Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Quellenanalyse zu einer vollständigen, und sehr gut erhaltenen Originalausgabe von: "Das Repertoire des Weimarischen Theaters unter Goethes Leitung 1791–1817" von Dr. Carl August Hugo Burkhardt, der seines Zeichens großherzoglich-sächsischer Archivdirektor in Weimar gewesen ist.
Diese Monographie ist fast 100 Jahre nach dem Beginn Johann Wolfgang von Goethes Tätigkeit als Leiter des Weimarer Hoftheaters, im Jahre 1891, in Hamburg und Leipzig, im Verlag von Leopold Voß erschienen. Es handelt sich hierbei um das 1. Buch aus der fünfbändigen Reihe "Theatergeschichtliche Forschungen", welche von Prof. Dr. Berthold Litzmann von 1891 bis 1892 im selben Verlag herausgegeben wurde.
Zur Intention von Burkhardt lässt sich sagen, dass er für andere Theaterhisto-riographen eine Grundlage liefern wollte, um die weitere Erforschung der Ge-schichte des Weimarischen Hoftheaters möglich zu machen. Deshalb hat er zu-nächst das goethesche Repertoire festgestellt, was als methodisch richtig zu erach-ten ist, handelt es sich doch um die Gründungszeit des Theaters.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Analyse
2.1 Vorwort und Einleitung
2.2 Quellen
2.3 Chronologisches Aufführungsverzeichnis
2.4 Alphabetisches Aufführungsverzeichnis
2.5 Namensverzeichnis
2.6 Interpretation
3 Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das Werk „Das Repertoire des Weimarischen Theaters unter Goethes Leitung 1791–1817“ von C. A. H. Burkhardt quellenkritisch zu analysieren, um ein tieferes Verständnis für die Arbeitsweise Goethes als Theaterleiter sowie für die historiographische Aufarbeitung des Weimarer Hoftheaters zu gewinnen.
- Quellenanalyse der historischen Monographie von Dr. C. A. H. Burkhardt.
- Untersuchung der strukturellen Merkmale wie Vorwort, Quellenlage und Verzeichnisse.
- Diskussion der Bedeutung von auswärtigen Spielorten für das Hoftheater.
- Reflexion der Rolle Goethes im Kontext von Theaterkunst und Wirtschaftlichkeit.
- Einordnung der Arbeit in den theaterwissenschaftlichen Forschungsstand.
Auszug aus dem Buch
2.6 Interpretation
Als wichtigste Erkenntnis ist anzuführen, dass das Weimarer Hoftheater sich nicht allein auf den Ort Weimar beschränkt hat. In der Quelle sticht außerdem eindeutig hervor, wie wichtig diese auswärtigen Aufführungen gewesen sind – sogar so wichtig, dass sie das Überleben des Hoftheaters gesichert haben. Die nächste Erkenntnis betrifft direkt Goethe selbst, dessen Bekanntheitsgrad ihm zu gewissen Vorteilen bei den Schauspielern, Dramaturgen, der Obrigkeit, und nicht zuletzt dem Publikum verholfen hat. Der Dichter erscheint in einem sehr positiven Licht, denn trotz seiner Beliebtheit und machtvollen Stellung, hat er diese niemals im negativen Sinne ausgenutzt, sondern überraschenderweise eher mit Bescheidenheit aufgetrumpft. Nichtsdestotrotz hat er bei seiner Finanzpolitik – obwohl er lt. Burkhardt vorzüglich gewirtschaftet hat – die Hilfe von Gönnern in Anspruch nehmen müssen. Seine Gestaltung des Repertoires ist sehr publikumsorientiert gewesen, um jedermann zufriedenzustellen. Hier hat ihm jedoch auch sein Vorgänger, der Theaterdirektor Bellomo, teilweise unfreiwillig den Weg bereitet, und somit Goethe die Gründung des Hoftheaters etwas erleichtert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in das analysierte Werk von Burkhardt ein, beschreibt dessen Entstehungskontext im Jahr 1891 und erläutert die physische Beschaffenheit sowie die typographischen Besonderheiten der vorliegenden Ausgabe.
2 Analyse: Dieser Hauptteil untersucht detailliert die verschiedenen Bestandteile des Werkes, von den einleitenden Worten des Autors über die Quellenbasis bis hin zu den verschiedenen Aufführungs- und Namensverzeichnissen.
