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Rationale Wahl, affektive Reaktion oder Habitus? Determinanten des moralischen Handelns

Title: Rationale Wahl, affektive Reaktion oder Habitus? Determinanten des moralischen Handelns

Project Report , 2015 , 44 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Luise Richter (Author), Paula Wolters (Author)

Sociology - Basics and General
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"Das Richtige" zu tun stellt oftmals eine große Herausforderung dar. Nahezu täglich werden wir mit der Aufgabe konfrontiert, moralische Entscheidungen zu treffen. Nicht selten handelt es sich dabei um echte Dilemmata, bei denen uns keine Alternative als vollkommen positiv erscheint. Dennoch schaffen wir es immer wieder, Entscheidungen zu fällen und die Option zu wählen, von der wir, zumindest für den Moment, glauben, dass sie die beste ist.

Diese Entscheidungen werden durch eine Vielzahl von Determinanten beeinflusst. Neben den erlernten Werten, Normen und Moralvorstellungen, die in ihren Grundzügen relativ konstant sind, spielen insbesondere auch die Umstände in der konkreten Situation eine Rolle. Welche Faktoren führen dazu, dass wir uns in bestimmten Situationen moralisch bzw. nicht moralisch verhalten?

Handelt es sich bei moralischen Handlungen eher um rationale, emotionale oder habituelle Akte? Diese Fragen sollen in vorliegender Projektarbeit beantwortet werden. Im Fokus werden dabei die Faktoren stehen, die in konkreten Situationen von Bedeutung sind. Dazu gehören zum einen rationale Faktoren wie Kosten und Nutzen der Handlung und zum anderen eher emotionale oder affektive Elemente wie das Selbstbild des Entscheiders oder Merkmale anderer Personen, die durch die Entscheidung betroffen sind.

Zunächst werden wir auf Moral und deren Einflussfaktoren im Allgemeinen eingehen. Dabei werden wir grundlegende Definitionen vornehmen sowie die, an unserem Schwerpunkt angrenzenden, Themengebiete kurz umreisen, um dann genauer auf unsere konkrete Fragestellung eingehen zu können. Im darauffolgenden Abschnitt werden wir uns mit den zwei von Epstein unterschiedenen Informationsverarbeitungssystemen des Menschen befassen: das "rational system" und das "experiential system".

Danach werden wir auf verschiedene Theorien zur Erklärung moralischen Handelns eingehen. Dazu gehören sowohl Ansätze, die sich eher mit rationalem Handeln beschäftigen, also dem „rational system“ zuzuordnen sind, als auch Theorien, die sich auf Emotionen und habituelles Handeln beziehen und entsprechend dem „experiential system“ unterliegen. Die wichtigste Kategorie bilden allerdings die integrativen Ansätze, die daher auch etwas ausführlicher behandelt werden. Schließlich werden wir unsere Darstellungen anhand des Beispiels des Spendenverhaltens veranschaulichen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung (PW)

2. Grundannahmen zur Moral (PW)

3. Systeme der Informationsverarbeitung nach Epstein (PW)

4. Determinanten moralischer Entscheidungen

4.1 Psychologisch (LR)

4.1.1 Die Theorie der sozialmoralischen Landkarte der Subjekte (LR)

4.1.2 Der "Identified Victim Effect" (LR)

4.2 Habituell (LR)

4.3 Rational (PW)

4.4 Integrierende Ansätze

4.4.1 Das Modell der Frame-Selektion (PW)

4.4.2 Die Situational Action Theory (PW)

4.4.3 Das Paradox der moralischen Selbstregulation (LR)

4.4.4 Die Theorie der Wahrung des Selbstkonzepts (LR)

5. Das Beispiel des Spendenverhaltens (LR)

6. Fazit (LR und PW)

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Projektarbeit untersucht die vielfältigen Determinanten, die moralische Entscheidungen in konkreten Situationen beeinflussen. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, welche Faktoren – seien sie rationaler, emotionaler oder habitueller Natur – dazu führen, dass Individuen in bestimmten Kontexten moralisch oder amoralisch handeln.

  • Grundlagen der Moral und Theorien der Informationsverarbeitung
  • Analyse psychologischer, habitueller und rationaler Einflussfaktoren
  • Integrierende Ansätze wie das Modell der Frame-Selektion
  • Untersuchung des Spendenverhaltens als Anwendungsbeispiel für prosoziales Handeln

Auszug aus dem Buch

4.1.2 Der "Identified Victim Effect" (LR)

"If I look at the mass, I will never act. If I look at the one, I will" (Small et al., 2007: 143).

