Die methodologische Untersuchung von Percepten von Kindern und Jugendlichen


Wissenschaftliche Studie, 2015
35 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Themenfindung
1.2 Befürchtungen
1.3 Die Fragestellung und die Struktur der Arbeit
1.4 Relevanz für den Beruf der (Kunst-) Lehrerin

2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Definition des Perceptes
2.1.1 In der Psychologie
2.1.2 In der Kunst
2.2 Untersuchungsdesign und dessen Konzeption
2.3 Die Zeichnungen
2.3.1 Die Methode
2.3.2 Die Durchführung
2.4 Das Mindmapping
2.4.1 Die Methode
2.4.2 Die Durchführung
2.5 Der Beobachtungsbogen
2.5.1 Die Methode
2.5.2 Die Durchführung

3. Analyse und Reflexion
3.1 Analyseverfahren
3.1.1 Qualitative Inhaltsanalyse
3.1.2 Grounded Theory
3.2. Auswertung
3.2.1 Die Zeichnungen
3.2.2 Das Mindmapping
3.2.3 Der Beobachtungsbogen

4. Schlussteil
4.1 Ergebnisse der Forschung
4.1.1 Im Bezugsfeld der Kunstpädagogik
4.1.2 Im persönlichen Bezugsfeld
4.2 Reflexion der Vorgehensweise
4.2.1 Die Thematik
4.2.2 Die Methoden
4.3 Resümee

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Themenfindung

Um das Interessengebiet für meine Forschungsfrage festzulegen, habe ich mir zum einen überlegt, was mich persönlich im schulischen Alltag bezüglich des Kunstunterrichtes interessiert. Zum anderen habe ich meinen Fokus aber vor allem auch darauf gelegt, welche Frage mir und generell dem Kunstunterricht und dessen Planung förderlich und sinnvoll erscheint (siehe 1.4). Dadurch bin ich recht schnell zu dem Überthema des „Sehens und Wahrnehmens“ gekommen und der Erforschung des Prozesses bei Kindern und Jugendlichen und dem jeweiligen Umgang mit diesem möglichen Wissen von Seiten der Lehrperson Nach einiger Umformulierung und Umstrukturierung habe ich mich auf die Forschungsfrage „Ist es möglich die Percepte von Kindern und Jugendlichen methodologisch zu untersuchen?“ festgelegt. Diese beinhaltet neben meines Grundinteresses, die Hintergründe der verschiedenen subjektiven Bildzugänge zu erforschen, vor allem auch die Faktoren, die diese Forschung beeinträchtigen oder im ungünstigsten Fall sogar scheitern lassen können. Diese Befürchtungen werde ich im Folgenden kurz ausführen.

1.2 Befürchtungen

Zum einen muss mir bewusst sein, dass sich die Kinder und Jugendlichen auf verschiedenen Niveaus bezüglich ihrer Zeichenkenntnisse befinden. Diese Tatsache könnte die Ergebnisse des Fragebogens massiv beeinflussen. Kinder, die etwas zeichnen wollen, es aber nicht darstellen können, verwerfen es möglicherweise.

Zum anderen sollte die Tatsache, dass die Jungen und Mädchen höherer Jahrgangsstufen maßgeblich durch ihren Kunstunterricht und der damit einhergehenden Betrachtung und Analyse von Kunstwerken beeinflusst sind, nicht außer Acht gelassen werden. Die Erwartung und Herangehensweise der Lehrperson kann auf die Ergebnisse der Beobachtungen ebenfalls ungemein großen Einfluss haben.

Generelle Verfälschungen durch erfundene, falsche beziehungsweise vermeintlich lustige Antworten oder das Verweigern von Antworten ist die Gefahr jeder Erhebung und muss folglich ohne weiteres Hinterfragen in Kauf genommen werden.

1.3 Die Fragestellung und die Struktur der Arbeit

Die Frage der Möglichkeit nach dem Erfassen des ersten spontanen Zuganges, genannt Percept, zu einem künstlerischen Werk durch verschiedene Methoden ist das Hauptziel meiner Forschung.

