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Soziale Disparitäten in Innenstädten. Der "kriminelle" Raum

Ein Beitrag zur Kritischen Geographie

Título: Soziale Disparitäten in Innenstädten. Der "kriminelle" Raum

Trabajo Escrito , 2014 , 16 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Henning Jensöntner (Autor)

Ciencias de la Tierra / Geografía - Otros
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In der modernen Humangeographie hat die „kritische Geographie“ eine Schlüsselrolle übernommen. In den 1970er Jahren ersetzte sie im angloamerikanischen Sprachraum die bis dahin sehr quantitativ geprägte Arbeitsweise. Kritisch nahm sie mit ihrer strukturalistischen Ausrichtung Einfluss auf geographische Themen.

In der folgenden Ausarbeitung wird auf die Ursprünge der „Kritischen Geographie“ eingegangen. Dazu zählt ein Diskurs zu den Aussagen des Marxismus und dessen gegenwärtige Strömungen, sowie die nähere Beleuchtung führender „kritisch-geographischer“ Forscher. Des Weiteren wird auf die Kernaussagen und Raumperspektiven eingegangen. Insbesondere Henri Lefebvres Raumkonzept und das Konzept der „scale Debatte“ werden gesondert betrachtet. Hierfür ist es auch notwendig, sich näher mit den, der „Kritischen Geographie“ nahe stehenden, Forschungsströmungen – wie etwa der Politischen Geographie und der Geopolitik - zu beschäftigen.

Die „Kritische Geographie“ bietet in ihrer breiten Auslegung folglich durchaus die Möglichkeit, viele Themenbereiche des Alltags zu untersuchen. Insbesondere der „Ausverkauf der Städte“, damit ist die stetige Privatisierung öffentlichen Raumes gemeint, lassen sich in der Veröffentlichungen häufig wiederfinden. „Wem gehört die Stadt?“ sind häufige Phrasen, mit denen linke Aktivisten ebenso zahlreich auf sich aufmerksam machen.

Ein weiteres Phänomen der Gegenwart, welches durch einen „globalisierten Stadtmarkt“ entstand, führt man unter dem Begriff der „unternehmerischen Stadt“. Städte sind einem weltweiten Konkurrenzkampf unterlegen und nutzen ihre Stellung innerhalb des Stadt-Containerraums zu diesem Zwecke aus. Gemeint ist die Ästhetik einer (Innen-)Stadt: Beispielsweise allgemeine Sauberkeit und (prägende) Architektur. Zu einem sauberen Image zählt auch das Sicherheitsgefühl, die Abwesenheit von Kriminalität. Sicherheit und Kriminalität sind Begriffe, die immer wieder bei politischen Diskussionen und in Wahlkämpfen zu Tage treten. Empfindliche Reaktionen sind die Folge, da ein Gefühl der Sicherheit unabdingbar zum Image eines Ortes dazugehört. Negative, durch Kriminalität hervorgerufene, Erfahrungen werden in den Medien vermittelt und treten in den verschiedensten Formen täglich auf.

In dieser Hausarbeit wird, der „kritischen Geographie“ entsprechend, untersucht, ob eine Gleichschaltung von Raum und Kriminalität stattfindet und wie diese im (historisch-materialistischen) Kontext einzuordnen ist.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ursprung und Kernaussagen der „Kritischen Geographie“

2.1 Die marxistische Theorie und seine Übertragung auf die Kritische Geographie

2.1.1. Die blockierte Marx-Rezeption im Westen

2.2 Die Raumproduktion nach Henri Lefebvre

2.3 Die „scale-Debatte“

2.4. Kurze Zusammenfassung der Kernaspekte der „Kritischen Geographie“

3. Soziale Disparitäten in (Innen-)Städten anhand eines Praxisbeispiels aus Bremen

3.1 Die „kriminelle“ Innenstadt in der Praxis

3.2 Legitimation der Betretungsverbote

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die praktische Anwendung der „Kritischen Geographie“. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Raum und soziale Kontrolle im Kontext einer unternehmerischen Stadt miteinander verkoppelt werden und welche ideologischen Mechanismen hinter Maßnahmen wie Betretungsverboten stehen.

