Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich damit herauszufinden, ob Manager/innen im heutigen Wirtschaftswesen von der jahrhundertelangen Erfahrung der Klöster profitieren können.
Nach theoretischer Abhandlung von Führungskompetenzen und Stilen wird über die Archetypen des Managements zur Ethik im Management hingeführt.
Im empirischen Teil werden aus dem Stift Vorau, nach dem Forschungsansatz der Grounded Theory, Theorien gewonnen,
die tatsächlich für den/die heutige/n Manager/in von Bedeutung sein können.
In den Ergebnissen wird dargestellt, dass ein/e gute/r Manager/in nicht nur Experte/in der Finanzwelt sein muss, sondern auch etwas anderes braucht,
damit der Erfolg nachhaltig und von Dauer ist.
So kann zusammenfassend gesagt werden, dass Manager/innen vom Kloster sehr viel lernen können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Forschungsfrage und Ziel der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Allgemeine Klostergeschichte
2.1 Frühzeit
2.2 Mittelalter
2.3 Neuzeit
2.4 Gegenwärtige Klöster in Österreich
3 Führung
3.1 Führungskompetenzen
3.1.1 Kompetenzbegriff
3.1.2 Personale Kompetenz
3.1.3 Aktivitäts- und Handlungskompetenz
3.1.4 Fach und Methodenkompetenz
3.1.5 Sozial- kommunikative Kompetenz
3.2 Führungsstile
3.2.1 Autoritärer Führungsstil
3.2.2 Kooperativer Führungsstil
3.2.3 Laissez-faire Führungsstil
3.2.4 Führungskonzepte
4 Archetypen des Managements
4.1 Archetyp – Feuer
4.2 Archetyp – Wasser
4.3 Archetyp – Luft
4.4 Archetyp – Erde
4.5 Quintessenz
5 Management und Ethik
5.1 Wozu Ethik?
5.2 Führungsethik
5.3 Werte
5.4 Weisheit
5.5 Management by Bible
5.5.1 Dialektische Entscheidung
5.5.2 Motivation und Führungsverhalten
5.5.3 Verhandeln
5.5.4 Projektmanagement
5.5.5 Geschäftsmoral
5.5.6 Goldene Regeln für Manager
6 Augustiner Chorherrenstift Vorau
6.1 Geschichte des Stifts
6.2 Institutionelle Darstellung
6.2.1 Der Hl. Augustinus
6.2.2 Augustinerregel kurz gefasst
6.2.3 Klosterleben heute
6.2.3.1 Tagesablauf
6.2.3.2 Arbeitsfelder der Augustiner Chorherren
6.2.4 Wirtschaftliche Grundlagen des Stifts Vorau
6.2.5 Struktur der Verwaltung
7 Empirie
7.1 Forschungsdesign Grounded Theory
7.1.1 Kategorisieren der Daten
7.1.2 Beziehungen zwischen den Kategorien erarbeiten
7.1.3 Theoretisches Sampling
7.2 Experteninterviews
7.3 Kategorien Matrix
7.4 Theorien
7.4.1 Menschlichkeit
7.4.2 Nachhaltiges Denken
7.4.3 Offenheit
7.4.4 Vertrauen
7.4.5 Wertschätzung
7.4.6 Motivation
7.4.7 Beziehung
7.4.8 Empathie
7.4.9 Freiraum
7.4.10 Begeisterung
7.4.11 Demut
7.4.12 Nächstenliebe
7.4.13 Würde
7.4.14 Weisheit
8 Ergebnisse
8.1 Christliches Führen, gibt es das?
8.2 Weitblick
8.3 Effizienz christlichen Managens
8.4 Was hilft dem/der Führenden?
8.5 Vertrauen und Beziehung
8.6 Freiheit und Unterstützung
8.7 Offenheit und Begeisterungsfähigkeit
8.8 Annahme der eigenen Begrenztheit
8.9 Weisheit und Management
8.9.1 Jesus Christus
8.9.2 Franziskus
8.9.3 Ignatius von Loyola
8.9.4 Mutter Teresa
8.9.5 Martin Luther King
8.9.6 Mahatma Gandhi
8.9.7 Kardinal Franz König
8.9.8 Franz Harnoncourt-Unverzagt
9 Erkenntnisse
9.1 Warten können
9.1.1 Die Entscheidungsfindung
9.1.2 Entschleunigung und Tiefe
9.1.2.1 Stille
9.1.2.2 Einfachheit
