Global Cities. Voraussetzungen und Merkmale


Hausarbeit, 2015
22 Seiten, Note: 2,0
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Globalisierung

3. Global Players

4. Global Cities
4.1 Voraussetzung
4.2 Merkmale
4.2.1 Zur Forschungsgeschichte
4.2.2 Global Cities der Gegenwart
4.2.3 Kritik

5. Global Cities in der Dritten Welt

6. Abgrenzung zur Megastadt

7. Fazit

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Global Cities der Gegenwart 10 Quelle: Eigene Darstellung, entnommen: Bronger, D., Metropolen, Megastädte, Global Cities, Die Metropolisierung der Erde, Darmstadt 2004, S. 190.

Tabelle 2: Global Cities um 2009 11 Quelle: Eigene Darstellung, entnommen: Bronger, D./Trettin, L., Megastädte - Global Cities Heute: Das Zeitalter Asiens?, Band 5, Berlin 2011, S. 392.

Tabelle 3: Global Cities in der Dritten Welt 14 Quelle: Eigene Darstellung, entnommen: Bronger, D./Trettin, L., Megastädte - Global Cities Heute: Das Zeitalter Asiens?, Band 5, Berlin 2011, S. 400.

1 Einleitung

Aufgrund der immer weiter voranschreitenden Globalisierung der Weltwirtschaft, hat der Begriff der Globalisierung in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Um Wettbewerbsfähig zu bleiben, werden immer mehr Unternehmen weltweit tätig oder schließen sich zu Konzernen zusammen. Die Produktion wird ausgelagert in Länder, in denen es sich am kostengünstigsten produzieren lässt. Immer mehr Unternehmen siedeln sich in anderen Ländern bzw. grenzübergreifend an, um dem hohen Wettbewerbsdruck stand zu halten. Für dieses Phänomen werden sog. Knotenpunkte benötigt, in denen sich das Management sammelt und von denen aus die globale Tätigkeit gesteuert wird. Diese Knotenpunkte stellen die sog. Global Cities dar. Ein neuer Stadttyp, der aufgrund der Globalisierung entstanden ist. In ihnen scheint sich alles zu sammeln wie z.B. die großen Finanzzentren, die großen Börsen etc. Vor allem für den Begriff der Globalisierung scheint es keine allgemein gültige Definition zu geben. Für den Begriff der Global Cities gibt es auch eine Fülle an Definitionen, die allerdings alle eines gemeinsam haben, Global Cities sind von großer Bedeutung als Knotenpunkte für den weltweiten Handel.

In dieser Arbeit wird zunächst auf den Begriff der Globalisierung eingegangen, der für Global Cities von großer Bedeutung ist. Anschließend wird auf den Begriff der Global Player eingegangen. Schließlich wird sich mit Global Cities beschäftigt, sowohl dem Begriff, als auch die Voraussetzung, die Merkmale, die Forschungsgeschichte, den Global Cities der Gegenwart und abschließend mit der Kritik. Anschließend wird der Begriff Global Cities von dem der Megastadt abgegrenzt. Zudem wird ein kurzer Einblick in Global Cities der Dritten Welt gewährt, bevor das Fazit den Abschluss dieser Arbeit bildet.

2 Globalisierung

Als Globalisierung wird die „Verflechtung zwischen regionalen bzw. nationalen Volkswirtschaften“ bezeichnet. Diese ergeben sich zum einen aus dem „grenzüberschreitenden Handel mit Produkten und Dienstleistungen“, zum anderen aber auch aus der „grenzüberschreitenden Bewegung von Kapital, Arbeitskräften und technologischem Wissen.“ Globalisierung findet in vielen verschiedenen Bereichen statt, z.B. in den Bereichen Wirtschaft, Politik, Kultur, Umwelt etc. Von wirtschaftlicher Globalisierung spricht man wenn z.B. der „grenzüberschreitende Handel oder Kapitalflüsse im Verhältnis zum Volkseinkommen“ zunimmt. Bei der Globalisierung in Form der Marktintegration geht man davon aus, dass sich Preise für bestimmte Güter wie z.B. Waren, Arbeit etc. angleichen, auch wenn sie auf verschiedenen grenzüberschreitenden Märkten gehandelt werden.1 Von einer kommunikationstechnischen Globalisierung spricht man, wenn die Möglichkeit besteht, Informationen weltweit in Sekundenschnelle abrufen zu können. Die arbeitsorganisatorische Globalisierung bietet die Möglichkeit der weltweiten Produktion, ohne dabei an nur einem Ort zusammenarbeiten zu müssen. Demnach lagern viele Unternehmen ihre Produktion ins Ausland aus, um kostengünstiger zu produzieren.2

