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Die Frage der Wahrheit in der Kriegsfotografie. Bilder eines ‚sauberen‘ Krieges als Hilfsmittel zur Legitimation einer Staatsgründung

Title: Die Frage der Wahrheit in der Kriegsfotografie. Bilder eines ‚sauberen‘ Krieges als Hilfsmittel zur Legitimation einer Staatsgründung

Term Paper , 2015 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Lea Hanke (Author)

Sociology - War and Peace, Military
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Wenn wir an eine Kriegsfotografie denken, denken wir auch zugleich an grausame Bilder, auf denen verletzte Soldaten und Kriegsopfer abgebildet sind. Jedoch ist es erst seit dem Vietnamkrieg und der zugleich beginnenden Anti-Kriegsbewegung üblich, die harte Realität des Krieges zu zeigen. Zuvor in den Kriegen, genau genommen seit Beginn der Fotografie, wurde es hingegen vermieden diese grauenhaften Zustände im Krieg abzubilden. Aber warum war dies so? Dieser Frage – weshalb ein Kriegsbild keinen ‚wahren‘ Krieg abbildet – soll im Folgenden nachgegangen werden.

Dafür wird die Methode der Bildsegmentanalyse nach Roswitha Breckner angewendet. Diese Methode wird zunächst vorgestellt und anschließend folgt die Analyse eines Kriegsbildes. Als Fotografie wurde das Bild die „Düppeler Schanzen“ von Friedrich Brandt aus dem Jahre 1864 ausgewählt. Das Bild gehört zu den ersten Kriegsfotografien Europas, nach dem Krimkrieg und dem Amerikanischen Bürgerkrieg, und ist im Deutsch-Dänischen Krieg entstanden. Nach der Analyse folgt eine Einordnung in den historischen Kontext und die Fragestellung wird beantwortet. Im Fazit werden die Ergebnisse noch einmal festgehalten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Bildsegmentanalyse nach Roswitha Breckner

3. Die Bildsegmentanalyse des Bildes „Düppeler Schanzen“

3.1. Der Weg des Blickes und erste Eindrücke

3.2. Die ikonische Darstellung

3.3. Die Beschreibung und Interpretation der Bildsegmente

3.3.1. Das erste Bildsegment

3.3.2. Das zweite Bildsegment

3.3.3. Das dritte Bildsegment

3.3.4. Das vierte Segment

3.4. Die Kombination der Bildsegmente

3.4.1. Kombination des ersten und zweiten Bildsegments

3.4.2. Die Kombination des dritten und vierten Segments

3.5. Die Interpretation des Gesamtbildes

3.6. Die perspektivische Projektion und die planimetrische Komposition

4. Einordnung in einen historischen Kontext

4.1. Die Uniformen der Soldaten

4.2. Bestimmung des Krieges von der Fotografie

5. Die Darstellung des sauberen Krieges

6. Fazit

7. Bildquelle

8. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch, warum Kriegsfotografien des 19. Jahrhunderts keinen „wahren“ Krieg abbilden, und analysiert am Beispiel des Bildes „Düppeler Schanzen“ von Friedrich Brandt, wie die bewusste Inszenierung als „sauberer Krieg“ zur Legitimation staatlicher Ziele diente.

  • Methodische Anwendung der Bildsegmentanalyse nach Roswitha Breckner.
  • Analyse der visuellen Komposition, Perspektive und Blickführung auf Kriegsfotografien.
  • Historische Einordnung der Aufnahmen in den Deutsch-Dänischen Krieg 1864.
  • Dekonstruktion des Narrativs vom „sauberen Krieg“ und dessen Funktion für den Patriotismus.
  • Untersuchung der Rolle von Fotografie als Mittel politischer Meinungsbildung.

Auszug aus dem Buch

3. Die Bildsegmentanalyse des Bildes „Düppeler Schanzen“

Beim ersten Betrachten des Bildes fiel mein Blick vorne links auf das Rad und wanderte dann nach rechts oben. Anschließend ging mein Blick nach links oben und endete dann in der Mitte des Bildes. Auf der zweiten Abbildung ist dieser Weg eingezeichnet. Es ist zu erkennen, dass meine Augen das Bild fast kreisförmig erfasst haben.

Zuerst fielen mir bei der Fotografie die Räder ins Auge, da sie 2/3 des Bildes in Anspruch nehmen. Da sie jedoch nicht Intakt sind, lässt sich schwer erkennen, wozu sie eigentlich gehören. Sie sehen aus Holz und sehr einfach konstruiert aus, weshalb sie Bestandteile einer Kutsche oder einem anderen Wagen sein könnten. Das Material der Räder und dass es sich bei der Fotografie um ein schwarz/weiß Bild handelt, lassen darauf schließen, dass es sich um ein älteres Bild handelt, welches wahrscheinlich Ende des 19./ Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden ist (Bürklin 2015). Als ich dann die Kugeln in der Mitte des Bildes sah, vermutete ich, dass es Kanonenkugeln sind und dass die Holzräder so zu einem Feldgeschütz gehören könnten.

