Anglizismen im Deutschen. Ihre Entwicklung am Beispiel von Fußball- und Werbesprache


Hausarbeit (Hauptseminar), 2010

29 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung
1.1 Forschungsüberblick

2. Die Geschichte des Sprachpurismus im Überblick
2.1 Sprachpurismus im 19. Jahrhundert
2.2 Sprachpurismus im 20. Jahrhundert am Beispiel des „Allgemeinen deutschen Sprachvereins“
2.3 Die Entwicklung der Sprachpflege nach 1945

3. Die Gebrauch von Anglizismen im deutschen Fußball
3.1 Die Anfänge des Fußballs in Deutschland
3.2 Die Sprache rund um den Fußball
3.3 „Auswechselwörter“ für Anglizismen
3.4 Fußball als Medien- Event

4. Anglizismen in der deutschen Werbesprache
4.1 Kritik an der Verwendung von Anglizismen in der deutschen Werbesprache
4.2 Entlehnungsgründe

5. Fazit
5.1 Argumente für und gegen Anglizismenkritik
5.2 Konkrete Beispiele für Anglizismenkritik
5.3 Schlussbetrachtung

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Meine Hausarbeit trägt den Titel „Die Geschichte der Anglizismen unter besonderer Berücksichtigung der Fußball- und Werbesprache.“

In einem ersten Abschnitt möchte ich die Geschichte der Anglizismen in zwei Blöcken behandeln: Der erste Block soll die weitestgehend sprachpuristische Zeit bis 1945 behandeln, der zweite hingegen die zunehmende Popularität der Anglizismen von 1945 bis heute aufzeigen.

Dabei soll die Entwicklung innerhalb der Deutschen Demokratischen Republik keine Berücksichtigung finden, da dort zwar auch Anglizismen benutzt wurden, aber aus wirtschaftlichen und politischen Gründen einen nicht so großen Einfluss auf die Sprache genommen haben wie auf den Sprachgebrauch der Bundesrepublik[1]. Im Anschluss daran möchte ich auf zwei konkrete Themenbereiche aus dem heutigen Alltag näher eingehen: Zum einen soll die Verwendung der Anglizismen im Fußballsport genauer untersucht werden. Zum anderen möchte ich aufzeigen, inwieweit Anglizismen in der deutschen Werbesprache verwendet werden. Damit das Seminarthema „Sprachgeschichte des 20. Jahrhunderts“ genügend Reverenz erfährt, sollen auch hier die jeweiligen geschichtlichen Entwicklungen in die Thematik eingebunden werden.

Beide Themenblöcke greifen zentrale Argumentationen für und gegen den Gebrauch von Anglizismen auf. Ziel dieser Arbeit soll es sein, aufzuzeigen, an welcher Stelle Anglizismenkritik gerechtfertigt ist und in welchem Zusammenhang sie nicht nachvollziehbar ist. Diese Wertung ist natürlich subjektiven Eindrücken unterworfen. Um zu einem abschließenden Urteil zu gelangen, habe ich Pro- und Contra – Argumente gegenübergestellt und gegeneinander abgewogen.

Grundsätzlich möchte ich nicht zwischen den Begriffen Amerikanismus und Anglizismus unterscheiden. Anglizismus soll ein Oberbegriff für alle Wörter sein, die aus dem englischen Sprachgebiet in unsere Sprache Eingang gefunden haben.

Des Weiteren finden auch die unterschiedlichen Lehnbeziehungen und die genaue Trennung von Fremdwort, Lehnwort, Neologismus und Internationalismus keine Berücksichtigung.

1.1 Forschungsüberblick

Im Folgenden möchte ich einen kurzen Überblick über die von mir verwendete Forschungsliteratur geben. Dabei stehen vor allen die Werke im Vordergrund, die das Gerüst für meine Argumentation bildeten.

Für das Kapitel „Die Geschichte des Sprachpurismus im Überblick“ habe ich mich hauptsächlich auf Peter von Polenz‘ „Deutsche Sprachgeschichte“ gestützt. Ergänzt habe ich diese Informationen durch Georg Stötzels und Martin Wengelers „Kontroverse Begriffe. Geschichte des öffentlichen Sprachgebrauchs in der Bundesrepublik Deutschland“ und durch Christiane Götzelers „Anglizismen in der Pressesprache“. Alle diese Werke zeichnen sich durch den präzisen geschichtlichen Abriss über die Entwicklung der Fremdwort- und Anglizismendebatte im 19. und 20. Jahrhundert aus. Einen guten Überblick über die Forschungsliteratur im Allgemeinen liefert das Werk von Christiane Götzeler.

