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Zur Wirkung von integriertem Fremdsprachen- und Sachfachlernen (CLIL) auf Schülerleistungen

Title: Zur Wirkung von integriertem Fremdsprachen- und Sachfachlernen (CLIL) auf Schülerleistungen

Bachelor Thesis , 2013 , 45 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Bernhard Sigel (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Die Prämisse, dass CLIL-Unterricht (Content and Language Integrated Learning) bessere Schülerleistungen in der L2 bewirkt und zugleich die Leistungen im unterrichteten Sachfach konstant hält, gilt als weitläufig akzeptiert. Inwieweit sich CLIL als Unterrichtsmethode eignet soll in der vorliegenden Arbeit im Sinne der Wirkungsforschung und in Anbetracht der gesetzten Ziele näher untersucht werden. Als Grundlage dienen hierfür 4 Fallstudien, die an verschiedenen europäischen Schulen durchgeführt wurden. Im Wesentlichen sollen hierbei nur die Veränderungen der Schülerleistungen betrachtet werden, die tatsächlich dem CLIL-Unterricht als Maßnahme zugeschrieben werden können.

Der Fremdsprachenunterricht hat sich in den vergangenen Jahrzehnten gemeinsam mit dem Zusammenwachsen der Europäischen Union zu einem Kernbestandteil der Pflichtschulbildung entwickelt und ist nicht länger der universitären oder anderer elitärer Bildung vorbehalten. Damit die Bürger Europas vollständig von der europäi¬schen Integration profitieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Maßstab weiter verbessern können, brauchen sie neben ihrer Muttersprache (L1) Kenntnisse in zwei weiteren Fremdsprachen (L2 und L3).

Um eine sprachenfreundliche Lebens- und Lernumgebung zu gestalten sehen viele Pädagogen der Fremdsprachendidaktik ein großes Potenzial in bilingualem Unterricht. Diese Form von Unterricht ermöglicht es, verstärkten Fremdsprachenunterricht in bereits vollen Lehrplänen unterzubringen. Bilingualer Unterricht ist nichts Neues, erste positive Erfahrungen wurden bereits in den 1960er Jahren bei einem kanadischen Immersionsprojekt in der hauptsächlich frankophonen Provinz Québec gemacht. Dort wurden anglophone Kinder in jedem Schulfach exklusiv auf Französisch, der zweiten Landessprache Kanadas, unterrichtet.

In Anlehnung an diese positiven Erfahrungen aus den 1960er Jahren in Kanada sowie durch die zunehmende Globalisierung und Internationalisierung, etabliert sich nun der Trend an europäischen Schulen, eine L2 als Unterrichtssprache zu nutzen. Dies soll keinesfalls ein elitärer Unterricht sein, sondern jedem Schüler nach und nach frei zugänglich werden. Oft handelt es sich bis jetzt jedoch noch um Pilotprojekte, die nicht in jeder Schule bzw. Schulklasse angeboten werden können. Häufig dürfen sich Schüler nach Rücksprache mit ihren Eltern für eine „bilinguale“ Schulklasse bewerben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Kontext