  • Historische Entwicklung und Einflüsse der Kritischen Geographie
  • Raumproduktion nach Henri Lefebvre
  • Die „scale-Debatte“ als Instrument sozialer Machtausübung
  • Soziale Disparitäten und Kriminalisierung in Innenstädten
  • Fallbeispiel: Betretungsverbote in Bremen

Auszug aus dem Buch

3.2 Legitimation der Betretungsverbote

Legitimiert werden diese Betretungsverbote durch Verfügungen der Stadtverwaltungen. In Bremen berufen sich Ordnungskräfte auf folgende Zeilen:

„[…]Ihnen wird der Aufenthalt in dem Gebiet, das in dem beiliegenden Stadtplan schwarz umrandet ist, untersagt. […] Sie sind wegen Handels mit Betäubungsmitteln in Erscheinung getreten und gefährden hierdurch in erheblichem Maße die öffentliche Sicherheit. Der Bereich des bremischen Stadtgebietes, der in dem beiliegenden Stadtplan schwarz umrandet ist, gilt als besonderer Gefahrenort für Händler und Konsumenten von Rauschgiften. In diesem Bereich sind Sie angetroffen worden. Um zu verhindern, dass Sie in diesem Bereich weitere Straftaten wegen Handelns mit Betäubungsmitteln verüben und damit die öffentliche Sicherheit gefährden, ist das Aufenthaltsverbot erforderlich. […] Diese Anordnung ist auch angemessen: das öffentliche Interesse überwiegt gegenüber Ihrem Privatinteresse, sich im gesamten Bezirk der Stadtgemeinde Bremen aufhalten zu dürfen“ (BELINA 1999: 62 nach ARAB 1997).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Entstehung der „Kritischen Geographie“ als Gegenbewegung zur quantitativen Forschung ein und skizziert die methodische Ausrichtung der Arbeit.

2. Ursprung und Kernaussagen der „Kritischen Geographie“: Dieses Kapitel behandelt die marxistischen Grundlagen, Lefebvres Raumtheorie sowie die „scale-Debatte“ als konzeptionelles Fundament der Disziplin.

3. Soziale Disparitäten in (Innen-)Städten anhand eines Praxisbeispiels aus Bremen: Das Kapitel verknüpft kriminologische Stadtanalysen mit der politischen Praxis und analysiert die Funktion von Betretungsverboten.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Mechanismen der räumlichen Ausgrenzung zusammen und kritisiert die Instrumentalisierung von Sicherheitspolitik durch Stadtverwaltungen.

Schlüsselwörter

Kritische Geographie, Raumproduktion, Henri Lefebvre, Marxismus, Scale-Debatte, Soziale Disparitäten, Stadtentwicklung, Betretungsverbote, Kriminalisierung, Öffentlicher Raum, Machtasymmetrien, Unternehmerische Stadt, Sicherheitsgefühl, Bremen, Raumtheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit setzt sich kritisch mit der humangeographischen Perspektive auf Raum, Machtverhältnisse und soziale Kontrolle auseinander.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Kritischen Geographie, marxistischen Raumtheorien und der Analyse von Ausgrenzungsprozessen in modernen Städten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die ideologische Verkopplung von Kriminalität und Raum zu hinterfragen und zu verstehen, wie städtische Eliten den Raum für ihre Interessen steuern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und die qualitative Aufarbeitung von Fallbeispielen, insbesondere im Bereich der kriminologischen Raumforschung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen von Lefebvre und der „scale-Debatte“ konkrete stadtpolitische Maßnahmen, wie Betretungsverbote in Bremen, analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind unter anderem „Kritische Geographie“, „Raumproduktion“, „Betretungsverbote“ und „unternehmerische Stadt“.

Welche Rolle spielt die „unternehmerische Stadt“ in der Argumentation?

Sie dient als Rahmen, in dem Städte um Investitionen und Kaufkraft konkurrieren, was häufig zur Verdrängung unerwünschter Personengruppen aus dem Stadtbild führt.

Wie werden Betretungsverbote im Text begründet?

Sie werden formal mit dem Schutz der öffentlichen Sicherheit und der Vermeidung von Kriminalität durch die Stadtverwaltung legitimiert.

Welche Kritik übt der Autor an den städtischen Sicherheitsmaßnahmen?

Der Autor kritisiert, dass Menschen durch diese Verbote zu abstrakten Objekten degradiert werden und die Maßnahmen der „Intensivierung der sozialen Kontrolle“ dienen.

Warum wird das Fallbeispiel Bremen herangezogen?

Bremen dient als konkretes Praxisbeispiel für die Umsetzung von Betretungsverboten gegen als kriminell markierte Gruppen, um das Stadtbild für Konsumenten „sauber“ zu halten.

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Detalles

Título
Soziale Disparitäten in Innenstädten. Der "kriminelle" Raum
Subtítulo
Ein Beitrag zur Kritischen Geographie
Universidad
Johannes Gutenberg University Mainz  (Geographisches Institut)
Calificación
1,3
Autor
Henning Jensöntner (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
16
No. de catálogo
V314137
ISBN (Ebook)
9783668132993
ISBN (Libro)
9783668133006
Idioma
Alemán
Etiqueta
soziale disparitäten innenstädten raum beitrag kritischen geographie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Henning Jensöntner (Autor), 2014, Soziale Disparitäten in Innenstädten. Der "kriminelle" Raum, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314137
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