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Jenseitsvorstellungen im Frühchristentum. Ikonografie, Interpretation und Auswertung

Título: Jenseitsvorstellungen im Frühchristentum. Ikonografie, Interpretation und Auswertung

Trabajo de Seminario , 2014 , 29 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Alexander Schobert (Autor)

Arqueología
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Jenseitsvorstellungen der frühen Christen wurden durch Anknüpfung an pagane Darstellungen des Elysiums, durch sakral interpretierte Oranten, Mahldarstellungen und bukolische Szenen sowie durch die Verwendung bestimmter Themen aus dem Alten und Neuen Testament zum Ausdruck gebracht. Im Laufe der Zeit entstand eine eigenständige Bildsprache, die weniger theologische Reflexion als die Sehnsucht nach Überwindung des Todes und Hoffnung auf die Auferstehung widerspiegelt.

Die Ikonografie der Sarkophage bevorzugt Wunder- und Heilsepisoden aus dem Neuen Testament, während in Katakomben und auf Gegenständen des täglichen Lebens symbolisch verkürzte Errettungsszenen aus dem Alten Testament vorherrschen. Die Wandlung von Endymion zu Jona oder vom bukolischen Schafträger zum Guten Hirten belegt den freien Umgang der Maler mit traditionellem Bildgut zur Erschließung der neuen christlichen Bildinhalte.

Erst ab der Konstantinischen Wende im 4. Jh. wird ein Wandel in den Bildwerken spürbar, die den Wundertäter Christus durch den Weltenherrscher ersetzt. Paradigmatisch tritt an die Stelle der Lazaruserweckung das Tropaion mit Insigne, das Christus als Sieger über den Tod präsentiert. Martyrer, als Blutzeugen Christi, übernehmen die Funktion des Psychopompos und geleiten den Verstorbenen ins Jenseits. Da die Überzeitlichkeit stärker ins Bild rückt, kommen besonders in den monumentalen Bauten des 5. Jhs. zunehmend Elemente mit Jenseitsbezug hinzu, die, gekoppelt an Zeichen kaiserlicher-göttlicher Macht, zu einer Imperialisierung der Gestalt Christi führten. Die Verbindung, die das römische Kaisertum mit der Religion der Christen einging, veränderte beide Beteiligten. Zwar bleibt Christus in den Darstellungen Lehrer, Heiler und Lebensquell und somit Garant für die Auferstehung. Hinter diesem menschennahen Gottessohn des Neuen Testaments erhebt sich aber seit der Ära Konstantins die ferne, allmächtige Gestalt des kaisergleichen Pantokrator, der am Jüngsten Tag Gericht über die Seelen hält und das ehemals idyllische Paradies in ein hierarchisch geordnetes Jenseits verwandelt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Fragestellung

2. Einleitung. Lebenswelt der frühen Christen

3. Bilder für die Nachwelt. Christliche Grabkunst als Totengedenken

4. Elysium und Paradies. Irdische Manifestationen jenseitiger Welten

5. Alte Bilder, neuer Inhalt. „Konfessionsübergreifende“ Motive

5.1 Kriophoros versus Guter Hirte

5.2 Oranten und Verstorbene

5.3 Mahlszenen

6. Biblische Szenen mit der Hoffnung auf die Auferstehung. Neue Bilder entstehen

7. Refrigerium und ersehnte Auferstehung durch die Fürsprache der Martyrer

8. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Jenseitsvorstellungen früher christlicher Gemeinden anhand ihrer materiellen Hinterlassenschaften, insbesondere Grabdenkmäler, Sarkophage und Katakombenmalereien. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich die Konzepte von Erlösung und Auferstehung in der christlichen Gräberkunst vom 3. bis zum 6. Jahrhundert manifestierten und welche Bedeutung biblische Narrative und pagane Bildtraditionen für die christliche Ikonografie hatten.

