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Konsumgenossenschaften im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Segen für die Arbeiterschaft, Gefahr für den Einzelhandel?

Paradoxien der frühen Konsumgesellschaft

Titre: Konsumgenossenschaften im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Segen für die Arbeiterschaft, Gefahr für den Einzelhandel?

Dossier / Travail de Séminaire , 2015 , 23 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Deborah Heinen (Auteur)

Histoire de l'Allemagne - 1848, Empire, Impérialisme
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Genossenschaften gibt es in unzähligen Formen und Ausprägungen, doch ihr Zweck ist ihnen allen gemein: Die unmittelbare Förderung ihrer Mitglieder. Die Konsumgenossenschaften des 19. und 20. Jahrhunderts spezialisierten sich beispielsweise auf Waren des täglichen Bedarfs, um insbesondere die Lebensqualität der Arbeiterschaft zu verbessern.

Können sie daher als Segen für die Arbeiterschaft bezeichnet werden? Waren sie gleichzeitig eine Gefahr für den Einzelhandel? Dies werden die leitenden Fragen sein, mit denen sich die vorliegende Arbeit auseinandersetzt. Doch zunächst stellt sich die Frage: Wieso entstand eben diese Genossenschaftsform und was waren die leitenden Ideen hinter ihr? Das Schlagwort, das hier zu nennen ist, ist Selbsthilfe. Aber auch die Kritik am Gewinnstreben der frühkapitalistischen Wirtschaftsordnung und der Wille zur sozialen Reform bildeten die Basis für die Entstehung der Konsumgenossenschaften.

Die wirtschaftliche Situation der Arbeiter im 19. Jahrhundert kann als problematisch beschrieben werden. Das Lohnniveau entsprach jahrzehntelang kaum den äußersten Existenzbestimmungen und das Warenangebot in den Arbeitervierteln war durchweg von minderwertiger Qualität zu hohen Preisen. Die Arbeiter konnten sich durch ihre schwache gesellschaftliche und finanzielle Position nicht vor derartigem Betrug am Kunden schützen, weshalb sie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts damit begannen, sich nach englischem Vorbild konsumgenossenschaftlich zu organisieren. Der Auftrag der Konsumvereine bestand in der Beschaffung von Waren des täglichen Bedarfs zu günstigen Preisen, in guter Qualität und mit unverfälschten Maßen für ihre Mitglieder. Doch inwiefern dieser Auftrag tatsächlich umgesetzt werden konnte und wie sich diese Genossenschaftsform auf den Kleinhandel auswirkte, soll im Folgenden untersucht werden.

Da davon auszugehen ist, dass die Fragestellung nicht allgemeingültig für den gesamten Zeitraum von etwa 1850 bis 1930, sondern nur entwicklungshistorisch beantwortet werden kann, wird die Geschichte der Konsumvereine in Deutschland in der vorliegenden Arbeit von ihren Anfängen bis in die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts chronologisch dargestellt. Dabei wird stets das Verhältnis von Konsumvereinen und Einzelhandel in den Blick genommen. Im Fazit wird schließlich Stellung dazu genommen, inwiefern bezüglich der Konsumgenossenschaften von einem Segen für die Arbeiterschaft und einer Gefahr für den Einzelhandel gesprochen werden kann.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erste Anfänge des Konsumgenossenschaftswesens in Deutschland

3. Deutsche Konsumvereine in den 1860er und 70er Jahren - Versuche der Richtungsfindung, Rückschläge und Stagnation

4. Die 1880er und 90er Jahre: Eine Phase des Aufschwungs

5. Konsumgenossenschaften und das neue Jahrhundert

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung der Konsumgenossenschaften in Deutschland zwischen 1850 und 1930, um das Spannungsverhältnis zwischen diesen Organisationen und dem privaten Einzelhandel zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob die Konsumvereine als Segen für die Lebensqualität der Arbeiterschaft und gleichzeitig als existenzielle Bedrohung für den Einzelhandel zu bewerten sind.

  • Historische Analyse der Genossenschaftsentwicklung in Deutschland
  • Wechselwirkung zwischen Konsumvereinen und dem Einzelhandel
  • Auswirkungen auf die Lebensqualität der Arbeiterklasse
  • Die Rolle staatlicher Regulierungen und Steuerpolitik
  • Struktureller Wandel der Konsumgesellschaft bis 1930

Auszug aus dem Buch

3. Deutsche Konsumvereine in den 1860er und 70er Jahren - Versuche der Richtungsfindung, Rückschläge und Stagnation

Die Haltung des Vorstehers des Allgemeinen Verbandes, Hermann Schultze-Delitzsch, gegenüber Konsumgenossenschaften entsprang grundlegend seiner liberalen Gesinnung, denn er vertrat die Auffassung, dass geistige und politische Freiheit nur da entfaltet werden können, wo Menschen auch wirtschaftlich frei und unabhängig sind. Er sah also in den Konsumgenossenschaften eine Möglichkeit für die Arbeiter, den „Missständen der Borgwirtschaft zu entgehen“, indem sie zu strikter Barzahlung erzogen werden sollten. Mit den ersten Versuchen genossenschaftlicher Verbandsbildung erhielt nun auch sozialreformerisches Gedankengut Einzug in das Konsumgenossenschaftswesen.

