Diese Arbeit widmet sich dem Sprachareal Südasien, das als eines der best erforschten Sprachareale gilt. Darüber hinaus ist es ein Sprachareal mit einer sehr hohen Sprachenvielfalt. Diese Arbeit untersucht fünf Sprachen unterschiedlicher Sprachfamilien, für die erst in den letzten Jahren umfassende Grammatiken verfasst wurden: Palula, Betta Kurumba, Bantawa, Kurtöp und Upcountry Sri Lanka Malay.
Die Untersuchung bezieht sich auf die syntaktischen Arealen Merkmale, die verschiedene Wissenschaftler als solche belegt haben: SOV-Wortfolge, die Dativ Subjekt Konstruktion, Konverben, Compound Verbs sowie der Quotativ. Die Arbeit bietet somit einen Einblick in die Vielfalt möglicher Realisationen dieser syntaktischen Merkmale, in die Syntax Südasiatischer Sprachen und in Arealtypologie.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hintergrundinformation zu den untersuchten Sprachen
2.1. Palula (Indoarisch)
2.2. Betta Kurumba (Dravidisch)
2.3. Tibetobirmanische Sprachen des Himalaya
2.3.1. Bantawa
2.3.2. Kurtöp
2.4. Upcountry Sri Lanka Malay
3. Die untersuchten Merkmale
3.1. SOV Wortfolge
3.1.1. Wortfolgetypologie in Palula
3.1.2. Wortfolgetypologie in Betta Kurumba
3.1.3. Wortfolgetypologie in Bantawa
3.1.4. Wortfolgetypologie in Kurtöp
3.1.5. Wortfolgetypologie in Sri Lanka Malay
3.2. Dativ Subjekt Konstruktion
3.2.1. Non-nominative Subjekte in Palula
3.2.2. Das Dativ Subjekt in Betta Kurumba
3.2.3. Non-nominative Subjekte in Bantawa
3.2.4. Das Lokativ Subjekt in Kurtöp
3.2.5. Das Dativ Subjekt in Sri Lanka Malay
3.3. Konverben (‘conjunctive participles’)
3.3.1. Konverben in Palula
3.3.2. Konverben in Betta Kurumba
3.3.3. Konverben in Bantawa
3.3.4. Konverben in Kurtöp
3.3.5. Konverben in Sri Lanka Malay
3.4. Compound Verbs
3.4.1. Compound Verbs in Palula
3.4.2. Compound Verbs in Betta Kurumba
3.4.3. Compound Verbs in Bantawa
3.4.4. Compound Verbs in Kurtöp
3.4.5. Compound Verbs in Sri Lanka Malay
3.5. Der Quotativ
3.5.1. Der Quotativ in Palula
3.5.2. Der Quotativ in Betta Kurumba
3.5.3. Der Quotativ in Bantawa
3.5.4. Der Quotativ in Kurtöp
3.5.5. Der Quotativ in Sri Lanka Malay
4. Konklusion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Realisation ausgewählter syntaktischer Merkmale des Sprachareals Südasien in fünf spezifischen Sprachen (Palula, Betta Kurumba, Bantawa, Kurtöp und Upcountry Sri Lanka Malay), um deren areale Zugehörigkeit zu bestätigen und die Vielfalt ihrer syntaktischen Strukturen aufzuzeigen.
- Syntaktische Arealtypologie in Südasien
- Untersuchung der SOV-Wortfolgetypologie
- Analyse der Dativ-Subjekt-Konstruktionen
- Vergleichende Studie zu Konverben und Compound Verbs
- Untersuchung von Quotativ-Markern
Auszug aus dem Buch
3.1. SOV-Wortstellung
Das erste Merkmal, auf das die fünf im vorausgehenden Kapitel genannten Sprachen untersucht werden, ist ihre Wortfolgetypologie, ein zentral bedeutendes Merkmal. SOV als unmarkierte Wortfolge ist das im Areal am weitesten verbreitete Merkmal. Es gibt nur wenige Ausnahmen, von denen die bekanntesten Khasi (AA, verbmedial) und Kashmiri (IA, V2) sind (Subbarao 2012: 18; Ebert 2006: 558). Problematisch in der Bewertung als areales Merkmal ist allerdings die Tatsache, dass die SOV Wortstellung, wenn auch nicht im selben Maße, auch in Zentral- und Nordostasien verbreitet ist (Ebert 2006: 558).
