Das Thema dieser wissenschaftlichen Arbeit lautet Kinderhospiz - Möglichkeiten, Abläufe und Hospizarbeit mit sterbenden Kindern und Jugendlichen.
Ich habe dieses "Schatten"-Thema gewählt, da es für viele Menschen ein Tabuthema ist. Über den Tod im Kindes- und Jugendalter wird nicht gerne gesprochen, denn, dass ein Kind oder ein Jugendlicher sterben könnte, ist für viele nicht vorstellbar und passt nicht in das vorhandene Weltbild der Menschen hinein. Dabei sterben in Deutschland jährlich rund 5000 Kinder oder Jugendliche an einer Krankheit die ihr junges Leben noch einmal verkürzt. Über diese Zahl muss nachgedacht und diskutiert werden, denn genau so wie Erwachsene haben auch Kinder und Jugendliche ein Recht auf einen angemessenen und würdevollen Ort, an dem sie friedlich und ohne Schmerzen, im Beisein ihrer Familie sterben können. Das Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit ist Vorurteile, Ängste und Hemmungen abzubauen und das Thema Kinderhospiz für jeden verständlich, ehrlich und offen darzustellen.
Diese Arbeit soll dem Leser einen kurzen Einblick in die Aufnahmekriterien, die Tagesstruktur und die Hilfsmöglichkeiten eines Kinderhospiz geben und die Gefühlswelten von Kindern und Jugendlichen mit einer lebensverkürzten Erkrankung aufzeigen. Neben der Hospizarbeit mit sterbenden Kindern und Jugendlichen und einer Beschreibung über die Palliativ Care Arbeit, erfolgt im letzten Abschnitt die Erläuterung der 5 Sterbephasen von Elisabeth Kübler-Ross.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kinderhospiz
2.1. Aufnahmekriterien
2.2. Tagesablauf
2.3. Hilfemöglichkeiten für Familien
3. Hospizarbeit mit sterbenden Kindern und Jugendlichen
3.1. Die sterbephasen nach Elisabeth Kübler-Ross
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese wissenschaftliche Arbeit hat das Ziel, das tabuisierte Thema der Kinderhospizarbeit offen und verständlich darzustellen, um Ängste und Vorurteile abzubauen. Dabei wird analysiert, wie Kinderhospize als Orte der Versorgung und Entlastung für Familien mit lebensverkürzt erkrankten Kindern fungieren und welche psychosozialen sowie medizinischen Konzepte dabei zum Einsatz kommen.
- Strukturen und Aufnahmekriterien von Kinderhospizen
- Tagesabläufe und therapeutische Angebote zur Unterstützung der Familien
- Rechtliche Hilfsmöglichkeiten und Sozialleistungen für betroffene Familien
- Entwicklungspsychologische Aspekte des Todesverständnisses bei Kindern
- Die 5 Sterbephasen nach Elisabeth Kübler-Ross im Kontext der Palliativversorgung
Auszug aus dem Buch
Die 5 Sterbephasen nach Elisabeth Kübler-Ross
Elisabeth Kübler-Ross (1926 - 2004) war eine der bekanntesten Sterbeforscherinnen und zählt mit ihrer Forschung in diesem Bereich zu einer der wenigen die über die Phasen des Sterbens aber auch über Nahtoderfahrungen und das Leben nach dem Tod berichtet haben. Sie publizierte zahlreiche Bücher zu den eben genannten Themen, die sich in mehr als 30 Ländern verkauften.
Im folgenden werden die allgemeinen Unterschiede zwischen Sterben und Tod näher beschrieben um eine Differenzierung sichtbar zu machen.
Sterben: Aus medizinischer Sicht beginnt sterben mit einer nachlassenden Hirnaktivität sowie nach und nach einer verminderten Atmung und einem verminderten Herzschlag. Sterben ist ein Prozess der aus unterschiedlichen Fachrichtungen beurteilt werden kann z.B. aus der medizinischen Fachrichtung, der religiösen Fachrichtung oder aus der Sterbeforschung wie es Elisabeth Kübler-Ross tat.
Tod: Aus medizinischer Sicht tritt der klinische Tod ein, wenn das Herz- Kreislaufsystem sowie die Atmung aufhören zu funktionieren. Dies tritt u.a. durch Bewusstlosigkeit, Herzstillstand und Atemstillstand auf. Nach etwa 15 Minuten ohne Blutversorgung zu den Organen, vor allem dem Gehirn, wird der Mensch als Hirntod bezeichnet da schon in dieser Zeit Gehirnzellen absterben können. Dies ist u.a. gekennzeichnet durch keine Meßbaren Hirnströme über das Elektroenzephalogramm (EEG), weite Pupillen und keine Reflexe. Aus biologischer Sicht ist ein Mensch erst nach etwa 24 Stunden Tod, erst dann sind alle Zellen nicht mehr überlebensfähig z.B. können kleine Muskelbewegungen noch bis zu 8 Stunden nach dem Tod auftreten (vgl. Online unter: http://www.onmeda.de).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Motivation für die Themenwahl und definiert das Ziel, Berührungsängste gegenüber der Sterbebegleitung von Kindern abzubauen.
