Im folgenden Transfer-Dokumentations-Report möchte ich mich mit der Frage beschäftigen, ob Änderungen in der Höhe der Transferleistung wie beispielsweise der Grundsicherung einen Einfluss auf das Konsumverhalten des Leistungsempfängers haben. Wenn ich im Nachfolgenden von Leistungsempfängern schreibe, dann meine ich damit Arbeitslosengeld-II-Empfänger.
Ändern die Aufnahme eines Minijobs und der dadurch verbundene Mehrverdienst den Umgang mit Geld beim Leistungsempfänger? Wird das selbstverdiente Geld mehr wertgeschätzt? Wird das erhöhte Einkommen sinnvoll ausgegeben, regt es vielleicht sogar zum Sparen an? Wie beeinflusst beispielsweise eine Erhöhung der Leistung meine Geldzuteilung an den Betreuten?
Beginnen möchte ich aber mit einem kurzen Einblick in mein Einzelunternehmen und deren volkswirtschaftliche Prozesse. Dann werde ich Bezug zu meiner täglichen Betreuungsarbeit nehmen und meine persönlichen Einschätzungen und Erfahrungen schildern. Danach gehe ich auf wissenschaftliche Ansätze ein und versuche dann im Fazit eine Schlussfolgerung für mich zu definieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Volkswirtschaftliche Prozesse in meinem Unternehmen
3. Wissenschaftliches Thema
3.1. IAB Diskussions- Papier
3.2. das Konsumverhalten von Transferleistungsempfängern
3.3. Aufstocker mit Arbeitslosengeld II- Bezug
3.4. Einfluss einer Einkommenserhöhung auf meine Betreuungsarbeit
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Änderungen in der Höhe von Transferleistungen auf das Konsumverhalten von Arbeitslosengeld-II-Empfängern und reflektiert diese volkswirtschaftlichen Zusammenhänge basierend auf den praktischen Erfahrungen einer Berufsbetreuerin.
- Analyse des Konsumverhaltens bei Transferleistungsempfängern
- Untersuchung der Rolle von Minijobs als Zusatzeinkommen (Aufstocker)
- Reflexion des Einflusses staatlicher Leistungen auf die Betreuungspraxis
- Beleuchtung der ökonomischen und psychologischen Aspekte von Niedriglohnarbeit
- Diskussion des Spannungsfeldes zwischen finanziellen Anreizen und prekären Arbeitsbedingungen
Auszug aus dem Buch
3.2. das Konsumverhalten von Transferleistungsempfängern
Wie gehen die Leistungsempfänger nun mit dem ihnen zur Verfügung stehenden Geld um? Menschen mit wenig Einkommen sind gezwungen sehr gut hauszuhalten. Sie erhalten am Ende des Monats ihre Leistung für den kommenden Monat und müssen als erstes lernen, dass Geld gut einzuteilen, so dass es auch bis zum Ende des Monats ausreicht. Außerdem müssen sie sich bewusst machen, welche Güter sie benötigen und wieviel sie dafür ausgeben können. An meinem eigenen Konsumverhalten ist mir aufgefallen, dass ich mich beim Kauf einer Hose beispielsweise frage: „Wieviel ist mir die Hose wert- also wieviel möchte ich dafür bezahlen?“. Empfänger von Grundsicherungsleistung fragen sich: „Wieviel kann ich überhaupt dafür bezahlen? Wieviel habe ich noch in meinem Portemonnaie?“.
Sie wenden daher das erste Gossen´sche Gesetz an, indem sie sich darüber Gedanken machen, wann sie den Grenznutzen von einem Gut erreicht haben. Ist ihnen der Preis dann immer noch zu hoch, suchen sie nach Substitutionsgütern (Güter mit denen andere Güter ersetzt werden können). Sie kaufen statt den Markenprodukten die Eigenmarken der Discounter.
Es gibt auch einige Wenige, welche die Angebote wie beispielsweise der Caritas oder der Tafel annehmen und dort für ca. 1,50 Euro pro Person wöchentlich Lebensmittel erhalten. Diese Menschen sparen beim Einkauf für Lebensmittel und können sich dadurch andere Dinge wie zum Beispiel Tabak, Kleidung oder Geburtstagsgeschenke leisten. Da das Geld meist nur für einen Monat reicht, müssen Güter wie Möbel, Fahrräder, Fernsehgeräte, etc. gebraucht im Sozialmarkt gekauft werden oder ein Antrag beim zuständigen Jobcenter zur Übernahme der Kosten oder Bewilligung eines Darlehens gestellt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin erläutert die Zielsetzung ihres Berichts, den Einfluss von Transferleistungsänderungen auf das Konsumverhalten von ALG-II-Empfängern zu untersuchen und mit ihren beruflichen Erfahrungen zu verknüpfen.
