Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Die Gattung Komödie in der Romantik anhand von Ludwig Tiecks „Der gestiefelte Kater“

Titel: Die Gattung Komödie in der Romantik anhand von Ludwig Tiecks „Der gestiefelte Kater“

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2009 , 22 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Natascha Schneider (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Tiecks frühes Werk "Der gestiefelte Kater" wird auch heute noch oftmals zum Untersuchungsgegenstand in der Literatur, da es häufig als exemplarisches Lustspiel für die Epoche der Romantik gesehen wird. Tieck veröffentlichte den "Gestiefelten Kater" erstmals im Jahr 1797. Das Werk erschien damals im zweiten Band der "Volksmährchen" unter Tiecks Pseudonym Peter Leberecht. Etwa zwanzig Jahre später wurde noch eine erweiterte Fassung im "Phantasus", einer Sammlung Tiecks, die mehrere Stücke verschiedener Gattungen enthält, veröffentlicht.

Wie bereits im Untertitel deutlich wird, handelt es sich beim "Gestiefelten Kater" um ein "Kindermärchen in drei Akten". Ludwig Tieck bediente sich beim Verfassen seines offenbar bekanntesten Werks der Märchensammlung "Les contes de ma mère l`Oye" von Perrault. Sowohl die Märchenthematik, als auch das Verarbeiten bereits bekannter Stoffe ist typisch für die romantische Poesie. Tieck wollte in seinem Werk vor allem die Kritik am gesamten Theaterapparat seiner Zeit verdeutlichen. »Alle meine Erinnerungen, was ich zu verschiedenen Zeiten im Parterre, in den Logen, oder den Salons gehört habe, erwachten wieder, und so entstand und ward in einigen heiteren Stunden dieser Kater ausgeführt«.

Gegenstand meiner Arbeit ist eine Analyse von Tiecks Komödie "Der gestiefelte Kater". Dabei sollen zunächst ein Überblick sowie Wesenszüge der romantischen Komödie im Allgemeinen herausgearbeitet werden, um im Anschluss daran zu überprüfen, inwieweit diese Merkmale im "Gestiefelten Kater" realisiert wurden. Dabei wird vor allem der Werkaufbau mit seinen ironischen und satirischen Elementen im Hinblick auf die Fragestellung berücksichtigt. Denn es soll der Frage nachgegangen werden, welche Auswirkungen die verschiedenen Fiktionsebenen im Stück auf die Illusion haben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Überblick über die Komödie der Romantik

3. Realisierung am Beispiel des Gestiefelten Katers

3.1 Dramenform

3.2 Aufbau des Stücks

3.3 Satire

4. Illusionsfrage

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert Ludwig Tiecks Komödie Der gestiefelte Kater im Kontext der romantischen Literatur. Das primäre Ziel besteht darin, die spezifischen Merkmale der romantischen Komödie, insbesondere den Einsatz von romantischer Ironie und das Spiel-im-Spiel-Konzept, zu untersuchen und deren Auswirkungen auf die verschiedenen Fiktionsebenen sowie die Zuschauerillusion zu klären.

  • Wesen und Merkmale der romantischen Komödie
  • Strukturanalyse von Ludwig Tiecks Der gestiefelte Kater
  • Funktion des Spiel-im-Spiel-Konzepts und der Fiktionsebenen
  • Ironie und Satire als Gestaltungsmittel der Romantik
  • Untersuchung der Illusionsbrechung und deren Wirkung auf das reale Publikum

Auszug aus dem Buch

3.2 Aufbau des Stücks

In seinem Werk Der gestiefelte Kater hat Ludwig Tieck das Spiel im Spiel-Konzept angewandt, weshalb es mehrere Ebenen der Fiktion gibt. Das dramatisierte Märchen stellt eine Fiktionsebene dar (erste Fiktionsebene). Das fiktive Publikum, das sich das Stück über den Gestiefelten Kater anschaut, greift verbal in die Handlung ein und ist somit Teil des Gesamtstücks. Das Publikumsstück bedeutet daher eine weitere Ebene der Fiktion (zweite Fiktionsebene), die die erste Ebene infrage stellt (Biesterfeld 1988). Für diese beiden Handlungsebenen verwendet Landfester (1997) die Begriffe Rahmen- und Binnenhandlung. Diese Begriffe sind im Hinblick auf den Gestiefelten Kater jedoch unglücklich und können missverständlich sein. Denn durch die Verwendung der Begriffe ist anzunehmen, dass die Binnenhandlung innerhalb der Rahmenhandlung selbstständig ist. Doch die Handlung des Märchenstücks und des Publikumsstücks sind miteinander verzahnt. Durch diese Verzahnung wird deutlich, dass sowohl die fiktiven Zuschauer, als auch die Darsteller des Märchenstücks und das Theaterpersonal gleichgestellte Figuren des Gesamtstücks sind (Beyer 1960).

