Kommunikation im Unternehmen. Wie können Kommunikationsprobleme gelöst werden?

Problemlösung anhand eines fiktiven Beispiels


Studienarbeit, 2014

15 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Gliederung:

1. Einleitung

2. Kommunikationsmodelle in der Theorie
2.1. Das Kommunikationsmodell nach Paul Watzlawick
2.1.1. Anmerkungen zu Watzlawick
2.1.2. Die fünf Axiome des Modells nach Watzlawick
2.2. Das Kommunikationsmodell nach Shannon und Weaver
2.3. Das Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun
2.3.1. Anmerkungen zu Schulz von Thun
2.3.2. Schulz von Thuns Kommunikationsquadrat

3. Kommunikationsprobleme bei der Munich Adventures GmbH
3.1. Vorstellung des Unternehmens
3.2. Interne Kommunikationsprobleme
3.2.1. Diskrepante Kommunikation
3.2.2. Selbstoffenbarungsangst
3.2.3. Fehlende Kommunikation

4. Lösungsansätze
4.1. Klärendes Gespräch
4.2. Entwicklung zum Team

5. Ausblick und Erkenntnisgewinn

6. Abbildungsverzeichnis

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Daß wir miteinander reden können, macht uns zu Menschen“[1]. Hinter diesem ziemlich banal anmutenden Zitat des deutschen Philosophen Karl Jaspers steckt womöglich viel mehr dahinter, als es im ersten Moment den Anschein hat. Denn in welchem Zustand befände sich heute unsere Gesellschaft, ohne der Fähigkeit zu kommunizieren? Wahrscheinlich hätte es die Menschheit nicht weit gebracht und der Begriff einer funktionierenden Gesellschaft wäre uns ein Fremdwort. Im weiteren Sinne würden wir gar keine Wörter kennen, denn Kommunikation basiert zunächst auf Wort und Sprache, welche wir akustisch und visuell aufnehmen und weitergeben. Diese Gabe ist ein entscheidender Faktor, der Menschen vom Tier unterscheidet. Ein Faktor, welcher uns ermöglicht hat die Welt zu erobern, aber uns auch befähigt diese ins Unglück zu stürzen. Ob Fortschritt oder Rückschritt, es ist alles eine Frage der richtigen Kommunikation. Es liegt also an uns diese Mittel richtig einzusetzen. „Kommunikation ist eine Säule der modernen Gesellschaft. Wer nicht miteinander redet, kann nicht urteilen“[2]. Das richtige Urteilsvermögen durch erfolgsorientiertes Kommunizieren ist nicht nur in unserem Privatleben ein wichtiges Gut, sondern auch im Berufsleben ein unverzichtbarer Bestandteil. Der vielbeschworene Unternehmenserfolg baut seine Stützpfeiler ebenso auf funktionierende interne und externe Kommunikation, wie auch auf Fachkompetenz oder Ressourcen. Sind folglich gravierende Schwierigkeiten und Probleme in der Unternehmenskommunikation vorhanden, ist somit automatisch die komplette Unternehmung gefährdet.

Diese Studienarbeit wird sich mit der Problematik der internen Unternehmenskommunikation auseinandersetzten. Dies wird am Fall des fiktiven Unternehmens Müller Adventures GmbH dargelegt. Dabei handelt es sich um eine ehemals sehr erfolgreiche Eventagentur, welche ihre momentane Schwäche an der sehr schlechten und mangelnden internen Kommunikation ausgemacht hat. Es gilt einen stark verbesserten Kommunikationszustand zu generieren. Um hierfür Lösungsansätze zu erarbeiten, benötigt es unabdingbare Kenntnisse aus der Kommunikationstheorie. Das Ziel ist es, aus den Erkenntnissen der Theorie, kombinierbare und bestmögliche Konsequenzen für die Praxis zu ziehen. Hierfür werde ich zunächst ausführlich auf drei Kommunikationsmodelle und Theorien eingehen, bevor ich die hierdurch erlangten Erkenntnisse zu Lösungen für die Müller Adventures GmbH umwandeln werde.

Beginnen wird diese Arbeit mit den klassischen aber stets aktuellen Lehren von Paul Watzlawick, welcher besonders durch seine Erarbeitung des auf fünf pragmatischen Axiomen basierenden Kommunikationsmodells eine der prägenden Köpfe des 20. Jahrhunderts auf diesem Themengebiet darstellt. Danach wird das Modell nach Shannon und Weaver erarbeitet. Sehr interessant ist es, dieses Modell im Vergleich zu Watzlawick zu betrachten, denn neben einigen Gemeinsamkeiten treten auch gravierende Unterschiede auf. Abschließend wird das Kommunikationsquadrat nach Friedemann Schulz von Thun vorgestellt.

2. Kommunikationsmodelle

2.1. Das Kommunikationsmodel nach Watzlawick

2.1.1. Anmerkungen zu Watzlawick?

Paul Watzlawick wurde am 25. Juli 1921 in Villach, Österreich geboren und starb am 31. März 1921 in Palo Alto, USA. Er war Kommunikationswissenschaftler, Psychotherapeut, Psychoanalytiker, Soziologe, Philosoph und Autor in einer Person. Er lebte, forschte und arbeitete hauptsächlich in seinerWahlheimat Kalifornien.

Einem breiten Publikum im deutschsprachigen Raum wurde er besonders durch seine populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen zur Kommunikationstheorie bekannt. Besonders hervorzuheben ist sicherlich sein Buch „Menschliche Kommunikation - Formen Störungen Paradoxien“, welches 1968 erschienen ist und mittlerweile, noch immer unverändert, in 12. Auflage, als absolutes Standardwerk anzusehen ist[3].

