Die folgende Arbeit stellt thematisch im Wesentlichen einen Zusatz zu dem am 25.05.04 im zugehörigen Proseminar gehaltenen Referat über die KSZE-Folgetreffen in Belgrad, Madrid und Wien dar. Nun sollen hier die Treffen in Belgrad und Wien nicht näher miteinbezogen werden. Der Interessenfokus soll eindeutig auf die Verhandlungspositionen der westlichen Vertreter, insbesondere die der USA und der Bundesrepublik Deutschland auf der Madrider Konferenz gelenkt werden. Die Madrider Konferenz als solche wird deshalb anfangs lediglich grob skizziert und dient letztendlich dem Übergang zum eigentlichen Themengebiet: Der inhaltliche Schwerpunkt liegt vielmehr auf dem Versuch im vorgegebenen Rahmen zu illuminieren, welche Strategien die beiden KSZE-Teilnehmerstaaten fuhren, mit welchen Mitteln und ob oder wie sie ihre eventuell auch divergierenden Zielvorstellungen erreicht haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Skizzierung des KSZE Folgetreffen von Madrid
3. Interessensunterschiede und gemeinsame Ziele innerhalb des westlichen Bündnis
3.1. Die Rolle der USA
3.2. Die Rolle der Bundesrepublik Deutschland
4. Resumé
5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert die Verhandlungsstrategien und Zielsetzungen der USA sowie der Bundesrepublik Deutschland während des Madrider KSZE-Folgetreffens. Ziel ist es, die divergierenden Interessen innerhalb des westlichen Bündnisses sowie deren Auswirkungen auf den Entspannungsprozess vor dem Hintergrund globaler Konflikte, wie dem sowjetischen Einmarsch in Afghanistan, zu untersuchen.
- Analyse der westlichen Verhandlungspositionen auf der Madrider Konferenz.
- Gegenüberstellung der außenpolitischen Strategien von USA und BRD.
- Untersuchung der sogenannten "Linkage-Problematik" bzw. "Junktimpolitik".
- Bewertung der Rolle des KSZE-Prozesses als Forum zur Kritik an der sowjetischen Außenpolitik.
- Einfluss der europäischen Verbündeten auf die Aufrechterhaltung des Ost-West-Dialogs.
Auszug aus dem Buch
3. Interessensunterschiede und gemeinsame Ziele innerhalb des westlichen Bündnis
„Der KSZE-Prozeß ist von Anfang an durch eine thematische Breite seiner Verhandlungsgegenstände gekennzeichnet, die nahezu sämtliche Fragen von zwischenstaatlichen und transnationalen Interesse im Bereich der Sicherheit und Zusammenarbeit umfasst.“ Dies impliziert, dass es bei einem riesigen Konglomerat von politisch unterschiedlichen Interessen der verschiedenen Teilnehmer logischerweise niemals zu einem 100%igem Übereinstimmungsmoment kommen bzw. zu komplett harmonisch ablaufenden Verhandlungen und Abschlüssen kommen kann, die jeden Teilnehmerstaat zufrieden stellen.. Die Madrider KSZE-Folgekonferenz macht da natürlich keine Ausnahme.
Als sich am 12. März 1982 die KSZE-Folgekonferenz in Madrid bis zum 9.November 1982 vertagte, „stellten viele Beobachter die Frage, ob die KSZE tot sei“ und die Entspannung in den 70er Jahren letztlich doch nur Illusion?
Die Vertagungsgründe waren vor allem Meinungsunterschiede zwischen den USA und der BRD (u.A.) bei Frage, wie die Konferenz nach Ausrufung des Kriegrechts in Polen weitergeführt werden sollte. Die USA hätte am liebsten Konferenz beendet, um der Sowjetunion zu zeigen, was sie von deren Verhalten in Afghanistan und dann auch noch in Polen hielt (Die USA drohte während des Ost-West-Konflikts sowieso mehrfach aus der KSZE auszutreten…). Die BRD hingegen hatte das Gegenteil im Visier: Sie wollte direkt weitermachen um a) die sowjetische Innen- und Außenpolitik zu kritisieren, b) weitere Entspannungsschritte zu verhandeln und c) die Unterdrückung der Opposition in Polen zu besprechen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den Fokus auf die Verhandlungspositionen der USA und der Bundesrepublik Deutschland auf der Madrider Konferenz und grenzt den thematischen Rahmen der Hausarbeit ein.
