In dieser Arbeit werden die Aspekte des Humors anhand der amerikanischen Sitcom „The Nanny“ und ihrer gecoverten russischen Version „Моя прекрасная няня“ näher unter die Lupe genommen. Besonders interessant erscheinen diese beiden Serien vor allem dadurch, dass in beiden Versionen die Nationalität der Nannys eine ziemlich wichtige Rolle für die Humorbildung in den Serien spielt.
Die amerikanische Version spielt darauf an, dass das Kindermädchen jüdische Wurzeln hat und dies auch markant durch ihre Verhaltens- und Sprechweise unterstreicht. Die russische Serie hat sich für eine ukrainische Nanny entschieden, die vor allem durch ihre Sprechweise den Aspekt ihrer Nationalität hervorhebt.
Wie jede Nationalität bringen auch die beiden erwähnten Volkszugehörigkeiten kulturspezifische Humoraspekte mit sich, die interessant zu untersuchen sind. Was jedoch auch zu beachten ist, ist dass es in der Serie zu einem „Aufprall“ der Sozialschichten kommt, da die Nannys in beiden Serien aus einer einfachen Familie stammen und auf die wohlhabenden Familien der Arbeitgeber treffen. Auch hier sind unterschiedliche humoristische Aspekte nicht zu übersehen. In der vorliegenden Arbeit sollen die Unterschiede und Ähnlichkeiten zwischen den beiden Serien untersucht werden und die humoristischen Aspekte sowohl einzeln, als auch kontrastiv analysiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. „The Nanny“
a. Die Charaktere
b. Kurze Inhaltsangabe der ganzen Serie
3. „Моя прекрасная няня“ [Moya prekrasnaya nyanya]
a. Die Charaktere
b. Kurze Inhaltsangabe der Serie
4. Was ist eine Sitcom?
5. Was versteht man unter Humor?
a. Humorbildung in Sitcoms
b. Juden und jüdischer Humor in den US-Medien
c. Ukrainischer Humor und seine Träger
6. Analyse des Humors in „The Nanny“ und in „Моя прекрасная няня“
a. Analyse des Humors in der 1. Folge von „The Nanny“
b. Analyse des Humors in der 1. Folge von „Моя прекрасная няня“
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht kulturkontrastiv die US-amerikanische Sitcom „The Nanny“ und deren russische Adaption „Моя прекрасная няня“ unter besonderer Berücksichtigung humoristischer und sprachwissenschaftlicher Aspekte, um Unterschiede und Ähnlichkeiten in der Konstruktion von Humor sowie die Rolle ethnischer Identitäten aufzuzeigen.
- Kulturkontrastiver Vergleich US-amerikanischer und russischer Sitcom-Adaptionen.
- Die Rolle der Nationalität und ethnischer Stereotype bei der Humorbildung.
- Analyse der sprachlichen Gestaltung als Mittel der Komik (z.B. Dialekte, Akzente).
- Untersuchung des "Aufpralls" verschiedener Sozialschichten als komödiantisches Element.
- Identifikation universeller versus kulturspezifischer Strukturen in der Sitcom.
Auszug aus dem Buch
a. Analyse des Humors in der 1. Folge von „The Nanny“
Die Sitcom „The Nanny“ wurde von einer Jüdin geschrieben und, wie viele jüdische Autoren das machen, werden auch hier negative Stereotypen mit der Taktik der Selbstironie genutzt, was somit den jüdischen Zuschauern erlaubt über sich selbst zu lachen, bevor jemand anders auf ihre Kosten lachen kann. Diese meist negativen Stereotypen sind z.B. die „jüdische Prinzessin“ – die Hauptperson Fran Fine – unverheiratet, selbstsüchtig, auffällig gekleidet, meist in knappen Röckchen, und erpicht darauf einen jüdischen Arzt oder einen anderen reichen Mann zu heiraten. Frans Mutter Sylvia stellt die stereotypische jüdische Mutter dar, welche aufdringlich dargestellt wird und, wie ihre Tochter, sich sehr auffällig anzieht und davon besessen ist, dass ihre Tochter einen jüdischen Mann heiratet. Die beiden Frauen sind direkt und unkultiviert – und das scheint mit ihren stereotypischen jüdischen Qualitäten verbunden zu sein.
