Die Erziehung zur Zeit des Nationalsozialismus. Wertvorstellungen, Ziele und Umsetzung von NS-Ideologie im Unterricht


Hausarbeit, 2012

12 Seiten, Note: 2.0


Leseprobe

Inhalt

1. Die Jugend als Zukunft

2.Wertvorstellungen von Erziehung im Nationalsozialismus

3. Umsetzung der nationalsozialistischen Erziehung

4. Schulpläne und Unterricht in Schulen während der NS-Zeit

5. Die Ziele der Erziehung

6. Pädagogische Folgerungen der Erziehung

7. Fazit

Literaturverzeichnis:

1. Die Jugend als Zukunft

" Wem die Jugend gehört, dem gehört die Zukunft."[1]

So etwas könnte sich Adolf Hitler wohl auch gedacht haben, als er die Pläne für sein 1000-jähriges Reich schmiedete. Genau das ist ihm auch gelungen. Doch wie hatte er das angestellt? Wie war es ihm möglich, nahezu die komplette Jugend einer ganzen Nation hinter sich zu bringen?

Es war ein kluger ausgearbeiteter Plan. Er wollte die Kinder von klein auf mit seinem Weltbild, seiner Ideologie und seiner Idee vertraut machen. Sie sollten damit aufwachsen und sich damit identifizieren. Sie sollten eben von Anfang an ein Teil der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft werden. Hitlers Plan bestand aus Kontrolle, er wollte die „totale Erziehung“.

"[...]Meine Pädagogik ist hart. Das Schwache muss weggehämmert werden. In meinen Ordensburgen wird eine Jugend heranwachsen, vor der sich die Welt erschrecken wird. Eine gewalttätige, herrische, unerschrockene, grausame Jugend will ich. Jugend muss das alles sein. Schmerzen muss sie ertragen. Es darf nichts Schwaches und Zärtliches an ihr sein. Das freie, herrliche Raubtier muss erst wieder aus ihren Augen blitzen. Stark und schön will ich meine Jugend. Ich werde sie in allen Leibesübungen ausbilden lassen. Ich will eine athletische Jugend. Das ist das Erste und Wichtigste. So merze ich die Tausende von Jahren der menschlichen Domestikation aus. So habe ich das reine, edle Material der Natur vor mir. So kann ich das Neue schaffen. Ich will keine intellektuelle Erziehung. Mit Wissen verderbe ich mir die Jugend. Am liebsten ließe ich sie nur das lernen, was sie ihrem Spieltriebe folgend sich freiwillig aneignen. Aber Beherrschung müssen sie lernen. Sie sollen mir in den schwierigsten Proben die Todesfurcht besiegen lernen. Das ist die Stufe der heroischen Jugend. Aus ihr wächst die Stufe des Freien, des Menschen, der Maß und Mitte der Welt ist, des schaffenden Menschen, des Gottmenschen. In meinen Ordensburgen wird der schöne, sich selbst gebietende Gottmensch als kultisches Bild stehen und die Jugend auf die kommende Stufe der männlichen Reife vorbereiten."[...][2] "

Mit diesen harten Worten wird schnell klar, dass die Erziehung von Hitler auf den Krieg gerichtet war und im Folgenden, wird vor allem in Hinblick auf die damalige Weltanschauung auf den Erziehungsstaat, Wertvorstellungen von Erziehung in Nationalsozialismus und auf die Umsetzung, Ziele und am Ende auf die Folgen und die Frage wird gestellt, ob die nationalsozialistische "Erziehung" als Erziehung identifiziert erden kann.

2. Wertvorstellungen von Erziehung im Nationalsozialismus

"Sieg Heil!"- riefen ca. 50.000 junge Menschen begeistert, als sie ihren Führer Adolf Hitler sahen und er mit einer seiner berühmten Reden begann. In seiner Rede fesselt er eine ganze Nation und nannte Schlagwörter wie "Flink wie Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl."[3]

Seine Wertvorstellungen, beziehen sich vor allem auf kerngesunde Körper, Arier, Kameradschaft, Tugendhaftigkeit, Mut, Stolz, Selbstständigkeit, Opferbereitschaft im Grunde war der Mensch nur in der Gemeinschaft etwas wert. Erziehung spielte dabei die zentrale Rolle. Kameradschaft, Tugendhaftigkeit wurden vor allem in der HJ und im Bereich der Schulen und im Sport erreicht, dabei hängen die Pädagogischen Ziele stark von politischen Interessen ab. Die "Grundwerte" waren nach Hitler nur ein Skelett, das dann noch verbessert werden sollte und die Jugend zu ergebenen Soldaten, Müttern, Ehefrauen und Arbeitern machen sollte. Im nächsten Kapitel, wird vor allem an einem Beispiel klar, wie die Erziehung vonstatten ging und wie die Grundgedanken Hitlers schon in der Schule und im Unterricht durchgenommen und eingetrichtert worden sind.

3. Umsetzung der nationalsozialistischen Erziehung

"Den absoluten Bezugspunkt der nationalsozialistischen Pädagogik bildet die unmittelbare und rücksichtslose Verherrlichung der Gewalt in der Enheit von Theorie und Praxis, der sich der Einzelne nicht nur fügen, sondern mit der er sich zieren soll."[4]

Desweiteren ist es schwierig, mit Allgemeinbegriffen zu arbeiten, aber doch kommt man bei solch einem Thema nicht drum rum. Das Erziehungssystem war einerseits totalitär d.h "[...]alle diktatorischen Erziehungssysteme, die das Individuum seiner Eigenständigkeit und Freiheit innerhalb der pluralistisch-bürgerlich-liberalen Demokratie und ihres Rechtssystems zugunste der Einordnung in ein wie immer geartetes Kollektiv bereauben;"[5] und auf der anderen Seite faschistisch.

