Aspekte des Marketings im Medizinischen Versorgungszentrum


Forschungsarbeit, 2016

17 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einführung

1 Marketing für MVZ (Medizinisches Versorgungszentrum)
1.1 Marketing für MVZ in Bezug auf die Personalstruktur
1.2 Marketing für MVZ in Bezug auf die Standorte
1.3 Marketing für MVZ in Bezug auf die regionale Marke
1.4 Marketing für MVZ in Bezug auf die Patientengewinnung
1.5 Marketing für MVZ in Bezug auf deren aktive Führung
1.6 Zwischenergebnis

2 Praxismarketing für Ärzte

I Literatur

Einführung

Die Erkenntnis, dass Gesundheit und Krankheit für jeden Menschen „Zustände von höchster Bedeutsamkeit“1 bedeuten, prägt das gesellschaftliche Denken stärker denn je, da Gesundheit als wertvolles Gut und zugleich wichtige Voraussetzung gilt, „um alle Annehmlichkeiten des Lebens genießen zu können“2. Medizinische Fragestellungen und Erkenntnisse sowie der medizinisch- technologische Fortschritt erreichen für die Gesellschaft und das Gesundheitssystem maximalen Stellenwert, weshalb es durch verschiedenste Entwicklungen in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses rückt.

Im sechsten Kontradieff-Zyklus,3 der voraussichtlich 2010 seinen Höhepunkt erreicht hat, steht der gesellschaftliche Bedarf nach Gesundheit im Mittelpunkt, welche sich nicht auf physisches Wohlbefinden beschränkt, sondern vor allem aus holistischer Sicht als soziale, physische, seelische oder ökologische Gesundheit betrachtet wird.4

Nach Nefiodow lebt das traditionelle Gesundheitswesen in erster Linie von dem fortwährenden Anstieg an Krankheiten und Kranken, da derzeit lediglich ca. 1 % der zur Verfügung stehenden Mittel in Gesundheitsfürsorge und Prävention investiert werden. Ein solches System … führt … zu der Entstehung neuer Ideen außerhalb dieses Gesundheitswesens, „nämlich dort, wo Spielraum ist und wo (…) neue Unternehmer, Manager und Wissenschaftler ihre Chance haben“5. Das MVZ in Deutschland ist eine Konstruktion, die einen solchen Spielraum organisatorisch realisieren kann. Daher ist es sinnvoll dieses MVZ, eingebettet in das Deutsche Gesundheitssystem, näher zu betrachten. kapitalistischen Ländern lange Phasen von Aufschwung und Rezession., zit. nach: Distler, B., (2010), S. 1, Renger, F., (2012), S. 1

Die Einführung Medizinischer Versorgungszentren (Kurzform: MVZs) durch den Gesetzgeber hatte verschiedene Zielsetzungen. Als grundlegend sind zu nennen:

1.) eine Verbesserung der medizinischen Qualität in der ambulanten Versorgungsstruktur
2.) eine Optimierung der integrierten Versorgung
3.) mehr Flexibilität für Ärzte unter organisatorischen Gesichtspunkten
4.) die Möglichkeit, Kapital aus der medizinischen Industrie für MVZs zu binden.

Wie auch die MVZs selbst und die dort tätigen Personen sind diese ursprünglichen Ziele ständigen Änderungen im Rahmen der aktuellen Gesetzgebung unterworfen.

Der Beitrag des MVZ zur Versorgungsstruktur ist neu - was bedeutet, dass über die Auswirkungen, also ihr Funktionieren in der Versorgungsstruktur noch nicht abschließend bewertet werden kann.

Rudimentär betrachtet lässt sich das MVZ als eine spezielle Art von Arztpraxis erklären, wobei ihre Komplexität durch die organisatorische Möglichkeit einer leichteren Vergrößerung einer MVZ-Einheit und deren Einbindung juristischer Personen in die Eigentümerstruktur zunimmt.6

1 Marketing für MVZ (Medizinisches Versorgungszentrum)

Wenngleich es das Konstrukt „Medizinisches Versorgungszentrum“ bereits seit dem Jahr 2003 gibt und die Polikliniken in der ehemaligen DDR damit vergleichbar waren, kommen MVZs erst in den letzten Jahren in Schwung. Relativ neu ist in diesem Zusammenhang die Gründung von MVZs, die nur aus einer Fachrichtung, z.B. Zahnärzten, bestehen.