  • Die Entwicklung christlicher Jenseitsvorstellungen zwischen dem 3. und 6. Jahrhundert.
  • Die Adaption und Transformation paganer Bildsprache in christliche Grabkontexte.
  • Die ikonografische Darstellung von biblischen Rettungsparadigmen und der Hoffnung auf Auferstehung.
  • Die Rolle der Märtyrer und des Konzepts des refrigerium in der christlichen Sepulkralkultur.
  • Der Wandel von der Darstellung Christi als Wundertäter zur Herrscherfigur unter konstantinischem Einfluss.

Auszug aus dem Buch

3. Bilder für die Nachwelt. Christliche Grabkunst als Totengedenken

Als Motivation für die Schaffung christlicher Bilder, abgesehen von inhaltlichen Überlegungen, hat sicherlich auch der Wunsch, den eigenen Grabplatz von anderen zu unterscheiden, eine wichtige Rolle gespielt.

Die Malereien in den christlichen Coemeterien wurden von einer finanziell bessergestellten Gesellschaftsschicht in Auftrag gegeben, die mit ihren Zeitgenossen, die an der Verehrung paganer Götterwelten festhielten, das Bedürfnis nach Selbstdarstellung für die Nachwelt teilten. Friessarkophage waren für den Durchschnittsbürger unerschwinglich. Aufgrund der materiellen Hinterlassenschaften kann man davon ausgehen, dass in vorkonstantinischer Zeit nur sehr selten Sarkophage mit christlichen Themen produziert wurden. Die erste erhaltene christliche Verstorbenendarstellung befindet sich auf einem Wannensarkophag des späten 3. Jhs. in Santa Maria Antiqua am Forum Romanum (Abb. 2). In einen Fries mit bukolischen und maritimen Bildern fügt sich das verstorbene Ehepaar, ganz in paganer Bildtradition, als Orante und Philosoph ein.

Zumindest sollte dem Verstorbenen ein Grabfresko gewidmet werden, welches über das ehrenwert und tugendhaft geführte Leben Aufschluss gibt. In der Bäckergruft der Domitillakatakombe wurde ein für die Annona verantwortlicher römischer Beamter mit seinem wichtigsten Arbeitsgerät, dem modius dargestellt (Abb. 3). In den beiden Nischen sind bukolische Schafsträger, inmitten von Personifikationen der vier Jahreszeiten, und Christus als maiestas domini zwischen den zwölf Aposteln abgebildet. Dies dokumentiert die starke Abhängigkeit von Bildern außerhalb der christlichen Gedankenwelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Fragestellung: Das Kapitel definiert das Forschungsziel, die Vorstellungen der frühen Christen vom Jenseits anhand archäologischer Funde zu analysieren.

2. Einleitung. Lebenswelt der frühen Christen: Hier wird der religiöse und soziale Kontext der römischen Antike sowie der Wertewandel durch die Reichskrise als Hintergrund für das Christentum beschrieben.

3. Bilder für die Nachwelt. Christliche Grabkunst als Totengedenken: Das Kapitel erläutert die Entstehung christlicher Grabkunst als Ausdruck des Bedürfnisses nach Identität und Selbstdarstellung der frühen Christen.

4. Elysium und Paradies. Irdische Manifestationen jenseitiger Welten: Hier wird die Übernahme und Umdeutung paganer Bildsprache (wie das Elysium) zur Darstellung des christlichen Paradieses untersucht.

5. Alte Bilder, neuer Inhalt. „Konfessionsübergreifende“ Motive: Das Kapitel behandelt die Anpassung traditioneller Motive wie den Schafträger oder Oranten in einen christlichen Bedeutungsrahmen.

6. Biblische Szenen mit der Hoffnung auf die Auferstehung. Neue Bilder entstehen: Hier steht die narrative Umsetzung der Auferstehungshoffnung durch biblische Rettungsszenen, insbesondere aus dem Alten Testament, im Fokus.

