Technologische Fortschritte, gewachsene Konsumentenbedürfnisse, steigende Kosten in allen Wertschöpfungsbereichen und schnelllebige Märkte konfrontieren Unternehmen zunehmend mit der Herausforderung, sich nachhaltige Wettbewerbsvorteile aufzubauen. Die wenigsten Unternehmen bestehen diese anspruchsvolle Aufgabe heute jedoch im Alleingang und versuchen ihre Kräfte in Form Strategischer Allianzen zu vereinen.
Insbesondere in der Pharmaindustrie gab es in den letzten Jahren eine zunehmende Tendenz zu Strategischen Allianzen. Die Gründe dafür sind vielfältig: enorme finanzielle Mittel, die sowohl für Forschung & Entwicklung, als auch für Produktion und Vermarktung von Produkten aufgebracht werden müssen, Reformen der Gesundheitssysteme vieler Industriestaaten, schnelllebige technologische Entwicklungen und ein zunehmender Druck durch Generika sind nur einige Beispiele. Strategische Allianzen bieten Pharmaunternehmen somit eine lukrative Möglichkeit der Kooperation, die es Unternehmen erlaubt, die damit verbundenen Herausforderungen zu teilen ohne die eigene unternehmerische Unabhängigkeit und Flexibilität vollständig aufzugeben.
Der Erfolg Strategischer Allianzen hängt jedoch grundlegend davon ab, inwieweit Unternehmen in der Lage sind, sich das nötige Erfolgspotential aufzubauen und zu aktivieren. Hierbei sind sowohl strategische und organisatorische Aspekte, als auch die Partnerwahl und das Management der Strategischen Allianz von Bedeutung.
Die Literatur bietet hierzu eine Vielzahl von Erfolgsfaktoren, die aber oft zu allgemeingültig festgelegt werden. Somit werden häufig zu identische Anforderungen an den Erfolg einer Strategischen Allianz gestellt.
In der folgenden Arbeit wird anhand von Allianzbeispielen zweier Pharmaunternehmen gezeigt, dass Allianzen so verschieden sind wie auch Unternehmen verschieden sind, und damit eine allianzspezifische Betrachtungsweise von Nöten ist. Die spezifischen Erfolgsfaktoren werden beispielhaft dargestellt und die Literatur mit den strategischen Überzeugungen und praktischen Erfahrungen verglichen und kritisch hinterfragt. Ziel
dieser Arbeit ist es dabei, zukünftigen Managern einen Anstoß zur kritischen und differenzierten Auseinandersetzung mit der Literatur zu geben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Vorbemerkung
1.2 Problematik und Zielsetzung
1.3 Durchführung der Arbeit und der empirischen Studie
1.4 Aufbau
2 Strategische Allianzen
2.1 Bedeutung Strategischer Allianzen
2.2 Begriff
2.3 Formen
2.3.1 Formen nach Unternehmensbereichen
2.3.1.1 Marketing- & Vertriebs-Allianzen
2.3.1.2 Forschungs- & Entwicklungs-Allianzen
2.3.1.3 Produktions-Allianzen
2.3.1.4 Mischformen von Allianzen
2.3.2 Formen nach der Richtung des Zusammenschlusses
2.4 Ursachen und Gründe
2.5 Risiken und Probleme
2.6 Bildungsprozess
2.6.1 Strategische Grundlage und Partnering-Strategie
2.6.2 Partnering-Design
2.6.3 Partnerrealisierung
2.7 Erfolgspotential
2.7.1 Vorbemerkung
2.7.2 Strategische und organisatorische Aspekte
2.7.2.1 Ziele und Vorstellungen
2.7.2.2 Verhandlungen und Vertragsgestaltung
2.7.2.3 Organisation und Struktur
2.7.3 Partnerwahl
2.7.3.1 Unternehmenspolitischer Fit
2.7.3.2 Unternehmenskultureller Fit
2.7.4 Management der Strategischen Allianz
2.7.4.1 Personelle Führung und Mitarbeiter
2.7.4.2 Regelmäßige Kommunikation
2.7.4.3 Wissensmanagement
2.7.4.3.1 Theoretische Grundlage: Theorie des organisationalen Lernens
2.7.4.3.2 Die Bedeutung des Wissensmanagement
2.7.4.4 Die Balance zwischen Partnerschaft und Konkurrenz (Co-opetition)
2.7.4.5 Ressourcenbeitrag und Gewinnverteilung
2.7.4.6 Konfliktmanagement
2.7.4.7 Erfolgskontrolle
3 Grundlegende Aspekte der Pharmaindustrie
3.1 Allgemeine Situation
3.2 Trends
3.3 Die Bedeutung Strategischer Allianzen in der Pharmaindustrie
4 Fallstudien zum Erfolgspotential - Strategische Allianzen bei Pfizer Inc. und Schering AG
4.1 Vorbemerkung
4.2 Die Unternehmen im Allianzmanagement
4.2.1 Pfizer Inc.
4.2.2 Schering AG
4.3 Die Allianz Pfizer-Pharmacia im Co-Marketing
4.3.1 Darstellung der Allianz
4.3.2 Erfolgspotentiale im spezifischen Fall
4.3.2.1 Strategische und organisatorische Aspekte
4.3.2.1.1 Ziele und Vorstellungen
4.3.2.1.2 Verhandlungen und Vertragsgestaltung
4.3.2.1.3 Organisation und Struktur
4.3.2.2 Partnerwahl
4.3.2.2.1 Unternehmenspolitischer Fit
4.3.2.2.2 Unternehmenskultureller Fit
4.3.2.3 Management der Strategischen Allianz
4.3.2.3.1 Personelle Führung und Mitarbeiter
4.3.2.3.2 Regelmäßige Kommunikation
4.3.2.3.3 Wissensmanagement
4.3.2.3.4 Balance zwischen Kooperation und Konkurrenz (Co-opetition)
4.3.2.3.5 Ressourcenbeitrag und Gewinnverteilung
4.3.2.3.6 Konfliktmanagement
4.3.2.3.7 Erfolgskontrolle
4.4 Die Allianz Pfizer-Aventis in Co-Produktion und Co-Marketing
4.4.1 Darstellung der Allianz
4.4.2 Erfolgspotentiale im spezifischen Fall
4.4.2.1 Strategische und organisatorische Aspekte
4.4.2.1.1 Ziele und Vorstellungen
4.4.2.1.2 Verhandlungen und Vertragsgestaltung
4.4.2.1.3 Organisation und Struktur
4.4.2.2 Partnerwahl
4.4.2.2.1 Unternehmenspolitischer Fit
4.4.2.2.2 Unternehmenskultureller Fit
4.4.2.3 Management der Strategischen Allianz
4.4.2.3.1 Personelle Führung und Mitarbeiter
4.4.2.3.2 Regelmäßige Kommunikation
4.4.2.3.3 Wissensmanagement
4.4.2.3.4 Balance zwischen Kooperation und Konkurrenz (Co-opetition)
4.4.2.3.5 Ressourcenbeitrag und Ergebnisverteilung
4.4.2.3.6 Konfliktmanagement
4.4.2.3.7 Erfolgskontrolle
4.5 Ausgewählte Allianzen von Schering
4.5.1 Darstellung der Allianzen
4.5.2 Erfolgspotentiale im spezifischen Fall
4.5.2.1 Strategische und organisatorische Aspekte
4.5.2.1.1 Ziele und Vorstellungen
4.5.2.1.2 Verhandlungen und Vertragsgestaltung
4.5.2.1.3 Organisation und Struktur
4.5.2.2 Partnerwahl
4.5.2.2.1 Unternehmenspolitischer Fit
4.5.2.2.2 Unternehmenskultureller Fit
4.5.2.3 Management der Strategischen Allianz
4.5.2.3.1 Personelle Führung und Mitarbeiter
4.5.2.3.2 Regelmäßige Kommunikation
4.5.2.3.3 Wissensmanagement
4.5.2.3.4 Balance zwischen Kooperation und Konkurrenz (Co-opetition)
4.5.2.3.5 Ressourcenbeitrag und Ergebnisverteilung
4.5.2.3.6 Konfliktmanagement
4.5.2.3.7 Erfolgskontrolle
5 Vergleich der Ergebnisse der Fallbeispiele mit den Vorschlägen der Literatur
5.1 Strategische und organisatorische Aspekte
5.1.1 Ziele und Vorstellungen
5.1.2 Verhandlungen und Vertragsgestaltung
5.1.3 Organisation und Struktur
5.2 Partnerwahl
5.2.1 Unternehmenspolitischer Fit
5.2.2 Unternehmenskultureller Fit
5.3 Management der Strategischen Allianz
5.3.1 Personelle Führung und Mitarbeiter
5.3.2 Regelmäßige Kommunikation
5.3.3 Wissensmanagement
5.3.4 Balance zwischen Kooperation und Konkurrenz (Co-opetition)
5.3.5 Ressourcenbeitrag und Ergebnisverteilung
5.3.6 Konfliktmanagement
5.3.7 Erfolgskontrolle
6 Schlussbemerkung und Ausblick
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit analysiert das Erfolgspotential strategischer Allianzen in der Pharmaindustrie durch einen Vergleich theoretischer Literatur mit der praktischen Anwendung. Das Ziel ist es, Managern durch deduktive Analyse von Fallbeispielen zu zeigen, dass allgemeine Erfolgsfaktoren oft zu starr sind und ein allianzspezifisches Management erfordern.
- Strategische und organisatorische Grundlagen von Kooperationen
- Kriterien für die Partnerwahl im pharmazeutischen Umfeld
- Management von Allianzen (Führung, Wissensaustausch, Konflikte)
- Kritische Reflexion der Literatur anhand von Fallbeispielen
- Erfolgskontrolle und dynamische Anpassung von Allianzen
Auszug aus dem Buch
2.7.4.1 Personelle Führung und Mitarbeiter
Strategische Allianzen werden zwischen Menschen, nicht zwischen Unternehmen geführt. Daher muss der Schwerpunkt einer Allianz auf das Funktionieren zwischenmenschlicher Zusammenarbeit gelegt werden.
Für das Gelingen dieser Zusammenarbeit braucht die Allianz ein Top-Management, das Visionen vorgibt, ihre Aufmerksamkeit vollzeitig auf die Allianz richtet, Enthusiasmus ausstrahlt und persönlich für den Erfolg einsteht. Damit kann gewährleistet werden, dass die Allianz nicht als weniger wichtig erachtet wird als eigene Unternehmensbereiche. Je nach Ausgestaltung der Allianz teilen sich Allianzmanager oder operativ verantwortliche Manager die Funktion.
Augrund der Komplexität und Eigendynamik einer Allianz ist es notwendig, dass es sich bei Top-Managementpositionen um starke, charismatische Führungspersönlichkeiten handelt, die Erfahrung in Führungspositionen mitbringen und mit anderen Führungskräften gute Beziehungen aufbauen können. Notwendig ist außerdem, dass Manager mit Unsicherheit leben können und die Allianz als Lernprozess verstehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die zunehmende Bedeutung strategischer Allianzen in der Pharmaindustrie und definiert die Problematik sowie die Zielsetzung der empirischen Untersuchung.
2 Strategische Allianzen: Erörtert theoretische Grundlagen, Formen, Risiken und den Prozess der Bildung sowie die kritischen Erfolgspotentiale von Allianzen.
3 Grundlegende Aspekte der Pharmaindustrie: Analysiert die aktuelle Marktsituation und die Trends in der Pharmabranche, die eine Kooperation für Unternehmen unumgänglich machen.
4 Fallstudien zum Erfolgspotential - Strategische Allianzen bei Pfizer Inc. und Schering AG: Detaillierte Betrachtung spezifischer Allianzen anhand der Kriterien Strategie, Partnerwahl und Allianzmanagement.
5 Vergleich der Ergebnisse der Fallbeispiele mit den Vorschlägen der Literatur: Kritische Gegenüberstellung der empirischen Erkenntnisse mit den allgemeinen Erfolgsfaktoren aus der wissenschaftlichen Literatur.
6 Schlussbemerkung und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung und Ausblick auf die Notwendigkeit flexibler, allianzspezifischer Managementansätze in der Zukunft.
Schlüsselwörter
Strategische Allianzen, Pharmaindustrie, Erfolgspotential, Partnerwahl, Allianzmanagement, Wissensmanagement, Co-opetition, Fallstudien, Pfizer, Schering, Kooperation, Wettbewerbsvorteil, Führung, Konfliktmanagement, Lernprozess
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit untersucht die Erfolgsfaktoren strategischer Allianzen innerhalb der Pharmaindustrie und hinterfragt kritisch, ob existierende Literaturansätze für die Praxis ausreichend oder zu allgemeingültig sind.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt schwerpunktmäßig die strategische Grundlage von Allianzen, die Auswahlkriterien für geeignete Partner sowie die verschiedenen Aspekte des Allianzmanagements, wie Führung, Wissensaustausch und Konfliktlösung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch die Analyse konkreter Fallbeispiele bei zwei großen Pharmaunternehmen aufzuzeigen, dass ein allianzspezifisches Management notwendig ist und nicht blind einer standardisierten Literatur gefolgt werden sollte.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine deduktive Herangehensweise gewählt, bei der Literaturrecherchen (Sekundärquellen) mit einer empirischen Primärdatenrecherche durch Experteninterviews bei führenden Pharmaunternehmen kombiniert werden.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Vordergrund?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Erfolgsfaktoren und deren anschließende kritische Überprüfung anhand konkreter Praxisbeispiele von Pfizer und Schering.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind insbesondere das Erfolgspotential, der Fit-Ansatz (Partnerwahl), Wissensmanagement, Co-opetition sowie die unternehmerische Flexibilität im Kontext strategischer Partnerschaften.
Wie unterscheidet sich die Allianz Pfizer-Pharmacia von anderen Allianzen in der Studie?
Bei der Allianz Pfizer-Pharmacia stand vor allem die Vermarktung im Fokus, wobei eine klare Struktur und gute Organisation als vorbildlich hervorgehoben wurden, während andere Allianzen stärker von vertraglichen Rahmenbedingungen geprägt waren.
Warum wird die Rolle des Allianzmanagers in der Studie so betont?
Die Arbeit zeigt, dass ein Allianzmanager eine Schlüsselrolle bei der Verbindung von verschiedenen Unternehmenskulturen und der Lösung zwischenmenschlicher Herausforderungen einnimmt, was in der Praxis oft erfolgsentscheidend ist.
- Quote paper
- Helen Unmüssig (Author), 2004, Managing Across Companies: Kritisches Erfolgspotential in der Gestaltung und im Management Strategischer Allianzen an spezifischen Fallbeispielen der Pharmaindustrie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31356