Kalogrenants misslungene âventiure. Richtiges und falsches Benehmen in Hartmann von Aues "Iwein"-Episode


Hausarbeit, 2007
10 Seiten, Note: 2
Else Gallert (Autor)

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Über den Autor: Hartmann von Aue
2.1. Zusammenfassung der Iwein-Episode

3. Zusammenfassende Textpassagen über richtiges und falsches Verhalten
3.1. Richtiges Benehmen
3.1.1. König Artus-Das Ideal
3.1.2. Hervorragende Gastfreundschaft
3.1.3. Grußhandlungen
3.1.4. Bitte um Verzeihung
3.1.5. Die Belehrungen
3.2. Falsches Benehmen
3.2.1. Die ungeteilte vröude am Fest
3.2.2. Der unhöfische Waldmensch
3.2.3. Hohn und Spott des Ritters Keie

4. Auf was zielen die Aussagen über richtiges und falsches Benehmen?

5. Welche Rolle könnte es für dieses Ziel spielen, dass Kalogrenant, der am Anfang des Werks als vorbildlich gezeigt wird, die Brunnenâventiure nicht besteht und geschlagen nach Hause laufen muss?
5.1. Begriffsdefinition êre

6. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Thema meiner Hausarbeit lautet „Kalogrenant`s misslungene âventiure“.

Im Folgenden werde ich kurz auf die Person Hartmann von Aue eingehen, um in einem weiteren Schritt den Inhalt der Iwein-Episode (V. 1-843) wiederzugeben.

Anschließend fasse ich die Textpassagen zusammen, die sich mit richtigem und falschem Benehmen auseinandersetzen.

In einem weiteren Abschnitt beschreibe ich, auf was die Aussagen über richtiges und falsches Benehmen zielen. Des weiteren zeige ich auf, welche Rolle es für dieses Ziel spielt, dass Kalogrenant, der am Anfang des Werks als vorbildlich gezeigt wird, die Brunnenaventiure nicht besteht und geschlagen nach Hause laufen muss.

2. Über den Autor: Hartmann von Aue

Hartmann von Aue, etwa 1165 geboren und um 1210 gestorben, ist der Verfasser von Minneliedern, den Artusromanen und Erzählungen.

Hartmanns Erzählstil und seine Themen übten auf die Literatur seiner Epoche größte Wirkung aus, denn die nachfolgenden Autoren zitierten ihn als klassisches Vorbild. Seine Werke wurden bis ins 16. Jahrhundert handschriftlich überliefert.[1]

2.1. Zusammenfassung der Iwein-Episode

Der Roman setzt mit der Darstellung der Vorbildlichkeit des Artushofes ein. Der Prolog beginnt mit einer Sentenz, die die drei Wertbegriffe rehte güete, saelde und êre enthält.(V.1-3) Das Handlungsgeschehen des Romans beginnt mit der Schilderung eines Pfingstfestes, das König Artus und seine Gemahlin ausrichten. Diese oben angeführte Vorbildlichkeit zeigt sich auch im Glanz des Hoffestes. Nach dem Pfingstessen zerstreuen sich die Gäste zu den verschiedensten Vergnügungen.

Während sich der König und die Königin schlafen legen, versammeln sich einige Ritter, darunter auch Kalogrenant, der eine Geschichte von einer nicht abgeschlossenen âventiure erzählt.

Kurze Zeit später gesellt sich die Königin hinzu und es folgt eine Auseinandersetzung mit dem Ritter Keie, der Kalogrenant verhöhnt und verspottet. Es folgt eine Ermahnung Keies durch die Königin, die anschließend Kalogrenant bittet, die Geschichte zu Ende zu bringen. Er erzählt von seinem Ausritt und der Zusammenkunft mit einem höfischen Gastgeber und seiner schönen Tochter und dem anschließenden Zusammentreffen mit einem Waldmenschen, der als Wegweiser fungiert. Er schickt Kalogrenant zu einer â ventiure , bei der Wasser aus einer Quelle auf einen Stein gegossen werden muss. Er folgt den Anweisungen und daraufhin beginnt ein Unwetter, bei dem er fast sein Leben verliert. Der Besitzer dieser Quelle erscheint, macht Kalogrenant für den entstandenen Schaden verantwortlich und besiegt ihn im Kampf, woraufhin er ihn auch noch seines Pferdes beraubt. Zu Fuß muss er von seiner misslungenen âventiure zurückkehren.

3. Zusammenfassende Textpassagen über richtiges und falsches Verhalten

3.1. Richtiges Benehmen

3.1.1. König Artus-Das Ideal

König Artus verkörpert das Ideal an Ritterlichkeit, er ist das Vorbild für ein Leben der ritterlichen Ehre, der nach Ruhm strebte, zu Lebzeiten die Krone der Ehren trug und dessen Ruhm jetzt noch fortlebt, was auch Hartmann im Prolog (V. 1-20) darstellt. Dieser wird als Beispiel vorgestellt, an dem sich die Zuhörer orientieren sollen, wollen sie gemäß dem in der Eingangssentenz allgemein umschriebenen Idealzustand (V. 1-3) leben.

