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Das ungenutzte Potential des Kunstunterrichts. Pädagogisch-therapeutisches Handeln durch plastisches Gestalten mit verhaltensauffälligen Schülerinnen und Schülern

Título: Das ungenutzte Potential des Kunstunterrichts. Pädagogisch-therapeutisches Handeln durch plastisches Gestalten mit verhaltensauffälligen Schülerinnen und Schülern

Tesis (Bachelor) , 2014 , 58 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Anna Em (Autor)

Pedagogía - Pedagogía curativa y especial
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Wesentlich für die Themenwahl dieser Arbeit ist die Einschätzung der gegenwärtigen Ausrichtung bei der Auswahl pädagogisch–therapeutischer Maßnahmen an deutschen Sonderschulen. Bei der Erziehung und Bildung verhaltensauffälliger Kinder und Jugendlicher ist ein zunehmender Rückgriff auf lerntheoretische Verfahren zu beobachten, deren Einsatz durchaus begründet, aber auch kritisch zu sehen ist (vgl. Ahrbeck 2009). Bei verhaltensauffälligen Schülern, die zum größten Teil ungünstigen psychosozialen Entwicklungsbedingungen ausgesetzt waren (und/oder sind) und unter einer Vielzahl von ungelösten inneren Konflikten leiden, muss sonderpädagogisches Engagement stärker auch diese innerpsychischen Konflikte wahrnehmen und im ersten Schritt auf eine tragfähigen Beziehung ausgerichtet sein. Kunsttherapeutische Angebote scheinen wertvolle Chancen zu bieten aufgrund ihres Anspruchs auf Ganzheitlichkeit im Erleben, aber auch in Anbetracht der theorieübergreifend nutzbar zu machenden Erkenntnisse.

Die Fragestellung für diese Arbeit lautet daher:

Kann das Unterrichtsfach Kunst bei verhaltensauffälligen Grundschülern unter den bestehenden institutionellen Rahmenbedingungen in Richtung eines pädagogisch – kunsttherapeutischen Unterrichts modifiziert werden und welche besonderen Chancen und Grenzen bietet die kunsttherapeutische Ausrichtung für Schüler und Pädagogen?

In Form einer Literaturarbeit werden theoretische Grundlagen für eine Modifikation des Unterrichtsfaches Kunst erschlossen und durch einige praktische Handlungsbeispiele für den Unterricht im Bereich des plastischen Gestaltens mit Ton illustriert. Diese Abschlussarbeit soll (tätigen Sonderpädagogen) ein potentielles Handlungsfeld eröffnen, Begründungen liefern, Chancen und Problemfelder herausstellen und mit dem praktischen Handlungsbeispielen zur Umsetzung anregen.

Basis der theoretischen Hintergründe bilden vorwiegend die für den Bereich Kunsttherapie und Pädagogik fundierten Konzepte von Hans - Günther Richter (1984, 1987) und Joachim Bröcher (1997, 1999a/b). Diese werden in ihrer Essenz dargestellt, durch spezifische theorieübergreifende Erkenntnisse erweitert und diskutiert. Grundlage des praktischen Leitfadens für den Bereich „Ton“ bilden die eigene langjährige praktische Tätigkeit als grundständig ausgebildete Keramikerin und Dozentin und die damit verbundenen berufsbedingten Kenntnisse, die um (sonder-)pädagogische und kunsttherapeutische Einsichten aus der Fachliteratur erweitert wurden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmungen

2.1. Ästhetische Bildung und Erziehung in der Grundschule / exemplarisch am Land Brandenburg

2.2. Kunsttherapie

2.3. Zusammenfassung

3. Ein pädagogisch-therapeutischer Kunstunterricht für verhaltensauffällige Schüler in Anlehnung an Hans – Günther Richters „Pädagogische Kunsttherapie“ (im Folgenden: PK)

3.1. Die ästhetische Erziehung - eine Grundlegung

3.2. Die besonderen Merkmale des „ästhetischen Stoffes“

3.3. Chancen einer allgemeinen ästhetischen Erziehung für einen therapeutisch orientierten Kunstunterricht

3.4. Therapeutische Aspekte

3.4.1. Die Offenheit der ästhetischen Sache

3.4.2. Der Synkretismus der ästhetischen Erfahrung

3.4.3. Sublimierung (nach Kramer)

3.5. Didaktische Ansätze zur Umstrukturierung des Unterrichts bei verhaltensauffälligen Schülern in therapeutischer Absicht

