Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Musicologie - Divers

Kastraten statt Frauen. Der päpstliche Chor im 16. Jahrhundert

Titre: Kastraten statt Frauen. Der päpstliche Chor im 16. Jahrhundert

Dossier / Travail , 2015 , 9 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Klaudia Kaluzny (Auteur)

Musicologie - Divers
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

Über den schleichenden Prozess der Abschaffung von Frauen in kirchlichen Einrichtungen und die darauf folgende Einstellung von Kastratensängern in der päpstlichen Kapelle soll in der folgenden Arbeit berichtet werden. Dabei wird auf die Ursprünge von Kastrationen allgemein, sowie auf die Folgen und religiösen Hintergründe wie das Redeverbot der Frauen eingegangen. Warum hielt man das Verbot von Frauen strikt durch und ließ zugleich Kastraten im Chor zu, obwohl Kastrationen von der Kirche ebenso untersagt waren?

1588 griff Papst Sixtus V. das Verbot von Frauen in heiligen Institutionen wieder auf, was dazu führte, dass den Frauen das Auftreten auf den Bühnen des Kirchenstaates untersagt worden ist. Für den immer weiter steigenden Anspruch auf Melodien war nun aber eine Veränderung notwendig, da durch die Entwicklung der Mehrstimmigkeit reine Männerstimmen nicht mehr ausreichend waren. Auch wenn die Alt- und Sopranstimmen Stimmen vorerst von Knaben gesungen wurden genügten diese irgendwann nicht mehr aufgrund der komplexer werdenden Melodien. Zudem waren die Stimmen der Knaben bereits mit der Pubertät verschwunden, bevor es überhaupt zu einer musikalischen Ausbildung kommen konnte. Da Papst Clemens VIII. die Kastration für den Gesang erließ indem er die Kastration hier als Symbol der Verehrung Gottes bezeichnete ermöglichte er den Einzug der Kastraten in die päpstliche Kapelle.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2.Kastraten.

2.1 Die Ursprünge der Kastration

2.2 Die körperliche Veränderung nach einer Kastration

2.3 Der religiöse Grundgedanke

3.Kastraten statt Frauen

3.1 Männer und Frauen in der Bibel

3.2 Das Redeverbot der Frau

3.3 Das anfängliche Aufkommen von Kastratensängern in der päpstlichen Kapelle

3.4 Der nachhaltige Bedarf an Gesangskastraten im Sixtinischen Chor

4. Schlussbemerkung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Prozess der Verdrängung von Frauen aus kirchlichen Chören im 16. Jahrhundert und die gleichzeitige Etablierung von Kastratensängern in der päpstlichen Kapelle. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie die katholische Kirche das eigene Verbot der Kastration ignorieren konnte, während sie sich gleichzeitig strikt auf biblische Argumente stützte, um Frauen das Reden und Singen in heiligen Einrichtungen zu untersagen.

  • Die biblische Legitimierung der Unterordnung und des Redeverbots von Frauen
  • Die medizinischen und physischen Folgen der Kastration bei jungen Knaben
  • Die sakrale Instrumentalisierung der Kastratenstimme als "Engel"
  • Der Übergang zur Mehrstimmigkeit und der damit verbundene Bedarf an hohen Stimmen
  • Die widersprüchliche Moralhaltung der Kirche gegenüber chirurgischen Eingriffen

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Ursprünge der Kastration

Die Anfänge durchgeführter Kastrationen lassen sich bereits in der griechischen Mythologie finden und liefern dort eine sehr bedeutungsvolle Erklärung. So heißt es im Schöpfungsmythos der Urzeugung von Himmel und Erde, das Uranos, der Himmel, durch seinen Sohn Kronos mit einer Sichel entmannt wird, nachdem ihn seine Mutter Gäa, die Erde, dazu aufruft, Rache zu verüben. Mit dieser erfolgten Entmannung endet auch die Urgeschichte der Schöpfung und Uranos kommt in den weiteren Erzählungen nicht mehr vor. Somit steht diese Kastration für den „Verlust der Herrschaft über die Welt“. Die Kastration als eine Art Hingabe an Gott lässt sich außerdem in uralten Zusammenhängen mit Ritualen nachweisen. Indem man „Das Kostbarste, was man hatte“ seinem Gott opferte, symbolisierte man zwar nicht die Opferung des eigenen Lebens, aber die Hingabe dessen, was für den Erhalt und das Überleben notwendig war, wie z.B. die Nahrung und die Zeugungsfähigkeit. Im Mittelalter bekam die Kastration allerdings eine ganz Andere und vor allem neue Verwendung, Durch die Kastration der Knaben konnte der Prozess der geschlechtlichen Entwicklung ausgeschaltet werden, was bedeutete, dass der damit zusammenhängende Stimmbruch nicht zu Stande kam und eine hohe Knabenstimme erhalten blieb, was unter anderem für die päpstliche Kapelle von großer Bedeutung war. Allerdings brachten Kastrationen Folgen mit sich, welche nun im nächsten Schritt benannt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Problematik des Frauenverbots in der Kirche und die daraus resultierende Notwendigkeit ein, Kastratensänger in den päpstlichen Kapellen einzusetzen.

