Jeder Beruf verfügt über ein berufliches Selbstverständnis welches die Berufstätigen während ihrer Tätigkeit entwickeln und über das sie sich in ihrer Berufsrolle identifizieren. Berufliches Selbstverständnis ist damit auch Bestandteil der Pflegeberufe und soll dazu beitragen, dass die Pflegekräfte fähig und bereit sind, ihr eigenes Handeln zu begründen und zu reflektieren. Durch diese Begründung und Reflexion wird es möglich, eigene Verantwortung für pflegerische Aufgaben zu übernehmen und somit selbstbewusst den eigenen Beruf nach innen und außen zu vertreten. Berufliches Selbstverständnis im Pflegebereich bedeutet aber auch zu erkennen, dass aktuelles Wissen dem Wandel unterliegt und eine kontinuierliche berufliche Weiterentwicklung notwendig ist, was dauerhafte Fachlichkeit und Expertise hervorbringt. Letztlich bedeutet „Berufliches Selbstverständnis“ auch, sich in die Anleitung und Begleitung der zukünftigen Pflegekräfte beispielsweise innerhalb der Praxisanleitung einzubringen und die Bedeutung des eigenen Berufes berufspolitisch und gesellschaftlich zu vertreten. Letzteres kann durch das Engagement in einem Berufsverband erfolgen.
Um einen ersten Anstoß zur Entwicklung dieses beruflichen Selbstverständnisses zu geben, ist das Fasch Berufskunde Bestandteil vieler Ausbildungen – so auch in der Pflege. Hierbei entstanden die folgenden Präsentationen, die dazu dienen sollen, Auszubildenden im Pflegebereich erste Einblicke in ihre zukünftige Berufsrolle zu geben.
Inhaltsverzeichnis
1. Begriffsbestimmung „Pflege“
1.1 Materialobjekte und Formalobjekte einzelner Wissenschaften
1.2 Pflege ≠ Medizin
1.3 Geschichte der Pflege
1.4 Geschichte der Pflege / HAUSAUFGABE
2. Berufliches Selbstverständnis entwickeln 2
2.1 Neuzeit
2.2 Florence Nightingale
2.3 Agnes Karll
2.4 Aktuelle Entwicklung
2.5 Modell der fördernden Prozesspflege
2.6 Prof. Dr. Monika Krohwinkel
3. Berufsverbände
3.1 Definition „Berufsverband“
3.2 Aufgaben eines Berufsverbandes (nach außen)
3.3 Aufgaben eines Berufsverbandes (nach innen)
3.4 Erster Berufsverband in der Pflege
3.5 Internationaler Berufsverband (ICN)
3.6 Nationaler Berufsverband: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK)
3.7 Nationaler Berufsverband: Deutscher Pflegeverband (DPV)
3.8 Nationaler Berufsverband: Deutscher Berufsverband für Altenpflege (DBVA)
3.9 Nationaler Zusammenschluss mehrerer Berufsverbände: Deutscher Pflegerat (DPR)
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, angehenden Pflegekräften Grundlagen zur Entwicklung eines professionellen beruflichen Selbstverständnisses zu vermitteln. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Bedeutung der Reflexion des eigenen pflegerischen Handelns sowie die Einordnung der Pflege als eigenständige Wissenschaft und Profession in Abgrenzung zur Medizin.
- Grundlagen der Wissenschaftstheorie und Begriffsbestimmung von „Pflege“
- Historische Entwicklung der Pflege und prägende Persönlichkeiten
- Einführung in Pflegemodelle am Beispiel von Prof. Dr. Monika Krohwinkel
- Struktur, Aufgaben und Bedeutung von Berufsverbänden in der Pflege
Auszug aus dem Buch
Pflege ≠ Medizin
„Ein Pflegeproblem besteht dann, wenn die für die Bewältigung des Alltags notwendige Unabhängigkeit und das Wohlbefinden des Pflegebedürftigen beeinträchtigt sind und diese nicht eigenständig kompensiert werden können.“
(MDS 2005:19)
„Pflegeprobleme beschäftigen sich mit ‚pflegerischen Problemen‘ und nicht mit medizinischen Diagnosen. Pflegeprobleme können durch pflegerische Maßnahmen (Pflegemaßnahmen) beeinflusst werden.“
(MDS 2005:19)
Zusammenfassung der Kapitel
Begriffsbestimmung „Pflege“: Dieses Kapitel erläutert die wissenschaftliche Abgrenzung der Pflege durch Material- und Formalobjekte und grenzt den Pflegebegriff von der Medizin ab.
Berufliches Selbstverständnis entwickeln 2: Hier werden die historischen Meilensteine, die Rolle von Pionierinnen wie Florence Nightingale und Agnes Karll sowie aktuelle theoretische Konzepte wie das Modell der fördernden Prozesspflege dargestellt.
Berufsverbände: Dieses Kapitel beschreibt die Bedeutung von Berufsverbänden für die Interessenvertretung, stellt nationale und internationale Organisationen vor und erläutert deren Aufgaben für die Professionalisierung der Pflege.
Schlüsselwörter
Pflege, Berufskunde, Selbstverständnis, Pflegewissenschaft, Agnes Karll, Florence Nightingale, Monika Krohwinkel, Pflegeprozess, Berufsverband, Interessenvertretung, Professionalisierung, Pflegemodell, Gesundheitswesen, DBfK, DPV
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines beruflichen Selbstverständnisses in den Pflegeberufen und der Bedeutung dieser Rolle für das pflegerische Handeln.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Begriffsbestimmung von Pflege, die Historie, pflegerische Theorien und die Bedeutung von Berufsverbänden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Auszubildenden einen ersten Einblick in ihre zukünftige Berufsrolle zu geben und sie zur Reflexion ihres Handelns zu befähigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich primär um eine literaturgestützte, strukturierte Präsentation der pflegehistorischen und berufspolitischen Grundlagen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die wissenschaftstheoretische Abgrenzung der Pflege, die historische Entwicklung bis zur Neuzeit und eine detaillierte Übersicht relevanter Berufsverbände.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Pflegewissenschaft, Selbstverständnis, Professionalisierung und die Vorstellung einflussreicher Persönlichkeiten und Organisationen charakterisiert.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Pflege und Medizin wichtig?
Sie ist entscheidend, um den eigenständigen Aufgabenbereich der Pflege zu definieren, der sich auf pflegerische Probleme und nicht auf medizinische Diagnosen konzentriert.
Welche Bedeutung hat Agnes Karll für die deutsche Pflege?
Agnes Karll gilt als Reformerin der deutschen Krankenpflege, die durch die Gründung von Berufsorganisationen den Grundstein für die heutige Interessenvertretung der Pflege legte.
Was ist das Modell der fördernden Prozesspflege?
Es ist ein in Deutschland bekanntes Pflegemodell von Prof. Dr. Monika Krohwinkel, das einen ganzheitlichen, aktivierenden Ansatz für die pflegerische Versorgung bietet.
Was ist die Kernaufgabe eines Berufsverbandes?
Ein Berufsverband bündelt die Interessen seiner Mitglieder, um diese gegenüber Arbeitgebern, der Politik und der Gesellschaft durchzusetzen und die Professionalisierung des Berufsstandes zu fördern.
- Arbeit zitieren
- BA, MSc, MA Horst Siegfried Kolb (Autor:in), 2016, Berufskunde für Pflegeberufe: Berufliches Selbstverständnis entwickeln, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313856