Außerdem stehen sie in Kommunikation miteinander. Das Publikumsstück ist nicht ausschließlich auf Prolog, Zwischenspiele und Epilog beschränkt. Die Zuschauer äußern sich auch während dem Verlauf der Märchenhandlung über das Stück, auch wenn die Akte zumeist der Hinze-Gottlieb-Handlung vorbehalten sind. Aufgrund dieses stetigen Dialogs zwischen Parterre und Bühne können Publikumsstück und Märchenstück nicht als selbstständige Bühnenwerke bestehen (Auerochs 1997, Kreuzer 2001).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Epoche der Romantik ein, erläutert das Konzept der progressiven Universalpoesie und verortet Ludwig Tiecks Der gestiefelte Kater als exemplarisches Werk, das Kritik am zeitgenössischen Theater übt.

2. Überblick über die Komödie der Romantik: Dieses Kapitel erörtert die Schwierigkeit einer festen Definition der romantischen Komödie und untersucht Konzepte wie die romantische Ironie sowie das Spiel-im-Spiel-Konzept als strukturgebende Elemente.

3. Realisierung am Beispiel des Gestiefelten Katers: Hier wird die Anwendung der theoretischen Merkmale auf Tiecks Stück praktisch untersucht, wobei der Fokus auf der Dramenform, dem komplexen Aufbau mit mehreren Fiktionsebenen und den satirischen Elementen liegt.

3.1 Dramenform: Dieser Abschnitt analysiert die Uneinigkeit der Forschung hinsichtlich der Zuordnung des Stücks zum offenen oder geschlossenen Dramentypus.

3.2 Aufbau des Stücks: Dieser Teil vertieft die Analyse des Spiel-im-Spiel-Konzepts und der Verzahnung von Rahmen- und Binnenhandlung sowie die Interaktion zwischen fiktivem Publikum und Bühnengeschehen.

3.3 Satire: Hier werden die verschiedenen satirischen Ebenen des Stücks, insbesondere Literatur- und Theatersatire sowie Anspielungen auf die zeitgenössische politische Situation, beleuchtet.

4. Illusionsfrage: Dieses Kapitel klärt, wie der Wechsel zwischen den Fiktionsebenen auf die Illusion des realen Publikums wirkt und kommt zu dem Schluss, dass diese nicht zerstört, sondern potenziert wird.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Märchenhandlung lediglich als Motor für die Theatersatire dient und die romantische Komödie durch das ironische Spiel mit den Fiktionsebenen konstituiert wird.

Schlüsselwörter

Ludwig Tieck, Der gestiefelte Kater, Romantik, romantische Komödie, romantische Ironie, Spiel im Spiel, Fiktionsebene, Illusionsbrechung, Desillusionierung, Theatersatire, Literatursatire, Dramenform, Theaterapparat, Rezeption, Märchenspiel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Ludwig Tiecks Komödie Der gestiefelte Kater als ein zentrales Werk der deutschen Romantik und untersucht dessen spezifische dramaturgische Struktur.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Mittelpunkt stehen die Wesenszüge der romantischen Komödie, der Einsatz von romantischer Ironie, die satirische Auseinandersetzung mit dem zeitgenössischen Theater sowie die Funktionsweise von Fiktionsebenen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, welche Auswirkungen die verschiedenen Fiktionsebenen im Stück auf die Illusion des Publikums haben und ob diese durch das Spiel-im-Spiel-Konzept aufgehoben wird.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, die auf Basis von Sekundärliteratur die dramaturgischen Kunstgriffe des Stücks interpretiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Überblick zur romantischen Komödie sowie eine detaillierte Analyse der Dramenform, des Aufbaus und der satirischen Elemente in Tiecks Stück.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie romantische Ironie, Spiel-im-Spiel-Konzept, Fiktionsbruch, Theatersatire und Illusionssteigerung geprägt.

Welche Rolle spielt das fiktive Publikum innerhalb des Stücks?

Das fiktive Publikum fungiert als zweite Fiktionsebene, die durch ihre Kommentare und Eingriffe in das Märchengeschehen ständig die Grenze zwischen Realität und Spiel hinterfragt.

Warum kommt es nach Ansicht des Autors nicht zur Zerstörung der Illusion beim realen Zuschauer?

Da der reale Zuschauer sich stets bewusst ist, ein Theaterstück zu betrachten, wird die scheinbare Zerstörung der Illusion durch die bewusste Struktur des Stücks in ihr Gegenteil verkehrt und somit eine Illusionssteigerung erreicht.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Gattung Komödie in der Romantik anhand von Ludwig Tiecks „Der gestiefelte Kater“
Hochschule
Technische Universität Darmstadt  (Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft)
Veranstaltung
Theorie und Geschichte der Komödie
Note
1,3
Autor
Natascha Schneider (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
22
Katalognummer
V312503
ISBN (eBook)
9783668115910
ISBN (Buch)
9783668115927
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Komödie der Romantik Komödie Romantik Der gestiefelte Kater Ludwig Tieck
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Natascha Schneider (Autor:in), 2009, Die Gattung Komödie in der Romantik anhand von Ludwig Tiecks „Der gestiefelte Kater“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/312503
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  22  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum