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Theodor Fontane als Theaterkritiker. Analyse seiner Auseinandersetzung mit den Lessing-Aufführungen

Titel: Theodor Fontane als Theaterkritiker. Analyse seiner Auseinandersetzung mit den Lessing-Aufführungen

Masterarbeit , 2015 , 76 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Master of Arts Sarah Kugler (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den Fragen, wie Fontane als Theaterkritiker gearbeitet hat und welche Aspekte ihm in seiner Auseinandersetzungen mit den Bühnenaufführungen besonders wichtig waren. Diese beiden Aspekte werden in zwei Schritten bearbeitet. Dabei werden zum einen die kulturhistorischen Voraussetzungen zusammengetragen und systematisiert. Zum anderen werden Fontanes Auffassungen von Theater am Beispiel der Rezensionen zu Lessingaufführungen analysiert. Methodisch folgt die Arbeit im Hauptteil einer literaturwissenschaftlichen Textanalyse, die in eine kulturhistorische Untersuchung eingebettet ist.

Der erste Teil der Arbeit widmet sich dementsprechend dem kulturellen Umfeld Fontanes in Berlin, genauer der Theater- und Zeitungslandschaft. Dabei wird zunächst kurz dargestellt, welche Zeitungen in Berlin im 19. Jahrhundert vertreten waren, welche Stellung diese einnahmen und für welche Fontane gearbeitet hat. Da Fontane als Theaterkritiker für die Vossische Zeitung tätig war, wird diese ausführlich in Bezug auf Entwicklung und Bedeutung beschrieben. Darüber hinaus soll Fontanes Beziehung zu ihr analysiert werden, die über die des angestellten Kritikers hinausgeht. An die Darstellung der Berliner Presse schließt sich ein Exkurs über die Theaterlandschaft an, wobei das Königliche Schauspielhaus sowie die Freie Bühne detaillierter betrachtet werden sollen.

Im zweiten Teil folgt zunächst ein Abriss über Fontanes Zeit als Theaterkritiker, wobei der Schwerpunkt auf seinem Selbstverständnis als Kritiker liegt. Dabei wird dargelegt, wie Fontane sich selbst gesehen hat, wie er mit Kritik umgegangen ist und in welcher Beziehung er zu seinem Beruf sowie dem Theatermilieu stand. Anschließend folgt die Analyse seiner Kritiken zu Lessing-Aufführungen am Königlichen Schauspielhaus, bei der auch Bezüge zu anderen Kritiken Fontanes hergestellt werden, um seine Auffassungen über das Theater besser verdeutlichen zu können. Die vorliegenden Texte werden auf Struktur und Stilistik untersucht. Die Auseinandersetzung mit den Darstellern wird einen großen Raum einnehmen, da Fontane an diesen beispielhaft alle ihm wichtigen Aspekte abhandelt. So stellt er daran allgemein seine Vorstellung von guter Schauspielkunst dar und äußert sich konkret zu bestimmten Figuren und wie diese dargestellt werden sollten. Er beurteilt Maske sowie Kostüm und übt Kritik an Lessings Texten. Mit welchen Mitteln er diese Aspekte herausarbeitet, soll in der Analyse gezeigt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Themenbegründung

1.2 Fragestellung, Aufbau und Methodik der Arbeit

1.3 Quellenlage und Forschungsstand

2 Die Kulturszene im Berlin des 19. Jahrhundert

2.1 Fontane und die Presselandschaft

2.1.1 Die Vossische Zeitung

2.1.2 Fontane und die Vossische Zeitung

2.2 Berlin als Theaterstadt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert

2.2.1 Das Königliche Schauspielhaus am Gendarmenmarkt

2.2.2 Die Freie Bühne

3 „Der Herr hat heut’ Kritik.“

3.1 Fontane und sein Selbstverständnis als Kritiker

3.2 Eine Analyse zu Fontanes Lessing-Kritiken

3.2.1 Aufbau und Struktur

3.2.2 Fontanes Anforderungen an die Darsteller und seine Figureninterpretation

3.2.3 Kritik an Lessings Texten

3.3 Eine „heikle Frage“ – Fontanes Äußerungen zu Nathan der Weise

4 Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Tätigkeit Theodor Fontanes als Theaterkritiker, wobei der Schwerpunkt auf seiner Auseinandersetzung mit Lessing-Aufführungen am Königlichen Schauspielhaus in Berlin liegt. Die Arbeit verfolgt das Ziel, Fontanes Selbstverständnis als Kritiker zu analysieren, seine ästhetischen Anforderungen an Schauspielkunst und Dramaturgie aufzuzeigen sowie seine ambivalente Haltung gegenüber Lessings religiösen Toleranzideen im Kontext seiner Zeit zu beleuchten.

  • Stellenwert und Bedeutung der Berliner Theater- und Zeitungslandschaft im 19. Jahrhundert.
  • Fontanes Arbeitsweise und Selbstverständnis als Theaterkritiker für die Vossische Zeitung.
  • Analyse von Fontanes Kritiken zu den Lessing-Dramen Minna von Barnhelm, Emilia Galotti und Nathan der Weise.
  • Untersuchung von Fontanes ästhetischen Maßstäben bei der Bewertung schauspielerischer Leistungen.
  • Die Wechselwirkung zwischen privater Meinung und öffentlicher Kritik bei gesellschaftspolitischen Themen.

