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Das Elterngeld als Instrument der Familienpolitik

Maßnahme zur Lösung des Geburtenrückgangsproblems und zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Titre: Das Elterngeld als Instrument der Familienpolitik

Dossier / Travail , 2015 , 24 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Claudio Salvati (Auteur)

Sociologie - Système social et Structure sociale
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Résumé Extrait Résumé des informations

Bereits 1953 stellte Konrad Adenauer die Diagnose, dass die deutsche Bevölkerung überaltere und es in den folgenden Jahrzehnten dazu kommen werde, dass die Arbeitenden die Nichtarbeitenden nicht mehr werden unterhalten können. Damit wollte er auf die Notwendigkeit des gerade ins Leben gerufenen Bundesministeriums für Familienfragen aufmerksam machen.

Doch seit damals hat sich an der „erschreckenden Bilanz“ wenig verändert: Deutschlands Geburtenrate hat im Vergleich zu den 1950er Jahren sogar abgenommen. Dementsprechend finden solche negativen Szenarien im öffentlichen Diskurs immer wieder Anklang und sie werden nicht selten durch theatralische Phrasen wie: „Stirbt Deutschland aus?“ oder „Deutschland schafft sich ab“ (vgl. Karner 2013) zum Ausdruck gebracht. Auch viele wissenschaftliche Autoren teilen die Sorge um die Zukunft Deutschlands. Die Diagnose von Kauder, „in Deutschland aber werden zu wenige Kinder geboren“ (2005:105), fällt relativ mild aus; andere Autoren sprechen von einer „desaströsen“ Situation (vgl. Wingen 2003; Kahlweit 2006).

Diese Feststellung steht allerdings im Gegensatz zu dem „todernsten Problem“ der Überbevölkerung (Löbsack 1963:16) und der daraus folgenden „Überfüllung“ der Städte (Ortega y Gasset 1947:5), das schon 1960 in der UNO diskutiert wurde, aus Angst vor „einem dunklen Zeitalter des Elends, des Hungers, ungenügender Erziehung und gefährlicher Unruhe“ (vgl. Bolte & Kappe 1967:73). Welche Maßnahmen hier zu ergreifen sind, steht für den Biologen Paul Ehrlich außer Frage: „Wir müssen unnachgiebig auf die globale Einführung der Bevölkerungskontrolle drängen“ (Ehrlich 1973:109), vor allem dann, wenn die Bevölkerungsexplosion analog wie Krebsgeschwülste mit aller Härte bekämpft werden muss (vgl. ebd.). Wie ist also zu erklären, dass einerseits in Deutschland an einem Mangel an Bevölkerung bzw. Kindern festgehalten wird, andererseits überall sonst auf der Welt „zu viele“ Menschen leben?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 „Deutschland stirbt aus“

2 Nachwuchs in Fokus familienpolitischer Maßnahmen

2.1 Warum der Zuzug von Ausländern das Problem des Geburtenrückgangs nicht löst

2.2 Die Entscheidung der Familie für das Kind

2.3 Das Kind als Armutsrisiko

2.4 Das öffentliche Interesse an Kindern

2.5 Die familienpolische Lösung: Elterngeld

2.5.1 Erziehungsgeld

2.5.2 Elterngeld

2.5.2.1 Inhalt des Gesetzes

2.5.2.2 Wirkungen

2.5.2.3 Kritik

3 Familienpolitik? Erfolgreich!

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern das Elterngeld als familienpolitisches Instrument geeignet ist, den Geburtenrückgang in Deutschland entgegenzuwirken und gleichzeitig die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. Dabei wird analysiert, ob die staatlichen Maßnahmen primär ökonomische Ziele verfolgen und welche Auswirkungen diese auf verschiedene Bevölkerungsschichten haben.

  • Demografische Entwicklung und gesellschaftliche Diskurse zum Geburtenrückgang
  • Die Rolle der Familienpolitik bei der Förderung von Erwerbstätigkeit
  • Analyse des Elterngeldgesetzes als Paradigmenwechsel in der Sozialpolitik
  • Sozioökonomische Faktoren und Entscheidungsgrundlagen für die Familiengründung
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Zielsetzung staatlicher Familienförderung

Auszug aus dem Buch

2.4 Das öffentliche Interesse an Kindern

„Die Zukunft einer Gesellschaft liegt vor allem in ihren Kindern. In Deutschland aber werden zu wenige Kinder geboren“ (Kauder 2005:105).

Die Feststellung, dass „zu wenige“ Kinder gezeugt werden und das Geburtenniveau „zu niedrig“ (Wingen 2003:287) sei, impliziert einen Zweck, eine Zielsetzung, an der gemessen ein Mangel besteht. Und die pessimistische Gleichsetzung, „ein Land ohne Kinder ist ein Land ohne Zukunft“ (Platzeck 2005:114), zeigt das positive Interesse der Politik an einer Erhöhung der Geburtenrate. Im Vordergrund steht zwar oft die Absicht, die Erfüllung von Kinderwünschen16 zu ermöglichen, aber die gesellschaftliche Relevanz von Kindern ist dadurch nicht zu erklären, wenn es heißt, es „darf aber nicht zu dem Missverständnis führen, die Entscheidung für Familie und Kinder sei eine auf den privaten Lebensbereich beschränkte Entscheidung; sie ist in ihren objektiven Konsequenzen gesellschaftlich in hohem Maße (gemeinwohl)relevant“ (Wingen 2003:279).