Das Kapital, dass die Arbeiter durch den Erwerb kostengünstiger Lebensmittel ansammeln konnten, hielt Schultze-Delitzsch für geeignet, um Produktivgenossenschaften zu gründen, sodass eine größere Unabhängigkeit der Arbeiter von der erwerbswirtschaftlichen Produktion erzielt werden würde. Des Weiteren strebte Schultze-Delitzsch eine Verbesserung des Bildungsstands der Arbeiterklasse an, weshalb die gebildeten und besitzenden Klassen, die ebenfalls in die Konsumgenossenschaften aufgenommen wurden, die Arbeiterklasse in Bezug auf Organisation, Leitung und Nutzung von Genossenschaften belehren sollten, sodass die Arbeiter auf lange Sicht in der Lage sein würden, ihre Situation durch eigene Anstrengung zu verbessern und sozial aufzusteigen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Konsumgenossenschaften ein und definiert die zentrale Forschungsfrage nach deren Segen für die Arbeiter bzw. Gefahr für den Einzelhandel.

2. Erste Anfänge des Konsumgenossenschaftswesens in Deutschland: Dieses Kapitel beleuchtet die Entstehungsgeschichte der ersten Vereine nach englischem Vorbild und die sozioökonomischen Gründe für ihre Gründung.

3. Deutsche Konsumvereine in den 1860er und 70er Jahren - Versuche der Richtungsfindung, Rückschläge und Stagnation: Der Abschnitt analysiert die ideologische Prägung durch Schultze-Delitzsch sowie die Phase der politischen und wirtschaftlichen Stagnation.

4. Die 1880er und 90er Jahre: Eine Phase des Aufschwungs: Hier wird der Erstarkungsprozess der Genossenschaften durch gesetzliche Neuerungen und die Abkehr von sozialistischer Ablehnung beschrieben.

5. Konsumgenossenschaften und das neue Jahrhundert: Das Kapitel behandelt die Entwicklung bis zum Ersten Weltkrieg, den Ausbau der Eigenproduktion und die Auswirkungen von Krieg und Inflation.

6. Fazit: Das Fazit beantwortet die Leitfragen und bewertet die Rolle der Konsumgenossenschaften über den gesamten Untersuchungszeitraum abschließend.

7. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten historischen Quellen und Fachliteratur.

Schlüsselwörter

Konsumgenossenschaften, Arbeiterschaft, Einzelhandel, Selbsthilfe, Lebensmittelhandel, Sozialreform, Preisniveau, Eigenproduktion, Genossenschaftsgesetz, 19. Jahrhundert, 20. Jahrhundert, Deutschland, Wirtschaftsentwicklung, Lebensqualität, Kaufkraft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Rolle von Konsumgenossenschaften in Deutschland zwischen 1850 und 1930 und deren Einfluss auf die Arbeiterschaft sowie den Einzelhandel.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören die Gründung der ersten Vereine, der Einfluss der Genossenschaftsgesetzgebung, die Konkurrenzsituation zum Einzelhandel und die Bedeutung für die Lebensmittelversorgung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, ob Konsumvereine als "Segen" für die Arbeiterschaft und gleichzeitig als "Gefahr" für den Einzelhandel betrachtet werden können.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit basiert auf einer chronologischen Darstellung und Analyse von historischen Makro-Strukturen sowie der Betrachtung der Genossenschaftsbewegung unter Rückgriff auf Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Entwicklungsphasen, angefangen bei den schwierigen Anfängen über die Phase des Aufschwungs bis hin zu den Belastungen durch den Ersten Weltkrieg und die Weltwirtschaftskrise.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Konsumgenossenschaften, Arbeiterschaft, Einzelhandel, Lebensqualität und Genossenschaftsgeschichte sind die prägenden Begriffe.

Warum galten Konsumvereine zunächst als instabil?

Die Vereine litten unter finanziellen Engpässen, mangelnder Erfahrung in der Geschäftsführung und fehlender einheitlicher Ideologie, was oft zu frühen Liquidierungen führte.

Welchen Einfluss hatte der Erste Weltkrieg auf die Genossenschaften?

Der Krieg markierte eine Zäsur, da Warenknappheit und Preissteigerungen die Genossenschaften daran hinderten, ihren Förderauftrag zu erfüllen, was zu massiven Problemen und Ausverkäufen führte.

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Résumé des informations

Titre
Konsumgenossenschaften im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Segen für die Arbeiterschaft, Gefahr für den Einzelhandel?
Sous-titre
Paradoxien der frühen Konsumgesellschaft
Université
University of Bonn  (Geschichtswissenschaft)
Note
1,7
Auteur
Deborah Heinen (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
23
N° de catalogue
V312884
ISBN (ebook)
9783668115477
ISBN (Livre)
9783668115484
Langue
allemand
mots-clé
Konsumgenossenschaften 19. Jahrhundert 20. Jahrhundert Arbeiter Selbsthilfe Genossenschaft
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Deborah Heinen (Auteur), 2015, Konsumgenossenschaften im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Segen für die Arbeiterschaft, Gefahr für den Einzelhandel?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/312884
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Extrait de  23  pages
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