Folglich werde ich im weiteren Verlauf der Arbeit zuerst den zentralen Begriff des Perceptes erläutern, den ich primär verwende und der die Grundlage meiner Forschungsarbeit darstellt. Im Anschluss stelle ich mein Vorgehen und die Stichproben in Form von den untersuchten Klassen und Lehrpersonen dar. Dabei werde ich parallel erläutern, warum ich welche Klasse und abgestimmt darauf welche Methode gewählt habe. Ein Bezug zu den oben erwähnten Befürchtungen ist dabei unabdingbar.

Im Anschluss folgt eine Anlehnung an eine ähnliche Studie, in der Annette Wiegelmann-Bals Kinderzeichnungen methodologisch erforscht und analysiert. Die Relevanz für meine Arbeit ziehe ich dabei aus den gewählten Methoden und Analyseinstrumenten. In Bezug dazu stelle ich im Nachhinein meine gewählten Methoden vor und erläutere das Vorgehen in der entsprechenden Klasse.

Darauf erfolgt die Datenerhebungen und die Auswertungen dieser. In diesem Schritt werden dann die Kategorien erstellt und die jeweiligen Daten darin eingeteilt. Die theoretischen Grundlagen für meine Analyse werden ebenfalls kurz vorgestellt.

Zuletzt ziehe ich aus diesen Auswertungen das Resümee der Studie in Bezug auf die Kunstpädagogik, den Beruf als KunstlehrerIn und mein persönliches Fazit. Dieser Schritt beinhaltet dabei auch das Reflektieren des Vorgehens, die Wahl der Methoden und ein generelles Resümee der Forschung.

1.4 Relevanz für den Beruf der (Kunst-) Lehrerin

Diese erhofften Erkenntnisse haben maßgeblichen Einfluss auf das Seh- und Wahrnehmungsverhalten von SchülerInnen bezüglich eines Kunstwerkes und der anschließenden Analyse dieses. Sollte das Projekt Ansätze eines Zusammenhanges von Alter, Herkunft oder Geschlecht und der subjektiven Wahrnehmung bestimmter Objekte darlegen, müsse dies meiner Meinung nach dringlich weiter betrachtet und untersucht werden. Bildbesprechungen im Unterricht (pauschalisiert durch den Unterricht, den ich bis zu diesem Zeitpunkt gesehen und erlebt habe) setzen voraus, dass jeder Schüler /jede Schülerin annähernd das Gleiche sieht und diesem auch ähnliches zuspricht und ähnliche Empfindungen daraus resultieren. Die Lehrperson fragt das Plenum, was gesehen wird. Einzelne SchülerInnen geben ihre Wortmeldungen kund und diese Wahrnehmungen werden zusammengetragen. Mit diesen vereinzelten, subjektiv beeinträchtigten ersten Eindrücken wird dann gemeinsam weitergearbeitet. Dadurch werden die spontanen Zugänge der anderen, die sich die Gedanken im Stillen gemacht haben, massiv beeinflusst. Möglicherweise haben sie etwas vollkommen Anderes gesehen und diesem auch eine andere Bedeutung und Empfindung zugesprochen. Aus diesem Grund denke ich, dass das Erforschen der Percepte und damit zusammenhängend die Erkundung der Bedeutungszusprechung bestimmter Objekte sehr sinnvoll erscheint.

Daneben ist es auch für die Praxis von nicht zu verachtender Bedeutung. Bestimmte Überthemen wie beispielsweise „Der Wald“ und das Anfertigen praktischer Arbeiten dazu werden mit bestimmten, möglicherweise unterbewussten Erwartungen gestellt. Dass einige SchülerInnen allerdings andere Vorstellungen als die erwarteten haben, wird häufig missachtet. Der Grund für eine düstere Farbwahl, für kahle Bäume, große Astlöcher, etc. wird nicht hinterfragt.

Zusammengefasst denke ich, dass das Erforschen des ersten, subjektiven und spontanen Zugang zu Bildern und Objekten unheimlich wichtig für das Handeln und Bewerten im Kunstunterricht ist. Interessante und tendenziell wahre Ergebnisse und Erkenntnisse sollten dies noch einmal unterstreichen und verdeutlichen, dass der individuelle Umgang jeder Wahrnehmung und jedes erschaffenen Werkes eines Schülers/einer Schülerin unabdingbar und möglicherweise durch das Alter, das Geschlecht oder die Herkunft begründet ist.