2. Intervention

2.1 Content and Language Integrated Learning (CLIL)

2.2 Evaluation von CLIL-Maßnahmen

3. Methodik

3.1 Das Rubin Causal Model als methodische Grundlage

3.1.1 Definition des kausalen Effektes der CLIL-Maßnahme

3.1.2 Kausale Effekte in randomisierten Studien

3.1.3 Kausale Effekte in nichtrandomisierten Studien

3.2 Interne Validität

3.2.1 Die Stable Unit Treatment Value Assumption (SUTVA)

3.2.2 Verzerrung und Konfundierung

4. Einbezug der Fallstudien

4.1 Kontext und Methodik der Fallstudie Jexenflicker (2009), Dalton-Puffer (2010)

4.1.1 Ergebnisse der Fallstudie Jexenflicker (2009), Dalton-Puffer (2010)

4.1.2 Schlussfolgerung und Validität der Fallstudie Jexenflicker (2009), Dalton-Puffer (2010)

4.2 Kontext und Methodik der Fallstudie Ruiz de Zarobe (2008)

4.2.1 Ergebnisse der Fallstudie Ruiz de Zarobe (2008)

4.2.2 Schlussfolgerung und Validität der Fallstudie Ruiz de Zarobe (2008)

4.3 Kontext und Methodik der Fallstudie Gregorczyk (2012)

4.3.1 Ergebnisse der Fallstudie Gregorczyk (2012)

4.3.2 Schlussfolgerung und Validität der Fallstudie Gregorczyk (2012)

4.4 Kontext und Methodik der Fallstudie Várkuti (2010)

4.4.1 Ergebnisse der Fallstudie Várkuti (2010)

4.4.2 Schlussfolgerung und Validität der Fallstudie Várkuti (2010)

5. Ausblick und Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit von CLIL-Maßnahmen (Content and Language Integrated Learning) anhand ausgewählter empirischer Fallstudien, um festzustellen, ob sich das Erlernen einer Fremdsprache durch den bilingualen Unterricht verbessert, ohne dabei den Erwerb von Sachfachkenntnissen negativ zu beeinflussen.

  • Grundlagen des Rubin Causal Model (RCM) zur Wirkungsforschung
  • Methodische Bewertung von CLIL-Fallstudien hinsichtlich interner Validität
  • Analyse der Auswirkungen von CLIL auf Sprachkompetenz und Sachfachwissen
  • Diskussion über Selektionseffekte und die Notwendigkeit randomisierter Designs

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Rubin Causal Model als methodische Grundlage

Bei der Überprüfung der Wirksamkeit des CLIL-Unterrichts eignet sich das Kausalmodell möglicher Ergebnisse von Donald Rubin. Das Modell ist bekannt unter dem Namen Rubin Causal Model (RCM), welches zur Analyse des kausalen Effektes einer unabhängigen Variablen (UV) auf eine abhängige Variable (AV) dient. D. h. inwieweit sind die Ergebnisse in der L2 und dem unterrichteten Schulfach kausal auf den CLIL-Unterricht zurückzuführen. Die größte Schwierigkeit bei der Beurteilung der Kausalität stellt die Tatsache dar, dass jedes Individuum nur eine Existenz hat. Grundidee des RCM ist jedoch, dass jedes Individuum potenziell zwei verschiedene Ergebnisvariablen annehmen kann, aufgrund der einmaligen Existenz jedoch nur eine annimmt.

Paul W. Holland, Mitbegründer des RCM, bezeichnet diese Tatsache als „Fundamental Problem of Causal Inference“ (Holland 1986: 947). Da es unmöglich ist, Auswirkungen einer Maßnahme auf ein und dieselbe Person unter Teilnahme als auch unter Nicht-Teilnahme zu beobachten, fehlen die kontrafaktischen Daten. Bei jedem CLIL-Unterricht kann somit zwar auf individueller Ebene faktisch jede Schülerleistung beurteilt werden, aber nicht kontrafaktisch. Somit sind kausale Rückschlüsse auf individueller Ebene nicht möglich und der Maßnahme kann keine Wirkung zugeschrieben werden. Um dennoch einen kausalen Effekt aus den Differenzen der Ergebnisvariablen für den faktischen und kontrafaktischen Fall zu erhalten, werden in den Studien durchschnittliche kausale Effekte von Gruppen betrachtet. Diese Vorgehensweise beschreibt Holland als „statistische Lösung“ des Problems (vgl. Holland 1986: 947). Hierfür wird stets eine Teilnehmergruppe (CLIL) und Kontrollgruppe bzw. Vergleichsgruppe (NonCLIL) gebildet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Kontext: Beschreibt die zunehmende Bedeutung von Fremdsprachenkenntnissen in Europa und die bildungspolitische Zielsetzung der Europäischen Union zur Förderung der Mehrsprachigkeit.