Auszug aus dem Buch

3.1 Fontane und sein Selbstverständnis als Kritiker

Ich komme nicht als kritischer Don Quixote herangeritten, mit eingelegter Lanze begierig auf den Moment passend, wo zugestoßen werden kann. O nein. Ich spiele viel, viel lieber, um im romantisch balladesken Vergleichen zu bleiben, den alten König Harald, der sich von heiteren Elfen überfallen und vom Sattel ziehen läßt. Aber die Elfen, die Elfen! Die müssen eben da sein, die kleinen graziösen, übermütigen Geschöpfchen, die jede Kritik entwaffnen.

Wie schon angedeutet, beschränkte sich Fontanes Kritikertätigkeit nicht nur auf das Theater, sondern reichte auch in die Kunst- und Literaturkritik hinein. So schrieb er eine seiner ersten Kritiken über die Londoner Kunstaustellung von 1852. Danach folgten Kunstberichte aus London und Manchester, welche 1856 und 1857 in deutschen Zeitungen erschienen. Auch in seiner Zeit bei der Kreuzzeitung schrieb er regelmäßig über Ausstellungen und war in seiner gesamten journalistischen Laufbahn als Literaturkritiker tätig. Seine Arbeit als Theaterkritiker war jedoch die intensivste, zumal er dieser zwanzig Jahre lang hauptberuflich als Theaterrezensent der Vossischen Zeitung nachging.

Erste Theatererfahrungen sammelte er schon als Schüler an der Gewerbeschule in Berlin. Bereits 1833 besuchte er Vorstellungen des Königlichen Schauspielhauses, das Theater am Berliner Gendarmenmarkt, in dem er später noch oft mit Notizbuch und gespitztem Bleistift sitzen sollte. Erste Kritiken schrieb er 1842 als Dresden-Korrespondent der Eisenbahn und auch in Berlin verfasste er um 1850 erste Rezensionen zu Theateraufführungen, die aber nie gedruckt wurden. Die erste entscheidende Station auf dem Weg zum Theaterrezensenten war England. Während seines zweiten London-Aufenthalts besuchte Fontane Gastspiel-Aufführungen der deutschen Truppe von Emil Devrient im St.-James-Theater, darunter Don Carlos, Hamlet und Emilia Galotti. Besprechungen dazu erschienen ab dem 10. Juni 1852 in der Preußischen (Adler-)Zeitung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Themenwahl, die Forschungsfrage sowie die methodische Herangehensweise der Arbeit im Kontext der theatergeschichtlichen Forschung.

2 Die Kulturszene im Berlin des 19. Jahrhundert: Das Kapitel skizziert die rasante Entwicklung der Berliner Presselandschaft und die Theaterkultur, wobei das Königliche Schauspielhaus und die Freie Bühne als zentrale Wirkungsstätten betrachtet werden.

3 „Der Herr hat heut’ Kritik.“: Der Hauptteil analysiert Fontanes Selbstbild als Kritiker, seine literaturwissenschaftliche Herangehensweise an Lessings Werke und sein ambivalentes Verhältnis zu religiösen Themen in Lessings Texten.

4 Zusammenfassung und Ausblick: Dieses Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf weiterführende Forschungsmöglichkeiten.

Schlüsselwörter

Theodor Fontane, Theaterkritik, Lessing, Vossische Zeitung, Königliches Schauspielhaus, Freie Bühne, schauspielerische Leistung, Berlin, 19. Jahrhundert, Dramaturgie, Literaturkritik, Ringparabel, Realismus, Journalismus, Schauspielkunst

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Theodor Fontane als Theaterkritiker und seinen spezifischen Blick auf die Inszenierungen von Lessings Stücken am Königlichen Schauspielhaus in Berlin.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Berliner Theatergeschichte des 19. Jahrhunderts, die Entwicklung der Presse sowie Fontanes ästhetische und moralische Bewertung von Schauspielern und Dramentexten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie Fontane als Kritiker gearbeitet hat, welche Qualitätskriterien er ansetzte und wie sich sein privates Urteil zu Lessings gesellschaftskritischen Ideen in seiner öffentlichen Kritik niederschlug.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert primär auf einer literaturwissenschaftlichen Textanalyse, die in eine kulturhistorische Untersuchung der Berliner Theater- und Zeitungslandschaft eingebettet ist.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet Fontanes professionelles Selbstverständnis, seine spezifische Kritik an Lessing-Aufführungen und seine Forderungen an die darstellerische Qualität der Schauspieler.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Theaterkritik, Fontane, Lessing-Rezeption, Berliner Theaterleben und Schauspielkunst beschreiben.

Wie bewertete Fontane die schauspielerischen Leistungen?

Fontane forderte eine natürliche, aus „einem Guss“ wirkende Darstellung und lehnte sowohl ein reines „Sich-Selbst-Spielen“ als auch übertriebene Kunstfertigkeit ab, wobei er stets nach einem emotionalen „Zauber“ suchte.

Welche Rolle spielte die Ringparabel in Fontanes Kritik?

Fontane verhielt sich gegenüber der Ringparabel öffentlich eher ausweichend und „heikel“, während er in privaten Briefen seine Ablehnung gegen Lessings religiöse Toleranzideen deutlich und scharf formulierte.

Ende der Leseprobe aus 76 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Theodor Fontane als Theaterkritiker. Analyse seiner Auseinandersetzung mit den Lessing-Aufführungen
Hochschule
Universität Potsdam  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Abschlussarbeit
Note
1,3
Autor
Master of Arts Sarah Kugler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
76
Katalognummer
V312857
ISBN (eBook)
9783668118171
ISBN (Buch)
9783668118188
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Theodor Fontane Theaterkritik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Master of Arts Sarah Kugler (Autor:in), 2015, Theodor Fontane als Theaterkritiker. Analyse seiner Auseinandersetzung mit den Lessing-Aufführungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/312857
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Leseprobe aus  76  Seiten
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