2.1.2. Die fünf Axiome des Models nach Watzlawick

Nach Watzlawick ist die Kommunikation als offenes System zu betrachten. Darunter versteht man die Tatsache, dass zwei kommunizierende Individuen nicht in einer Beziehung stehen, sondern zusammen ein Ganzes bilden. In diesem System steht neben dem Inhalt, besonders der Zwischenmenschliche Aspekt im Fokus. Diesem Grundgedanken folgend, entwickelte Watzlawick ein Modell, dass auf fünf Grundannahmen fußt, sogenannte pragmatische Axiome. Diese Axiome sind eindeutig zwischenmenschlicher Natur[4].

Das erste pragmatische Axiom beschreibt „Die Unmöglichkeit, nicht zu kommunizieren“. Watzlawick sieht somit den Inhalt des gesprochen Worts nicht als einziges Element der Kommunikation. Er rückt viel mehr das Verhalten jeglicher Art in den Mittelpunkt. Somit sind paralinguistische Phänomene wie Tonfall, Geschwindigkeit der Sprache, oder Lachen genauso wichtig wie Körperhaltung und Ausdrucksbewegungen[5]. „Man kann auch nicht sagen, dass Kommunikation nur dann stattfindet, wenn sie absichtlich, bewusst und erfolgreich ist, d.h., wenn gegenseitiges Verständnis zustande kommt.“[6] Somit findet Kommunikation immer statt, denn Ignoranz oder Schweigen gibt genau so einen Ausdruck oder eine Botschaft wieder, wie auch flüssiges sprechen. Man kann folglich nicht nicht kommunizieren.

Dem zweiten Axiom zu Folge, findet man in jeder Kommunikation einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt. In erster Linie ist der Inhalt jeder Mitteilung eine reine Sachinformation. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Information wahr oder falsch ist. „Gleichzeitig aber enthält jede Mitteilung einen weiteren Aspekt, der viel weniger augenfällig, doch ebenso wichtig ist - nämlich einen Hinweis darauf, wie ihr Sender sie vom Empfänger verstanden haben möchte.“[7] Der Beziehungsaspekt bestimmt also die Interpretation des Inhalts einer Mitteilung und zeigt folglich die emotionale Beziehung eines Kommunikationspartners gegenüber dem anderen.

Ein klassisches Beispiel hierfür ist nach Watzlawick die Frage nach der Echtheit von Perlen an einer Halskette. Diese Frage kann der Träger der Kette als Neid, Bewunderung, Verachtung oder reine Informationsfrage auffassen. Wie diese Frage schlussendlich interpretiert wird, hängt schlichtvon der Definition der Beziehung der Kommunikationspartner ab. Der Beziehungsaspekt bestimmt folglich den Inhaltsaspekt. Dies wird als Metakommunikation bezeichnet.[8]

Das dritte pragmatische Axiom beschäftigt sich mit der Interaktion. Meistens beschreiben Sender und Empfänger eines Kommunikationsablaufs ihre jeweiliges Verhalten als Reaktion auf den anderen. Dies bedeutet, dass jeder Kommunikationsteilnehmer einer Interaktion, entsprechend seiner Sichtweise, der Beziehung eine Struktur gibt. Eine daraus häufig resultierende Folge aus dem Alltag, ist die Problematik innerhalb eines Streits zwischen Partner und Partnerin. Jeder Partner setzt einen anderen Anfangspunkt und wirft dem anderen vor angefangen zu haben.[9] Daraus ergibt sich folgendes Konfliktschema (Oszillation):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Kreisförmigkeit der Interaktion nach Watzlawick

[...]


[1] http://www.zitate.de/kategorie/Kommunikation?page=3 (10.02.2014t

[2] htlps://www.aphorismen.de/suche?f_t.hema=Kommunikat.ion&seit.e=3 (10.02.2014t

[3] Vgl. Watzlawick/Beavin/Jackson (2011), Rück- und Innenseite

[4] Vgl. http://www.projekt-pin.net/themen/themen-komm-c/themen-kommtheorien- c/grundlmenschlicherkommunikation, Kommunikation, S.10

[5] Vgl. Watzawick/Beavin/Jackson (2011), S. 58

[6] Watzlawick/Beavin/Jackson(2011), S.59-60

[7] Watzlawick/Beavin/Jackson(2011), S.61

[8] Vgl. Watzlawick/Beavin/Jackson (2011), S.61-S.64

[9] Vgl. http://www.germanist.ik-kommprojekt..uni-oldenburg.de/sit.es/l/l_05.ht.ml#ankerl_05d (20.02.20141 5

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Kommunikation im Unternehmen. Wie können Kommunikationsprobleme gelöst werden?
Untertitel
Problemlösung anhand eines fiktiven Beispiels
Hochschule
Hochschule für angewandtes Management GmbH  (BWL)
Veranstaltung
Kommunikation
Note
2,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
15
Katalognummer
V313941
ISBN (eBook)
9783668130173
ISBN (Buch)
9783668130180
Dateigröße
594 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
BWL, Kommunikation, HAM, Kommunikationsschwierigkeiten, Hochschule für angewandtes Management
Arbeit zitieren
Alexander Bodev (Autor), 2014, Kommunikation im Unternehmen. Wie können Kommunikationsprobleme gelöst werden?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313941

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