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Der Begriff des Fetisch in Elfriede Jelineks Roman "Die Klavierspielerin"

Titre: Der Begriff des Fetisch in Elfriede Jelineks Roman "Die Klavierspielerin"

Dossier / Travail , 2014 , 30 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Lauretta Fontaine (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Zu Beginn dieser Arbeit soll ein Blick auf die Autorin Elfriede Jelinek sowie auf ihren Roman "Die Klavierspielerin" geworfen werden. Nach einer Biographie und der Inhaltsangabe des
Werkes erfolgt die Darstellung einiger Fetischismustheorien. Im Hauptteil werden diese dann auf einzelne Szenen des Romans bezogen und so das Motiv des Fetischs analysiert. In einem
abschließenden Fazit wird ein Resümee der zugrunde liegenden Untersuchung gezogen und die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst.

Der Roman "Die Klavierspielerin" von der österreichischen Autorin Elfriede Jelinek, der im Jahre 1983 publiziert wurde, gilt noch heute als höchst kontrovers diskutiertes Werk, was die
Literaturkritikerin Sigrid Löffler in einer Rezension aufzeigt: Es wird entsetzlich mißverstanden werden. Die Sexualkommerz-Medien zwischen Penthouse und Playboy werden willkommene Pornographie wittern und die Literaturkritiker autobiographischen Unrat, die Leser Männerhaß und die
Leserinnen Frauenhaß, die Mütter Mutterhaß und die Feministinnen Renegatentum.

Löffler verweist hier nicht nur auf die Vielschichtigkeit, sondern auch auf die negative
Grundeinstellung des Werkes, da es letztlich mehrfach das Scheitern der Protagonistin aufzeigt und sie als vollends gebrochene Frau darstellt. Die Erzählinstanz berichtet aus
auktorialer Perspektive von der Lebensgeschichte der Klavierlehrerin Erika Kohut, die sich an einer destruktiven Luststruktur verliert, Peep-Shows besucht und sich in sadomasochistische Phantasien mit ihrem Schüler Walter Klemmer verstrickt. Jelinek setzt die Protagonistin als
Stereotyp für die Psychoanalyse ein, da Erika sadistische, masochistische, narzisstische und voyeuristische Eigenschaften vereint und somit eine weitreichende Interpretationsfläche bietet. Im Vordergrund steht hier insbesondere das gegenseitige Abhängigkeitsverhältnis
zwischen Erika und ihrer Mutter. Der Begriff des Fetisch äußert sich in "Die Klavierspielerin" insbesondere in Verbindung mit den Theorien von Sigmund Freud, Jacques Lacan, Laura
Mulvey und Karl Marx.

Der Terminus Fetisch – abgeleitet von dem lateinischen Wort factitius für etwas künstlich Zurechtgemachtes – meint ganz allgemein eine Objektbeziehung, in der Individuen einem unbelebten Ding eine Kraft und Bedeutung zusprechen, die diesem nicht als primäre Eigenschaft inhärent ist. Der Fetischist projiziert diese Komponenten auf das Objekt, so dass dieses einen Mehrwert erhält.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Klavierspielerin von Elfriede Jelinek

2.1 Elfriede Jelinek: Leben und Werk

2.2 Der Inhalt des Romans Die Klavierspielerin

3. Fetischismustheorien

3.1 Sigmund Freud – Die Struktur der Persönlichkeit und der Ödipuskomplex

3.2 Sigmund Freud – Fetischismus und Narzissmus

3.3 Jacques Lacan – Der Phallus

3.4 Weiblichkeit als Maskerade

4. Der Begriff des „Fetisch“ in Elfriede Jelineks Roman Die Klavierspielerin

4.1 Die Mutter-Tochter-Bindung

4.2 Erikas Voyeurismus

4.3 Erikas Sadomasochismus

4.4 Mode und Musik

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Motiv des Fetischismus in Elfriede Jelineks Roman "Die Klavierspielerin" unter Rückgriff auf psychoanalytische Theorien, um zu analysieren, wie die Protagonistin Erika Kohut durch dieses psychologische Gefüge sowie durch das restriktive Verhältnis zu ihrer Mutter in ihrer Identitätsbildung und Sexualität beeinflusst wird.

  • Analyse der Mutter-Tochter-Beziehung als symbiotisches Kontrollverhältnis
  • Anwendung psychoanalytischer Fetisch- und Maskeradetheorien (Freud, Lacan, Mulvey)
  • Untersuchung von Voyeurismus und Sadomasochismus als Bewältigungs- bzw. Ausdrucksformen
  • Die Rolle von Mode, Musik und dem "Blick" als Machtinstrumente