2.1 Vorwort und Einleitung: Hier werden die Intentionen des Autors beleuchtet, insbesondere Goethes anfängliche Schwierigkeiten, die Bedeutung verschiedener Spielorte sowie die finanzielle und personelle Entwicklung des Hoftheaters.
2.2 Quellen: Das Kapitel widmet sich der Provenienz und den methodischen Schwierigkeiten Burkhardts bei der Zusammenstellung seiner Daten, insbesondere der Nutzung der Theaterzettel der Familie Genast.
2.3 Chronologisches Aufführungsverzeichnis: Dieser Abschnitt erläutert den Aufbau der chronologischen Daten, die von 1791 bis 1817 reichen und neben Stücktiteln auch Informationen zu Spielorten, Besetzungen und politischen Rahmenbedingungen enthalten.
2.4 Alphabetisches Aufführungsverzeichnis: Hier wird die Struktur der alphabetischen Aufbereitung von insgesamt 601 Stücken beschrieben, inklusive der Erläuterung von Kennzeichnungen und ergänzenden Hinweisen in den Fußnoten.
2.5 Namensverzeichnis: Eine kurze Zusammenfassung zum dreiseitigen Namensverzeichnis, das sämtliche im Werk aufgeführten Verfasser, Bearbeiter und Komponisten referenziert.
2.6 Interpretation: In diesem Kapitel werden die zentralen Erkenntnisse zusammengeführt, insbesondere die Bedeutung des auswärtigen Spielbetriebs und die Rolle Goethes als bescheidener, aber wirkungsvoller Theaterleiter.
3 Schluss: Das Fazit resümiert, dass die Quelle eine fundierte Basis bietet, jedoch für eine Gesamtbetrachtung durch weitere Forschung und komplementäre Literatur ergänzt werden muss.
Schlüsselwörter
Quellenanalyse, Weimarer Hoftheater, Johann Wolfgang von Goethe, Carl August Hugo Burkhardt, Repertoire, Theatergeschichte, Historiographie, Theaterzettel, Aufführungsverzeichnis, Spielplan, 18. Jahrhundert, 19. Jahrhundert, Theaterleitung, Klassik, Quellenkritik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einer quellenkritischen Analyse der historischen Monographie „Das Repertoire des Weimarischen Theaters unter Goethes Leitung 1791–1817“ von C. A. H. Burkhardt aus dem Jahr 1891.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Intention des Autors, die Zuverlässigkeit der herangezogenen Quellen, die Bedeutung von auswärtigen Spielorten sowie Goethes Arbeitsweise als Intendant.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, das Werk als historisches Sujet zu erschließen und dabei die Fragen zu beantworten, wie stark das Hoftheater von politischem Geschehen beeinflusst wurde und ob Goethes Arbeitsweise tatsächlich so herausragend war.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine quellenorientierte Analyse durchgeführt, welche die Struktur des Werkes methodisch hinterfragt, die vom Autor gewählten Ansätze bewertet und diese durch den Abgleich mit dem aktuellen Forschungsstand einordnet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden das Vorwort, die Quellenlage sowie die chronologischen und alphabetischen Aufführungsverzeichnisse des untersuchten Werkes detailliert seziert und interpretiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Quellenanalyse, Weimarer Hoftheater, Goethe-Forschung, Theatergeschichte und Historiographie charakterisieren.
Warum spielt der Ort Lauchstädt für die Untersuchung eine besondere Rolle?
Lauchstädt war während der Badesaison ein wichtiger und profitabler Spielort für das Ensemble, dessen Einbeziehung laut der Analyse wesentlich zum Überleben des Hoftheaters beigetragen hat.
Inwieweit beeinflusste der Vierte Koalitionskrieg das Theater in Weimar?
Der Krieg führte unter anderem zu temporären Schließungen des Theaters, etwa im Jahr 1806 nach der Schlacht bei Jena, was die empirische Lückenhaftigkeit der zeitgenössischen Aufzeichnungen verdeutlicht.
- Quote paper
- David Kraus (Author), 2015, Quellenanalyse von Dr. C. A. H. Burkhardts „Das Repertoire des Weimarischen Theaters unter Goethes Leitung 1791–1817“ (1891), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/312561