2. Kinderhospiz: Dieses Kapitel erläutert das ganzheitliche Versorgungskonzept eines Kinderhospizes, die Aufnahmevoraussetzungen und die Bedeutung des interdisziplinären Teams für die Familienbetreuung.
2.1. Aufnahmekriterien: Hier werden die medizinischen Voraussetzungen für eine Aufnahme in ein Kinderhospiz basierend auf der Einteilung lebensverkürzender Erkrankungen erläutert.
2.2. Tagesablauf: Dieses Kapitel beschreibt die pflegerische und psychosoziale Gestaltung des Alltags in einem Kinderhospiz, inklusive therapeutischer Aktivitäten wie Kunst-, Musik- und Reittherapie.
2.3. Hilfemöglichkeiten für Familien: Hier erfolgt ein Überblick über die relevanten Sozialgesetzbücher (SGB V, SGB IX, SGB XI), die finanzielle und organisatorische Entlastungen für betroffene Familien ermöglichen.
3. Hospizarbeit mit sterbenden Kindern und Jugendlichen: Dieses Kapitel thematisiert die kindliche Wahrnehmung von Tod und Sterben in verschiedenen Entwicklungsstufen sowie die Grundsätze der pädiatrischen Hospizarbeit.
3.1. Die sterbephasen nach Elisabeth Kübler-Ross: Hier werden die fünf psychologischen Phasen des Sterbens (Nicht wahrhaben wollen, Zorn, Verhandlung, Depression, Zustimmung) detailliert vorgestellt.
4. Fazit: Das Fazit fasst die persönlichen Erkenntnisse der Autorin aus der Literaturrecherche und der praktischen Auseinandersetzung mit dem Thema zusammen.
Schlüsselwörter
Kinderhospiz, Sterbebegleitung, Lebensverkürzende Erkrankung, Palliativ Care, Familientherapie, Elisabeth Kübler-Ross, Sozialgesetzbuch, Trauerarbeit, Sterbephasen, Pädiatrie, Psychosoziale Betreuung, Interdisziplinäres Team, Hospizarbeit, Kinder, Jugendliche.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption, den Abläufen und der therapeutischen sowie pflegerischen Arbeit in Kinderhospizen für sterbende Kinder und Jugendliche.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den Aufnahmebedingungen für Kinderhospize, der Alltagsgestaltung für betroffene Familien und der psychologischen Begleitung im Sterbeprozess.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel besteht darin, das Thema Kinderhospizarbeit aus der Tabuzone zu holen, Vorurteile abzubauen und die Unterstützungsmöglichkeiten für betroffene Familien transparent zu machen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine umfassende Literaturrecherche, die Einbeziehung rechtlicher Grundlagen (Sozialgesetzbücher) sowie die Auswertung von Grundsätzen der Hospiz- und Palliativarbeit.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Hospizstrukturen, die therapeutischen Angebote, die rechtlichen Unterstützungsleistungen sowie eine entwicklungspsychologische Einordnung des kindlichen Todesverständnisses.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wesentlichen Begriffe sind Kinderhospiz, Palliativ Care, Familienbegleitung, Sterbephasen nach Kübler-Ross und psychosoziale Unterstützung.
Warum unterscheidet sich die Arbeit eines Kinderhospizes von der für Erwachsene?
Im Gegensatz zu Erwachsenenhospizen liegt der Fokus im Kinderhospiz stark auf der Begleitung der gesamten Familie, der Berücksichtigung von Entwicklungsstufen und der Möglichkeit einer Aufnahme bereits ab Diagnosestellung.
Wie gehen Kinder unterschiedlichen Alters mit dem Thema Tod um?
Die Arbeit erläutert, dass Kleinkinder den Tod oft nicht als endgültig wahrnehmen, während das magische Denken im Grundschulalter und ein realistischeres Verständnis ab dem elften Lebensjahr die Bewältigung prägen.
Welche Bedeutung haben die fünf Sterbephasen in diesem Kontext?
Das Modell nach Elisabeth Kübler-Ross dient als seelische Orientierung, um die unterschiedlichen emotionalen Reaktionen sterbender Menschen zu verstehen und ihnen angemessen begegnen zu können.
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- Franziska Bordon (Author), 2015, Kinderhospize. Möglichkeiten, Abläufe und Hospizarbeit mit sterbenden Kindern und Jugendlichen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313696