2. Theoretischer Hintergrund

2.1 Definition des Perceptes

2.1.1 In der Psychologie

Percepte (wobei hier eher die Schreibweise „Perzept" verwendet wird) werden in der Psychologie als „Fähigkeit, einer Sinneswahrnehmung eine Bedeutung beizumessen“ verstanden.[1]

Dabei werden Reize aus der Umwelt des Menschen mit allen Sinnen (hören, riechen, sehen, schmecken, tasten) aufgenommen (Sammlung von Information) und ausgewertet (Interpretation der Information). Zur Auswertung werden bei der Wahrnehmung die aufgenommenen Informationen der Außenwelt stetig mit den Konstrukten und Konzepten der inneren Vorstellungswelt verglichen, die aufgenommenen Sinneswahrnehmungen werden dabei in das innere Konzept eingeordnet und mit (in der Vergangenheit gemachten Erfahrungen und aufgenommenen) Reizen verglichen.[2]

2.1.2 In der Kunst

In Bezug auf die Betrachtung von künstlerischen Arbeiten ist in diesem Zusammenhang der Kunstpädagoge Gunter Otto unabdingbar zu nennen. Für ihn stellen Percepte die „Erkenntnisdimension ästhetischer Lehr- und Lernprozesse“ dar.[3]

Diese beinhaltet neben der Konzeptbildung (Analyse des Werkes bezüglich Aufbau, etc.) und der Allokation (die Bedingtheit bezüglich der Gesellschaft und Historie) eben die subjektive Erstreaktion auf ein Werk, die von Erinnerungen, Einstellungen, Kenntnissen, Erfahrungen und Empfindungen geleitet wird.[4]

Auch die Betrachtung der Identitätsbildung laut Kirschenmann im Kontext der unzertrennlich verbundenen Relation der „Bild - Kunst - Subjekt“ - Beziehung findet hier seinen Platz. Kirschenmann spricht, unter anderem, davon, dass gewisse Einflüsse wie Medien (die ich in der Forschung allerdings außen vor lassen werde) dazu führen, dass sich die Identitäten und das Wahr- und Aufnehmen von Subjekten radikal gewandelt hat.[5]

„Ein Percept ist die erste spontane Begegnung mit dem Kunstwerk. Diese Phase dient dazu, dass du einen ersten Zugang zum Kunstwerk erhältst, indem du dein Vorwissen aktivierst, deine Gefühle, Erinnerungen, Ansichten, Erfahrung zum Ausdruck bringst. Denke immer daran: Kunstwerke sind Seh-Stücke und wenden sich direkt über die Augen an uns, an unser Gefühl, unsere Einstellung. Kunstwerke verstehen heißt: sehen und wahrnehmen. Darüber reden ist etwas anderes. Am Anfang sollte es nie stehen.“[6]

Das Vorgehen dieser Methode wird dabei in drei Phasen unterteilt, wobei diese in der Praxis nicht trennscharf unterschieden werden müssen. Diese Phasen werden von prägnanten Leitfragen definiert. „Was sehe ich?“ leitet den ersten Zugang zu einer Betrachtung ein. Dabei werden erste Beschreibungen vorgenommen, die für die spätere Analyse maßgeblich sind. Der anschließende Prozess findet sich in der Frage „Was fühle ich?“ wieder. Hierbei werden die subjektiven Wahrnehmungen und Stimmungen, die durch das Werk erzeugt werden, gesammelt. Dies kann sowohl in Form von Nennung von Adjektiven als auch in ausformulierten Sätzen geschehen. Die dritte Phase wird durch die Frage „Was denke ich?“ beschrieben. Nun werden neben Beobachtungen und Gefühlen auch die Vorkenntnisse einbezogen. Wie kam es zu der Szene oder der Darstellung? Dabei können und sollten die Hintergrundinformationen und auch die künstlerischen Mittel herangezogen werden.[7]

2.2 Untersuchungsdesign und dessen Konzeption

In meinem Projekt habe ich mir den Fokus auf das Erforschen dieses ersten, spontanen Zuganges gelegt. Diesen möchte ich mithilfe verschiedener Methoden zu erfassen versuchen.

