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Elemente und Wirkungsweise des Phantastischen in "Bulemanns Haus" von Theodor Storm

Título: Elemente und Wirkungsweise des Phantastischen in "Bulemanns Haus" von Theodor Storm

Trabajo Escrito , 2015 , 13 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Pauline Breitwieser (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Bulemanns Haus erschien 1864 als eines von drei Märchen von Theodor Storm. Die beiden weiteren Märchen Die Regentrude und Der Spiegel des Cypranius, sowie die Erzählung Am Kamin gelten als ein wichtiger Entwicklungsabschnitt in der Erzählkunst Storms. Laut Winfried Freund ist Storm sogar der einzige phantastische Erzähler von Rang im poetischen Realismus, der diesen „wirkungsvoll phantastisch ausweitet und vertieft, indem er erzählend in Tiefenschichten der Wirklichkeit und des Bewußtseins vorstößt."

Dies zu untersuchen hat sich die vorliegende Arbeit zum Ziel gesetzt. Sie unterstellt, dass die von Storm postulierte Besonderheit mit dem Begriff der literarischen Phantastik korreliert. Hierzu wird versucht den Begriff der Phantastik annäherungsweise zu fassen, da eine allgemeinverbindliche Definition nicht möglich ist. Der Text wird auf verschiedenen Ebenen auf Merkmale und Wirkungsweisen der literarischen Phantastik hin untersucht. Hierzu werden die Erzählstruktur, Handlungspersonal und die Symbolik diverser Motive herangezogen.

Kernfrage der vorliegenden Arbeit ist also: In wie weit handelt es sich bei Bulemanns Haus um einen Text der literarischen Phantastik und wie wird diese phantastische Wirkung erzielt?

Bei weitest gehender Betrachtung erweist sich Bulemanns Haus interpretatorisch als gesellschaftskritisch. Zu fragen ist, ob sich die Geschichte gegen die zur damaligen Zeit fortschreitende Ökonomisierung aller Lebensbereiche wendet oder ob eine Ausdeutung nach dem christlichen Moral- und Erlösungsgedanken, wie sie oft zum Beispiel in Märchen anzutreffen ist naheliegend: Die guten Christen werden erlöst, die Bösewichte verdammt.

Auch dass im poetischen Realismus und insbesondere bei Theodor Storm die phantastischen Elemente der Spätromantik wieder verstärkt aufgegriffen werden fällt auf. Storm selbst schreibt 1866 in einem Brief an seine Eltern, dass er sich „zur Erholung der unerbitterlichen Wirklichkeit ins äußerste Reich der Phantasie flüchten [muss].“ Phantasie und Phantastik werden als Gegenentwurf zur Realität empfunden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionsversuche Phantastik

3. Phantastische Elemente in „Bulemanns Haus“

3.1. Bulemann

3.2. Die Katzen

3.3. Das Haus

4. Wirkungsweise des Phantastischen

4.1. Der Erzähler

4.2. Die Außenwelt und das Christentum

5. Gesamtinterpretation

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Theodor Storms Märchen „Bulemanns Haus“ im Hinblick auf die literarische Phantastik. Dabei wird analysiert, inwieweit phantastische Elemente zur inhaltlichen Gestaltung und zur Erzählwirkung beitragen, und ob die Geschichte eine gesellschaftskritische Lesart zulässt.

  • Analyse der phantastischen Elemente in Theodor Storms „Bulemanns Haus“.
  • Untersuchung der Erzählstruktur und der Rolle des Erzählers.
  • Interpretation der Symbolik von Handlungspersonal und Motiven.
  • Erörterung der gesellschaftskritischen Dimensionen, insbesondere der Kapitalismuskritik.
  • Vergleich von phantastischer Innenwelt und christlich geprägter Außenwelt.

Auszug aus dem Buch

3.3. Das Haus

Bulemanns Haus bildet in dieser Erzählung den Rahmen für alles Phantastische, denn alle Vorkommnisse, die sich phantastischer Natur zuordnen lassen, geschehen innerhalb des Hauses. Von außen lässt sich an dem Haus nichts Ungewöhnliches oder Auffälliges feststellen: schmal, drei Stockwerke hoch, ein erkerartiger Ausbau, alt, verfallen (S. 109). Jedoch erinnert es von seinen Eigenschaften etwas an das Aussehen von Bulemann selbst (erkerartiger Ausbau = Bulemanns Hakennase, Statur). Es steht in der Düsternstraße in einer norddeutschen Seestadt (S. 109). Auch das Setting im Inneren des Hauses, beschrieben vom jungen Leberecht, ist nicht weniger unheimlich. Die Treppen sind schmal und dunkel, der Flur ist klein und dämmrig, die Räume sind öde (S. 109ff.). Ungewöhnlich ist, dass die Treppe genau 77 Stufen hat, doch steht die Zahl Sieben in Sagen und Märchen für eine verzauberte Ordnung und somit beste Voraussetzung für phantastische Geschehnisse.