Auszug aus dem Buch

4.1 Die Mutter-Tochter-Bindung

Die Beziehung zwischen Erika und ihrer Mutter bildet die Haupthandlungsebene und ist im gesamten Roman allgegenwärtig. Direkt zu Beginn werden die Rollen der Protagonistinnen von Jelinek klar formuliert. Erika „trachtet danach, der Mutter zu entkommen“, die „Inquisitor und Erschießungskommando in einer Person“ ist. Hier wird deutlich, dass sich die Beziehung aus Überwachungs- und Kontrollinstanzen zusammensetzt. Das Verhältnis basiert nicht auf einer natürlichen Liebe, sondern erscheint „vielmehr als eine kontinuierliche Formung, Normierung bzw. Zurichtung der Tochter.“ An einer Stelle im Roman heißt es: „Aber diese Mutter […] hängt ja wie eine Klette oder ein Blutegel infektiös an ihr, Erika; die Mutter saugt ihr das Mark aus den Knochen.“ Ebenso zeigt Jelinek die marginale Stellung des Vaters innerhalb der Familie auf: „Nach vielen harten Ehejahren erst kam Erika damals auf die Welt. Sofort gab der Vater den Stab an seine Tochter weiter und trat ab. Erika trat auf, der Vater ab.“ Erika fungiert somit als Austauschobjekt für den Vater, der ohne Stab – in Freudschem Sinne ohne Phallus – „kastriert“ zu sein scheint. Die Degradierung der Männlichkeit des Vaters wird auch an anderen Stellen im Roman deutlich und zwar dann, wenn beschrieben wird, dass Erika „diese weiche Vaterwange“ rasieren musste. Jelinek persifliert hier die Urszene und den Ödipuskomplex, indem in Die Klavierspielerin die „Vater-Mutter-Kind-Szene defekt ist […] und dennoch im patriarchalen Sinn […] funktioniert.“ Dies geschieht dadurch, dass Erikas Mutter ihre Tochter nicht nur phallisch besetzt, sondern, dass auch umgekehrt Erika für ihre Mutter der Ersatz für den Mann ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt den kontroversen Charakter des Romans dar und führt in die Fragestellung ein, wie Fetischismustheorien zur Analyse der Protagonistin Erika Kohut beitragen können.

2. Die Klavierspielerin von Elfriede Jelinek: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über das Leben und Werk von Elfriede Jelinek und bietet eine inhaltliche Zusammenfassung der Romanhandlung.

3. Fetischismustheorien: Hier werden die theoretischen Grundlagen erläutert, insbesondere die psychoanalytischen Konzepte von Sigmund Freud, Jacques Lacan und die kritischen Ergänzungen durch Autorinnen wie Laura Mulvey.

4. Der Begriff des „Fetisch“ in Elfriede Jelineks Roman Die Klavierspielerin: Der Hauptteil verknüpft die vorgestellten Theorien mit spezifischen Szenen aus dem Roman, um die psychologischen Strukturen von Erikas Mutter-Tochter-Bindung, Voyeurismus, Sadomasochismus sowie den Einfluss von Mode und Musik zu deuten.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und stellt fest, dass Erika im Machtgefüge ihrer Mutter gefangen bleibt und keine individuelle Persönlichkeitsentwicklung vollziehen kann.

Schlüsselwörter

Elfriede Jelinek, Die Klavierspielerin, Fetischismus, Psychoanalyse, Sigmund Freud, Jacques Lacan, Ödipuskomplex, Kastrationsangst, Narzissmus, Voyeurismus, Sadomasochismus, Maskerade, Mutter-Tochter-Bindung, Identität, Geschlechter-Diskurs

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das literarische Werk „Die Klavierspielerin“ von Elfriede Jelinek unter einer psychoanalytischen Perspektive, mit einem besonderen Fokus auf die Motivik des Fetischismus.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die symbiotische Mutter-Tochter-Beziehung, die Identitätsstörung der Protagonistin Erika Kohut sowie die psychologischen Auswirkungen von Voyeurismus und sadomasochistischen Tendenzen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu ergründen, wie Erika Kohut durch die psychoanalytisch gedeuteten Machtverhältnisse und Fetisch-Strukturen in ihrer Entwicklung gehemmt wird und ob sie jemals aus der mütterlichen Kontrolle ausbrechen kann.

Welche wissenschaftliche Methodik kommt zum Einsatz?

Die Untersuchung nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die eng mit den psychoanalytischen Theorien von Sigmund Freud und Jacques Lacan sowie filmtheoretischen Ansätzen zur "Maskerade" und dem "Blick" arbeitet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse spezifischer Romanaspekte: die destruktive Bindung an die Mutter, Erikas voyeuristische Tendenzen, ihre sadomasochistischen Fantasien sowie die symbolische Bedeutung von Mode und Musik als Fetischobjekte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Fetischismus, Psychoanalyse, Identität, Mutter-Tochter-Bindung und die Jelinek-typische Dekonstruktion von Geschlechterrollen definieren.

Warum ist laut der Arbeit der Vater für die Analyse des Ödipuskomplexes in diesem Roman irrelevant?

Da der Vater im Roman kaum präsent ist und die Mutter die dominante, phallisch besetzte Rolle einnimmt, ist das klassische ödipale Modell beim Mann für die Analyse der weiblichen Protagonistin Erika und deren gestörte Beziehung zur Mutter nicht anwendbar.

Welche Rolle spielt der Spiegel in der Identitätswahrnehmung von Erika Kohut?

Der Spiegel fungiert als zentrales Instrument für Erikas narzisstische Selbstanalyse und ihre Versuche, ihre Weiblichkeit zu produzieren, führt jedoch durch ihre psychische Zerrissenheit nicht zu einer Ganzheit, sondern verdeutlicht ihre eigene „Kastriertheit“.

Wie interpretieren die Autorinnen die Rolle von Mode und Musik für die Protagonistin?

Mode und Musik werden als Fetischobjekte gewertet, die Erika zur Kompensation ihres Identitätsmangels und zur Wahrung einer symbolischen, männlich konnotierten Machtposition nutzt, während sie gleichzeitig die Unmöglichkeit echter Befriedigung unterstreichen.

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Résumé des informations

Titre
Der Begriff des Fetisch in Elfriede Jelineks Roman "Die Klavierspielerin"
Université
University of Bonn
Cours
Fetischismus als narrativer POV
Note
1,0
Auteur
Lauretta Fontaine (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
30
N° de catalogue
V313692
ISBN (ebook)
9783668124783
ISBN (Livre)
9783668124790
Langue
allemand
mots-clé
Elfriede Jelinek Jelinek Klavierspielerin Fetisch Fetischismus
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Lauretta Fontaine (Auteur), 2014, Der Begriff des Fetisch in Elfriede Jelineks Roman "Die Klavierspielerin", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313692
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Extrait de  30  pages
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