Hinsichtlich des Vorgehens habe ich mir drei Methoden herausgesucht, die ich in unterschiedlichen Jahrgangsstufen durchführen werde und im weiteren Verlauf genauer erläutere. Generell habe ich mich folglich für die sogenannte „mehrstufige Stichprobe“ entschieden, nachdem ich eine Zeit lang in verschiedenen Klassen hospitiert und sogenannte Sichtungs- und Klumpenmerkmale erschlossen habe. Diese finden sich zum einen in der Wahl der Lehrperson wieder, denn die Werksbetrachtung als Einheit an sich und damit der Umgang mit dieser variiert von Klasse zu Klasse enorm. Zum anderen habe ich versucht Klassen zu wählen, die noch keinem einstudierten Muster folgen und damit die spontanen äußerungen im Vornherein ausgeschlossen wären. Auch dieses Kriterium ist durch die Lehrperson stark beeinflusst. So habe ich mich für zwei sechste Klassen, eine siebte, eine achte und eine zehnte Klasse entschieden, in denen diese Faktoren am Geringsten waren. Diese Wahl beinhaltet sowohl die Berücksichtigung der Altersunterschiede als auch eine möglichst große Bandbreite an Eindrücken. Hinsichtlich der Gütekriterien erfüllt dieses Vorgehen sicherlich nur die Validität. Durch verschiedene Lehrpersonen und dementsprechend einen variablen Umgang mit der Werksbetrachtung und daneben den Einsatz mehrerer Methoden ist gewährleistet, dass die Untersuchung so valide wie möglich gestaltet ist.

Nur so kann sowohl die Belastbarkeit der Operationalisierung (Messen die verschiedenen oder jedenfalls eine der Methoden auch tatsächlich das Percept?) als auch die Belastbarkeit der auf den Messungen beruhenden Aussagen (Inwieweit trifft es zu, dass die Percepte von bestimmten Merkmalen beeinflusst werden?) berücksichtigt werden.[8]

Die Objektivität ist durch das Thema und dessen Untersuchungsvorgehen, das hauptsächlich qualitativ gestaltet ist, bereits ausgeschlossen, denn Percepte sind generell subjektive Eindrücke. Auch die Reliabilität ist durch das Thema und die Methoden nicht gegeben. Es werden weder Zeichenunterschiede berücksichtigt (auch wenn ich aufgrund dessen eine sechste Klasse gewählt habe), noch wird der punktuelle Zustand der SchülerInnen bei ihren Wortmeldungen während des Beobachtungsbogens eingerechnet. Auch die Wahl des Werkes währenddessen beeinflusst dieses und verhindert eine reliable Forschung.

Methodisch werde ich einen Fragebogen erstellen, der sowohl das Anfertigen von Skizzen als auch das Mindmapping beinhaltet. Diesen werde ich in der sechsten Klasse austeilen, um die in der Einleitung genannte Befürchtung der unterschiedlichen Zeichenkenntnisse zu minimieren. In Absprache mit der zuständigen Lehrperson und einer Optimierung des ersten Entwurfes habe ich die Zustimmung dafür bekommen.

Für das Ausfüllen des Bogens plane ich circa 20 Minuten ein, um den SchülerInnen zwar genügend Zeit einzuräumen, aber dennoch zu verhindern, zu viel zu verändern beziehungsweise zu überlegen. Bei dem Austeilen werde ich die Erklärung so kurz wie möglich halten, um genau diese spontanen Gedanken und Empfindungen zu erhalten. Diesbezüglich halte ich den Aufbau des Fragebogens sehr übersichtlich. Formal erfrage ich in diesem das Alter, das Geschlecht, den eigenen Geburtsort und den der Eltern, um Kriterien für die Auswertung und Analyse zu erhalten.

