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Veränderung der Stellung der Frau durch das II. Vatikanische Konzil

Titel: Veränderung der Stellung der Frau durch das II. Vatikanische Konzil

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2015 , 14 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Johannes Kraft (Autor:in)

Theologie - Praktische Theologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Bei der Lektüre und dem Auswerten der Bistumszeitschrift fiel mein Blick recht schnell auf das Thema der Stellung der Frau in der Kirche. Da die Thematik im Jahrgang 1967 sehr präsent war, deutete einiges daraufhin, dass sich im Zuge des II. Vatikanischen Konzils eine Diskussion eröffnet hatte, die bis ins Jahr 1967 weitergeführt wurde. Durch die Artikel, Kommentare und Leserbriefe wurde die große Bandbreite der Debatte deutlich und so viel meine Wahl letztendlich auf das Thema „Veränderung der Stellung der Frau durch das II. Vatikanische Konzil“. Denn die Gleichstellung der Geschlechter ist ein recht moderner Gedanke.

Vor knapp fünfzig Jahren war gerade dieses Thema heftig umstritten. In der katholischen Kirche ist lange Zeit wenig von einer Gleichwertigkeit von Mann und Frau zu bemerken, auch wenn Papst Paul VI. eine Botschaft an die Frauen richtete und sagte „[…] Die Stunde kommt, die Stunde ist schon da, in der sich die Berufung der Frau voll entfaltet, die Stunde, in der die Frau in der Gesellschaft einen Einfluß, eine Ausstrahlung, eine bisher noch nie erreichte Stellung erlangt […]“.

Die Ausarbeitung soll sich im Folgenden mit der Problematik der Gleichstellung von Mann und Frau in der Katholischen Kirche auseinandersetzen. Hierfür wird zuerst die Stellung der Frau als „Zeichen der Zeit“ betrachtet, in dem eine kurze Entwicklung der Stellung der Frau erfolgt. Mit vermehrten Interesse werden in die Analyse Texte, Kurzberichte und Leserbriefe aus der Bistumszeitschrift Glaube und Leben des Bistums Mainz einfließen. Dadurch soll verdeutlicht werden, welche Relevanz die Themen im Bistum hatten und welche Personen involviert waren. Danach wird der Blick auf die tatsächlichen Veränderungen gelegt. Es wird hinterfragt, ob diese „nie erreichte Stellung“ der Frau auch kirchenrechtlich verfestigt wird. Daraufhin wird im vierten Kapitel die Auswirkung auf die Laienpraxis verdeutlicht. Inwiefern ist nach dem II. Vatikanischen Konzil eine Veränderung der Stellung der Frau zu beobachte? Ist die Frau in der Praxis gleichgestellt?

Bevor das Fazit die Aussagen abschließend zusammenfasst, sollen die bestehenden Diskussionen zu dieser Thematik beleuchtet und interpretiert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Stellung der Frau als „Zeichen der Zeit“

3. Kirchenrechtliche Veränderungen

4. Veränderungen in der Laienpraxis

5. Bestehende Diskussionen

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die tiefgreifenden Veränderungen der Stellung der Frau innerhalb der katholischen Kirche infolge des Zweiten Vatikanischen Konzils. Dabei wird insbesondere analysiert, wie sich gesellschaftliche Emanzipationsbewegungen in den 1960er Jahren auf die kirchliche Praxis, das Kirchenrecht und die öffentliche Debatte auswirkten, wobei der Fokus auf regionalen Quellen des Bistums Mainz liegt.

  • Entwicklung des Frauenbildes im gesellschaftlichen und kirchlichen Kontext
  • Kirchenrechtliche Verankerung der Gleichstellung in den Konzilstexten
  • Praktische Auswirkungen auf Laienämter und die Rolle der Frau in der Pfarrgemeinde
  • Diskurs um das weibliche Priestertum und das Diakonat
  • Analyse zeitgenössischer Leserbriefe und Artikel als Spiegel des innerkirchlichen Wandels

Auszug aus dem Buch

2. Stellung der Frau als „Zeichen der Zeit“

Um die Veränderungen der Stellung der Frau durch und nach dem Zweiten Vatikanum verstehen zu können, müssen zunächst das Selbstverständnis, das Bild und die Erwartungen an die Frau durch die damalige Gesellschaft beschrieben werden.

Seit dem 19. Jahrhundert entwickelte sich mehr und mehr eine Debatte um die Rechte und die Gleichstellung der Frau. Während bis dato gesellschaftlich determiniert war, dass „[d]er Frau den Haushalt, dem Mann das öffentliche Leben [gehöre]“3, stellt man in der Nachkriegszeit übereinstimmend fest, dass man von einer patriarchalischen zur partnerschaftlichen Rollenverteilung zwischen Mann und Frau tendiert4. Man bewegt sich weg von der Ehevorstellung, bei denen der alleinverdienende Ehemann über das Einkommen verfügt und die Ehefrau finanziell von ihm abhängig ist5.