Der Globalisierungsprozess „nimmt ständig an Intensität zu“ und scheint „unumkehrbar“ zu sein.3

Die immer weiter voranschreitende Globalisierung ist vor allem auf die technologischen Fortschritte wie z.B. im 19. Jahrhundert die Dampfeisenbahn oder den elektrischen Telegraph zurückzuführen. Die Einführung neuer Technologien machte es möglich den Transport und die Übermittlung von Information zu vereinfachen und vor allem schneller zu machen.4 In der heutigen Zeit ist vermutlich das Internet von großer Bedeutung für die schnellere Übermittlung von Informationen.

Es wird allerdings auch davon ausgegangen, dass eine allgemein gültige Begriffsbestimmung der Globalisierung nahezu unmöglich ist, da die Globalisierung viele Dimensionen haben kann, wie z.B. die o.g. Unterscheidungen zwischen kommunikationstechnischer, arbeitsorganisatorischer, wirtschaftlicher Globalisierung etc. Auch die Tatsache, dass die Globalisierung sowohl ein Zustand, als auch einen Prozess darstellen kann, macht eine Begriffsbestimmung problematisch. Folgendes soll zumindest den Begriff der Globalisierung beschreiben, demnach ist „der Globalisierungsprozess als internationaler Verflechtungsprozess des Kapitals, der Arbeitsmärkte, des Handels, des Verkehrs und der Kommunikation zu verstehen.“5 Diese Begriffserklärung kommt der eingangs genannten Definition gleich. Es herrschen eine Vielzahl von Definitionen, welche versuchen den Begriff der Globalisierung möglichst konkret zu erfassen. Nach Khor ist „Globalisierung das, was wir in der Dritten Welt einige Jahrhunderte Kolonisierung genannt haben.“6

Schon Karl Marx thematisierte bereits vor 140 Jahren in einem seiner Hauptwerke „Das Kapital“ die arbeitsorganisatorische Globalisierung, er benannte dies „die neue Arbeitsteilung“. Daran wird deutlich, dass Globalisierung keineswegs erst seit neuestem ein Thema ist. Die Globalisierung ist im Laufe der Jahre immer weiter vorangeschritten und wird auch künftig weiterhin von großer Bedeutung sein. Aufgrund dessen immer mehr Unternehmen international produzieren und sich die Produktion somit nicht nur an einem Ort befindet, sondern an mehreren, wird ein konkreter Standort benötigt, um ein zentralisierter Management betreiben zu können. Dieser konkrete Standort stellt die sog. Global City dar. Global Cities sind Knotenpunkte, also internationale Zentren.7

3 Global Players

Als Global Players werden jene Unternehmen bezeichnet, welche international tätig sind, allerdings lediglich in globalen Branchen handeln und sich so einem globalen Wettbewerb stellen müssen. „Charakteristisch für die globale Unternehmung ist das Bestreben, über die weltweite Koordination aller Unternehmensaktivitäten Skalen- und Synergieeffekte zu verfügen und gleichzeitig alle weltweit relevanten Märkte zu bedienen bzw. zu bearbeiten.“8 Global Players sind oftmals dort angesiedelt, wo für seine Funktion die optimalsten Rahmenbedingungen herrschen.9

Bei den Global Players ist zwischen multinationalen Unternehmen und global agierende Unternehmen zu unterscheiden. Multinationale Unternehmen haben häufig im Ausland lediglich Vertriebsorganisationen oder Fabriken errichtet oder gekauft. Global agierende Unternehmen hingegen haben auf den bedeutendsten Märkten im Ausland eigene „Forschungs- und Entwicklungsabteilungen“. Das Aktienkapital dieses Unternehmens wird zudem auch global gesteuert.10

Ein wichtiger Indikator für einen Global Player ist die „Summe der Auslandsinvestitionen“. Umso mehr ein Unternehmen Auslandsinvestitionen tätigt, umso mehr wird es als Global Player angesehen.11

4 Global Cities

Anfänglich wurden Weltstädte anhand der Einwohneranzahl bewertet. In der Mitte der 80er Jahre wurde kontrovers über dieses Merkmal debattiert. Letztendlich kam man dazu, dass die Bevölkerungszahl und -wachstum nicht ausreichen, um eine Stadt als Weltstadt bezeichnen zu können.12

Wie auch der Begriff Globalisierung, ist der Begriff der Global Cities nicht erst seit neuestem ein Thema. In der Praxis wird der Begriff Global City mit dem der Weltstadt gleichgesetzt. Auch hier gibt es eine Fülle von Definitionen.13

Versucht man den Begriff Global City wörtlich zu übersetzen, kommt man dazu, dass Global „weltumspannend“14 bedeutet und City steht für das „Geschäftsviertel einer Stadt“ oder für „Innenstadt“.15 Diese Begriffsdefinition des Dudens trifft es schon ganz genau, denn Global Cities sind so was wie die weltumspannenden Geschäftsviertel.