Das Merkmal ist für die Untersuchung des Areals von besonderer Bedeutung, da es auf verschiedene Weisen syntaktische Ähnlichkeiten zwischen Sprachen bedingt. Zum einen führt die Tatsache, dass die Sprachen Südasiens die Wortfolge SOV aufweisen dazu, dass sie gemäß Greenbergs word order universals noch weitere syntaktische Ähnlichkeiten aufweisen, z.B. Postpostionen, GEN-N; Adj-N (Masica 1976: 13). Zum anderen kann die Tatsache, dass sie die gleiche Wortfolge besitzen, eine weitere syntaktische Annäherung erleichtern. Ein Indiz für letzteres stellt Khasi dar: Es weicht von der SOV Wortstellung ab und weist trotz Sprachkontakt kaum syntaktische Konvergenz auf (Subbarao 2012: 33).
Des Weiteren gilt: Je freier die Wortstellung in Bezug auf S, V und O, desto leichter ändert sich die unmarkierte Wortfolge durch Sprachkontakt. Elemente, die einen niederen Rang in der Konstituentenhierarchie einnehmen, sind nicht so schnell durch Sprachkontakt in ihrer Wortfolge wandelbar, wie die Konstituenten, die weit oben in der Konstituentenhierarchie liegen (Masica 1976: 15). So sind einige südasiatische IA Sprachen typologisch gesehen disharmonisch, wenn sie z.B. trotz SOV Wortfolge beispielsweise Präpositionen besitzen (Subbarao 2012: 19).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definition des Begriffs Sprachareal und Begründung der Auswahl von fünf spezifischen Sprachen für die syntaktische Untersuchung.
2. Hintergrundinformation zu den untersuchten Sprachen: Detaillierte Darstellung der soziolinguistischen Situation, Klassifikation und des Sprachkontakts der fünf gewählten Sprachen.
3. Die untersuchten Merkmale: Analyse der zentralen syntaktischen Phänomene (Wortfolge, Dativ-Subjekte, Konverben, Compound Verbs, Quotativ) in den gewählten Sprachen.
4. Konklusion: Zusammenfassende Auswertung der Untersuchungsergebnisse und Bestätigung der arealen Zugehörigkeit sowie der Vielfalt der Realisationen.
Schlüsselwörter
Sprachareal, Südasien, Syntax, SOV-Wortfolge, Dativ-Subjekt, Konverben, Compound Verbs, Quotativ, Sprachkontakt, Typologie, Palula, Betta Kurumba, Bantawa, Kurtöp, Sri Lanka Malay
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, inwiefern spezifische syntaktische Merkmale, die für das Sprachareal Südasien charakteristisch sind, in fünf ausgewählten, zum Teil bisher wenig dokumentierten Sprachen vorhanden sind.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind die syntaktische Arealtypologie, Sprachkontakt und die linguistische Analyse morphosyntaktischer Konstruktionen in verschiedenen Sprachfamilien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, durch die Untersuchung von fünf ausgewählten Sprachen die areale Zugehörigkeit und die syntaktische Vielfalt im Areal Südasien zu bestätigen und zu illustrieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine vergleichende syntaktische Analyse auf Basis existierender Grammatiken und Daten der gewählten Sprachen durchgeführt, um die Übereinstimmung mit arealtypischen Merkmalen zu prüfen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden fünf spezifische Merkmale – SOV-Wortfolge, Dativ-Subjekt-Konstruktion, Konverben, Compound Verbs und der Quotativ – für jede der fünf Sprachen detailliert analysiert.
Welche Sprachen stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?
Die untersuchten Sprachen sind Palula, Betta Kurumba, Bantawa, Kurtöp und Upcountry Sri Lanka Malay.
Inwiefern unterscheidet sich Sri Lanka Malay in seiner syntaktischen Struktur?
Sri Lanka Malay zeigt aufgrund seiner Entstehungsgeschichte als Kreolsprache und des Einflusses von Sinhala und Tamil Abweichungen, wie etwa eine freiere Wortstellung und eine historische Entwicklung mit SVO-Struktur.
Warum wird die Dativ-Subjekt-Konstruktion in einigen Sprachen abweichend realisiert?
In Sprachen wie dem Bantawa oder Kurtöp existiert keine klassische Dativ-Konstruktion, da diese Sprachen entweder keinen Dativ bilden oder das Merkmal nur über andere oblique Kasus oder spezifische Possessor-Strukturen realisiert wird.
- Citation du texte
- Sarah König (Auteur), 2014, Merkmale des Sprachareals Südasien. Eine syntaktische Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314136