Frans negative Eigenschaften, wie ihre nasale Stimme, die Nutzung vieler jiddischer Wörter und die Intonation und somit stereotypische, übertriebene jüdische Wünsche, wie Heiraten und das Shoppen im Angebot sorgt für den Großteil der witzigen Momente in der Serie, vor allem der Kontrast zwischen der jüdischen, sehr authentischen Nanny aus der Mittelschicht, oder vielleicht sogar Unterschicht, zu der britischen gehobenen Klasse der Sheffields. Obwohl „The Nanny“ sicherlich versucht Selbstironie zu nutzen, um die Juden positiv darzustellen, stellen die übertriebenen Stereotypen, die die jüdischen Frauen darstellen eher Selbsthass dar, jedoch tragen genau diese stereotypischen Darstellung zum überwiegenden Teil der Humorbildung in der Serie bei.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema Humor als Kommunikationsmittel und Zielsetzung der kontrastiven Analyse zwischen „The Nanny“ und „Моя прекрасная няня“.
2. „The Nanny“: Vorstellung der Protagonistin Fran Fine, ihres Hintergrunds sowie der Hauptcharaktere der US-amerikanischen Serie.
3. „Моя прекрасная няня“ [Moya prekrasnaya nyanya]: Porträt der ukrainisch geprägten Protagonistin Viktoria Prutkovskaja und der handelnden Figuren der russischen Adaption.
4. Was ist eine Sitcom?: Definition und theoretische Einordnung des Sitcom-Genres sowie dessen Wirkung auf das Publikum.
5. Was versteht man unter Humor?: Theoretische Grundlagen des Humors, seiner Funktionen, Tabubereiche sowie der spezifischen Humorbildung in Sitcoms und in verschiedenen Kulturen.
6. Analyse des Humors in „The Nanny“ und in „Моя прекрасная няня“: Detaillierte Untersuchung und kontrastiver Vergleich der humoristischen Mittel in den ersten Folgen beider Serien.
7. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Gemeinsamkeiten, insbesondere der universalen Sitcom-Strukturen trotz unterschiedlicher kultureller Hintergründe.
Schlüsselwörter
Sitcom, Humor, Kulturkontrastiver Vergleich, The Nanny, Моя прекрасная няня, Jüdischer Humor, Ukrainischer Humor, Stereotype, Selbstironie, Sprachwissenschaft, Medienkomik, Sozialschichten, Identitätsbildung, Sitcom-Struktur, Fernsehserie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert und vergleicht die US-amerikanische Sitcom „The Nanny“ und die russische Coverversion „Моя прекрасная няня“ in Bezug auf ihre humoristischen Mechanismen und kulturellen Hintergründe.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die humoristische Darstellung ethnischer Identitäten (Judentum/Ukraine), die Rolle von Stereotypen in Medien sowie die sprachliche Gestaltung als komödiantisches Mittel.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie unterschiedliche kulturelle Hintergründe in inhaltlich fast identischen Serien verarbeitet werden und warum die humoristischen Strukturen in beiden Kulturen funktionieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine kulturkontrastive Analyse durchgeführt, bei der die ersten Folgen beider Serien im Detail auf ihre humoristischen Aspekte, Dialoge und Charakterkonstellationen hin untersucht werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen des Humors, die Vorstellung der Serien und Charaktere sowie die praktische Analyse des Humors in den Pilotfolgen beider Formate.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Sitcom, Humor, kultureller Vergleich, Identität, Stereotypen und medienwissenschaftliche Analyse beschreiben.
Warum spielt die Nationalität der Nannys eine so große Rolle?
Die Nationalität dient als primärer Motor für die Humorbildung, da sie durch Akzente, kulturelle Eigenheiten und den Kontrast zur wohlhabenden Arbeitgeberfamilie zahlreiche komische Situationen erzeugt.
Wie unterscheidet sich die russische Interpretation von der amerikanischen Vorlage?
Während das Grundkonzept und die chronologische Struktur nahezu identisch sind, wurden lediglich spezifische Ortsnamen und kulturelle Referenzen an den russisch-ukrainischen Kontext angepasst.
- Citation du texte
- Yevgeniya Marmer (Auteur), 2013, Kulturkontrastiver Vergleich der US-amerikanischen Sitcom „The Nanny“ und der russischen Serie „Moya prekrasnaya nyanya“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314435