Für meine Hausarbeit im ersten Fachsemester habe ich mir das Thema Anorexie Nervosa (Magersucht) ausgesucht, um einen Einblick in eine Verhaltensstörung zu geben, welche auch in der Sozialen Arbeit nicht unterschätzt werden sollte. Es handelt sich dabei um eine Körperschemastörung. Der Glaube dick zu sein steht im Vordergrund. Dies bedeutet, dass sich die Betroffenen immer als zu dick ansehen, egal wie abgemagert sie bereits sind.
Anorexie Nervosa wird bis jetzt hauptsächlich von Medizinern und Psychologen behandelt beziehungsweise therapiert. In meiner Hausarbeit möchte ich darauf eingehen, dass auch andere Fachkräfte einen wichtigen Teil zur Behandlung dieser Verhaltensstörung beitragen könnten. Der Fachbegriff Anorexie Nervosa ist eigentlich weniger zutreffend als die deutsche Bedeutung Magersucht, denn wörtlich übersetzt spricht man so von einer psychisch bedingten Appetitlosigkeit (vgl. Herpertz-Dahlmann, Schwarte 2009, S. 720). Dies ist aber in Bezug auf das Krankheitsbild nicht ganz richtig, denn Magersüchtige haben Appetit. Sie haben einen unüberwindbaren Drang nichts zu essen, weil sie panische Angst davor haben zuzunehmen, beziehungsweise wollen sie immer mehr an Gewicht verlieren. In meiner Hausarbeit werde ich daher folgend den Begriff Magersucht verwenden.
Zuerst wird das Krankheitsbild der Magersucht erläutert. Im Weiteren geht es um die Ursachen, Symptome und Folgen. Verschiedene Therapiemöglichkeiten werden vorgestellt, unter Einbezug der Diskussion um Psychotherapie und Soziale Arbeit und Gruppentherapeutischen Möglichkeiten der Sozialen Arbeit. Anschließend wird die Soziale Arbeit im Gesundheitswesen noch weiter erläutert.
Um einige Beispiele zu verdeutlichen werde ich aus dem Buch „Luft zum Frühstück“ von Jana Frey zitieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffserläuterung
2.1 Essstörungen
3. Magersucht und ihre Ursachen
3.1 Internet, Soziale Netzwerke und Werbung
4. Symptomatik und Folgen
5. Therapie
5.1 Organmedizinische Therapie
5.2 Ernährungstherapie
5.3 Psychotherapie
5.3.1 Soziale Arbeit und Psychotherapie
5.4 Gruppentherapie
5.4.1 Gruppenarbeit in der Sozialen Arbeit
5.5 Reittherapie
6. Verlauf und Prognose
6.1 Epilog aus „Luft zum Frühstück“ als Beispiel einer Therapie
7. Soziale Arbeit im Gesundheitswesen
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Krankheitsbild der Magersucht (Anorexie Nervosa) und beleuchtet kritisch, wie die Soziale Arbeit unterstützend in den Behandlungsprozess und die Wiedereingliederung Betroffener eingreifen kann.
- Medizinische und psychologische Grundlagen der Magersucht
- Einfluss soziokultureller Faktoren, Medien und Internet
- Differenzierung der Therapiemöglichkeiten
- Verhältnis zwischen Psychotherapie und Sozialer Arbeit
- Rolle der Sozialen Arbeit im modernen Gesundheitswesen
Auszug aus dem Buch
3.1 Internet, Soziale Netzwerke und Werbung
Auch im Internet und in sozialen Netzwerken sieht man gefährliche Veränderungen. Es entstehen immer mehr Seiten und Profile, die dazu aufrufen abzunehmen. Viele junge Mädchen folgen den Aufrufen und messen sich mit den anderen Mädchen, wer zuerst ein gewisses Gewicht erreicht, wer schneller abnimmt oder wer am dünnsten ist. Absurde Bilder werden hochgeladen um den anderen zu beweisen wie viel man wiegt beziehungsweise wie dünn man ist. Bilder, auf denen nur noch Haut und Knochen zu sehen sind. Diese werden tausendfach „geliked“, geteilt und nachgeahmt. Ein wichtiges Thema dieser Seiten ist auch die tägliche Menge an Nahrungsmitteln. Am wenigsten essen bedeutet in diesem Fall Anerkennung der anderen Mädchen zu bekommen.