9.1.2.3 Demut
9.1.2.4 Dankbarkeit
9.2 Gemeinsamkeit und Vertrauen
9.3 Soziale Kompetenz
9.3.1 Personalitätsprinzip und Subsidiaritätsprinzip
9.3.2 Führen durch Persönlichkeit
9.4 Hoffnung
9.5 Weisheitserfahrungen aus der Wüste
10 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Masterarbeit untersucht, ob moderne Manager/innen von den jahrhundertealten Erfahrungen klösterlicher Gemeinschaften profitieren können. Das primäre Ziel der Arbeit ist es, zu erforschen, ob eine auf den Menschen ausgerichtete Führung langfristig effizienter und nachhaltiger ist als ein rein ökonomisch oder strukturell orientiertes Management.
- Analyse von Führungskompetenzen und -stilen unter Berücksichtigung christlicher Werte.
- Untersuchung der Management-Archetypen und deren Anwendung im beruflichen Kontext.
- Generierung von Theorien mittels Grounded Theory basierend auf Experteninterviews im Stift Vorau.
- Ableitung von Erkenntnissen für eine menschlichere und weisheitsbasierte Unternehmensführung.
Auszug aus dem Buch
5.5.1 Dialektische Entscheidung
Die Autoren ziehen dazu Joh 8,1-11 heran; Für alle, die nicht bibelfest sind, möchte ich diese Stelle kurz mit eigenen Worten erzählen:
Jesus lehrt, da bringen die Schriftgelehrten eine Frau zu Jesus, die beim Ehebruch ertappt wurde. Sie legen ihm dar, dass Mose vorgeschrieben hat, sie zu steinigen. Sie wollten ihn auf die Probe stellen, um ihn später anklagen zu können. Sie fragen ihn, was nun mit der Frau geschehen solle. Jesus tut erst einmal gar nichts, er schreibt mit dem Finger im Sand am Boden. Da sie ihn drängten zu antworten steht er auf und spricht zu Ihnen: „Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.“ Alle gehen davon, keiner wirft einen Stein, am Ende steht nur noch die Frau vor Jesus. Dann sagt er zu ihr: „Hat dich keiner verurteilt?“ Sie antwortet: „Keiner, Herr.“ Darauf antwortet Jesus: „Dann werde auch ich dich nicht verurteilen.“ Darauf schickt er sie weg.
Was lernen wir davon:
Einer Entscheidung, die zu treffen ist, darf man sich nicht entziehen.
Jesus wäre es möglich gewesen, auf andere zu verweisen. Er hätte den Sanhedrin, (den obersten Rat) anrufen können. Er hat auf diplomatische und intellektuelle Möglichkeiten verzichtet. Das Entscheidungswort – Leben oder Tod der Beschuldigten musst sofort getroffen werden(vgl. Berger, 1996, S. 20).
Die Lösung eines Problems ist grundsätzlich dialektisch zu versuchen.
Für alles gibt es Thesen und Antithesen, in einer Situation gibt es nicht nur eine Möglichkeit sie zu meistern. Dialektik in diesem praktischen Sinn, ist nicht schöngeistige Gedankenspielerei. Sie muss geübt und erlernt werden. Wer nicht gewöhnt ist, sie zu benutzen, wird in einer Entscheidungssituation den klaren und wichtigen Gedanken kaum finden(vgl. Berger, 1996, S. 21).
Je gravierender eine Entscheidung ist, desto weniger darf sie „atemlos“ geschehen.
Warum hat Jesus auf dem Boden geschrieben. Ganz einfach, er wollte Zeit gewinnen. Jesus weiß, er braucht Zeit um zu einem scharfen Gedanken zu kommen(vgl. Berger, 1996, S. 21).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der persönlichen Motivation des Autors, der Forschungsfrage und des methodischen Aufbaus der Arbeit.