Der "Identified Victim Effekt" beschreibt das Phänomen, welches bereits Mutter Teresa erkannte, wonach Menschen eher dazu bereit sind einem bestimmten Opfer zu helfen, als einer Gruppe von Opfern. Erklärt wird dies dadurch, dass die Perspektive eines Individuums leichter übernommen werden kann als die Perspektive einer Gruppe. Somit wird eher Mitgefühl und schließlich Hilfeverhalten gezeigt (vgl. Kogut; Ritov, 2005: 157-167).

Kogut und Ritov gehen davon aus, dass sich Menschen bei der Konfrontation mit Hilfesituationen und speziell bei benötigten Spenden eher von Gefühlen als von Logik leiten lassen. Aus diesem Grund haben die Autorinnen sich bei ihrer Forschung insbesondere dafür interessiert, welche Rolle Emotionen bei der Entscheidungsfindung spielen und drei Experimente durchgeführt. In Experiment 1 wurde folgende Haupthypothese aufgestellt:

H: Die Bereitschaft "Identified Victims" zu helfen ist größer als "Non- Identified Victims" zu helfen. Dies gilt insbesondere dann, wenn es sich um ein "Single Identified Victim" handelt (vgl. ebd.: 160).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung (PW): Einführung in die Thematik der moralischen Entscheidungsfindung und Darlegung der zentralen Fragestellung der Arbeit.

2. Grundannahmen zur Moral (PW): Einordnung des Moralbegriffs und Diskussion verschiedener theoretischer Ansätze zur individuellen Moral.

3. Systeme der Informationsverarbeitung nach Epstein (PW): Vorstellung der "Cognitive-Experiential Theory" und Differenzierung zwischen rationalen und experientialen Systemen.

4. Determinanten moralischer Entscheidungen: Detaillierte Untersuchung psychologischer, habitueller, rationaler und integrativer Faktoren für moralisches Handeln.

5. Das Beispiel des Spendenverhaltens (LR): Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf das Spendenverhalten als Spezialfall des prosozialen Handelns.

6. Fazit (LR und PW): Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf zukünftige Forschungsschwerpunkte.

Schlüsselwörter

Moral, Moralische Entscheidung, Handeln, Rationalität, Emotionen, Habitus, Spendenverhalten, Prosoziales Verhalten, Frame-Selektion, Situational Action Theory, Selbstkonzept, Altruismus, Selbstregulation, Sozialisation, Identifikation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die verschiedenen Faktoren, die menschliches Verhalten in moralischen Entscheidungssituationen beeinflussen und bestimmen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen moralische Sozialisation, kognitive Informationsverarbeitungssysteme, unterschiedliche Handlungstheorien sowie prosoziales Handeln.

Welches ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuklären, warum Menschen in bestimmten Situationen moralisch oder nicht moralisch handeln und welche Mechanismen diesen Entscheidungen zugrunde liegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autoren nutzen eine Literaturanalyse, um verschiedene existierende Theorien – von Rational-Choice-Modellen bis hin zu integrativen Ansätzen wie der Situational Action Theory – gegenüberzustellen und zu diskutieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse psychologischer, habitueller und rationaler Einflüsse sowie die Vorstellung integrativer Theorien, gefolgt von einer Anwendung auf das Beispiel des Spendenverhaltens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Moral, Rationalität, Habitus, Spendenverhalten, Selbstkonzept und verschiedene integrative Handlungstheorien beschreiben.

Was beschreibt der "Identified Victim Effect"?

Der Effekt beschreibt, dass Menschen eine höhere Spendenbereitschaft gegenüber einzelnen identifizierbaren Personen zeigen als gegenüber einer abstrakten Gruppe von Opfern.

Warum ist das Modell der Frame-Selektion für die Arbeit wichtig?

Es dient als wichtiger integrativer Ansatz, der sowohl bewusste rationale als auch habituelle Entscheidungsprozesse in einer gemeinsamen Theorie des Handelns vereint.

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Details

Title
Rationale Wahl, affektive Reaktion oder Habitus? Determinanten des moralischen Handelns
College
Dresden Technical University  (Soziologie)
Course
Moral und Soziales Handeln
Grade
1,3
Authors
Luise Richter (Author), Paula Wolters (Author)
Publication Year
2015
Pages
44
Catalog Number
V313478
ISBN (eBook)
9783668124646
ISBN (Book)
9783668124653
Language
German
Tags
Soziologie Moral Soziales Handeln Determinanten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Luise Richter (Author), Paula Wolters (Author), 2015, Rationale Wahl, affektive Reaktion oder Habitus? Determinanten des moralischen Handelns, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313478
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