» Gründe, ein MVZ zu errichten, gibt es viele und deshalb soll an dieser Stelle auch nur auf das Marketing für MVZs eingegangen werden. «7

Das Marketing für medizinische Versorgungszentren (MVZs) weist eine Reihe von Besonderheiten auf. Diese sind der Inhaberstruktur, der Anzahl verschiedener Standorte, der medizinischen Leistungsausrichtung und dem Beschäftigungsstatus der Leistungserbringer (Ärztinnen und Ärzte) geschuldet.

Bei der Inhaberstruktur von medizinischen Versorgungszentren (MVZs) sind eine Vielzahl von Varianten zu beobachten. Dazu gehören krankenhausgeführte MVZs, gemeinschaftlich organisierte MVZs, fremdfinanzierte MVZs und inhabergeführte MVZs - sowie eine Vielzahl von Mischvarianten.8

1.1 Marketing für MVZ in Bezug auf die Personalstruktur

Der Vorteil eines MVZ ist, dass beliebig viele Ärzte/Zahnärzte im Angestelltenverhältnis arbeiten dürfen. Der Nachteil ist, dass dies bei wenigen medizinischen Versorgungszentren (MVZs) zu einer relativ hohen Personalfluktuation führt. Diesen Randbedingungen muss das Marketing für MVZs Rechnung tragen. Sofern das MVZ nicht inhabergeführt ist, sollte sich die Bewerbung des MVZs nicht an den (überwiegend) angestellten Ärzten, sondern sich am Standortnamen und der Leistungsausrichtung orientieren.

[...]


1 Bourmer, H., (1985), S. 10, zit. nach: Distler, B., (2010), S. 1, Renger, F., (2012), S. 1

2 List, R., (1999), S. 1; Definitionen von Gesundheit finden sich z.B. bei der WHO, wonach Gesundheit als „ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen“ betrachtet wird (WHO (1946), S. 2). Der Medizinsoziologe Parsons definiert sie als „Zustand optimaler Leistungsfähigkeit eines Individuums, für die wirksame Erfüllung der Rollen und Aufgaben, für die es sozialisiert (Sozialisation = Einordnungsprozess in die Gesellschaft, Normen- und Werteübernahme) worden ist“; Parsons, T., (1972), S. 71, Distler, B., (2010), S. 1, Renger, F., (2012), S. 1

3 Unter den Kontradieff-Zyklen werden Wirtschaftsschwankungen verstanden, denen richtungsweisende und revolutionäre Innovationen zugrunde liegen. Der letzte Zyklus etwa bis Anfang des Jahres 2000 zeichnete sich durch Innovationstechnik aus und prägte dadurch den technologischen, wirtschaftlichen und sozialen Wandel in allen entwickelten Nationen. Das Phänomen langer Wirtschaftszyklen wurde zwar nicht auf den russischen Wissenschaftler Kontradieff zurückgeführt, ist jedoch nach seiner Abhandlung über lange Konjunkturwellen benannt. Nach der Theorie der langen Wellen kennzeichnet die wirtschaftliche Entwicklung nicht nur kurze Schwankungen, sondern vor allem in

4 Vgl. Nefiodow, L. A., (2006), S. 64, zit. nach: Distler, B., (2010), S. 1, Renger, F., (2012), S. 1

5 Nefiodow, L. A., (2006), S. 55, zit. nach: Distler, B., (2010), S. 2, Renger, F., (2012), S. 1

6 Vgl. Renger, (2012), Typologische Aspekte der Medizinischen Versorgungszentren unter der Perspektive ihres Beitrags zur Sicherstellung einer adäquaten Versorgungsstruktur, S. 1-10

7 O.V., (2015), http://www.informationsstelle- gesundheit.de/praxismarketing/marketing-mvz-medizinisches- versorgungszentrum/, (Stand: 19.12.2015)

8 Vgl. O.V., (2015), http://www.informationsstelle- gesundheit.de/praxismarketing/marketing-mvz-medizinisches- versorgungszentrum/, (Stand: 19.12.2015)

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Aspekte des Marketings im Medizinischen Versorgungszentrum
Hochschule
St. Elizabeth University of Health & Social Sciences
Autoren
Jahr
2016
Seiten
17
Katalognummer
V314240
ISBN (eBook)
9783668138308
ISBN (Buch)
9783668138315
Dateigröße
458 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
aspekte, marketings, medizinischen versorgungszentrum
Arbeit zitieren
M.A. Fabian Renger (Autor)Attila Czirfusz (Autor), 2016, Aspekte des Marketings im Medizinischen Versorgungszentrum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314240

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Aspekte des Marketings im Medizinischen
Versorgungszentrum



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden