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Altenpflegepolitik in Deutschland und Schweden im Vergleich

Título: Altenpflegepolitik in Deutschland und Schweden im Vergleich

Tesis de Maestría , 2004 , 120 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Christiane Landsiedel (Autor)

Sociología - Vejez
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Das Thema ‚Pflege für Ältere’ ist in allen zeitgenössischen Gesellschaften zu einer bedeutenden
politischen Angelegenheit geworden und wird deshalb auch immer häufiger
Gegenstand der vergleichenden Sozialforschung. Westliche Gesellschaften erleben derzeit
eine radikale Umschichtung der Bevölkerungsstruktur. Dieser demographische
Wandel ist oft beschrieben worden und in den Grundzügen heute relativ bekannt. Das
vielen als Schreckensszenario geltende ‚Ergrauen der Gesellschaft’ kennzeichnet als
Entwicklungstrend die westlichen Länder in ähnlicher Weise. Das Verhältnis der über
65-Jährigen zur Bevölkerung im Erwerbsalter wird sich im europäischen Durchschnitt
von gegenwärtig 22 auf 39 zu 100 im Jahr 2030 erhöhen. Die Geburtenziffern haben
sich im EU-Durchschnitt gegenüber 1960 fast halbiert und in jüngster Zeit auf dem verhältnismäßig
niedrigen Niveau von 1,5 Kindern pro Frau eingependelt (Eurostat 2003). Für die nahe Zukunft wird daher eine rückläufige bis stagnierende Gesamtbevölkerung in der EU prognostiziert (Alber 2002, S. 7; vgl. ferner 2001/4). Die deutsche Bevölkerung
erreichte vor kurzem mit knapp 40 Jahren das höchste Durchschnittsalter aller
Länder in der Europäischen Union. Deutschland und Schweden wiesen 1990 einen der
höchsten Bevölkerungsanteile der Senioren auf. Auch der Hochbetagtenanteil übertrifft
in keinem Land der EG das deutsche Ausmaß (Alber/Schölkopf 1999, S. 227). Dennoch
nehmen Deutschland und Schweden im internationalen Vergleich keine Sonderstellung,
im Sinne einer außergewöhnlichen demographischen Belastung, ein, vielmehr gehören
beide Länder einer Gruppe von Ländern an, die in besonderem Maße mit Problemen des
demographischen Wandels zu kämpfen haben (werden). Weitgehend gemeinsam sind allen Ländern Europas zwei grundlegende Trends des Strukturwandels der Altenbevölkerung: die Alterung und die Feminisierung (ebd.). Von
einer Alterung der Seniorenbevölkerung ist zu sprechen, da mehr und mehr Ältere zu
den Hochbetagten über 80 Jahren zählen. 1970 stellten die Hochbetagten im europäischen
Durchschnitt nur 11 Prozent der Altenbevölkerung, 1991 waren es 17 Prozent,
und für 2020 werden zwischen 19 und 22 Prozent erwartet1 (ebd., S. 229 ff.). Mit der
Alterung der Altenbevölkerung sind in der Regel steigende Anforderungen an die Pflegesysteme
des Sozialstaats verbunden, so nimmt bspw. Pflegebedürftigkeit im hohen
Alter stark zu. [...] 1 Die Werte variieren je nach Modellvariante.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Die vergleichende Wohlfahrtsstaatsforschung, Veränderung und Transformation

