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Hören und Verstehen. Bedeutung der Akustik im Klassenzimmer für Kinder und Jugendliche mit Hörschädigung

Titel: Hören und Verstehen. Bedeutung der Akustik im Klassenzimmer für Kinder und Jugendliche mit Hörschädigung

Hausarbeit , 2015 , 14 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Katrin Hausenbiegl (Autor:in)

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
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Wo viele Menschen, insbesondere Kinder, an einem Ort sind, da ist auch Lärm. Dieser Lärm muss nicht zwangsläufig als Störung empfunden werden. So ist Lachen und Kreischen von Kindern auf einem Spielplatz doch mehr „Musik in den Ohren“. Die wenigsten, vor allem die Kinder selbst, nehmen es nicht als Störung wahr.

In der Schule jedoch sieht das ganz anders aus: Hier liegt der Fokus darauf, etwas Neues zu lernen. Und das Neue wird, früher wie heute, fast ausschließlich verbal vermittelt. Kinder haben beim Verstehen noch mehr Schwierigkeiten als Erwachsene. Sie brauchen deshalb eine ruhigere Umgebung, doch diese ist in einem Klassenzimmer kaum zu finden. Es gibt sowohl externe als auch interne Lärmquellen. Diese stören das Verstehen und somit auch das Lernen.

Kinder sind also schon von vornherein eigentlich benachteiligt. Es gibt aber Kinder, die zusätzlich eine sensorische Beeinträchtigung (Hör- oder Sehschädigung) haben und daher gleich doppelt benachteiligt werden. Das Zitat von Arthur Schopenhauer trifft in dieser Problematik den Punkt: Die Kinder werden nicht nur gestört und abgelenkt von Lärm, sondern sind auch gedanklich mehr damit beschäftigt, überhaupt irgendetwas zu verstehen, als mit dem Gesagten weiterzuarbeiten und weiterzudenken.

„Lärm ist die bedeutendste von allen Störungen. Es ist nicht allein eine Störung, es ist mehr als eine Spaltung des Denkens.“ (Arthur Schopenhauer)

Um genauer zu verstehen, welche besonderen Bedürfnisse die Schülerschaft der Hörgeschädigten haben, wird im ersten Abschnitt das Hören und Verstehen beleuchtet, zunächst das „normale“ Hören und danach die Unterschiede beim Hören mit einer Hörschädigung. Im zweiten Abschnitt wird genauer auf die akustische Situation im Klassenzimmer eingegangen. Anschließend werde mögliche Veränderungsmaßnahmen erläutert, die die Situation im Klassenzimmer verbessern können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hören und Verstehen

2.1 „Normales“ Hören und Verstehen

2.2 Hören und Verstehen mit einer Hörschädigung

3. Situation im Klassenraum

3.1 Lärm im Wandel

3.2 Einflussfaktoren auf die Sprachverständlichkeit

3.2.1 Distanz

3.2.2 Störschall und Signal-Rausch-Abstand

3.2.3 Nachhall und Nachhallzeit

3.3 Verbesserung der Raumakustik

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit befasst sich mit der zentralen Bedeutung der Klassenraumakustik für den schulischen Lernerfolg von Kindern und Jugendlichen mit Hörschädigung. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwiefern akustische Bedingungen das Sprachverstehen beeinflussen und welche Maßnahmen sowohl die Lernumgebung optimieren als auch die Inklusion im Sinne einer Barrierefreiheit für alle Lernenden fördern können.

  • Grundlagen des menschlichen Hör- und Verstehensprozesses
  • Einfluss von Störschall und Raumakustik auf die Sprachverständlichkeit
  • Physikalische Faktoren wie Distanz, Nachhall und Signal-Rausch-Abstand
  • Strategien zur akustischen Verbesserung im Klassenzimmer
  • Bedeutung der Raumakustik im Rahmen des inklusiven Unterrichts

Auszug aus dem Buch

3.1 Lärm im Wandel

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts finden sich noch keine Beschwerden von Lehrpersonen über Lärm in der Literatur. Dies liegt daran, dass sich die Unterrichtsmethodik stark verändert hat. Beherrschte früher der Frontalunterricht das Klassenzimmer, tritt heute immer mehr der offene Unterricht in den Vordergrund. Damit steigt der Geräuschpegel im Unterricht, denn mit dem offenen Unterricht werden andere Arbeitsformen angewendet. Dazu gehören unter anderen die Gruppenarbeit und die Stationsarbeit. Die Schüler müssen bei diesen Arbeitsformen miteinander kommunizieren und interagieren.