Um den Einfluss von Anglizismen auf die deutsche Fußballsprache herauszuarbeiten, verwendete ich mehrheitlich die Werke von Armin Burkhardt, der sich intensiv mit der Wahl von Anglizismen in der Sprache des Fußballs auseinandersetzt. Zu nennen sind die Werke „Anglizismen in der Fußballsprache. Eine historische und kontrastive Betrachtung“,„Flickflack, Foul und Tsukahara. Der Sport und seine Sprache“ und das „Wörterbuch des Fußballsprache.“

Das Kapitel „Anglizismen in der deutschen Werbesprache“ stützt sich weitestgehend auf die Werke von Sabine Kupper und Sandro Moraldo. Sabine Kupper hat in ihrer die „Anglizismen in deutschen Werbeanzeigen“ und deren „stilistische und ökonomische Motivation “ untersucht, während sich die Ausarbeitung von Sandro Moraldo mit „Sprachkontakt und Mehrsprachigkeit“ und der „Anglizismendiskussion in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien“ beschäftigt.

Ein Werk, das ich kapitalübergreifend verwendet habe, ist das von Hermann Zabel herausgegebene „Denglisch, nein danke!.“

Wie der Titel schon sagt, findet man hier eine Sammlung verschiedener Aufsätze, die alle Argumente gegen die Verwendung von Anglizismen anführen. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, die Argumentation nachzuvollziehen und aufzuzeigen, welche Argumente ich für sinnvoll und welche ich für weniger sinnvoll halte.

2. Die Geschichte des Sprachpurismus im Überblick

2.1 Sprachpurismus im 19. Jahrhundert

Etwa seit der Wende vom 18. ins 19. Jahrhundert kann man den Beginn des deutschen Fremdwortpurismus nachweisen, welcher vor allem durch die Französische Revolution und die daraus resultierenden geschichtlichen Entwicklungen hervorgerufen wurde. Die alte Ordnung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation wurde durch die Besetzung Napoleons vernichtet, wodurch die deutsche Sprache an sich in zunehmenden Maße politisiert wurde. Der allgemeine „Franzosenhass“ übertrug sich auf die Spracheinstellung und alles „Fremde“ sollte daher am besten aus dem deutschen Sprachgebrauch getilgt werden: Dies kann man unter anderem an den Einstellungen von Joachim Heinrich Campe und Ernst Moritz Arndt nachweisen, die beide eine große Ablehnung gegenüber fremdartigen Wörtern hegten und erst gar nicht zwischen „Fremdwort“ und „Lehnwort“ unterschieden. Turnvater Friedrich Ludwig Jahn, der den Kampf gegen die Fremdwörter zu einem „Dienst der nationalen Erhebung gegen die französische Vorherrschaft“ stilisierte, lehnte sogar Lehrübersetzungen ab und suchte Ersatzwörter, bei denen er sicher sein konnte, dass sie „urdeutsch“ seien. So versuchte er beispielsweise altdeutsche Wörter neu zu beleben und verwendete indigene Wortstämme. So benutzte Jahn z.B. „Nenne“ für „Titel“, „gausässig“ für „regional“ usw. Dieser auf Nationalismus aufbauende Sprachpurismus stieß bei den meisten Germanisten allerdings auf Ablehnung[2].

2.2 Sprachpurismus im 20. Jahrhundert am Beispiel des „Allgemeinen deutschen Sprachvereins“

Seinen Höhepunkt fand der deutsche Sprachpurismus während der Reichgründung im Jahre 1871, da er vom Staat gefördert wurde. Weil der neue deutsche Nationalstaat nun eine einheitliche Sprachverwendung in Behörden benötigte, wurde beispielsweise eine vereinheitlichte Rechtschreibung etabliert und Fremdwortübersetzungen ins Deutsche wurden vorangetrieben. Zu dieser Zeit entstand das sogenannte „Reichsdeutsch“, das sich vom österreichischen und schweizerischen Deutsch unterscheidet. So hieß in Deutschland ein „Briefumschlag“ nicht mehr „Couvert“, ein „Dienstgrad“ nicht mehr „Charge“ oder eine „Beförderung“ nicht mehr „Avancement“. Fremdwörter waren nun zu Reichsfeinden erklärt worden.