Dann nahm ich erst wahr, dass im Hintergrund einige Menschen stehen. Bei genauerem Betrachten handelt es sich nur um Männer. Sie stehen erhöht auf einem Hügel oder etwas Ähnlichem und sind in zwei Reihen aufgestellt. In der letzten Reihe stehen mehr Männer als in der vorderen. Sie sind fast alle sehr dunkel angezogen und bei den Männern in der vorderen Reihe ist zu erkennen, dass sie Uniformen tragen. Die Art der Uniformen konnte ich jedoch nicht sofort bestimmen. Es könnte sich dabei aber um eine Soldatenuniform handeln, wenn im Vordergrund schon Feldgeschütze liegen. Ein Mann fiel mir besonders ins Auge, da er etwas höher als die anderen positioniert ist und seinen Arm nach rechts oben ausstreckt. Was diese Geste nun genau bedeuten soll, lässt sich schwer deuten.

Ansonsten fiel mir an der Fotografie auf, dass die Landschaft sehr ländlich und aufgewühlt, genauer genommen etwas verwüstet, durch die kaputten Räder wirkte, und zugleich verlassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, warum frühe Kriegsfotografien die Realität des Krieges ausblendeten, und stellt die Methode der Bildsegmentanalyse vor.

2. Die Bildsegmentanalyse nach Roswitha Breckner: Es werden die theoretischen Grundlagen der Methode erläutert, welche visuelle Wahrnehmung in interpretierbare Sprachsegmente übersetzt.

3. Die Bildsegmentanalyse des Bildes „Düppeler Schanzen“: Das Hauptkapitel zerlegt das Foto in Segmente und untersucht systematisch deren Bedeutung, Komposition sowie Wirkung auf den Betrachter.

4. Einordnung in einen historischen Kontext: Die Analyse der Soldatenuniformen und die historische Recherche identifizieren das Bild eindeutig als Aufnahme aus dem Deutsch-Dänischen Krieg 1864.

5. Die Darstellung des sauberen Krieges: Das Kapitel reflektiert, wie die Fotografie als technisches Medium zur Inszenierung eines moralisch positiven Kriegsbildes instrumentalisiert wurde.

6. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass das Bild kein Dokument der Realität, sondern ein politisch motiviertes, inszeniertes Stillleben zur Stärkung des Nationalstolzes war.

Schlüsselwörter

Kriegsfotografie, Bildsegmentanalyse, Friedrich Brandt, Düppeler Schanzen, Deutsch-Dänischer Krieg, Inszenierung, sauberer Krieg, Bildmuster, Militärgeschichte, Patriotismus, historische Fotografie, Bildinterpretation, Soldaten, Schlachtenmalerei, Kriegsberichterstattung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert eine spezifische Kriegsfotografie aus dem Jahr 1864, um aufzuzeigen, wie das Medium Fotografie bereits frühzeitig zur bewussten Inszenierung und Manipulation der Kriegsrealität genutzt wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die visuelle Bildanalyse, die Funktion von Kriegsbildern als Propagandainstrumente, die Geschichte des Deutsch-Dänischen Krieges und die Konstruktion des Narrativs eines „sauberen Krieges“.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Forschungsfrage lautet, weshalb eine Kriegsfotografie – im Gegensatz zum objektiven Anspruch des Mediums – keinen „wahren“ Krieg abbildet, und welche legitimatorischen Zwecke diese Inszenierungen erfüllten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Verfasserin?

Die Verfasserin verwendet die Methode der Bildsegmentanalyse nach Roswitha Breckner, um durch eine systematische Zerlegung und Rekombination der Bildelemente den tieferen Sinnzusammenhang der Fotografie zu erschließen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die schrittweise Segmentanalyse des Bildes „Düppeler Schanzen“, die historische Kontextualisierung der Soldatenuniformen sowie die Diskussion der fotografischen Inszenierung als Mittel der Nationalisierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Zu den prägenden Schlüsselwörtern gehören Kriegsfotografie, Bildsegmentanalyse, Düppeler Schanzen, Inszenierung, Nationalstolz und die theoretische Auseinandersetzung mit der medialen Darstellung von Gewalt.

Warum spielt die Uniformbestimmung eine zentrale Rolle für die Analyse?

Die Identifikation der preußischen Landwehruniformen ist entscheidend, da sie die Spekulationen der Bildanalyse durch historisch belegbare Fakten untermauert und die direkte Zuordnung zum Deutsch-Dänischen Krieg ermöglicht.

Warum wird das Foto von Friedrich Brandt als „inszeniert“ bewertet?

Das Foto wird als inszeniert bewertet, da der Fotograf bewusst gefallene Soldaten entfernte, zerstörte Waffen als Stillleben arrangierte und die klare Komposition nutzte, um beim Betrachter den Eindruck von Stolz und militärischer Überlegenheit statt von Grausamkeit zu erzeugen.

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Details

Title
Die Frage der Wahrheit in der Kriegsfotografie. Bilder eines ‚sauberen‘ Krieges als Hilfsmittel zur Legitimation einer Staatsgründung
College
Bielefeld University  (Fakultät für Soziologie)
Course
Kriegsbilder - Bilderkrieg
Grade
1,0
Author
Lea Hanke (Author)
Publication Year
2015
Pages
21
Catalog Number
V313408
ISBN (eBook)
9783668122086
ISBN (Book)
9783668122093
Language
German
Tags
Bilderkrieg Kriegsbilder Deutsch-Dänischer-Krieg; 1864; Bildsegmentanalyse; Breckner;
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lea Hanke (Author), 2015, Die Frage der Wahrheit in der Kriegsfotografie. Bilder eines ‚sauberen‘ Krieges als Hilfsmittel zur Legitimation einer Staatsgründung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313408
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