Viele dieser Internetseiten laden auch sogenannte Vorher-Nachher-Bilder hoch um die Mädchen zusätzlich anzuspornen. Das diese Bilder weitestgehend bearbeitet sind oder einfach zwei völlig unterschiedliche Personen zeigen, scheinen die Mädchen, die auf diesen Seiten verkehren, gar nicht wahrzunehmen oder sie wollen es bewusst nicht wahrnehmen. Auf den meisten Seiten findet man gleich noch Links zum Thema „Wie bin ich so dünn geworden“ mit absolut irrsinnigen Diäten, Rezepten oder Sportplänen. Die Mädchen orientieren sich natürlich an diesem Angebot von Diäten und geraten so sehr schnell in die Falle der Magersucht. Was auf diesen Seiten geschrieben wird, wird als normal – wenn nicht sogar als Vorbild angesehen, nachgeahmt und befolgt. Durch die Bestätigung der anderen Mädchen fühlen Sie sich gut und verfolgen ihr Ziel immer weiter. Überspitzt könnte man fast schon sagen, es entsteht ein regelrechter Wettkampf um die am weitest hervorstehenden Hüftknochen, den kleinsten Krümel auf dem Teller oder die Zahlen auf der Waage. (vgl. www.news.de)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Anorexie Nervosa ein und formuliert das Anliegen, die Relevanz der Sozialen Arbeit bei dieser Verhaltensstörung aufzuzeigen.
2. Begriffserläuterung: Hier werden die medizinische Bezeichnung sowie die allgemeine Bedeutung von Essstörungen wissenschaftlich definiert.
3. Magersucht und ihre Ursachen: Dieses Kapitel erörtert multifaktorielle Entstehungsursachen und beleuchtet besonders den Einfluss von Medien und sozialen Netzwerken.
4. Symptomatik und Folgen: Die physischen und psychischen Begleiterscheinungen der Magersucht werden hier detailliert dargestellt.
5. Therapie: Das Kapitel bietet einen Überblick über verschiedene Behandlungsansätze von der Medizin bis hin zur Psychotherapie und Reittherapie.
6. Verlauf und Prognose: Hier wird die Prognose bei Anorexie diskutiert und anhand eines literarischen Beispiels veranschaulicht.
7. Soziale Arbeit im Gesundheitswesen: Das Kapitel analysiert das professionelle Aufgabengebiet der Sozialen Arbeit in medizinischen Kontexten und deren notwendige Vernetzung.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die komplementäre Rolle der Sozialen Arbeit zur medizinischen Behandlung.
Schlüsselwörter
Magersucht, Anorexie Nervosa, Soziale Arbeit, Essstörungen, Körperschemastörung, Gesundheitswesen, Psychotherapie, Prävention, Gruppentherapie, Multidimensionale Genese, Therapieerfolg, Wiedereingliederung, Fallanalyse, Sozialpädagogik, Essverhalten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Krankheitsbild der Magersucht und untersucht die Möglichkeiten und Grenzen der Sozialen Arbeit als unterstützende Profession neben medizinischen und psychologischen Fachkräften.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf Ursachen (inkl. Medien), Symptome, therapeutische Ansätze und die spezifische Rolle der Sozialen Arbeit im Gesundheitssystem.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass die Soziale Arbeit über die klassische Behandlung durch Ärzte und Psychologen hinaus einen essentiellen Beitrag zur Prävention und Wiedereingliederung leisten kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf Basis aktueller Fachliteratur und theoretischer Modelle die Problematik der Magersucht analysiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Krankheitssymptome, eine Analyse der verschiedenen Therapiemöglichkeiten sowie die Diskussion der Schnittstellen zwischen psychotherapeutischer Versorgung und sozialpädagogischer Beratung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Anorexie Nervosa, Soziale Arbeit, Körperschemastörung, Therapie, Prävention und psychosoziale Unterstützung.
Warum spielt das Internet eine so große Rolle für die Magersucht?
Das Internet fungiert als Plattform für gefährliche Vergleiche, Wettbewerbe um Gewichtsreduktion und die Verbreitung irrsinniger Diäten, was den Leidensdruck bei Betroffenen massiv verstärkt.
Was bedeutet der Begriff "Psychotherapy plus" im Kontext der Arbeit?
Der Begriff verdeutlicht, dass Soziale Arbeit über eine rein klinische Behandlung hinausgeht, indem sie vermittelt, Ressourcen erschließt und den gesamten Lebenskontext des Klienten einbezieht.
Warum wird die Reittherapie als sinnvoll erachtet?
Die Reittherapie ermöglicht durch den körpernahen Kontakt zum Tier eine bewusste Wahrnehmung des eigenen Körpers, was bei einer Körperschemastörung besonders hilfreich sein kann.
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- Nina Böcher (Author), 2015, Magersucht. Wie kann die Soziale Arbeit assistieren?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314360