In diese Entwicklung ist auch die Gründung des „Allgemeinen deutschen Sprachvereins“ von Hermann Riegel einzuordnen, der eine regelrechte Fremdwort-Jagd veranstaltete. Der „Allgemeine deutsche Sprachverein“ soll an dieser Stelle sinnbildlich für den Zeitgeist stehen: Die deutsche Sprache stieg nun zu einem Nationalsymbol auf[3]. Nicht zuletzt war dies eine Reaktion auf das Bildungsbürgertum, das gerne und häufig französische Wörter in seinem Sprachgebrauch verwendete. Diese sprachpuristische Bewegung wurde nicht von den Germanisten, die kaum zur Mitarbeit bei der Fremdwort-Jagd bereit waren, getragen.

Der sich steigernde Chauvinismus im wilhelminischen Deutschland und der Ausbruch des Ersten Weltkrieges ließen die Aktionen des „Allgemeinen deutschen Sprachvereins“ immer heftiger ausfallen, wie z.B. in Elsass-Lothringen. Hier konnte die Verwendung des Französischen sogar Haftstrafe nach sich ziehen[4].

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges argumentierte der „Allgemeine Deutsche Sprachverein“, der ab 1923 nur noch „Deutscher Sprachverein“ heißt, sehr widersprüchlich, was den Gebrauch von Fremdwörter angeht.

Während des Nationalsozialismus durchlebte der „Deutsche Sprachverein“ eine Wandlung in seiner „Ausrichtung“. Bis 1937 kritisierten sie den fremdwortreichen Stil führender Nazis, darunter auch Hitler und Goebbels. Da diese jedoch die Fremdwörter für Propagandazwecke benutzten, musste der „Deutsche Sprachverein“ die „Fremdwort-Jagd“ einstellen. Trotzdem unterstützte der „Deutsche Sprachverein“ die Agitation des badischen Gauleiters Fritz Löfflers gegen die elsässische Bevölkerung, die sogar in einer Inhaftierung in dem Lager Schirmeck enden konnte[5].

2.3 Die Entwicklung der Sprachpflege nach 1945

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam es zu einem ersten Schub von Anglizismen in den Westzonen. Für diese Entwicklung war neben der Besatzung von Engländern und Amerikanern die Tatsache entscheidend, dass der starre Sprachpurismus der vorangegangenen Jahrzehnte nun mit einem Mal hinweggefegt wurde. Die Benutzung von Fremdwörtern war nun nicht mehr stigmatisiert[6].

Allerdings wurden Anglizismen in der Nachkriegszeit noch implizit im Text vermerkt, d.h. durch Anführungszeichen, Klammererklärungen usw. hervorgehoben. Auf diese Art und Weise wurden bereits 1949 in Regionalzeitungen Vokabeln wie „fair“, „job“, „city“ und „rowdy“ verwendet. Auch in der Berichterstattung selbst vollzog sich eine Änderung: Man sprach von „news“, „story“ und „publicity.“ Besonders amerikanische Musik wurde in den 1950er Jahren zum Träger der englischen Sprache, was man an Worten wie „Star“, „Party“, „Teenager“ nachvollziehen kann. Generell kann man ein positive Einstellung zum „American Way of Life“ innerhalb der deutschen Bevölkerung konstatieren, wodurch die englische Sprache an Popularität gewann.[7]

In den britischen und amerikanischen Besatzungszonen wurde Englisch als Schulfach eingeführt, wodurch Englisch zu einem Bildungsgut wurde[8].

Auch konnte man sich mit Englisch als Angehöriger einer zivilisierten Welt ausweisen und damit zu Nazi-Deutschland abgrenzen. Trotzdem werden Fremdwörter als schlechter Stil bewertet. Dies beweist ein Eintrag des Duden Stilwörterbuches aus dem Jahre 1963: Hier werden Fremdwörter als „nüchterne Begriffsbildung der Wissenschaft“ beschrieben, die jedoch „schlecht für gefühlserfüllte Augenblicke“ seien. Deshalb könnten sie auch „niemals zu der oberen Stilschicht“ gehören[9].

Das Jahr 1968 war gekennzeichnet durch einen Paradigmenwechsel innerhalb der Linguistik.

In diesem Jahr wurde die so genannte Weisgerbersche Prägung, die nach dem Krieg sehr beliebt war, durch einen modernen Ansatz abgelöst: Jetzt stand nicht mehr das deutsche Wort in Konkurrenz zu einem Fremdwort, sondern es wurde eine differenzierte Entlehnungstypologie vorgenommen. Letztlich lief dieser Paradigmenwechsel jedoch darauf hinaus, dass die Linguisten die Sprache sich selbst überließen. Gerade in Bezug auf die Fremdwort- und Anglizismendebatte hatte dies zur Folge, dass die Kritik an Anglizismen im weitesten Sinne nur noch von Laien und nicht mehr von Sprachwissenschaftlern vorgenommen wurde[10].