Das Konzept der sozialen Pflege

Pflege und Wohlfahrtsstaatsregime

Schlüsselelemente des Wandels des sozialen Pflegeangebots

Methodik

1. Von der Armenpflege zu sozialen Rechten

1.1 Soziale Rechte und deren Entwicklung

1.2 Das Primat der Familie – Die Familienideologie der sozialen Pflegepolitik

2. Der lange Weg zur Pflegeversicherung – Altenpflegepolitik in Deutschland

2.1 Pflegerische Dienste für Ältere im Siegel der politischen Entwicklung

2.1.1 Die Sozialstaatstradition und das Erbe der Wohlfahrtsverbände

2.1.2 Altenpflege vor der Pflegeversicherung

2.1.3 Die Reformpolitik

2.2 Die Pflegeversicherung - Prinzipien, Bestimmungen, Daten

2.2.1 Stationäre Pflege für Ältere

2.2.2 Häusliche Pflege für Ältere

2.2.3 Nebeneffekte des Angebots

2.2.3.1 Transformation des freigemeinnützigen Sektors

2.2.3.2 Die Beschäftigungssituation im Pflegebereich

2.3 Resümee

3. Soziale Dienstleistungen – Der Schlüssel zum schwedischen Wohlfahrtsstaatsmodell

3.1 Das Konzept der sozialen Dienstleistungen in der schwedischen Sozialpolitik

3.1.1 Die frühen Ideen der sozialen Pflegedienstleistungen

3.1.2 Die Periode des Aufbaus der sozialen Pflegedienstleistungen

3.1.3 Die Stufe der Erosion: soziale Pflegedienstleistungen während der Restrukturierung des Wohlfahrtsstaates

3.2 Soziale Pflegedienstleistungen

3.2.1 Stationäre Pflege für Ältere

3.2.2 Dienstleistungen der Haushaltshilfe für Ältere

3.2.3 Nebeneffekte des Angebots

3.2.3.1 Mehr Pflege durch Familie, Markt und freigemeinnützigen Sektor?

3.2.3.2 Veränderungen der Lebens- und Arbeitsbedingungen im Pflegebereich

3.3 Resümee

4. Deutschland und Schweden im Vergleich

4.1 Staatsausgaben und private Kosten – Unterschiede und Trends

4.2 Erwerbsbeteiligung der Frauen

4.3 Die Variationsbreite der Dienstleistungsanbieter

4.4 Das recht der Älteren auf pflegerische Dienstleistungen

4.5 Die Rolle der Politik

4.6 Resümee

5. Resümee: Wohlfahrtsstaatliche Regime sozialer Pflegedienstleistungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit vergleicht die Altenpflegepolitik in Deutschland und Schweden, um zu analysieren, wie sich unterschiedliche Wohlfahrtsstaatsregime auf das Angebot von Pflegedienstleistungen auswirken und welche Rolle diese für die Erwerbsbeteiligung von Frauen sowie die soziale Absicherung Älterer spielen.

  • Vergleich wohlfahrtsstaatlicher Modelle (konservativ vs. sozialdemokratisch)
  • Strukturwandel der Altenpflege und Rolle des Staates, Marktes und der Familie
  • Einfluss der Altenpflege auf die weibliche Erwerbsbeteiligung
  • Bedeutung sozialer Rechte und Dienstleistungen in der Seniorenpolitik
  • Analyse der Wohlfahrtsmischform (welfare mix) im Bereich der Altenpflege

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Die Sozialstaatstradition und das Erbe der Wohlfahrtsverbände

Das deutsche staatlich organisierte System hat eine kategoriale Orientierung: verschiedene Institutionen dienen verschiedenen Gruppen der Bevölkerung (Döring 1997). Den Kern des auf der Bismarckschen sozialen Sicherung basierenden Wohlfahrtsstaates bildet die Sozialversicherung, welche den größten Teil der abhängig Beschäftigten auf Basis einer Pflichtversicherung organisiert. Nicht erwerbstätige Personen erhalten abgeleitete Ansprüche, sofern sie zur Familie des/r Versicherten gehören. Das System der sozialen Sicherung ist in die Bereiche Prävention, Kompensation, Unterstützung und Hilfe unterteilt, wobei der Hauptfokus auf dem Bereich der Prävention liegt, also auf der sozialen Absicherung durch Renten-, Kranken-, Unfall-, Arbeitslosigkeits- und Pflegeversicherung (Ziegelmayer 2001). Der deutsche Wohlfahrtsstaat ist dem Grundsatz nach demzufolge ein Sozialversicherungsstaat und basiert nicht vorrangig auf dem Versorgungsprinzip - wie dies in Schweden der Fall ist.

Mit dem Eintritt ins Arbeitsleben tritt die verpflichtende Mitgliedschaft in der Sozialversicherung in Kraft, deren Beiträge und Leistungen durch den Staat festgesetzt werden. Die Beiträge werden teils über den Arbeitgeber und teils über den Arbeitnehmer finanziert. Dieses Modell ist stark vom Äquivalenzprinzip gezeichnet, was bedeutet, dass die Leistungen vom Ausmaß der eingezahlten Beiträge abhängen, die wiederum das Einkommen spiegeln. Dieses charakteristische Merkmal des deutschen Wohlfahrtsstaates wurde aus feministischer Perspektive heraus kritisiert: im Ernährermodell der sozialen Sicherung sind Transferzahlungen darauf ausgerichtet, entsprechend dem Äquivalenzprinzip das Einkommen und den Status des (männlichen) Lohnempfängers zu wahren (vgl.: Anttonen/Sipilä 2002; Ziegelmayer 2001). So reflektieren bspw. Rentenansprüche, Arbeitslosen- und Krankengelder die frühere Einkommensstärke des Arbeitnehmers. Das soziale Sicherungssystem basiert auf lebenslanger, vertraglich garantierter Vollzeiterwerbsarbeit oder einer vermittelten Sicherung über die Institutionen Heirat und Familie. Dieses System wurde auch in der weitaus schwierigeren ökonomischen Situation der 90er Jahre trotz der steigenden fiskalischen Belastung beibehalten.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in das Thema der Altenpflege im Kontext des demographischen Wandels und der vergleichenden Sozialforschung.