Olbricht (1933) definiert den Begriff wie folgt: „Als Weltstädte können wir solche Metropolen ansehen, die in der Politik und Weltwirtschaft eine überragende Rolle spielen und deren Börsen maßgeblich für die Währung von Ländern sind, deren Währungsschwankungen die gesamte Weltwirtschaft recht empfindlich schädigen. Solche Städte sind New York, London, Paris und Berlin. Sie sind die führenden Städte der vier Länder, auf welche (ohne Kolonien) im Jahre 1929 43% des Welthandels entfielen! Wir erkennen unschwer, dass diese Städte auch Brennpunkt des künstlerischen und wissenschaftlichen Lebens sind.“16 Zu den vier genannten Städten zählt Olbricht noch Chicago, Tokyo und Shanghai hinzu.

Nach Sassen (1996) sind Global Cities „zentrale Standorte für hochentwickelte Dienstleistungen und Telekommunikationseinrichtungen, wie sie für die Durchführung und das Management globaler Wirtschaftsaktivitäten erforderlich sind. In ihnen konzentrieren sich tendenziell auch die Konzernzentralen insbesondere von Unternehmen, die in mehr als einem Land tätig sind. Die Zunahme der internationalen Investitions- und Handelstätigkeit, sowie der damit einhergehende Bedarf an Finanzierungs- und Dienstleistungsangeboten fördert die Zusammenballung dieser Funktionen in größeren Städten.“17

Nach Feagin und Smith sind Global Cities bzw. Weltstädte, „die Verankerungspunkte, die die kapitalistische Weltwirtschaft zusammenhalten.“18

Deutlich wird bei den ausgewählten Definitionen von Global Cities, dass diese zwar unterschiedlich sind, aber dennoch darauf abzielen, dass Global Cities eine bedeutende Rolle spielen. Sie sind die Knotenpunkte des weltweiten Handels. Sie sind, wie oben bereits genannt, internationale Zentren.

[...]


1 Pfister, Globalisierung, S. 1.

2 Bronger, Metropolen, Megastädte, Global Cities, S. 143.

3 Bronger, in: Feldbauer/Husa/Pilz/Stacher, Mega-Cities, S. 51.

4 Pfister, Globalisierung, S. 21.

5 Bronger, Metropolen, Megastädte, Global Cities, S. 143, 144.

6 Khor (1995), in: Nuscheler (2006), Entwicklungspolitik, S. 53.

7 Bronger, Metropolen, Megastädte, Global Cities, S. 144.

8 http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/globale- unternehmung.html?referenceKeywordName=Global+Player, Abruf: 29.11.2015.

9 Diercke, in: Leser, Wörterbuch, Allgemeine Geographie, S. 581, 582.

10 Bronger, Metropolen, Megastädte, Global Cities, S. 147.

11 Zündorf, in: Eckart/Köhler/Pries, Global player in lokalen Bindungen, S. 40, 41.

12 Von Petz/Schmals, Metropole, Weltstadt, Global City: Neue Formen der Urbanisierung, S. 4, 5.

13 Bronger/Trettin, Megastädte - Global Cities Heute: Das Zeitalter Asiens?, S. 331.

14 http://www.duden.de/rechtschreibung/global, Abruf: 05.12.2015.

15 http://www.duden.de/rechtschreibung/City, Abruf: 05.12.2015.

16 Olbricht (1933), in: Geographische Wochenschrift 1983, S. 8.

17 Sassen, Metropolen des Weltmarkts, S. 39.

18 Feagin/Smith (1990), in: Borst, Das neue Gesicht der Städte, S. 62.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Global Cities. Voraussetzungen und Merkmale
Hochschule
Universität Kassel
Veranstaltung
Stadt- und Regionalökonomie
Note
2,0
Jahr
2015
Seiten
22
Katalognummer
V315104
ISBN (eBook)
9783668141667
ISBN (Buch)
9783668141674
Dateigröße
1006 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
global, cities, voraussetzungen, merkmale
Arbeit zitieren
Anonym, 2015, Global Cities. Voraussetzungen und Merkmale, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315104

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