzt.

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Résumé des informations

Titre
ADHS und Schule. Störungsbild und Ansätze für den pädagogischen Umgang
Université
Bielefeld University  (Fakultät für Erziehungswissenschaft)
Note
1,0
Auteur
Sandra Urban (Auteur)
Année de publication
2012
Pages
16
N° de catalogue
V312489
ISBN (ebook)
9783668115835
ISBN (Livre)
9783668115842
Langue
allemand
mots-clé
ADHS ADS Störungsbild
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Sandra Urban (Auteur), 2012, ADHS und Schule. Störungsbild und Ansätze für den pädagogischen Umgang, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/312489
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Extrait de  16  pages
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