Demgegenüber werde ich aufgrund der schulischen und damit künstlerischen Erfahrung der Siebt, Acht- und ZehnklässlerInnen auf Beobachtungsbögen zurückgreifen. Das hat den Vorteil, dass ich sowohl die Zugänge der SchülerInnen erfasse, als auch gleichzeitig den Umgang und das Verhalten der Lehrperson bei einer Betrachtung und Analyse eines Kunstwerkes. Bei diesem Vorgehen wähle ich Klassen, die ich bereits kenne. Das hat den Hintergrund, dass ich bei den Wortmeldungen nachvollziehen kann, welche Aussage von welchem Schüler/welcher Schülerin vorgenommen wurde und mithilfe der Klassenliste die vier Informationen nachträglich notieren kann.

Die Auswertung der Fragebögen erfolgt dabei über das Kategorisieren durch bestimmte vorher festgelegte Merkmale anhand der vier erfragten Informationen. Pro Information werde ich dann jeweils ein Diagramm erstellen.

Die Beobachtungsbögen werte ich ebenfalls anhand von Kategorien ähnlicher Werte bezüglich vorher festgelegter Kriterien aus.

Eine generelle Auswertung und vor allem Reflexion erfolgt dann durch festgelegte Kriterien von Bezugsfeldern der generellen Kunstpädagogik bis hin zu meinem persönlichen Interesse und der Erkenntnis aus der Forschung.

Der Fokus der Auswertung liegt dabei auf zwei Hauptkriterien. Zum einen darauf, die grundsätzliche Möglichkeit, die Percepte von Kindern und Jugendlichen mit den gewählten Methoden zu erforschen und die unterschiedlichen Werte in den unterschiedlichen Jahrgängen dahingehend zu untersuchen und zu vergleichen. Daneben liegt das Interesse aber zusätzlich, im Falle von annehmbaren ausgewerteten Ergebnissen, darauf zu hinterfragen, ob die Zugänge durch das Alter, das Geschlecht oder die Herkunft nennenswert beeinflusst werden.

2.3 Die Zeichnungen

2.3.1 Die Methode

Annette Wiegelmann-Bals hat in ihrer Forschungsarbeit mit dem Titel „Die Kinderzeichnung im Kontext der Neuen Medien. Eine qualitativ-empirische Studie von zeichnerischen Arbeiten zu Computerspielen“ einen ähnlichen Ansatz verfolgt, jedenfalls bezüglich des Vorgehens und der Auswertung.

In ihrer Arbeit hinterfragt sie zwar den Einfluss der Medien auf das Zeichenverhalten von Kindern und Jugendlichen, allerdings hat sie einen analogen Verlauf zu meinem geplanten gewählt. Sie hat ihre empirische Erhebung in verschiedenen Jahrgangsstufen an einer Gesamtschule durchgeführt und mithilfe von Zeichnungen und einem einheitlichen Fragebogen Daten erhoben und durch verschiedene Methoden ausgewertet und anhand festgelegter Kriterien reflektiert.[9]

In dieser Methodenwahl fließt vor allem das Wissen über die Stadien und Unterschiede kindlicher Entwicklung und dementsprechend auch Zeichenkenntnisse und -Übung, in denen sich die zu untersuchenden Objekte befinden, mit ein.

2.3.2 Die Durchführung

Jedes Kind bekam einen Fragebogen, dessen erste Seite in zwei Kästchen unterteilt ist. Jedes dieser Kästchen trägt einen Titel. „Baum“ und „Vogel“ sind in diese Kästchen auf weißem Din-A-4 Papier mit Bleistift und Buntstiften zu zeichnen, wobei der Einsatz von Farbe freigestellt ist. Die Instruktion dazu steht in einem Text oberhalb des Blattes und wurde zudem zusätzlich kurz erklärt. Zehn Minuten wurden dabei als Zeitangabe festgelegt.

