Die Begriffe Frau und Arbeit werden in der Geschichte immer mit Komplikationen in Verbindung gebracht. Dabei werden insbesondere die traditionelle Rolle der Frau als Hausfrau und die Frau im berufstätigen Leben konfrontiert.
Fälschlicherweise wird der Begriff der traditionellen Hausfrau sehr häufig für das Mittelalter und die Frühe Neuzeit gebraucht, obwohl die Vorstellung einer traditionellen Ehefrau, die nur ihren häuslichen Pflichten nachkommt und der Ehemann als Alleinverdiener vorausgesetzt wird, aus dem 20. Jahrhundert stammt. In dieser Arbeit soll insbesondere die Rolle der Ehefrau dargestellt werden. Wie sah ihr Alltag aus? Welche Arbeiten konnten sie ausführen? Welche Rollen mussten sie übernehmen?
Dabei wird der Fokus auf die Berufstätigkeit der Frau gelegt. Inwieweit konnte sie einen Beruf ausüben und war es ihr möglich auch männerspezifische handwerkliche Berufe auszuführen?
All diese Fragen werde ich versuchen in dieser Arbeit zu beantworten. Dabei wird der Fokus auf die Stadt Augsburg im 18. Jahrhundert gelegt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Augsburg im 18. Jahrhundert – ein kurzer Einblick
3. Die Frau als Ehefrau
3.1. Die Bedeutung der Ehe
3.2. Beispiel eines Tagesablaufs einer Ehefrau
3.3. Die Vormundschaft
4. Die Berufstätigkeit der Frau
4.1. Frauen als Arbeitskräfte in Werkstätten
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Rolle der Frau in der Stadt Augsburg während des 18. Jahrhunderts, wobei der Fokus insbesondere auf dem Spannungsfeld zwischen der traditionell erwarteten häuslichen Rolle und der tatsächlichen beruflichen Teilhabe am wirtschaftlichen Leben liegt.
- Die historische Einordnung des Frauenbildes im 18. Jahrhundert.
- Die rechtliche und soziale Bedeutung der Eheschließung und Vormundschaft.
- Die Vereinbarkeit von Haushaltsführung und beruflicher Tätigkeit.
- Die Rolle von Frauen als Arbeitskräfte in handwerklichen Betrieben.
Auszug aus dem Buch
3.2. Beispiel eines Tagesablaufs einer Ehefrau
Das folgende Beispiel beschreibt einen gewöhnlichen Tagesablauf der Schriftstellerin Sophie von La Roche (1731-1807):
Sie ging bereits morgens ihren häuslichen Pflichten nach. Sie bereitete das Frühstück vor und nach Beenden des gemeinsamen Frühstücks räumte sie den Esstisch und die Küche auf.33 Zwischen dieser Zeit und Beginn des Mittagessens ging sie ihren anderen Arbeiten im Haus nach, wie z.B. die Anfertigung der Hausrechnung. 34 Außerdem schrieb sie in dieser Zeitspanne Briefe und an einer Zeitschrift, die sie veröffentlichte, ließ und nähte.35 Nach dem gemeinsamen Mittagessen unterrichtete sie ihre Kinder in Fächern wie Geografie, Französisch und Geschichte.36 Anschließend bereitete sie das Abendessen vor und allmählich neigte sich ihr Tag dem Ende zu.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Verknüpfung von Frauenrolle und Arbeit und stellt die Forschungsfrage nach der praktischen Umsetzung beruflicher Tätigkeiten durch Frauen im Augsburg des 18. Jahrhunderts.
2. Augsburg im 18. Jahrhundert – ein kurzer Einblick: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über die soziale Struktur und die Ständeordnung der Reichsstadt Augsburg, die maßgeblich die Lebensbedingungen der Einwohner beeinflusste.
3. Die Frau als Ehefrau: Es wird die eheliche Beziehung als wechselseitige Abhängigkeit analysiert, wobei besonders die rechtliche Vormundschaft und der Alltag innerhalb des Haushalts beleuchtet werden.
4. Die Berufstätigkeit der Frau: Dieses Kapitel untersucht die Möglichkeiten von Frauen, in handwerklichen Werkstätten mitzuwirken, und analysiert anhand von Fallbeispielen die Notwendigkeit und Umsetzung beruflicher Teilhabe.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die formale Abhängigkeit der Frau zwar rechtlich verankert war, in der Realität jedoch durch die Notwendigkeit der Erwerbstätigkeit und die praktische Mitwirkung im Betrieb häufig durchbrochen wurde.
Schlüsselwörter
Augsburg, 18. Jahrhundert, Frauenbild, Hausfrau, Handwerk, Berufstätigkeit, Ehe, Vormundschaft, Ehevogtei, Arbeitspaar, Sozialgeschichte, Frühe Neuzeit, Wirtschaftsgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Leben von Frauen im Augsburg des 18. Jahrhunderts und hinterfragt das gängige Klischee der rein häuslichen Ehefrau durch die Untersuchung tatsächlicher Erwerbstätigkeiten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen das damalige Frauenbild, die soziale Ständeordnung in Augsburg, rechtliche Aspekte wie die Vormundschaft sowie die praktische Rolle von Frauen im Handwerk.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, inwieweit Frauen in der Frühen Neuzeit über ihre häuslichen Pflichten hinaus beruflich tätig sein konnten und ob sie dazu in der Lage waren, männlich dominierte Handwerksberufe auszuüben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf bestehender Fachliteratur und historischen Quellen basiert, um das soziale Gefüge und die Arbeitswelt in Augsburg zu rekonstruieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die soziologische Einordnung der Stadt Augsburg, die rechtliche und alltägliche Rolle der Frau in der Ehe sowie die detaillierte Betrachtung der Frau als Arbeitskraft in handwerklichen Betrieben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Augsburg, Frauenrolle, Handwerk, Vormundschaft, Ehe und wirtschaftliche Existenzsicherung.
Welche Rolle spielt die Ehevogtei für die Frau?
Die Ehevogtei schränkte die Frau rechtlich ein, da der Ehegatte als ihr Vormund agierte und sie ohne dessen Zustimmung keine Verträge abschließen durfte, was ihre Handlungsspielräume nach außen hin begrenzte.
Wie reagierten Ehefrauen auf die Inhaftierung oder Arbeitsunfähigkeit ihrer Männer?
In solchen Notfällen übernahmen die Ehefrauen eigenständig den Betrieb und alle damit verbundenen Aufgaben, was zeigt, dass sie durchaus über das nötige Fachwissen zur Unternehmensführung verfügten.
- Arbeit zitieren
- Sevgi Bozkurt (Autor:in), 2012, Die Frau im Augsburg des 18. Jahrhunderts. Zwischen Familie und Handwerksberuf, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313542