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Konzept zur bilingualen Erziehung von gehörlosen Kindern und Jugendlichen in Schulen

Title: Konzept zur bilingualen Erziehung von gehörlosen Kindern und Jugendlichen in Schulen

Term Paper , 2013 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Clemens Ehlers (Author)

Social Work
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Die vorliegende Arbeit thematisiert das Konzept der bilingualen Erziehung von gehörlosen Kindern und Jugendlichen in Schulen. Hierfür wurde ein Interview durchgeführt. Dabei hatte der Autor Einblicke in das Schulleben gewinnen können und mit Lehrkräften über den Unterricht sprechen können, welche die Grundlage dieser Arbeit bilden. Im ersten Teil der Arbeit wird auf Definitionen der Gehörlosenkultur eingegangen, wobei im Voraus zu sagen ist, dass es keine einheitlichen Definitionen, sondern gegenwärtig, nebeneinander stehende und teilweise sich überlappende Ansätze gibt. Der zweite Teil widmet sich dem Bilingualismus und dem Konzept der A-Schule sowie den Konzepten und Schulversuchen in anderen Ländern.

Zur besseren Lesbarkeit der vorliegenden Arbeit wurde auf die gleichzeitige Verwendung von männlicher und weiblicher Sprachform bei den Worten „gehörloser“ und „gehörlosen“ verzichtet. Gemeint sind beide Geschlechter. Mit dem Wort „Gehörloser“ werden auch die Menschen mit inbegriffen welche schwerhörig sind.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition Gehörlosigkeit

2.1 Taubstumm, Gehörlos, Schwerhörig

2.2 Gehörlosigkeit als Behinderung

3. Die Sprachen der Gehörlosen

3.1 Deutsche Gebärdensprache (DGS)

3.2 Lautsprache

3.3 Lautsprachbegleitende Gebärden (LBG)

4. Bilingualismus

4.1 Bilingualismus in der Gehörlosenpädagogik

4.2 Konzept zur Bilingualen Erziehung an der A-Schule

4.3 Auswertungen des Konzepts der A-Schule

5. Internationaler Blick

5.1 Österreich

5.2 Niederlande

6. Fazit

Interview mit Herrn M

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Konzept der bilingualen Erziehung von gehörlosen Kindern und Jugendlichen, um aufzuzeigen, wie die Kombination aus Gebärdensprache und Lautsprache als Schlüssel zur Bildung fungiert. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich dabei mit der Effektivität dieses Modells sowie den Herausforderungen und Möglichkeiten seiner praktischen Umsetzung in Schulen.

  • Grundlagen und Definitionen der Gehörlosigkeit und Gehörlosenkultur
  • Die Bedeutung und Anwendung verschiedener Kommunikationsformen (DGS, LBG, Lautsprache)
  • Struktur und Zielsetzung des "Offenen-Bilingualen Konzepts" an der A-Schule
  • Vergleichende Perspektiven auf bilinguale Ansätze in Österreich und den Niederlanden
  • Erkenntnisse aus dem Interview mit einem Experten aus der Schulpraxis

Auszug aus dem Buch

3.1 Deutsche Gebärdensprache (DGS)

Man geht davon aus, dass sich die Gebärden spontan entwickelt haben über einen längeren Zeitraum und somit eine natürliche Sprache entstanden ist. Bis Ende der Sechziger galt die DGS als eine „lose Ansammlung globaler Gesten“ (Boyes Braem, 1995, S. 12). In Deutschland wurde die DGS erst 2002 gesetzlich anerkannt (vgl. Griehl, 2012, o.S.). Heute ist diese Sprache eng mit der Kultur der Gehörlosen verbunden, so können Gehörlose mit Hilfe der DGS Gedichte oder auch andere literarische Formen verwirklichen. Jede Nation hat ihre eigene Gebärdensprache, wie zum Beispiel die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS), American Sign Language (ASL) oder Australian Sign Language (AusLan). Auch gibt es regionale verschiedene Dialekte. Man darf Gebärden nicht mit Pantomime vergleichen oder als vereinfachte Bilder sehen, da die DGS über eine eigenständige Grammatik und eine eigene Satzlehre (vgl. Boyes Braem, 1995, S.14). Herr M von der A-Schule spricht von einer „3D-Sprache, die mit dem visuellen Raum arbeitet und ganz andere grammatische Parameter hat“ (M, 2014, Anhang). Dabei kann die Deutsche Gebärdensprache bei gehörlosen Kindern auf gleichen Niveau wie die Lautsprache bei hörenden Kindern erworben werden (vgl. Geser/Hopfes/Richter, 2001, S.9).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz des Bilingualismus für die Gehörlosenkultur ein und erläutert die Zielsetzung sowie das methodische Vorgehen der Arbeit, einschließlich des geführten Interviews.

2. Definition Gehörlosigkeit: Dieses Kapitel betrachtet die verschiedenen medizinischen, audiologischen und pädagogischen Definitionen von Gehörlosigkeit und diskutiert den historischen Wandel der Begrifflichkeiten.

2.1 Taubstumm, Gehörlos, Schwerhörig: Hier werden die Nuancen zwischen den Bezeichnungen und die Bedeutung des Resthörens sowie soziokulturelle Aspekte der Gehörlosenkultur näher differenziert.

2.2 Gehörlosigkeit als Behinderung: Es wird analysiert, wie Gehörlosigkeit im sonderpädagogischen Kontext definiert wird und welche Kriterien für die Feststellung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs maßgeblich sind.