2.4 Das Mindmapping

2.4.1 Die Methode

Eine Mindmap (mind map) ist eine Darstellung, die Aufgaben, Wörter, Konzepte oder allgemein Elemente mit einem zentralen Thema oder Konzept verbindet und dabei rund um dieses platziert.[10]

Dieser zweite wiederum qualitative Teil der Forschung erfasst neben des spontanen Eindrucks durch die Zeichnung die Dinge, die zeichnerisch nicht dargestellt werden wollten oder konnten und erweitern und vervollständigen das Konzept des jeweiligen Begriffes. So ist die Möglichkeit gegeben, die visuelle Darstellung weiterzuführen oder möglicherweise auch zu revidieren, sofern es an den zeichnerischen Mitteln scheitert. So bietet das Mindmapping die Möglichkeit, Zeichnung und Begriffe zu vergleichen, sowohl individuell als auch in der untersuchten Gruppe.

2.4.2 Die Durchführung

Jedes Kind bekam einen Fragebogen, dessen zweite Seite die Begriffe „Baum“ und „Vogel“ als Überschriften tragen. Diese Begriffe sollten dann mit Worten gefüllt werden. Die Instruktion dazu steht oberhalb des Blattes und wurde zudem kurz erklärt. Anregungen in Form von verschiedenen Kategorien (Merkmale, Gefühle, Arten, etc.) zu den jeweiligen Überschriften waren gegeben. Ebenfalls zehn Minuten wurden dabei als Zeitangabe festgelegt.

2.5 Der Beobachtungsbogen

2.5.1 Die Methode

Wissenschaftliche Beobachtung erfolgt immer in Anlehnung an einschlägige wissenschaftliche Gütekriterien und ist meist theoriegeleitet, ohne auf subjektive Aspekte zu verzichten. Zum Einsatz können sowohl qualitative als auch quantitative Erhebungs- und Auswertungsmethoden kommen. Beobachtungen können daher sowohl quantitative Daten zur statistischen Hypothesenprüfung produzieren als auch qualitative Daten, bei denen ein interpretativer Zugang zum beobachteten Geschehen im Vordergrund steht.[11]

[...]


[1] Stiller, Jürgen: Bildräume - Bildungsräume: Kulturvermittlung und Kommunikation im Museum, Hamburg 2007.

[2] Stanetzki, Jan: Wahrnehmung: o.O. 2010, in: ergotherapie.org (21.02.2015).

[3] Weitzel, Julia: Existenzielle Bildung: Zur ästhetischen und szenologischen Aktualisierung einer bildungstheoretischen Leitidee. Bielefeld 2012, in: zkmb.de (23.02.2015).

[4] Ebd.

[5] Peez, Georg: Kunstpädagogik jetzt. Eine aktuelle Bestandsaufnahme: Bild - Kunst - Subjekt, In: Bering, Kunibert/ Niehoff, Rolf (Hg.): Bilder - Eine Herausforderung für die Bildung, Oberhausen 2005.

[6] o.A.: Methoden der Kunstbetrachtung, Coesfeld 2011, in: nepomucenum.de (30.04.2015).

[7] Ebd.

[8] Diekmann, Andreas: Empirische Sozialforschung: Grundlagen, Methoden, Anwendungen, Reineck bei Hamburg 2007.

[9] Wiegelmann-Bals, Annette: Die Kinderzeichnungen im Kontext der neuen Medien: Eine qualitativ-empirische Studie von zeichnerischen Arbeiten zu Computerspielen, Oberhausen 2009.

[10] o.A.: Mindmapping, o.O. o.J., in: mindmapping.com (20.02.2015).

[11] Hussy, Walter, Schreier, Margrit & Echterhoff, Gerald: Forschungsmethoden in Psychologie und Sozialwissenschaften. Berlin 2010.

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten

Details

Titel
Die methodologische Untersuchung von Percepten von Kindern und Jugendlichen
Hochschule
Universität zu Köln
Note
1,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
35
Katalognummer
V313413
ISBN (eBook)
9783668138780
ISBN (Buch)
9783668138797
Dateigröße
907 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Percept, Bildbetrachtung, Kunstunterricht, Forschungsarbeit Kunst, Forschungsarbeit Praxissemester
Arbeit zitieren
Wiebke Fangmann (Autor), 2015, Die methodologische Untersuchung von Percepten von Kindern und Jugendlichen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313413

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