Unternehmerische Prozesse und vor allem die Prozesse in der Logistik müssen ständig verändert, angepasst und verbessert werden. Man erlebt einen schnellen Wandel der Kunden, Lieferanten, Logistikdienstleister, Wettbewerber und Märkte. Die Verkürzung der Innovations- und Technologielebenszyklen von Produkten und Prozessen sowie die Verbreitung moderner Informationstechnologien beschleunigen diese Veränderungen.
Insbesondere die Auswirkungen des E-Business haben in letzter Zeit deutlich gemacht, dass die bestehenden Strukturen und Prozesse den Anforderungen hinsichtlich Flexibilität, Zeit, Geschwindigkeit, Kosten und Vernetzungsfähigkeit meist nicht genügen und den technologischen Entwicklungen nicht folgen können. Die zukünftigen Erfolge der Unternehmen hängen sehr von der Leistungs- und Anpassungsfähigkeit der logistischen Prozesse ab.
Der Begriff Logistik wurde in Europa nach dem zweiten Weltkrieg eingeführt, wo er für die Lösung der Nachschubprobleme der amerikanischen Armee benutzt wurde. Erst ab den 1970 er fand der Logistikbegriff Anwendung in Deutschland.
In dieser Arbeit geht es um die theoretischen Grundlagen des Logistikprozessmanagements und der Logistikprozesskostenrechnung mit Beispielen aus der Praxis.
Inhaltsverzeichnis
I. Logistikprozessmanagent
1. Einleitung
2. Historische Entwicklung des Logistikmanagements
3. Funktionale versus Prozessorientierte Organisation
3.1 Die funktionale Organisation
3.2 Die prozessorientierte Organisation
II. Logistikprozesskostenrechnung
1. Definition und Ziele
2. Definition und Klassifizierung von Prozessen
3. Anwendungsbereiche
4. Methodisches Vorgehen
5. Prozessorientierte Kalkulation
6. Vor- und Nachteile der Prozesskostenrechnung
6.1 Vorteile
6.2 Nachteile
Zielsetzung und zentrale Themenfelder
Die vorliegende Arbeit untersucht die Logistikprozesskostenrechnung als ein entscheidendes Instrument für ein modernes Logistikprozessmanagement. Das primäre Ziel besteht darin, theoretische Grundlagen zu vermitteln und durch praxisnahe Beispiele zu verdeutlichen, wie durch eine prozessorientierte Sichtweise die Gemeinkostenplanung und -steuerung in Unternehmen verbessert sowie eine verursachungsgerechte Kalkulation erreicht werden kann.
- Historische Evolution vom funktionalen Logistikmanagement hin zu unternehmensübergreifenden Supply-Chain-Ansätzen.
- Gegenüberstellung funktionaler Organisationsstrukturen und prozessorientierter Managementmodelle.
- Klassifizierung und Analyse von Unternehmensprozessen zur Vorbereitung einer Kostenrechnung.
- Methodisches Fünf-Schritte-Modell zur Implementierung der Prozesskostenrechnung.
- Bewertung der Allokations- und Degressionseffekte im Rahmen der prozessorientierten Kalkulation.
Auszug aus dem Buch
4. Methodisches Vorgehen
Die Logistikprozesskostenrechnung verläuft in fünf Schritten. In diesem Kapitel erläutert der Verfasser diese Schritte anhand eines Beispiels. Das Beispiel behandelt die Einführung der Logistikprozesskostenrechnung im Einkauf sowie im Lager. Gegeben sind die Mannjahre, die für einen Prozess notwendig sind sowie die Häufigkeit der Kostentreiber, also wie oft ein Prozess, der abhängig von der Leistungsmenge ist, während der gegeben Mannjahre durchgeführt wird. Außerdem weiß man, wie häufig die einzelnen Prozesse wiederholt werden müssen, um einmal das Produkt A oder B zu erhalten.
Im ersten Schritt werden gleichartige Aktivitäten pro Kostenbereich zu homogenen Gruppen, den Prozessen geordnet. Für diese Tätigkeitsanalyse hat man drei Möglichkeiten. Zum einen können Kostenstellenverantwortliche oder Mitarbeiter persönlich zu den Aktivitäten befragt werden. Außerdem können Dokumente zum Arbeitsablauf analysiert werden und man hat die Möglichkeit Fremdbeobachtungen durchführen zu lassen.
Für die Kostenstelle Einkauf gibt es beispielsweise vier Prozesse: Es müssen Angebote eingeholt, Teile bestellt und Rechnungen geprüft werden. Außerdem muss die Abteilung geleitet werden. Für die Kostenstelle Lager fallen ebenfalls vier unterschiedliche Aktivitäten an. Lieferungen werden angenommen, Teile eingelagert sowie ausgegeben und auch diese Abteilung muss geleitet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Logistikprozessmanagent: Dieses Kapitel beleuchtet die Notwendigkeit des Wandels hin zu prozessorientierten Strukturen, um den Anforderungen dynamischer Märkte gerecht zu werden, und vergleicht die klassische funktionale Organisation mit modernen prozessorientierten Ansätzen.
II. Logistikprozesskostenrechnung: Dieser Abschnitt erläutert die Theorie der Prozesskostenrechnung als Vollkostenrechnung, definiert zentrale Begriffe wie Prozesse und Kostentreiber und führt durch ein methodisches Beispiel zur Implementierung und Kalkulation im betrieblichen Umfeld.
Schlüsselwörter
Logistikmanagement, Prozesskostenrechnung, Prozessorientierte Organisation, Kostentreiber, Gemeinkostencontrolling, Tätigkeitsanalyse, Prozesshierarchie, Leistungsmengeninduzierte Prozesse, Prozessorientierte Kalkulation, Allokationseffekt, Degressionseffekt, Komplexitätseffekt, Supply-Chain-Management, Wertschöpfungskette, Kostenstellen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Integration der Prozesskostenrechnung in das Logistikmanagement, um die Effizienz indirekter Unternehmensbereiche zu steigern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung des Logistikmanagements, der Abgrenzung von Organisationsformen und der praktischen Anwendung der Prozesskostenrechnung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Darstellung eines methodischen Rahmens, wie Kosten durch Prozessorientierung verursachungsgerecht geplant und kalkuliert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine methodische Vorgehensweise in fünf aufeinanderfolgenden Schritten definiert, die anhand eines konkreten Praxisbeispiels für Einkauf und Lager angewendet wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen des Logistikmanagements und die detaillierte Beschreibung sowie Kalkulation der Prozesskostenrechnung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Logistikmanagement, Prozesskostenrechnung, Kostentreiber, Prozessorientierung und Gemeinkostencontrolling.
Warum ist die Prozessorientierung in der Organisation so wichtig?
Sie ermöglicht eine flexiblere Anpassung an Marktveränderungen und vermeidet die negativen Effekte einer rein vertikalen funktionalen Organisationsstruktur.
Welchen Vorteil bietet die Prozessorientierte Kalkulation gegenüber klassischen Verfahren?
Sie reduziert Gemeinkostenverzerrungen, indem sie Kosten dort zuordnet, wo sie tatsächlich durch Prozesse verursacht werden, anstatt sie pauschal umzuschlagen.
- Arbeit zitieren
- Walid El Bokhti (Autor:in), Doreen Vierweg (Autor:in), 2012, Logistikprozesskostenrechnung als Instrument des Logistikprozessmanagements, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314689