3.5.1. Exkurs: Grundzüge einer lebensweltorientierten Fachdidaktik für den Bereich Verhaltensgestörtenpädagogik nach Joachim Bröcher

3.5.1.1. Lebensweltorientierung und Entwicklungsaufgaben

3.5.1.2. Zugang über Bilder und Alltagsästhetisches

3.5.1.3. Chancen und Probleme einer lebensweltlichen Didaktik

3.5.2. Zusammenfassung der didaktischen Überlegungen

4. Praktischer Teil am Beispiel der Arbeit mit Ton

4.1. Das Material

4.2. Grundlagen plastischen Gestaltens unter pädagogisch-therapeutischen Gesichtspunkten

4.2.1. Die Daumenschalentechnik

4.2.2. Das Modellieren

4.2.3. Die Aufbautechniken

4.2.4. Tonschlagen und –kneten

4.3. Unterrichtsbeispiele und Fördermaßnahmen

4.3.1. Entspannung & Lebensweltanalyse / Phantasiereise mit anschließendem freien Modellieren

4.3.2. Märchen als Verarbeitungshilfe / Gestalten von Märchenfiguren in Aufbautechnik

4.3.3. Ich – Identität / Das „Wunsch – Ich“ in Tierform

4.3.4. Exkurs: Arbeit am Tonfeld nach Heinz Deuser (2004)

5. Die Rolle des kunsttherapeutisch arbeitenden Sonderpädagogen

6. Diskussion

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob und wie das Unterrichtsfach Kunst bei verhaltensauffälligen Grundschülern in Richtung eines pädagogisch-kunsttherapeutischen Ansatzes modifiziert werden kann, um Lernprozesse und die Persönlichkeitsentwicklung positiv zu beeinflussen.

  • Grundlagen einer pädagogischen Kunsttherapie nach Hans-Günther Richter.
  • Bedeutung von Materialerfahrung (Ton) für die therapeutische Arbeit.
  • Methoden der subjektorientierten Didaktik und Lebensweltorientierung.
  • Rolle des Sonderpädagogen zwischen pädagogischem Auftrag und therapeutischer Begleitung.
  • Möglichkeiten der Krisenbewältigung und Ich-Stärkung durch künstlerische Gestaltung.

Auszug aus dem Buch

3.4.1. Die Offenheit der ästhetischen Sache

Dieser Begriff verweist auf die Besonderheit des künstlerischen Gegenstandsbereichs, dass obligatorische Erarbeitungs- und Ausdrucksformen nicht zwingend festgelegt sind, da es im künstlerischen Ausdruck kein falsch oder richtig gibt. Diese, die Kunst konstituierende Negation der absoluten Wahrheit kommt einem konstruktivistischen Denkansatz und damit einer am subjektiven Erleben interessierten, auf Differenzierung und zunehmende Selbstbestimmung ausgerichteten Verhaltensgestörtenpädagogik entgegen (vgl. Myschker 2009, 255).

Zur näheren Bestimmung der therapeutischen Qualität soll diese „Offenheit“ detaillierter erfasst werden.

Offenheit bezieht sich unter anderem auf das gesamte Spektrum bildnerischer Ausdruckmöglichkeiten zwischen Materialität und Immaterialität. Während im traditionellen Kunstwerk Idee und Materialisation meist in einem ausgewogenen Verhältnis stehen, lässt die therapeutisch orientierte ästhetische Erziehung mehr zu. Im Spektrum aller bekannter Ausdruckmöglichkeiten (bspw. Kritzeln, Modellieren, Collagieren etc.) und im Rahmen aller bekannter künstlerischer (historischer) Entwürfe steht somit ein immenses Arsenal an Schaffensmöglichkeiten zur Verfügung, „ohne dass eine historische Abfolge oder zwingende Problemlöseschritte beachtet werden müssten“ (Richter 1984, 84). Diese Vielfalt an Material und möglichen Verfahren bietet somit im Hinblick auf die Besonderheiten und Bedürfnisse der einzelnen Schüler sehr individuelle Zugänge und eröffnet und bedingt vielfältige grob- und feinmotorische Handlungen, Vorstellungen sowie die Aktivierung aller Sinne.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beleuchtet die Relevanz der pädagogisch-therapeutischen Arbeit für verhaltensauffällige Schüler und stellt die zentrale Forschungsfrage zur Modifikation des Kunstunterrichts.

2. Begriffsbestimmungen: Definiert die Grundlagen der ästhetischen Erziehung in der Grundschule und stellt diese der Disziplin Kunsttherapie gegenüber.