Parallel zu Bulemanns Verwandlung in eine geisterhafte Erscheinung wird auch das Haus mehr und mehr zum Spukhaus, binnen drei Tagen rostet das Schloss, zwischen den Ritzen der Treppe beginnt das Gras zu wachsen und der Messingklopfer wird schwarz vor Grünspan (S. 126). Nach weiteren Jahrzehnten wuchert der Schwamm aus den Dielenritzen, der Gips an den Decken löst sich und stürzt herab, was in einsamen Nächten ein unheimliches Echo verursacht. Das Haus steht schweigend und verlassen. Der Grad des unheimlichen Spukhauses wird noch gesteigert, da an mehreren Textstellen deutlich gemacht wird, wie der Mond in das Haus fällt. Aufgrund seiner Architektur und des Erkers mit den Fenstern kann das Mondlicht nachts besonders gut in das Haus scheinen (S. 109/110/128). In Bulemanns Haus scheint es geradezu, als wäre es öfter Nacht als normal. So murmelt er an einer Stelle: „(…) die Nacht ist so lang, so viel Mal bin ich aufgewacht, und noch immer scheint der Mond.“ (S 130). Das gesamte Haus wirkt wie tot und auf jeden Fall unbewohnt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Werk „Bulemanns Haus“ von Theodor Storm ein, ordnet es literarisch ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Wirkung des Phantastischen.

2. Definitionsversuche Phantastik: Hier werden theoretische Ansätze diskutiert, die Schwierigkeiten einer allgemeingültigen Definition des Begriffs „Phantastik“ aufzeigen und das Unheimliche miteinbeziehen.

3. Phantastische Elemente in „Bulemanns Haus“: In diesem Kapitel werden die Charaktereigenschaften von Bulemann, die Bedeutung der Katzen sowie die Funktion des Hauses als Schauplatz analysiert.

4. Wirkungsweise des Phantastischen: Dieses Kapitel untersucht die Erzähltechnik, die Rolle des Erzählers und den Kontrast zwischen der phantastischen Welt und der christlich geprägten Außenwelt.

5. Gesamtinterpretation: Abschließend wird die Erzählung als gesellschaftskritische Kapitalismuskritik interpretiert, in der das Phantastische als Instrument der Strafe dient.

Schlüsselwörter

Bulemanns Haus, Theodor Storm, literarische Phantastik, Poetischer Realismus, Unheimliches, Geiz, Habgier, Kapitalismuskritik, Erzählstruktur, Symbole, Märchen, Gespenst, christliche Moral, Binnenerzähler, Verunsicherung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Theodor Storms Märchen „Bulemanns Haus“ hinsichtlich der Anwendung und Wirkung literarischer phantastischer Elemente.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Charakterisierung der Hauptfigur, die symbolische Bedeutung der Umgebung und der Katzen, sowie die Interpretation des Werkes als Kritik an gesellschaftlichen Zuständen der damaligen Zeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Kernfrage lautet: Inwieweit handelt es sich bei „Bulemanns Haus“ um einen Text der literarischen Phantastik und durch welche narrativen Mittel wird diese Wirkung erzielt?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text auf verschiedenen Ebenen – Erzählstruktur, Handlungspersonal und Motivsymbolik – untersucht und mit Sekundärliteratur verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die phantastischen Elemente (Charakter, Katzen, Haus), die Rolle des Erzählers sowie das Kontrastverhältnis zwischen der phantastischen Innenwelt und der christlich orientierten Außenwelt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Theodor Storm, literarische Phantastik, Bulemanns Haus, Kapitalismuskritik, Unheimliches und Symbolik.

Warum ist das „silbern Becherlein“ für die Interpretation so wichtig?

Der Becher fungiert als lebensspendendes Symbol und verdeutlicht Bulemanns Habgier, da er ihn aus Eigennutz verkaufte, womit er seine letzte Chance auf göttliche Gnade verspielt.

Welche Rolle spielt die Zahl Sieben in Bezug auf das Haus?

Die sieben Stufen der Treppe werden im Kontext der literarischen Symbolik als Zeichen für eine „verzauberte Ordnung“ gedeutet, die den Schauplatz optimal für phantastische Ereignisse vorbereitet.

Final del extracto de 13 páginas  - subir

Detalles

Título
Elemente und Wirkungsweise des Phantastischen in "Bulemanns Haus" von Theodor Storm
Universidad
University of Augsburg
Calificación
1,0
Autor
Pauline Breitwieser (Autor)
Año de publicación
2015
Páginas
13
No. de catálogo
V314077
ISBN (Ebook)
9783668131927
ISBN (Libro)
9783668131934
Idioma
Alemán
Etiqueta
Theodor Storm Phantastik Bulemanns Haus
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Pauline Breitwieser (Autor), 2015, Elemente und Wirkungsweise des Phantastischen in "Bulemanns Haus" von Theodor Storm, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314077
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