In meiner Belegarbeit befasse ich mich mit dem Thema ‚Arm und Reich’ aus dem
Buch „Praktische Ethik“ von Peter Singer. Zu Beginn des Kapitels zählt er einige Fakten zur Armut und zum Wohlstand in der Welt auf, auf die ich nur kurz eingehen werde. Dann versucht er zu klären, ob die
Hungersnot die Folge des Handelns der reicheren Gesellschaften ist und ob diese
nicht alle Mörder sind, weil sie trotz ihres vielen Geldes Menschen der dritten Welt
sterben lassen. Im Anschluss erläutert er ein Argument, welches besagt, dass die Menschen der
Industrieländer eine Verpflichtung haben, den ärmeren Nationen zu helfen. Jedoch
führt er auch viele Einwände gegen dieses Argument auf, die ich in meiner Arbeit
noch näher betrachten werde. Ich versuche, Peter Singers Position zum Thema Armut und Reichtum klar
darzustellen. Weiterhin bin ich um eine kritische Betrachtungsweise bemüht und
werde eine eigene Stellungnahme vornehmen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Fakten über die Armut
3. Fakten über den Wohlstand
4. Das moralische Äquivalent zu Mord?
5. Die Verpflichtung zu helfen
5.1. Das Argument für eine Verpflichtung zu helfen
5.2. Einwände gegen das Argument
5.2.1. Für die Unseren sorgen
5.2.2. Eigentumsrechte
5.2.3. Bevölkerung und die Ethik des „Aussortierens“
5.2.4. Sache der Regierung
5.2.5. Zu hohe Anforderungen?
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert Peter Singers Kapitel „Arm und Reich“ aus dem Werk „Praktische Ethik“ mit dem Ziel, seine Positionen zur globalen Armutsbekämpfung kritisch darzustellen und eine eigene ethische Stellungnahme zu entwickeln.
- Absolute versus relative Armut
- Die moralische Verpflichtung zur Hilfeleistung
- Distinktion zwischen Töten und Sterbenlassen
- Kritik an Einwänden gegen die moralische Hilfspflicht
- Ethik der Überbevölkerung und das Prinzip des „Aussortierens“
Auszug aus dem Buch
5. Die Verpflichtung zu helfen
Singer hat ein plausibles Prinzip aufgestellt, welches lautet: „Wenn es in unserer Macht steht, etwas Schreckliches zu verhindern, ohne dass dabei etwas von vergleichbarer moralischer Bedeutung geopfert wird, dann sollten wir es tun.“ (Singer 1994: 292) Er ist der Meinung, dass sich dieses Prinzip auf die alltägliche Situation anwenden lässt, wo man den Menschen helfen kann, die in absoluter Armut leben. Weiterhin sagt er, dass es in der Macht der Reichen steht, diese absolute Armut zu verringern. Wenn das Prinzip und die beiden Annahmen von Singer richtig sind, dann haben die Menschen der reicheren Länder die Verpflichtung, denen zu helfen, die in absoluter Armut leben. Nicht zu helfen wäre dann unrecht.
Seine Argumentation klingt für mich sehr überzeugend. In diesen Punkten kann ich Singer zustimmen, denn wenn die Reichen den armen Nationen nicht helfen, wer tut es dann? Allerdings würde ich mit dem Wort ‚Verpflichtung’ etwas vorsichtig umgehen, denn es lässt sich leicht mit ‚Zwang’ in Verbindung bringen. Außerdem kann ich Singer zustimmen, dass wir ein bestimmtes Maß von absoluter Armut verhüten sollten. Das ist sicherlich nicht leicht, aber man muss es probieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Verfasserin führt in die Thematik der Arbeit ein, welche die ethischen Argumente Peter Singers zur globalen Armut beleuchtet.
2. Fakten über die Armut: Definition und Ausmaß der absoluten Armut als Zustand, der die menschliche Würde untergräbt.
3. Fakten über den Wohlstand: Diskussion über die globale Ressourcenverteilung und die Notwendigkeit von Entwicklungshilfe durch wohlhabende Nationen.
4. Das moralische Äquivalent zu Mord?: Untersuchung der provokanten These Singers, ob das Unterlassen von Hilfe mit dem Akt des Tötens gleichzusetzen ist.
5. Die Verpflichtung zu helfen: Zentrale Auseinandersetzung mit Singers Prinzip zur Hilfspflicht und Analyse diverser Gegenargumente wie Eigentumsrechte oder Überbevölkerung.
6. Schlussbetrachtung: Kritische Reflexion über die Komplexität von Singers Argumentation und die eigene Positionierung der Autorin.
Schlüsselwörter
Peter Singer, Armut, Reichtum, Praktische Ethik, Entwicklungshilfe, absolute Armut, relative Armut, moralische Verpflichtung, Hilfspflicht, Verteilungsgerechtigkeit, Aussortieren, Überbevölkerung, Sterbenlassen, Töten, Wohlstand.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit setzt sich kritisch mit dem Kapitel „Arm und Reich“ aus Peter Singers Buch „Praktische Ethik“ auseinander.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die ethische Verantwortung wohlhabender Gesellschaften gegenüber Menschen in absoluter Armut sowie die moralische Bewertung von Hilfsunterlassung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Singers Thesen zur globalen Armutsbekämpfung darzulegen, diese zu hinterfragen und eine eigene ethische Bewertung abzugeben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine textbasierte, ethische Analyse und kritische Stellungnahme zu einer philosophischen Abhandlung.
Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Neben den Fakten zu Armut und Wohlstand stehen die moralische Hilfspflicht und die Auseinandersetzung mit Einwänden gegen diese Pflicht (z.B. Eigentumsrechte, Rettungsboot-Ethik) im Fokus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind absolute Armut, Entwicklungshilfe, Hilfspflicht, moralische Verantwortung und die ethische Unterscheidung von Töten und Sterbenlassen.
Wie steht die Verfasserin zu Singers These, man sei ein Mörder, wenn man nicht spendet?
Die Autorin weist diese These vehement zurück und empfindet sie als übertrieben, da sie zwischen dem aktiven Töten und dem Unterlassen von Hilfe einen wesentlichen Unterschied sieht.
Welche Kritik übt die Autorin an der „Rettungsboot-Ethik“?
Die Verfasserin lehnt das von Hardin propagierte Konzept des „Aussortierens“ als unmenschlich, egoistisch und ethisch nicht vertretbar ab.
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- Nicole Opetz (Author), 2003, Peter Singers Praktische Ethik, Kapitel 8: Arm und Reich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31256