2.Kastraten.: Dieses Kapitel beleuchtet die mythologischen Wurzeln der Kastration, die medizinischen Auswirkungen auf den menschlichen Körper sowie die religiöse Umdeutung der Kastraten als Engelssänger.

3.Kastraten statt Frauen: Hier wird die biblische Begründung für die Unterordnung der Frau sowie die musikalische Notwendigkeit des Chors dargelegt, die schließlich zur Etablierung der Kastraten als Lösung führte.

4. Schlussbemerkung: Das Schlusswort reflektiert den Widerspruch der kirchlichen Haltung, die Kastration faktisch duldete und nutzte, obwohl sie offiziell verboten war, und stellt diesen dem strikten Redeverbot von Frauen gegenüber.

Schlüsselwörter

Kastraten, Päpstliche Kapelle, Redeverbot, Frauen in der Kirche, Mehrstimmigkeit, Kirchengeschichte, Sixtinischer Chor, Kastration, Stimmbruch, Engelwerdung, Biblische Exegese, Gesangskunst, Musikgeschichte, Sopranstimmen, Falsettisten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung, warum Frauen im 16. Jahrhundert in kirchlichen Einrichtungen zum Schweigen verdammt wurden und wie dies den Aufstieg der Kastratensänger in der päpstlichen Kapelle begünstigte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rolle der Frau in der Bibel, die Praxis und Folgen der Kastration, die musikalischen Anforderungen des Chorgesangs sowie die moralischen Widersprüche der katholischen Kirche.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuklären, warum die Kirche eine als "sündig" geltende Praxis (Kastration) duldete, um gleichzeitig ein striktes biblisches Verbot (Redeverbot für Frauen) aufrechtzuerhalten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse von musikgeschichtlicher und theologischer Literatur, um den historischen Kontext und die diskursiven Zusammenhänge darzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehungsgeschichte der Kastratensänger, die körperlichen Folgen des Eingriffs sowie die biblische Argumentation gegen die öffentliche Mitwirkung von Frauen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Kastraten, päpstliche Kapelle, Redeverbot, Engelwerdung und mehrstimmiger Gesang.

Was war die Rolle von Papst Sixtus V.?

Er griff 1588 das biblische Verbot des Apostel Paulus wieder auf, um Frauen das Auftreten auf Bühnen im Kirchenstaat und das Mitwirken in Chören zu untersagen.

Wie wurde der Einsatz von Kastraten religiös gerechtfertigt?

Die Kirche definierte Kastraten als "Engel", die zwischen dem himmlischen und irdischen Gesang vermittelten, wodurch ihre Stimme eine sakrale Legitimierung erhielt.

Warum galten Kastraten als Lösung für den Chor?

Da Knabenstimmen durch den Stimmbruch verloren gingen und Frauen verboten waren, boten Kastraten die notwendige dauerhafte Stimmstärke und hohe Tonlage für die aufkommende Mehrstimmigkeit.

Fin de l'extrait de 9 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Kastraten statt Frauen. Der päpstliche Chor im 16. Jahrhundert
Université
University of Göttingen  (Musikwissenschaftliches Seminar)
Cours
Grundkurs Musikwissenschaft
Note
2,0
Auteur
Klaudia Kaluzny (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
9
N° de catalogue
V314495
ISBN (ebook)
9783668130487
ISBN (Livre)
9783668130494
Langue
allemand
mots-clé
kastraten frauen chor jahrhundert
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Klaudia Kaluzny (Auteur), 2015, Kastraten statt Frauen. Der päpstliche Chor im 16. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314495
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  9  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint