Eine bekannte Partnervermittlungsplattform wirbt mit den Aussagen, dass alle elf Minuten ein Single sich über die Partnerbörse verliebt und über ein Drittel der Mitglieder bei der Partnersuche erfolgreich sind. Wie das Verlieben geht und welche Art von Gefühlen die Betroffenen dabei empfinden, muss den Betroffenen allerdings nicht groß erklärt werden. Sie verspüren das Verlangen nach einem Partner, mit dem sie intim werden wollen, und empfinden Freude und Befriedigung, wenn ihr Vorhaben ihnen gelingt. Dabei sind Menschen gar nicht an ihre Triebe gebunden, wenn es um ihr Liebesleben geht.
Das Paarungsverhalten der Menschen ist an keiner Brunftzeit gebunden, kann also jederzeit stattfinden oder auch bei möglichst günstigen Voraussetzungen ausbleiben. Der aufgeklärte Bürger wird außerdem seit der Schulzeit mit Informationen über Verhütungsmittel und sexuell übertragbaren Erkrankungen konfrontiert und weißt über die Biologie der Kinderzeugung Bescheid (vgl. Sielert 2007). Dementsprechend kann er frei entscheiden, ob und wann das sexuelle Treiben stattfindet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Methoden
2.1 Daten
2.2 Variablen
2.2.1 Abhängige Variable
2.2.2 Unabhängige Variablen
2.2.3 Drittvariablen
3 Analyseverfahren
3.1 Deskriptive Datenanalyse
3.2 Regressionsanalyse
3.2.1 Regressionsdiagnostik
3.2.2 Poisson-Regression
4 Diskussion
5 Fazit
6 Literatur- und Quellenverzeichnis
7 Anhang
7.1 Reliabilitätstest des sexuellen Selbstbewusstseinsindex
7.2 Output der linearen Regressionen
7.2.1 Output des ersten Modells
7.2.2 Output des zweiten Modells
7.3 Output der T-Test zur Zufriedenheit
7.3.1 Mittelwertvergleich (sexuelle Zufriedenheit) mit den zwei Geschlechtergruppen
7.3.2 Mittelwertvergleich (allgemeine Zufriedenheit) mit den zwei Geschlechtergruppen
7.4 Scatterplots der Zusammenhänge zwischen den nicht-binären Variablen
7.5 Output der Poisson-Regression
7.6 Test auf Fehlspezifikation des Poisson-Modells
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Faktoren, die die sexuelle Zufriedenheit von Menschen beeinflussen, unter Verwendung einer quantitativen Analyse auf Basis der PAIRFAM-Paneldaten. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, welche Variablen – wie die Häufigkeit von Geschlechtsverkehr, das sexuelle Selbstbewusstsein oder der Gesundheitszustand – signifikante Auswirkungen auf die berichtete sexuelle Zufriedenheit haben.
- Analyse der sexuellen Zufriedenheit als abhängige Variable
- Einflussfaktoren wie Sexualverhalten, Selbstbewusstsein und Gesundheitszustand
- Methodische Anwendung von linearen Regressionsverfahren und Poisson-Regressionen
- Vergleich der Ergebnisse mit bestehender soziologischer Fachliteratur
- Kritische Diskussion der Datenlage und der Operationalisierung
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Regressionsdiagnostik
Zur Überprüfung der Annahme, dass der Erwartungswert des Fehlerterms Null ist, wird ein „Residual-vs.-Fitted-Plot“ dargestellt, der auf multiple Regressionsmodelle angewendet werden kann (vgl. Kohler & Kreuter 2012: 273). Für die Annahme muss gelten, dass „der Mittelwert der Residuen auch lokal Null ist“ (ebd.: 272), was hier aber, wie folgende Grafik zeigt, nicht der Fall ist.