Die Veränderungen innerhalb der Linguistik gehen Hand in Hand mit einer gesellschaftlichen Modernisierung, die einen weiteren Entlehnungsschub englischer Wörter durch die Studentenbewegung nach sich zog. So wurden unter Anderem Begriffe wie der „Hippie“ und der Slogan „Make Love Not War“ geboren. Es entstand eine jugendliche Gegenkultur, die, um sich von anderen Generationen abzugrenzen, gerne Anglizismen benutzte[11]. In diesen Kontext passt es auch, dass der Purismus an sich innerhalb der Bevölkerung hinterfragt wurde[12].

Der politische Hintergrund der 1970er Jahre bestand darin, dass die konservative Partei CDU/CSU eine sehr amerikafreundliche Politik betrieb und den deutsch-nationalen Gedanken verwarf. Als Reaktion auf diese Politik, die ein weiteres Eindringen von Anglizismen ermöglichte, forderte der sozialdemokratische Bundespräsident Heinemann 1973: Die deutsche Sprache sollte verständlich bleiben und man sollte nicht zu viele Anglizismen gebrauchen.

Trotzdem ist Deutschland zu dieser Zeit sehr liberal und die Deutschen messen ihrer Sprache keine außerordentliche Rolle mehr zu. Dies spiegelt sich auch an der Tatsache, dass die offiziellen Sprachen innerhalb der EG nur Englisch und Französisch waren[13].

In den 1980er Jahren gab es lediglich noch versteckte Kritik an Anglizismen, meist von Laien, die nationalistische Töne anschlugen und damit für Intellektuelle als Diskussionspartner wegfielen: Englisch hatte sich im Alltag etabliert. Durch Tourismus, Pop- und Rockmusik oder das Lesen und Hören in Original-Englisch waren immer mehr Deutsche des Englischen mächtig und die Sprachbarriere, die von Anglizismus – Gegnern als Argument gegen die Verwendung von Anglizismen verwendet wurde, fiel weitestgehend weg[14].

Durch die Dominanz der USA im technisch-wirtschaftlichen Bereich wurden weitere Anglizismen in die deutsche Sprache transportiert; gute Englischkenntnisse und der Generationenwechsel unterstützten diese Entwicklung[15].

Auch wurde Englisch als dominierende Sprache des Internets immer wichtiger[16].

Um das Deutsche gegen die Verdrängung durch die englische Sprache zu bewahren, wurde Deutsch nun wieder vonseiten des Staates gefördert. Dies kann man daran erkennen, dass im Jahre1985 der erste Bericht zur Stellung der deutschen Sprache in der Welt seit 1967 verfasst und die Ausgaben für Sprachpolitik trotz Sparmaßnahmen kräftig erhöht wurden.

Gründe dafür waren die Abarbeitung des nationalsozialistischen Traumas, die wirtschaftliche Stärke und die Veränderungen in Osteuropa. Daraus resultierte ein Deutschboom im Ausland und ein neues Sprachbewusstsein konnte entstehen. Auch kann man die Forderung nach der deutschen Sprache als offizielle Sprache in der EG in dem Kontext eines neu gewonnenen Selbstvertrauens interpretieren[17].

Die 1990er Jahre sind, was die Anglizismen- und Fremdwörterdebatte angeht, von einer gewissen Unübersichtlichkeit geprägt. Anglizismen – Befürworter und -Gegner sind nicht mehr einem Rechts-Links-Schema zuzuordnen.

Die deutsche Rockmusik und die Neue Deutsche Welle galten in den 90ern als Transporteure des Deutschen. Trotzdem entwickelte sich eine Tendenz, Anglizismen zu verdeutschen, was vor allem in der „Alternativsprache“ Anklang fand: „Konnektschn“, „antörnen“ oder „Dschob“ sollen als Beispiele dafür genügen. Obwohl Anglizismen nicht mehr offen bekämpft wurden, fand zu dieser Zeit eine Renationalisierung der Sprachfrage statt, die die Grundlage für eine Anglizismus-Debatte bildete, die bis heute anhält[18].