7. Refrigerium und ersehnte Auferstehung durch die Fürsprache der Martyrer: Das Kapitel analysiert die Bedeutung des refrigerium und die zentrale Rolle der Märtyrer als Fürsprecher im Kontext der Totenfeier.

8. Resümee: Die abschließende Zusammenfassung thematisiert den Wandel von der frühchristlichen Ikonografie hin zur kaiserlichen Repräsentation Christi in der Spätantike.

Schlüsselwörter

Frühes Christentum, Jenseitsvorstellungen, Grabkunst, Katakomben, Sarkophage, Ikonografie, Auferstehung, Refrigerium, Märtyrer, Oranten, Biblische Narrative, Spätantike, Konstantinische Wende, Erlösung, Sepulkralkultur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung und Entwicklung von Jenseitsvorstellungen bei frühen Christen, wie sie sich in der Grabmalerei und auf Sarkophagen zwischen dem 3. und 6. Jahrhundert widerspiegeln.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die visuelle Repräsentation des Todes, die Adaption paganer Motive für christliche Zwecke sowie die Bedeutung biblischer Erzählungen für das Verständnis von Erlösung und Auferstehung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Das Ziel ist es, mittels materieller Hinterlassenschaften zu verifizieren, welche konkreten Jenseitsvorstellungen die frühen Christen hatten und wie sich diese im Laufe der Jahrhunderte ikonografisch gewandelt haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt eine kunsthistorische und archäologische Analyse der sepulkralen Bildwerke, indem sie ikonografische Vergleiche zwischen paganen und christlichen Grabstätten zieht und literarische Quellen in die Interpretation einbezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Bildtypen wie Oranten, Mahlszenen und Rettungsparadigmen (z.B. Jona, Daniel) und untersucht deren Funktion als Symbole der Auferstehungshoffnung und der Fürsprache der Märtyrer.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind christliche Sepulkralkultur, Ikonografie, Auferstehung, Refrigerium, Märtyrerkult und der Wandel der Christusdarstellung vom Wundertäter zum Pantokrator.

Welche Bedeutung kommt der Figur des „Guten Hirten“ in der Arbeit zu?

Der Autor zeigt auf, dass der "Gute Hirte" ursprünglich als paganes Motiv des Schafträgers diente und erst allmählich in einen christlichen Kontext als Symbol für die fürsorgliche Zuwendung Gottes bzw. Christi uminterpretiert wurde.

Wie verändert sich die Darstellung Christi nach der „Konstantinischen Wende“?

Die Arbeit verdeutlicht, dass Christus nach dem 4. Jahrhundert zunehmend nicht mehr nur als nahbarer Lehrer oder Wundertäter, sondern als kaisergleicher Weltenherrscher (Pantokrator) in einer hierarchisch geordneten himmlischen Welt dargestellt wird.

Welche Rolle spielen die Katakomben für die Forschung in diesem Buch?

Die Katakomben und ihre Fresken dienen als primäre archäologische Quelle, da sie als „Gedächtnisräume“ die Hoffnung der Hinterbliebenen auf ein glückseliges Leben nach dem Tod und die Rolle der Märtyrer für das Heil des Verstorbenen eindrucksvoll dokumentieren.

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Detalles

Título
Jenseitsvorstellungen im Frühchristentum. Ikonografie, Interpretation und Auswertung
Universidad
University of Vienna  (Klassische Archäologie)
Curso
Sterben bei den Römern
Calificación
1,0
Autor
Alexander Schobert (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
29
No. de catálogo
V314669
ISBN (Ebook)
9783668144002
ISBN (Libro)
9783668144019
Idioma
Alemán
Etiqueta
Jenseits Christentum Ikonographie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Alexander Schobert (Autor), 2014, Jenseitsvorstellungen im Frühchristentum. Ikonografie, Interpretation und Auswertung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314669
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