Diese Begriffe stellen als Werte eine zentrale Stellung für die Beschreibung ritterlicher Tugenden und Anforderungen dar, wobei insbesondere der Begriff êre den Hof des Königs Artus kennzeichnet.

Artus der guote (V. 5) ist das anerkannte Symbol des ritterlichen Ideals, seine Tafelrunde der Inbegriff höfischer zuht und êre.

Auch in den Versen 893-906 zeigt sich die vorbildliche Gesinnung von König Artus. Er schwört bei der Seele seines Vaters, die Schmach, die Kalogrenant erlitten hat, zu rächen und er ist ein Mann, der seine Versprechen hält.

3.1.2. Hervorragende Gastfreundschaft

Das vorbildliche Verhalten von König Artus äußert sich auch bei seiner Gestaltung des Pfingstfestes. Hartmann von Aue hebt den Glanz des Festes hervor, unter anderem beschreibt er, dass zuvor und danach kein schöneres Fest je wieder veranstaltet wurde. (V.34-37) König Artus und seine Gemahlin werden als hervorragende Gastgeber dargestellt, denn sie versuchen die Wünsche aller Gäste zu erfüllen. Sie sind bedacht, für das leibliche und gesellige Wohl der Gäste zu sorgen. (V. 59-72).

Als vorbildliche Gastgeber werden auch ein Burgherr, seine schöne Tochter und das Gesinde des Burgherrn bezeichnet. Ebenso wird für das leibliche Wohl des Ritters Kalogrenant und seines Pferdes gesorgt.(V. 310-311) (V. 363-368). Seine schöne Tochter kümmert sich um die Konversation, indem sie freundlich seinen Reden zuhört und sie beantwortet. (V. 341-343)

3.1.3. Grußhandlungen

In den Versen 105-107 wird eine höfische Sitte, die Grußhandlung dargestellt. Die Königin erscheint und allein Kalogrenant bemerkt sie. Er springt auf, verbeugt sich und begrüßt sie. Ehrenvolles Benehmen und höfische Erziehung verpflichten zum Grüßen der Königin. Mit dem Gruß erweist Kalogrenant nicht nur der Königin die von der Konvention geforderte Ehrerbietung, sondern ehrt zugleich sich selber, indem er demonstriert, dass er die gesellschaftlichen Verhaltensweisen beherrscht. Ebenso werden diese Verhaltensweisen von dem Burgherren, seiner Tochter und dem Burggesinde bei der Ankunft von Kalogrenant, als auch bei seinem Abschied vollzogen. Ausgedrückt wird dies in den Versen 294-296, 309, 314, 354, 390-391, 394, 885.

3.1.4. Bitte um Verzeihung

Zwei Ritter, Kalogrenant und Keie, bitten ihr Gegenüber um Verzeihung. Es besteht ein Unterschied bei den beiden Rittern. Keie hat mal wieder unrecht gehandelt und Kalogrenant verspottet. Um jedoch die Königin nicht weiter zu erzürnen, bittet er um Verzeihung. (V. 183-188). Bei Kalogrenant verhält es sich etwas anders. Aus Angst, sein Leben oder seine Ehre, bei einem ausweglosen Zweikampf, zu verlieren, bittet er seinen Gegner um Vergebung. (V. 731-733)

3.1.5. Die Belehrungen

In dieser Iwein-Episode werden mehrere Personen des öfteren belehrt. Wie ich bereits erwähnte, verhöhnt Keie Kalogrenant und daraufhin belehrt die Königin Keie, denn dieses Verhalten entspricht nicht höfischem Benehmen. (V.136-158)

Daraufhin belehrt Keie die Königin, nicht mehr ermahnt und ausgeschimpft zu werden, wie ein kleiner Junge, denn er fühlt sich in seiner männlichen Ehre verletzt.(V.159-182) An anderer Stelle ermahnt Keie den Ritter Iwein, nicht zu voreilig zu reagieren, als dieser seinen Vetter Kalogrenant aus Selbstsucht rächen will. (V.803-836) Die Königin sieht sich auch in dieser Situation veranlasst, Keie zu belehren, denn sie ist der Meinung, Keie hätte Iwein aus böswilligen Gründen ermahnt.

[...]


[1] Cormeau, Christoph: Hartmann von Aue. In: Walter Killy (Hg.). Literatur Lexikon, Band 5. München 1990, S.37

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Kalogrenants misslungene âventiure. Richtiges und falsches Benehmen in Hartmann von Aues "Iwein"-Episode
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Neuere Philologien)
Note
2
Autor
Jahr
2007
Seiten
10
Katalognummer
V313500
ISBN (eBook)
9783668123809
ISBN (Buch)
9783668123816
Dateigröße
424 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kalogrenants, richtiges, benehmen, hartmann, aues, iwein
Arbeit zitieren
Else Gallert (Autor), 2007, Kalogrenants misslungene âventiure. Richtiges und falsches Benehmen in Hartmann von Aues "Iwein"-Episode, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313500

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