3. Die Sprachen der Gehörlosen: Das Kapitel bietet einen Überblick über die Kommunikationsformen, die Gehörlosen zur Verfügung stehen, und verdeutlicht deren Stellenwert.

3.1 Deutsche Gebärdensprache (DGS): Die DGS wird als natürliche, eigenständige Sprache mit eigener Grammatik und kultureller Verankerung vorgestellt.

3.2 Lautsprache: Es wird die Herausforderung der Lautspracherziehung für gehörlose Menschen thematisiert, da der spontane Erwerb nur sehr eingeschränkt möglich ist.

3.3 Lautsprachbegleitende Gebärden (LBG): LBG wird als ergänzendes Medium zur Visualisierung der deutschen Grammatik und Syntax im bilingualen Unterricht erläutert.

4. Bilingualismus: Der Begriff wird als Zweisprachigkeit definiert und die Komplexität der Beherrschung zweier Sprachen in unterschiedlichen Kontexten diskutiert.

4.1 Bilingualismus in der Gehörlosenpädagogik: Dieses Kapitel beleuchtet den Paradigmenwechsel, Gehörlose nicht mehr nur als defizitär, sondern als Teil einer sprachlichen Minderheit zu betrachten.

4.2 Konzept zur Bilingualen Erziehung an der A-Schule: Das "Offene-Bilinguale Konzept" der A-Schule wird detailliert dargestellt, einschließlich der Unterrichtssettings und der Ziele für die Schülerentwicklung.

4.3 Auswertungen des Konzepts der A-Schule: Hier werden wissenschaftliche Begleitforschungen und Erfahrungen aus dem Schulversuch reflektiert, die positive Auswirkungen auf die sprachliche und sozial-emotionale Entwicklung zeigen.

5. Internationaler Blick: Ein Vergleich verschiedener Modelle in Schweden, Österreich und den Niederlanden dient dazu, unterschiedliche Ansätze der bilingualen Bildung aufzuzeigen.

5.1 Österreich: Es wird die Situation in Österreich betrachtet, wobei Projekte in Klagenfurt, Wien und Graz als Beispiele für bilinguale Ansätze angeführt werden.

5.2 Niederlande: Das Rotterdam-Projekt wird als Beispiel für ein Zweisprachigkeitsprojekt vorgestellt, bei dem die Einbindung von gehörlosen Mitarbeitern eine zentrale Rolle spielte.

6. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass bilinguale Konzepte zukunftsfähig sind und eine notwendige Voraussetzung für die Bildung und gesellschaftliche Teilhabe gehörloser Menschen darstellen.

Schlüsselwörter

Bilingualismus, Gehörlosigkeit, Deutsche Gebärdensprache, DGS, Gehörlosenpädagogik, Inklusion, Sonderpädagogik, Lautsprache, Bilingualer Unterricht, Gehörlosenkultur, Hörschädigung, Lautsprachbegleitende Gebärden, Sprachförderung, Bildungskonzept, Schulversuch.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung der bilingualen Erziehung – also der Nutzung von Gebärdensprache und Lautsprache – für die Bildung und Entwicklung gehörloser Kinder und Jugendlicher.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf den Definitionen von Gehörlosigkeit, der Rolle der Deutschen Gebärdensprache, der Bedeutung bilingualer Bildungsmodelle sowie einem Vergleich internationaler Schulversuche.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, das Konzept der bilingualen Erziehung an der A-Schule zu analysieren und aufzuzeigen, wie dieses Modell zu einer erfolgreichen sprachlichen und sozial-emotionalen Entwicklung der Schüler beitragen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Neben einer fundierten theoretischen Literaturanalyse wurde ein Experteninterview mit einem Lehrkraft der A-Schule geführt, um praxisnahe Einblicke in das bilinguale Unterrichtsgeschehen zu gewinnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Definitionen, Sprachen), die praktische Umsetzung an der A-Schule (Bilinguales Konzept) und einen internationalen Vergleich mit Modellen aus Österreich und den Niederlanden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Bilingualismus, Gehörlosenkultur, Deutsche Gebärdensprache (DGS), sonderpädagogische Förderung und bilinguale Erziehung.

Wie unterscheidet sich die DGS von der deutschen Lautsprache?

Die DGS ist eine eigenständige, visuelle 3D-Sprache mit eigener Grammatik, während die Lautsprache linear strukturiert ist und primär akustisch wahrgenommen wird.

Warum ist das "Offene" bilinguale Konzept an der A-Schule besonders?

Das Konzept ist "offen", da es sich flexibel an den individuellen Förderbedarf der Schüler anpasst und je nach Gesprächssituation oder Leistungsstand zwischen den Kommunikationsformen wechselt.

Welche Herausforderungen nennt der Experte für die Zukunft der bilingualen Bildung?

Der Experte sieht vor allem Herausforderungen in der Inklusionsdebatte und befürchtet bei isolierten Ansätzen ohne Gebärdensprachkompetenz im Umfeld mögliche Nachteile für die Integration der Schüler.

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Details

Title
Konzept zur bilingualen Erziehung von gehörlosen Kindern und Jugendlichen in Schulen
College
University of Applied Sciences Merseburg
Grade
1,3
Author
Clemens Ehlers (Author)
Publication Year
2013
Pages
22
Catalog Number
V314951
ISBN (eBook)
9783668162266
ISBN (Book)
9783668162273
Language
German
Tags
konzept erziehung kindern jugendlichen schulen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Clemens Ehlers (Author), 2013, Konzept zur bilingualen Erziehung von gehörlosen Kindern und Jugendlichen in Schulen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314951
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