3. Ein pädagogisch-therapeutischer Kunstunterricht für verhaltensauffällige Schüler in Anlehnung an Hans – Günther Richters „Pädagogische Kunsttherapie“ (im Folgenden: PK): Erörtert das pädagogische Rahmenkonzept von Richter und dessen Eignung für den sonderpädagogischen Kontext.

4. Praktischer Teil am Beispiel der Arbeit mit Ton: Präsentiert konkrete Einsatzmöglichkeiten und technische Grundlagen des Werkstoffs Ton für die schulische Praxis.

5. Die Rolle des kunsttherapeutisch arbeitenden Sonderpädagogen: Analysiert die professionelle Haltung der Pädagogen und die Abgrenzung zur reinen Psychotherapie.

6. Diskussion: Reflektiert die gewonnenen Erkenntnisse und bewertet die Möglichkeiten einer subjektorientierten Didaktik im Förderschwerpunkt.

Schlüsselwörter

Kunsttherapie, Sonderpädagogik, Verhaltensauffälligkeit, Ästhetische Erziehung, Tonarbeit, Lebensweltorientierung, Inklusion, Ich-Stärkung, Diagnostik, Ressourcenorientierung, Primarstufe, Didaktik, Kreativität, Selbstwirksamkeit, Psychodynamik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Möglichkeiten, den Kunstunterricht für verhaltensauffällige Grundschüler so zu modifizieren, dass er als pädagogisch-kunsttherapeutisches Instrument zur Unterstützung der kindlichen Entwicklung und emotionalen Stabilität genutzt werden kann.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf den theoretischen Grundlagen der Pädagogischen Kunsttherapie, der Anwendung von Gestaltungsverfahren mit Ton sowie der fachdidaktischen Ausrichtung für Sonderpädagogen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu klären, wie Kunstunterricht unter institutionellen Rahmenbedingungen so angepasst werden kann, dass er gezielt Chancen und Grenzen für die therapeutische Begleitung verhaltensauffälliger Schüler bietet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturarbeit, die existierende kunsttherapeutische und pädagogische Konzepte (insb. von Richter, Bröcher und Kramer) zusammenführt und durch praktische Anwendungsbeispiele illustriert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition des "ästhetischen Stoffes", didaktischen Ansätzen zur Umstrukturierung des Unterrichts und der Vermittlung von praktischem Wissen zum Werkstoff Ton, inklusive der Rolle des Sonderpädagogen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen unter anderem Kunsttherapie, Sonderpädagogik, Verhaltensauffälligkeit, Lebensweltorientierung, Tonarbeit und Ich-Stärkung.

Wie unterscheidet sich die "Pädagogische Kunsttherapie" von der allgemeinen Kunsterziehung?

Der entscheidende Unterschied liegt nach Richter in der bewussten Verknüpfung von bildnerischen Schaffensformen mit therapeutischen Zielen, um spezifisch auf die Bedürfnisse der Zielgruppe einzugehen.

Warum ist das "Tonschlagen" für verhaltensauffällige Schüler relevant?

Es dient als Handlungsalternative für Kinder, die durch Aggressivität auffallen, um destruktive Impulse im Sinne einer Sublimierung kontrolliert am widerstandsfähigen Material abzuleiten.

Welche Rolle spielt der Sonderpädagoge beim Modellieren mit Schülern?

Der Pädagoge fungiert als wohlwollender Begleiter, der Struktur bietet, Hilfs-Ich-Funktionen übernimmt und den Prozess so moderiert, dass Überforderungen oder Beziehungsabbrüche vermieden werden.

Final del extracto de 58 páginas  - subir

Detalles

Título
Das ungenutzte Potential des Kunstunterrichts. Pädagogisch-therapeutisches Handeln durch plastisches Gestalten mit verhaltensauffälligen Schülerinnen und Schülern
Universidad
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Rehabilitationswissenschaften / Verhaltensgestörtenpädagogik)
Calificación
1,7
Autor
Anna Em (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
58
No. de catálogo
V313909
ISBN (Ebook)
9783668128644
ISBN (Libro)
9783668128651
Idioma
Alemán
Etiqueta
Pädagogische Kunsttherapie Ton Förderschwerpunkt emotionale-soziale Entwicklung Kunstunterricht Verhaltensstörungen Arbeit mit Ton
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anna Em (Autor), 2014, Das ungenutzte Potential des Kunstunterrichts. Pädagogisch-therapeutisches Handeln durch plastisches Gestalten mit verhaltensauffälligen Schülerinnen und Schülern, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313909
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