2. Volkswirtschaftliche Prozesse in meinem Unternehmen: Dieser Abschnitt beschreibt die Tätigkeit der Autorin als selbstständige Berufsbetreuerin und verortet ihre Aufgaben im erweiterten Wirtschaftskreislauf.
3. Wissenschaftliches Thema: Das Kapitel befasst sich mit theoretischen Ansätzen zur Armut, analysiert das Konsumverhalten von Empfängern staatlicher Leistungen und diskutiert die sozioökonomischen Auswirkungen von Minijobs.
3.1. IAB Diskussions- Papier: Hier werden zentrale Begrifflichkeiten wie Einkommens- und Konsumarmut definiert und eine Studie des IAB zu Ein-Personen-Haushalten in Bezug auf ihre Konsummöglichkeiten vorgestellt.
3.2. das Konsumverhalten von Transferleistungsempfängern: Die Autorin beschreibt, wie Betroffene durch knappe Budgets zu einer bewussten Einteilung ihrer Finanzen gezwungen sind und ökonomische Gesetzmäßigkeiten wie den Grenznutzen in ihrem Alltag anwenden.
3.3. Aufstocker mit Arbeitslosengeld II- Bezug: Dieses Kapitel thematisiert die Zunahme von Aufstockern, die Anreizstrukturen bei Minijobs sowie die Problematik der Niedriglohnfalle und der psychischen Belastung.
3.4. Einfluss einer Einkommenserhöhung auf meine Betreuungsarbeit: Anhand von Praxisbeispielen wird verdeutlicht, wie sich steigende Leistungen auf die Vermögenssorge und die Budgetplanung für Betreute konkret auswirken.
4. Fazit: Die Autorin zieht eine Schlussfolgerung aus ihrer Recherche und Praxis, wonach die Grundversorgung zwar gesichert ist, bei Minijobs jedoch eine sorgfältige Abwägung individueller Belastungsgrenzen notwendig bleibt.
Schlüsselwörter
Transferleistung, Konsumverhalten, Arbeitslosengeld II, Aufstocker, Minijob, Berufsbetreuung, Einkommensarmut, Konsumarmut, Wirtschaftskreislauf, Niedriglohnfalle, Grundsicherung, Grenznutzen, Existenzsicherung, Sozialleistung, Haushaltsbudgetierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie sich Änderungen bei staatlichen Transferleistungen, speziell beim Arbeitslosengeld II, auf das Konsumverhalten der Empfänger auswirken.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Armutsdefinition, dem Konsumverhalten unter Budgetrestriktionen, der Rolle von Minijobs als Zusatzeinkommen sowie der praktischen Umsetzung der Vermögenssorge durch Betreuer.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse über Transferleistungsempfänger mit den persönlichen Erfahrungen der Autorin als Berufsbetreuerin zu vergleichen und Schlussfolgerungen für die Praxis zu ziehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller Studien (wie des IAB) sowie einer reflexiven Fallbetrachtung aus der beruflichen Praxis.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung der eigenen beruflichen Tätigkeit, eine theoretische Einordnung von Armutsbegriffen, eine Untersuchung des Konsumverhaltens sowie die kritische Analyse von Minijobs im ALG-II-Bezug.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Transferleistung, Konsumverhalten, Aufstocker, Niedriglohnfalle und Berufsbetreuung.
Wie unterscheidet die Autorin zwischen Einkommens- und Konsumarmut?
Während Einkommensarmut rein durch die relative Unterschreitung des Durchschnittseinkommens definiert wird, beschreibt Konsumarmut die faktische Unfähigkeit, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben oder notwendige Anschaffungen zu tätigen.
Welche Rolle spielen Minijobs für die Betreuten der Autorin?
Minijobs dienen einerseits als finanzieller Anreiz und zur Aufstockung des Budgets, bergen aber laut Autorin Risiken hinsichtlich psychischer Belastungen und der sogenannten Niedriglohnfalle.
- Quote paper
- Aileen Schulz (Author), 2014, Der Einfluss von Änderungen der Transferleistung auf das Konsumverhalten der Leistungsempfänger, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313807