Das Argument, das die gesellschaftliche Bedeutung von Kindern begründen soll, lautet: Die Alten würden durch das Beziehen wohlfahrtsstaatlicher Unterstützung immense Kosten und Schäden verursachen – in der Gestalt von „Arbeitslosigkeit durch zu hohe Lohnnebenkosten, Kinderarmut und Staatsverschuldung“ sowie „hemmungsloser Ausbeutung der Ressourcen, Umweltzerstörung“ ( Kohli 2007:399). Die Wohlfahrtstaatlichkeit sei in Gefahr, wenn „das Verhältnis zwischen Beitragszahlern und Rentnern auf Grund der demografischen Entwicklung“ (Kaufmann 1990:70) so verändert wird, dass 2030 „auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter dann etwa 78 Personen über 60 Jahre und 34 Personen unter 20 Jahre entfallen würden“ (ebd.:71). Der staatlich im Sozialgesetzbuch festgelegten Solidarität zwischen den Generationen würde somit die Grundlage fehlen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 „Deutschland stirbt aus“: Das Kapitel beleuchtet den historischen und aktuellen Diskurs um den Geburtenrückgang in Deutschland und kontrastiert die Sorge vor Überalterung mit der globalen Problematik der Überbevölkerung.

2 Nachwuchs in Fokus familienpolitischer Maßnahmen: Hier werden die Rahmenbedingungen für familienpolitische Interventionen analysiert, einschließlich der Ablehnung von Migration als Lösung für den Geburtenrückgang sowie der ökonomischen Sichtweise auf Kinder.

3 Familienpolitik? Erfolgreich!: Das Fazit bewertet die Wirksamkeit des Elterngeldes im Hinblick auf die politische Zielsetzung, die Erwerbsquote von Müttern zu erhöhen und gleichzeitig die Geburtenrate zu steigern.

Schlüsselwörter

Elterngeld, Familienpolitik, Geburtenrückgang, Demografie, Vereinbarkeit, Erwerbstätigkeit, Wohlfahrtsstaat, Kinderbetreuung, Fertilität, Sozialpolitik, Generationenvertrag, Akademikerinnen, Erziehungsgeld, Familienplanung, Wirtschaftsstandort.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das deutsche Elterngeld als politisches Instrument zur Steigerung der Geburtenrate und zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Mittelpunkt stehen die demografische Entwicklung, die ökonomische Bewertung von Kindern durch den Staat sowie die kritische Begutachtung familienpolitischer Reformen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Regierung versucht, durch gezielte finanzielle Anreize das Verhalten von Eltern so zu steuern, dass ökonomische Interessen und demografische Ziele in Einklang gebracht werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine diskursanalytische Untersuchung von Regierungsdokumenten, familienpolitischen Berichten und wissenschaftlicher Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Umstellung von Erziehungsgeld auf Elterngeld, die ökonomischen Motive der Regierung und die gesellschaftliche Kritik an diesen Maßnahmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Elterngeld, Geburtenrückgang, Familienpolitik, Erwerbstätigkeit und demografischer Wandel.

Warum wird im Text zwischen „nützlichen“ und „anderen“ Kindern unterschieden?

Die Analyse verdeutlicht, dass die staatliche Familienpolitik vor allem bildungsnahe und einkommensstarke Schichten fördert, da diese als produktive „Leistungsträger“ für die Zukunft der Gesellschaft gesehen werden.

Wie bewertet der Autor die Kritik an der Familienpolitik?

Der Autor argumentiert, dass viele kritische Stimmen – etwa von kirchlicher Seite – den gezielten ökonomischen Zweck der Maßnahmen verkennen, da diese genau so gestaltet wurden, wie es die politische Zielsetzung vorsah.

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Résumé des informations

Titre
Das Elterngeld als Instrument der Familienpolitik
Sous-titre
Maßnahme zur Lösung des Geburtenrückgangsproblems und zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie
Université
LMU Munich  (Institut für Soziologie)
Cours
Familie, Recht und Wohlfahrtsstaat
Note
1,3
Auteur
Claudio Salvati (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
24
N° de catalogue
V313293
ISBN (ebook)
9783668122703
ISBN (Livre)
9783668122710
Langue
allemand
mots-clé
Elterngeld Kindergeld Betreuungsgeld Beruf Familie Kinder Eltern Elternzeit Armutsrisiko Geburtenrückgang Familienministerin BMFSFJ
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Claudio Salvati (Auteur), 2015, Das Elterngeld als Instrument der Familienpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313293
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Extrait de  24  pages
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