2. Skizzierung des KSZE Folgetreffen von Madrid: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über den Verlauf des Treffens von 1980 bis 1983 und thematisiert die allgemeinen Diskussionspunkte der drei Körbe sowie die Rahmenbedingungen durch den Afghanistan-Konflikt.
3. Interessensunterschiede und gemeinsame Ziele innerhalb des westlichen Bündnis: Hier werden die konträren Strategien von USA und BRD beleuchtet, insbesondere die Spannungen zwischen Sanktionspolitik und dem Wunsch nach kontinuierlichem Dialog.
3.1. Die Rolle der USA: Dieses Unterkapitel analysiert die machtpolitische Interpretation der USA, die durch den Amtsantritt Reagans geprägt war, sowie die Skepsis gegenüber dem Nutzen des KSZE-Prozesses.
3.2. Die Rolle der Bundesrepublik Deutschland: Es wird der aktive Beitrag der BRD als Vermittler sowie das Ziel der Stabilisierung des Ost-West-Dialogs unter Führung von Hans-Dietrich Genscher dargestellt.
4. Resumé: Der Autor reflektiert über die Herausforderungen bei der Analyse der historischen Prozesse und die eigene Perspektive als Nachgeborener.
5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen zur KSZE-Politik und den Folgetreffen.
Schlüsselwörter
KSZE, Madrider Konferenz, Entspannungspolitik, Ost-West-Konflikt, USA, Bundesrepublik Deutschland, Hans-Dietrich Genscher, Linkage-Problematik, Junktimpolitik, Schlussakte von Helsinki, Sicherheit, Abrüstung, Menschenrechte, Außenpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die KSZE-Folgekonferenz in Madrid (1980–1983) und untersucht dabei insbesondere die unterschiedlichen Verhandlungsstrategien der USA und der Bundesrepublik Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Ost-West-Dialog, das Spannungsfeld zwischen Konfrontation und Entspannung sowie die unterschiedliche Bewertung der KSZE-Prozesse durch die westlichen Akteure.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es zu illuminieren, welche Strategien die beteiligten Staaten verfolgten, mit welchen Mitteln sie agierten und inwieweit sie ihre oft divergierenden Ziele erreichen konnten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse auf Basis von historischer Fachliteratur, Dokumenten der Bundesregierung und Berichten aus der Zeit des Kalten Krieges.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Skizzierung der Konferenz, die verschiedenen Interessenlagen im westlichen Bündnis sowie die spezifischen Rollen der USA und der Bundesrepublik Deutschland.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind KSZE, Entspannungspolitik, Junktimpolitik, USA, BRD und die Menschenrechte im Kontext des Ost-West-Dialogs.
Was unterscheidet die US-amerikanische von der deutschen Position in Madrid?
Während die USA eher auf Konfrontation und "Bestrafung" der Sowjetunion durch Verknüpfung (Linkage) von Politikfeldern setzten, wollte die BRD den Dialog aufrechterhalten, um Entspannungsschritte zu erzielen und Stabilität in Europa zu wahren.
Wie bewertet der Autor den Erfolg der Madrider Konferenz?
Der Autor sieht in der Konferenz einen Teilerfolg; obwohl die Ziele nicht vollständig erreicht wurden, konnte die Einberufung einer Konferenz über vertrauensbildende Maßnahmen als Fortschritt gewertet werden.
Welche Rolle spielte die sogenannte "Linkage-Problematik"?
Die Linkage-Problematik beschreibt die US-Strategie, Fortschritte in Rüstungskontrolle oder Entspannung von sowjetischem Verhalten in anderen Regionen (z.B. Afghanistan oder Polen) abhängig zu machen, was von europäischen Partnern kritisch gesehen wurde.
- Quote paper
- Hermann Schmidt-Nohl (Author), 2004, Das Madrider KSZE-Folgetreffen – Verhandlungsziele und -strategien ausgewählter Akteure, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31342