"Faschistisch alle jene, deren extrem nationalistische antibürgerliche und antikapitalistische Grundhaltung sich schwerpunktmäßig auch mit dem Antimarxismus und Antikommunismus verbinden."[6]

Es wurde vor allem, durch Demütigung, Isolation, Strenge, Gewalt und Erzeugung durch Schuldgefühle gelernt. Mitleid und Erbarmen wurden bestraft und liebende Zuwendung von den Eltern wurde so früh wie möglich verhindert. Schon früh wurden die Ideologien und Ziele sowie die Feinde den Kindern eingetrichtert und am einfachsten und am effektivsten waren dabei die Schulen so wie die HJ. Im Folgenden werden Beispiele aus dem Lehrplänen gezeigt, die die damalige Erziehung und Sachlage veranschaulichen sollen.

4. Schulpläne und Unterricht in Schulen während der NS-Zeit

Definition von Lehrplan:

„Systematische Zusammenfassung von Lerninhalten, die über die Realisierung von Lernzielen innerhalb eines vom Plan vorgegebenen Zeitraums im Rahmen eines schulischen Bildungsganges vom Lernenden erarbeitet und angeeignet werden sollen. Auf der Grundlage der Kulturhoheit der Länder werden die Lerninhalte und Lernziele von Lehrplan-Kommissionen der Länder entworfen und auf dem Verordnungsweg von den einzelnen Kultusministern verbindlich vorgeschrieben.“ [7]

So wird der Begriff „Lehrplan“ heute definiert. Doch weicht diese Definition von damals ab? Haben die Nationalsozialisten darunter etwas anderes verstanden? Als erstes fällt wohl auf, dass Lehrpläne heute die Sache der Bundesländer sind. Im „Dritten Reich“ war dies nicht der Fall, denn durch die Gleichschaltung der Länder, im sogenannten „Gesetz zur Gleichstellung der Länder mit dem Reich“ vom 31. März 1933, wurden auch alle schulischen Angelegenheiten „Staatssache“.

Doch auch sonst kann man sie kaum mit den heutigen Plänen vergleichen. Denn die Lehrpläne aus der „Hitlerzeit“ waren nur so gespickt mit Propaganda. Sie sollten vor allem dabei helfen die Ziele der Partei zu erreichen, indem sie die Kinder von klein auf mit ihrem Weltbild vertraut machten. Auch änderten sich Inhalte von Zeit zu Zeit, je nach politischer Lage. So galt England bis 1939 als „nordisches Brudervolk“ und wird nach Kriegsbeginn zum verhassten „ perfiden Albion41“.[8]

Außerdem gab es erhebliche Unterschiede in Aufbau, Umfang, Gehalt und Intention der Lehrpläne für die verschiedenen Schulformen. So war der Lehrplan für die Volksschule nur 31 Seiten lang und legte nur die Ziele, welche der Unterricht anzustreben hatte, fest. Der Plan für die Höhere Schule umfasste dagegen 265 Seiten und enthielt Richtlinien, Methoden für den Unterricht und sehr ausführliche Stoffpläne.[9]

Betrachten wir nun im Folgenden verschiedene Schulfächer und schauen wie deren Lehrpläne in der Praxis umgesetzt wurden.

[...]


[1] vgl: N.N, d.h.: URL: http://www.bundestag.de/dasparlament/2006/20/Beilage/003.html

[2] vgl: Hermann Rauschning, Gespräche mit Hitler, Zürich, New York 1940, S. 23.: http://www.bistum-muenster.de/religionspaedagogik/m12.pdf

[3] vgl: http://de.metapedia.org/wiki/Flink_wie_Windhunde,_z%C3%A4h_wie_Leder_und_hart_wie_ zitiert nach: Adolf Hitler; Mein Kampf S. 392

[4] Nach Reinhold, Pollak, Heim: Pädagogik-Lexikon S. 381

[5] Nach Reinhold,Pollak,Heim: Pädagogik-Lexikon S. 382

[6] Nach Reinhold,Pollak,Heim: Pädagogik-Lexikon S.382

[7] vgl:N.N, d.h. http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/lehrplan.html

[8] Wird meist als Bezeichnung von wachsenden Spannungen zwischen Deutschland und England benutzt

[9] Nach Flessau: Schule der Diktatur, S.35

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Details

Titel
Die Erziehung zur Zeit des Nationalsozialismus. Wertvorstellungen, Ziele und Umsetzung von NS-Ideologie im Unterricht
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
2.0
Autor
Jahr
2012
Seiten
12
Katalognummer
V314631
ISBN (eBook)
9783668143593
ISBN (Buch)
9783668143609
Dateigröße
935 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nationalsozialismus, Erziehnung, NS-Zeit, Unterricht, Ideologie, politische Instrumentalisierung, Jugend
Arbeit zitieren
Michaela Klein (Autor), 2012, Die Erziehung zur Zeit des Nationalsozialismus. Wertvorstellungen, Ziele und Umsetzung von NS-Ideologie im Unterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314631

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