Zusätzlich müssen wir in den 1990er Jahren beachten, dass diese Zeit von der Deutschen Wiedervereinigung geprägt ist. Allerdings passten sich die Ostdeutschen in ihrem Sprachgebrauch an die westdeutschen „Codes“ an und nahmen immer mehr Anglizismen in ihren Sprachgebrauch auf. Allerdings wurde die „sprachliche“ Wiedervereinigung erst um das Jahr 2003 abgeschlossen[19].

Alles in allem schien zu Beginn der 1990er Jahre der Diskurs um die Anglizismen bzw. der Fremdwörter zum Erliegen zu kommen und der Sprachpurismus in Deutschland seine Ende zu finden. Doch war die Phase von 1990 bis 1993 nur eine ‚kurze Verschnaufpause‘ auf dem Weg zu einer sehr emotional geführten Debatte um den Gebrauch von Anglizismen. Ab 1994 kann man eine regere Anglizismenkritik beobachten, die allerdings durch das Ausland, vor allem durch Frankreichs Sprachgesetzgebung, die unter Anderem den Gebrauch von Anglizismen in der französischen Werbung untersagte, in Gang gesetzt wurde. Diese Debatte in den Jahren von 1997 bis 1999, nennt Jürgen Spitzmüller „die Institutionalisierung der Anglizismenkritik“. Diese begann mit der Gründung des „Vereins zur Rettung der deutschen Sprache“ im November 1997. Aus diesem Verein ging schließlich der bis heute aktive „Verein Deutsche Sprache“ hervor, der auf Grund seiner gut organisierten Presse- und Öffentlichkeitsarbeit einen relativ großen Einfluss auf die Anglizismusdiskussion hatte und immer noch hat. So kritisierte er beispielsweise die Umbenennung der Tarifbezeichnungen der Deutschen Telekom im Jahre 1998, nach der ein Ortsgespräch nun „CityCall“ hieß. Angesichts der öffentlichen Proteste, die von dem „Verein Deutsche Sprache“ ausgelöst wurde, wurde diese Umbenennung 1999 wieder rückgängig gemacht.

[...]


[1] Vgl. Götzeler, Christiane: Anglizismen in der Pressesprache. Alte und neue Bundesländer im Vergleich, Bremen 2008, S. 42.

[2] Von Polenz, Peter: Deutsche Sprachgeschichte. Vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart Bd. III: 19. Und 20. Jahrhundert, Berlin; New York, 1999, S.165-268.

[3] Von Polenz, Peter: Deutsche Sprachgeschichte. Vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart Bd. III: 19. Und 20. Jahrhundert, Berlin; New York, 1999, S.268-271.

[4] Ebd., S.271-276.

[5] Ebd., S.277-184.

[6] Ebd., S. 285.

[7] Vgl. Stötzel, Georg, Martin Wengeler: Kontroverse Begriffe. Geschichte des öffentlichen Sprachgebrauchs in der Bundesrepublik Deutschland, Berlin; New York, 1995, S. 248f.

[8] Vgl. Götzeler, S. 29.

[9] Vgl. Duden Stilwörterbuch 1963, S.20.

[10] Vgl. Götzeler, S. 21.

[11] Vgl. Ebd., S.20.

[12] Vgl. Spitzmüller, Jürgen: Metasprachdiskurse. Einstellungen zu Anglizismen und ihre wissenschaftliche Rezeption, Berlin 2005, S. 108.

[13] Vgl. Stötzel, Wengeler, S. 258.

[14] Ebd.,S. 260-262.

[15] Vgl. Götzeler, S. 17.

[16] Vgl. Dittmann, Miguel: Sprachverwendung im Internet. Untersuchungen zu Sprache und Nutzung des Internet Relay Chat (IRC) in Deutschland und Frankreich, Sarlat 2001, S. 88.

[17] Vgl. Stötzel, Wengeler, S. 265-269.

[18] Vgl. Ebd., S. 277-279.

[19] Vgl. Götzeler, S. 49-57.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Anglizismen im Deutschen. Ihre Entwicklung am Beispiel von Fußball- und Werbesprache
Hochschule
Universität Trier
Note
2,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
29
Katalognummer
V313635
ISBN (eBook)
9783668125124
ISBN (Buch)
9783668125131
Dateigröße
492 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Werbung, Anglizismen, Sprachpurismus, Sprachpflege, Wandel der Sprache, Sprachkritik, Fußball
Arbeit zitieren
Olaf Breithecker (Autor:in), 2010, Anglizismen im Deutschen. Ihre Entwicklung am Beispiel von Fußball- und Werbesprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313635

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