Der Geräuschpegel ist natürlich höher, als wenn nur die Lehrperson von ihrem Pult aus spricht und die Schüler zuhören. Dieser erhöhte Geräuschpegel steigert sich bei mehreren gleichzeitig arbeitenden Gruppen immer weiter. Dies wird in der Akustik als „Lombard-Effekt“ bezeichnet. Er beschreibt das Phänomen, dass die verschiedenen Gruppen gegenseitig zum Störgeräusch werden. Um die andere Gruppe zu übertönen, spricht man in der eigenen immer lauter, was wiederum die andere Gruppe stört. (Tiesler 2010, S. 11) Durch diesen Teufelskreis steigt der allgemeine Geräuschpegel im Klassenzimmer immer weiter an und effektives Lernen ist nicht mehr möglich. Ohne raumakustische Sanierungen ist es nicht möglich, diesen Teufelskreis zu durchbrechen. (ebd., S. 13)

Immer häufiger werden Stimmen über Lärm und dessen Belastung laut. Daraufhin hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) schon im Jahr 2000 das Forschungsprojekt „Lärm in Bildungsstätten“ in Auftrag gegeben. Bei diesen Untersuchungen stellte sich heraus, dass während des Unterrichts ein durchschnittlicher Schallpegel von ca. 65 dB(A) (Median) herrscht. (ebd., S. 4) Bogner (2009, S. 80) schreibt dazu, dass in Abhängigkeit von den Arbeitsformen der durchschnittliche Geräuschpegel bis zu 85 dB(A) erreichen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik von Lärm im schulischen Kontext und stellt dar, warum insbesondere hörgeschädigte Kinder durch akustische Barrieren im Lernprozess benachteiligt sind.

2. Hören und Verstehen: Dieses Kapitel erläutert die physiologischen und kognitiven Grundlagen des Sprachverstehens sowie die spezifischen Schwierigkeiten, die bei einer Hörschädigung entstehen.

3. Situation im Klassenraum: Hier werden die akustischen Rahmenbedingungen in modernen Klassenräumen analysiert, wobei besonders auf Störquellen und physikalische Einflussfaktoren wie Nachhall und Signal-Rausch-Verhältnis eingegangen wird.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine gute Akustik eine essenzielle Voraussetzung für effektives Lernen darstellt und notwendige Verbesserungen sowohl hörgeschädigten als auch normalhörenden Schülern zugutekommen.

Schlüsselwörter

Klassenraumakustik, Hörschädigung, Sprachverständlichkeit, Inklusion, Lärm, Signal-Rausch-Abstand, Nachhallzeit, Lombard-Effekt, Innenohrschwerhörigkeit, Barrierefreiheit, Sprachbanane, akustische Sanierung, Freifeldbeschallung, Unterrichtungsmethodik, Schulumwelt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der akustischen Umgebung in Klassenzimmern auf den Lernprozess und die Leistungsfähigkeit von Schülern, mit besonderem Fokus auf Kinder mit Hörschädigung.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themen umfassen die physiologischen Grundlagen des Hörens, die physikalischen Parameter von Raumakustik (wie Nachhall und Störschall) sowie praktische Interventionsmöglichkeiten zur Verbesserung der Lernumgebung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch gezielte raumakustische und methodische Anpassungen Barrieren abgebaut werden können, um eine erfolgreiche Inklusion zu ermöglichen.

Welche wissenschaftlichen Aspekte der Akustik werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf akustische Messgrößen wie den Signal-Rausch-Abstand (SNR), die kritische Distanz, die Nachhallzeit sowie auf Konzepte wie den Lombard-Effekt.

Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?

Der Hauptteil analysiert, wie sich der historische Wandel der Unterrichtsmethoden (vom Frontalunterricht zum offenen Unterricht) auf den Lärmpegel auswirkt und welche baulichen sowie technischen Maßnahmen zur Verbesserung beitragen können.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Inklusion, Sprachverständlichkeit, Klassenraumakustik und barrierefreies Lernen beschreiben.

Wie unterscheidet sich das Hören bei Hörgeschädigten von dem normalhörender Personen?

Aufgrund von Innenohrschwerhörigkeiten fehlen bei Hörgeschädigten oft wichtige Frequenzanteile – bildlich gesprochen „entscheidende Puzzleteile“ –, was die Kompensation von Hintergrundgeräuschen deutlich schwieriger macht.

Warum wird im Fazit argumentiert, dass Maßnahmen nicht nur für Hörgeschädigte wichtig sind?

Die Autorin verdeutlicht, dass eine akustisch optimierte Lernumgebung ("Bauen für Alle") die allgemeine Sprachverständlichkeit für die gesamte Schülerschaft verbessert und somit für alle einen Lernerfolg darstellt.

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Details

Titel
Hören und Verstehen. Bedeutung der Akustik im Klassenzimmer für Kinder und Jugendliche mit Hörschädigung
Hochschule
Pädagogische Hochschule Heidelberg
Note
1,0
Autor
Katrin Hausenbiegl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
14
Katalognummer
V313163
ISBN (eBook)
9783668124110
ISBN (Buch)
9783668124127
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Phonetik Hörschädigung Raumakustik Sprache Störschall Signal-Rausch-Abstand Nachhallzeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katrin Hausenbiegl (Autor:in), 2015, Hören und Verstehen. Bedeutung der Akustik im Klassenzimmer für Kinder und Jugendliche mit Hörschädigung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313163
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Leseprobe aus  14  Seiten
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