Das kann verschiedene Ursachen haben: Kohler und Kreuter weisen darauf hin, dass nichtlineare Zusammenhänge zwischen der abhängigen und einer unabhängigen Variable, sowie Ausreißer oder unbeobachtete Heterogenität zur Verletzung der Annahme führen (ebd.: 271f). Unbeobachtete Heterogenität kann dazu beitragen, dass die Residuen nicht normalverteilt sind15, wie es bei dieser Untersuchung der Fall ist. Das Regressionsmodell inkludiert die wichtigsten Variablen zum Thema Sexualität, die in der Fachliteratur erwähnt werden, so dass in diesem Fall unbeobachtete Heterogenität unwahrscheinlich erscheint.
Die oben durchgeführte Regression beinhaltet keine „echten“ metrischen Variablen, sondern lediglich als quasi-metrisch behandelte Zählvariablen, so dass ein linearer Zusammenhang nicht festgestellt werden kann16, was ein Grund für die Verzerrung sein kann.
Einflussreiche Fälle werden mittels der Cook-Distanz ausfindig gemacht. Insgesamt gibt es 343 Fälle, die das Modell sehr stark prägen. Da die Werte des Regressand sowie der Regressoren alle innerhalb bestimmter Skalen liegen und es dort keine Ausreißer gibt, werden diese einflussreichen Fälle nicht aus dem Datensatz entfernt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Hinführung zum Thema Sexualität als Forschungsgegenstand und Begründung der Relevanz für das allgemeine Wohlbefinden.
2 Methoden: Beschreibung der verwendeten PAIRFAM-Datenbasis sowie Definition und Operationalisierung der abhängigen und unabhängigen Variablen.
3 Analyseverfahren: Darstellung der deskriptiven Datenanalyse sowie der Durchführung von Regressionsanalysen inklusive diagnostischer Tests und Poisson-Regression.
4 Diskussion: Kritische Reflexion der Operationalisierung und der gewonnenen Ergebnisse im Hinblick auf aktuelle wissenschaftliche Studien.
5 Fazit: Zusammenfassung der Studienergebnisse und Ausblick auf die Notwendigkeit weiterer, standardisierter Forschung im Bereich der Sexualität.
Schlüsselwörter
Sexuelle Zufriedenheit, PAIRFAM, Regressionsanalyse, Poisson-Regression, Sexualverhalten, Sexuelles Selbstbewusstsein, Gesundheitszustand, Quantitative Sozialforschung, Paneldaten, Geschlechtsverkehr, Familiengründung, Partnerschaft, Empfängnisverhütung, Soziologie, Datenanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht quantitative Zusammenhänge zwischen verschiedenen Faktoren und der sexuellen Zufriedenheit von Individuen auf Basis eines großen deutschen Datensatzes (PAIRFAM).
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen Sexualität, Beziehungsdynamiken, die Rolle des Selbstbewusstseins sowie sozio-ökonomische und gesundheitliche Einflussparameter.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu identifizieren, welche unabhängigen Variablen einen signifikanten Einfluss auf die empfundene sexuelle Zufriedenheit ausüben und ob diese Effekte den Hypothesen der Fachliteratur entsprechen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden lineare Regressionsverfahren (OLS) sowie ergänzend Poisson-Regressionen angewendet, um die quasi-metrischen Zähldaten statistisch auszuwerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die methodische Datenbeschreibung, die Durchführung der Regressionsmodelle, eine umfassende Regressionsdiagnostik zur Überprüfung der Modellannahmen sowie die Diskussion der erzielten Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Sexuelle Zufriedenheit, PAIRFAM, Regressionsanalyse, Sexualverhalten und quantitatives Forschungsdesign sind die prägenden Begriffe.
Warum wird zusätzlich zur linearen Regression eine Poisson-Regression durchgeführt?
Aufgrund der Verletzung grundlegender Annahmen der linearen Regression (insbesondere der Normalverteilung) wird die Poisson-Regression als geeigneteres Verfahren für Zählvariablen genutzt.
Welches Ergebnis bezüglich der Variable „Schwangerschaft“ war besonders unerwartet?
Entgegen der ursprünglichen Annahme, dass eine Schwangerschaft die sexuelle Zufriedenheit mindert, zeigte sich in der linearen Regression ein leicht positiver Effekt.
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- Claudio Salvati (Autor), 2015, Sexuelle Zufriedenheit und ihre erklärenden Faktoren, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313294