2 Allgemeine Klostergeschichte: Ein Abriss der geschichtlichen Entwicklung des Mönchtums von der Frühzeit bis heute.
3 Führung: Theoretische Grundlagen zu Führungskompetenzen, Führungsstilen und verschiedenen Führungskonzepten.
4 Archetypen des Managements: Beschreibung der vier Elemente (Feuer, Wasser, Luft, Erde) als Sinnbilder für unterschiedliche Managementqualitäten.
5 Management und Ethik: Untersuchung von Ethik, Werten und Weisheit im beruflichen Kontext, ergänzt durch biblische Fallbeispiele für modernes Management.
6 Augustiner Chorherrenstift Vorau: Detaillierte Darstellung der Geschichte, der Regel und des täglichen Lebens im Stift Vorau.
7 Empirie: Erläuterung des Forschungsdesigns basierend auf der Grounded Theory und Auswertung der Experteninterviews durch eine Kategorien-Matrix.
8 Ergebnisse: Diskussion der empirischen Befunde zu Themen wie christliches Führen, Weitblick, Effizienz, Vertrauen und Annahme der eigenen Begrenztheit.
9 Erkenntnisse: Zusammenfassende Erkenntnisse zur Bedeutung von Warten, gemeinsamer Vertrauensbasis und sozialer Kompetenz.
10 Fazit: Abschließende Betrachtung, wie Manager tatsächlich vom Kloster lernen können und warum diese Soft Skills für die Zukunft unerlässlich sind.
Schlüsselwörter
Management, Kloster, Menschlichkeit, Führungsstil, Ethik, Wirtschaft, Effizienz, Führungskompetenz, Weisheit, Grounded Theory, Stift Vorau, Unternehmenskultur, Vertrauen, Mitarbeiterführung, Nachhaltigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welche Management-Lehren aus der jahrhundertelangen Erfahrung von Klöstern für heutige Führungskräfte in der Wirtschaft relevant und anwendbar sind.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind Führungskompetenzen, ethische Prinzipien im Management, der Einfluss von Werten und Weisheit auf den beruflichen Erfolg sowie die Umsetzung von Menschlichkeit als Wettbewerbsfaktor.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Es wird erforscht, ob Management, das auf den Menschen im Zentrum steht, langfristig effizienter und nachhaltiger ist als rein gewinnmaximierende Ansätze.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt die qualitative Sozialforschung, insbesondere den Ansatz der Grounded Theory, um aus Experteninterviews mit Personen aus dem Stift Vorau eigene Theorien abzuleiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil deckt eine theoretische Abhandlung über Führung und Ethik ab, verknüpft diese mit Archetypen des Managements und analysiert die Praxis in einem lebenden Kloster als Modell für modernes Management.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Management, Kloster, Menschlichkeit, Führungsstil, Ethik, Weisheit und Effizienz.
Warum spielt das Stift Vorau eine so zentrale Rolle?
Das Stift Vorau dient als praktisches Fallbeispiel. Der Autor hat dort zwei Wochen lang wie ein Chorherr gelebt, um tiefe Einblicke in Verwaltung, Seelsorge und Führung zu gewinnen.
Was bedeutet die "Quintessenz" im Kontext der Archetypen?
Sie beschreibt das ideale Zusammenspiel der vier Elemente (Feuer, Wasser, Luft, Erde), wobei ein Manager idealerweise Qualitäten aus allen Bereichen vereint, um effizient zu führen.
Wie werden biblische Geschichten für Manager nutzbar gemacht?
Der Autor nutzt biblische Gleichnisse (z.B. vom Turmbau zu Babel oder vom klugen Verwalter), um konkrete Führungstechniken wie Projektmanagement, Verhandlungsführung und Geschäftsmoral abzuleiten.
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- VD Dipl. Päd. BEd. Thomas Neuhold (Autor), 2015, Was können Manager/innen vom Kloster lernen? Am Beispiel des Stiftes Vorau, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/312887