2. Intervention: Erläutert das Konzept des bilingualen Unterrichts (CLIL) als Methode, um Fachinhalte und Fremdsprachenerwerb zu verknüpfen, und diskutiert die Herausforderungen der externen Evaluation.

3. Methodik: Führt das Rubin Causal Model als analytischen Rahmen ein und erläutert die Bedeutung von interner Validität sowie die Anforderungen an Vergleichsgruppen.

4. Einbezug der Fallstudien: Analysiert vier spezifische empirische Studien (Jexenflicker, Ruiz de Zarobe, Gregorczyk, Várkuti) unter Anwendung der zuvor definierten methodischen Kriterien.

5. Ausblick und Schlussfolgerung: Synthetisiert die Ergebnisse der Fallstudien, diskutiert die methodischen Limitationen der CLIL-Forschung und plädiert für künftige randomisierte Studien.

Schlüsselwörter

CLIL, Content and Language Integrated Learning, Rubin Causal Model, Interne Validität, Kausaler Effekt, SUTVA, Fremdsprachenerwerb, Bilingualer Unterricht, Empirische Fallstudien, Selektionseffekt, Bildungsforschung, Mehrsprachigkeit, Sprachkompetenz, Kontrafaktische Daten, Statistik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeitsprüfung von CLIL (Content and Language Integrated Learning) an europäischen Schulen unter Verwendung eines kausalanalytischen Modells.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Sie thematisiert die Verknüpfung von Fremdsprachenunterricht und Sachfachunterricht, methodische Ansätze zur Kausalitätsprüfung in der Bildungsforschung sowie die Evaluation bestehender Fallstudien.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die kritische Analyse, inwiefern CLIL-Unterricht tatsächlich kausale positive Effekte auf die Fremdsprachenkenntnisse und das Sachfachwissen von Schülern hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Autorin nutzt das Rubin Causal Model (RCM), um Daten aus verschiedenen nichtrandomisierten Fallstudien methodisch einzuordnen und auf ihre interne Validität zu prüfen.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil der Arbeit im Fokus?

Im Hauptteil werden vier konkrete Fallstudien aus Österreich, dem Baskenland, Polen und Ungarn detailliert dargestellt, hinsichtlich ihrer Ergebnisse ausgewertet und methodisch kritisiert.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit am besten?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Kausalität, interne Validität, CLIL, statistisches Matching und Selektionseffekte gekennzeichnet.

Welches zentrale methodische Problem identifiziert die Autorin in den analysierten Studien?

Ein zentrales Problem ist die Selbstselektion der Teilnehmer, wodurch die Gruppen vor Beginn der Maßnahme bereits systematische Unterschiede aufweisen können, was die Kausalität der Ergebnisse erschwert.

Warum wird die SUTVA-Annahme in der Arbeit thematisiert?

Die SUTVA-Annahme (Stable Unit Treatment Value Assumption) ist entscheidend für die interne Validität, da sie voraussetzt, dass keine gegenseitige Beeinflussung der Schüler stattfindet und die Maßnahme für alle vergleichbar bleibt, was in der Praxis oft schwer einzuhalten ist.

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Details

Title
Zur Wirkung von integriertem Fremdsprachen- und Sachfachlernen (CLIL) auf Schülerleistungen
College
Humboldt-University of Berlin  (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät)
Course
Impact Evaluation
Grade
1,3
Author
Bernhard Sigel (Author)
Publication Year
2013
Pages
45
Catalog Number
V313087
ISBN (eBook)
9783668118911
ISBN (Book)
9783668118928
Language
German
Tags
wirkung fremdsprachen- sachfachlernen clil schülerleistungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bernhard Sigel (Author), 2013, Zur Wirkung von integriertem Fremdsprachen- und Sachfachlernen (CLIL) auf Schülerleistungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313087
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