Die Tendenzen, Geschlechter nicht nach ihrem Wesen zu unterteilen, hatten ihren Ursprung vor allem im gesellschaftlichen Leben. Dort sahen Frauen ein Identifikationsproblem mit der Rolle als opferbereite Mutter und Gehilfin des Mannes, welche sie nach öffentlicher Meinung auszufüllen hatten. Auch durch die Mithilfe beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich das Selbstverständnis der Frau6. Im Verlauf des Emanzipationsprozesses führt es dazu, dass die Frau „[…] im Gegensatz zu der Zeit vor der Frauenbewegung und industriellen Revolution die Freiheit [hatte], sich mehr für das verlockend große Bildungsangebot, für das Berufsleben oder für die Rolle als Hausfrau und Mutter zu entscheiden“7.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Geschlechtergleichstellung in der katholischen Kirche ein und begründet die Wahl des Themas anhand der zeitgenössischen Debatten in der Mainzer Bistumszeitschrift.

2. Stellung der Frau als „Zeichen der Zeit“: Dieses Kapitel analysiert das gesellschaftliche und kirchliche Rollenbild der Frau im Wandel vom patriarchalen Familienideal hin zu einer partnerschaftlichen Auffassung in der Nachkriegszeit.

3. Kirchenrechtliche Veränderungen: Der Fokus liegt hier auf der Verankerung der Gleichstellung in Konzilstexten wie Gaudium et Spes sowie der nachkonziliaren Rechtsentwicklung im Codex Iuris Canonici.

4. Veränderungen in der Laienpraxis: Hier wird die praktische Umsetzung der Konzilsbeschlüsse untersucht, etwa durch die Zulassung von Frauen zu Laienämtern, als Religionslehrkräfte oder in Pfarrgemeinderäten.

5. Bestehende Diskussionen: Dieses Kapitel widmet sich den fortwährenden Kontroversen, insbesondere dem weiblichen Priestertum und der Forderung nach einem weiblichen Diakonat.

6. Fazit: Das Fazit fasst die erreichten Fortschritte zusammen und betont, dass trotz einer prinzipiellen Anerkennung der Würde der Frau weiterhin ein längerer Weg für eine vollständige Gleichstellung zu beschreiten ist.

Schlüsselwörter

II. Vatikanisches Konzil, Frauenbild, Emanzipation, Katholische Kirche, Laienpraxis, Kirchenrecht, Diakonat, Priestertum, Gleichstellung, Geschlechterrollen, Bistum Mainz, Pastoral, Seelsorge, Gaudium et Spes, Frauenbewegung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie das Zweite Vatikanische Konzil die Stellung der Frau innerhalb der katholischen Kirche verändert hat und welche emanzipatorischen Prozesse dadurch in Gang gesetzt wurden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind das gesellschaftliche Rollenverständnis der Frau, die kirchliche Lehre, rechtliche Reformen sowie die konkrete Beteiligung von Frauen in kirchlichen Ämtern und Gremien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen kirchlichem Anspruch und gelebter Praxis zu hinterfragen und zu bewerten, wie nachhaltig der Wandel durch das Konzil tatsächlich war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse von Konzilsdokumenten, kirchenrechtlichen Texten und einer historischen Auswertung regionaler Quellen, insbesondere der Bistumszeitschrift "Glaube und Leben".

Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung der Stellung der Frau, die kirchenrechtliche Fixierung, die praktische Erprobung in Laienämtern sowie die anhaltende Debatte um Priesteramt und Diakonat.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Frauenemanzipation, II. Vatikanum, Geschlechterrollen, kirchliche Ämter und das Ringen um Gleichberechtigung in der Seelsorge charakterisiert.

Welche Rolle spielten die Leserbriefe in der Bistumszeitschrift für die Untersuchung?

Die Leserbriefe dienen als wichtige Primärquelle, um die unmittelbare Relevanz der Emanzipationsdebatte für die Gläubigen im Bistum Mainz und die involvierten Akteure zu verdeutlichen.

Warum wird die Pfarrei St. Peter in Worms-Herrnsheim als Beispiel angeführt?

Dieses Beispiel illustriert, dass die praktische Umsetzung von Reformen, etwa die Zulassung von Mädchen zum Ministrantendienst, in manchen Gemeinden erst Jahrzehnte nach dem Konzil realisiert wurde.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Veränderung der Stellung der Frau durch das II. Vatikanische Konzil
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Katholisch-Theologische Fakultät)
Note
1,0
Autor
Johannes Kraft (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
14
Katalognummer
V313545
ISBN (eBook)
9783668126077
ISBN (Buch)
9783668126084
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zweites Vatikanisches Konzil Vaticanum Vaticanum 2 Vaticanum II Rolle der Frau Katholische Kirche Frau Stellung der Frau Konzil
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Johannes Kraft (Autor:in), 2015, Veränderung der Stellung der Frau durch das II. Vatikanische Konzil, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313545
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  14  Seiten
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