1. Von der Armenpflege zu sozialen Rechten: Historische Herleitung sozialer Rechte und deren Entwicklung von der Armenfürsorge bis hin zu modernen Bürgerrechten.

2. Der lange Weg zur Pflegeversicherung – Altenpflegepolitik in Deutschland: Analyse des deutschen Sozialversicherungssystems, der Reformpolitik und der Einführung der Pflegeversicherung als neue Säule.

3. Soziale Dienstleistungen – Der Schlüssel zum schwedischen Wohlfahrtsstaatsmodell: Untersuchung des schwedischen Modells, das auf universellen Dienstleistungen basiert und Frauen die Erwerbstätigkeit erleichtert.

4. Deutschland und Schweden im Vergleich: Direkte Gegenüberstellung der beiden Länder hinsichtlich Finanzierung, privater Kosten, Erwerbsbeteiligung der Frauen und Dienstleistungsanbieter.

5. Resümee: Wohlfahrtsstaatliche Regime sozialer Pflegedienstleistungen: Zusammenfassende Bewertung der Regimekonsistenz und der Übertragbarkeit von Typologien auf den Bereich der Altenpflege.

Schlüsselwörter

Altenpflegepolitik, Deutschland, Schweden, Wohlfahrtsstaat, Pflegeversicherung, Soziale Dienstleistungen, Sozialversicherung, Geschlechterrollen, Erwerbsbeteiligung, Subsidiarität, Universalismus, Wohlfahrtsmischform, Pflegearrangements, Sozialpolitik, Pflegedienstleistungen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einem vergleichenden Analyseansatz der Altenpflegepolitik in Deutschland und Schweden und untersucht, wie Wohlfahrtsstaaten auf den demographischen Wandel reagieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind das Verhältnis zwischen Staat, Markt und Familie, die Finanzierung von Pflegesystemen, das Konzept der sozialen Pflege und der Einfluss dieser Politik auf Frauen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist herauszufinden, ob die Integration sozialer Pflegedienstleistungen bestehende Wohlfahrtsregime-Typologien (wie die von Esping-Andersen) modifiziert oder ob die Länder eigenständige Pfade verfolgen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt den Ansatz der länderspezifischen Fallstudie, um nationale Muster und die Komplexität von Variationen in der Pflegeorganisation detailliert zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Es werden die historische Entwicklung, die spezifischen politischen Rahmenbedingungen und die Pflegesysteme beider Länder (bismarcksch-konservativ vs. sozialdemokratisch-universell) im Vergleich gegenübergestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Altenpflegepolitik, Sozialversicherung, Geschlechtergerechtigkeit, Subsidiarität, Universalismus und wohlfahrtsstaatliche Transformation.

Wie unterscheidet sich die deutsche Pflegeversicherung vom schwedischen Modell?

Deutschland basiert primär auf einem beitragsfinanzierten Versicherungssystem mit konservativen Wurzeln und Subsidiarität, während Schweden ein steuerfinanziertes, kommunal organisiertes System mit universellem Zugang anbietet.

Welchen Stellenwert nimmt die Familie in beiden Systemen ein?

In Deutschland spielt die Familie aufgrund der Subsidiarität und des Pflegegeldes eine zentrale Rolle, während das schwedische Modell eher auf staatliche Dienstleistungen setzt, um die Familie zu entlasten und Frauen die Erwerbstätigkeit zu ermöglichen.

Welche Rolle spielt die Erwerbstätigkeit von Frauen in diesem Vergleich?

Die Erwerbsbeteiligung von Frauen ist in Schweden deutlich höher, was durch das staatliche Angebot an Pflegedienstleistungen direkt unterstützt wird, wohingegen das deutsche System durch Anreize für Pflegegeld eher zur Teilzeitbeschäftigung oder zum Rückzug vom Arbeitsmarkt tendiert.

Final del extracto de 120 páginas  - subir

Detalles

Título
Altenpflegepolitik in Deutschland und Schweden im Vergleich
Universidad
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Soziologie)
Calificación
2,0
Autor
Christiane Landsiedel (Autor)
Año de publicación
2004
Páginas
120
No. de catálogo
V31421
ISBN (Ebook)
9783638324380
ISBN (Libro)
9783668105157
Idioma
Alemán
Etiqueta
Altenpflegepolitik Deutschland Schweden Vergleich
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Christiane Landsiedel (Autor), 2004, Altenpflegepolitik in Deutschland und Schweden im Vergleich, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31421
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