Wie auch schon in den letzten Jahrzehnten, stehen Unternehmen gleicher Branchen laufend im gegenseitigen Wettbewerbskampf. Dieses Problem ist ein dauerhafter Bestandteil in der Wirtschaft, wenn man nicht gerade ein Monopol besitzt. Um am Markt bestehen zu können, gibt es verschiedene Methoden um sich von der Konkurrenz abzuheben, welche sich z. B. in der Qualität, Zusatzfunktionen des Produkts oder dem Verkaufspreis abzeichnen können. Um an der Stellschraube Verkaufspreis etwas ändern zu können, oder die Gewinnmarge zu erhöhen, müssen alle Kosten welche in einem Unternehmen entstehen, analysiert werden. Eine Kostenanalyse in Bezug auf Effektivität und Effizienz ist in im direkten Leistungsbereich relativ einfach zu ermitteln. Dagegen sind die Gemeinkosten im indirekten Leistungsbereich (z. B. Beschaffung, Vertrieb, Marketing) nur schwer den Kostenverursachern zuzuordnen. Es erfolgt ähnlich dem Gießkannenprinzip und wird auf die einzelnen Kostenstellen oder Kostenträger mittels Zuschlagssätzen verteilt, welches eine fehlende verursachungsgerechte Kostenzurechnung darstellt.
Ein weiteres Problem ist die Betrachtung der Kostenstrukturen. In der Vollkostenrechnung werden schnell kleinere Kosten vernachlässigt, insbesondere die Gemeinkosten. Stattdessen finden oft nur die großen Positionen, wie Fertigungsmaterial und Fertigungslöhne Beachtung und Prüfung auf Rechtfertigung der Kosten. Trotz dessen liegen im indirekten Leistungsbereich Potentiale, welche zum einen relevant für die Kalkulation zukünftiger Aufträge und für die Gewinnung aktueller Aufträge entscheidend sein können. Dies begründet sich in dem steigenden Aufwand in einigen Prozessen wie der Planung, Kontrolle, Steuerung und Überwachung und somit im indirekten Leistungsbereich. Dies geht auf den gestiegenen technischen Produktwandel, der zunehmenden Automatisierung in der Fertigung und der Variantenvielfalt der Produkte zurück. Am Fallbeispiel begründet liegt hier unter anderem eine gestiegene Anzahl von Zukaufmaterialien vor.
Nachdem mit Hilfe der Prozesskostenrechnung, die Kostenstruktur im indirekten Leistungsbereich transparenter dargestellt und den Kostenverursachern gerechter zugeordnet wurden und zudem die Kostentreiber bekannt sind, kann der Nutzen der Prozesse noch nicht nachvollzogen werden. Es ist lediglich das Problem der Gemeinkostenzuschlagssätze für die Zuordnung der Gemeinkosten weitestgehend entfallen und eine konkrete Zuordnung geschaffen worden. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Begründung der Themenstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Allgemeine Definitionen und Begrifflichkeiten
2.1 KMU
2.2 Einzelfertigung
2.3 Kennzahlen
2.4 Der indirekte Leistungsbereich
3 Die SKM GmbH
3.1 Vorstellung der SKM GmbH
3.2 Aktuelles Kosten- und Leistungsrechnungssystem
3.3 Bewertung und Interpretation der Ergebnisse
4 Die Prozesskostenrechnung
4.1 Die Entstehung der Prozesskostenrechnung
4.2 Ziele und Einsatzfelder der Prozesskostenrechnung
4.3 Vorgehensweise der Prozesskostenrechnung
4.4 Vorteile und Nachteile der Prozesskostenrechnung
5 Das Performance Measurement System
5.1 Entstehung des PMS
5.2 Begriffsbestimmung des Performance Measurement System
5.3 Leistungsebenen
5.4 Modelle mit Bezug zu Prozessen
5.4.1 Die Balanced Scorecard
5.4.2 Die Performance Pyramid
6 Die Prozessschwächen Analyse
6.1 Begriffsbestimmung
6.2 Six Sigma
6.3 Modelle mit Bezug zu Prozessen
6.3.1 DMAIC Regelkreis
6.3.2 Das Kano Modell
6.3.3 Das Prozess-Benchmarking
7 Darstellung der Prozesskostenrechung für Einzelfertigung am Beispiel der SKM GmbH
7.1 Unterschied KMU zu Großunternehmen
7.2 Besonderheiten bezugnehmend auf Einzelfertigung in KMU
7.3 Annahmen und Erläuterungen
7.4 Umsetzung der Prozesskostenrechnung
7.5 Vergleich Zuschlagskalkulation und Prozesskostenrechnung
8 Effizienzbeurteilung der Prozesse mittels der BSC
9 Six Sigma angewendet in der SKM GmbH
10 Anwendung der ermittelten Optimierungen und Vergleichsrechnung
10.1 Neuberechnung der Prozesskosten
10.2 Vergleich der Werte
11 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Kostenstruktur im indirekten Leistungsbereich bei einem kleinen Unternehmen im Metall- und Maschinenbau mittels Prozesskostenrechnung transparenter zu gestalten und durch die Integration eines Performance Measurement Systems sowie einer Prozessschwächenanalyse einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess zu implementieren.
- Umsetzung der Prozesskostenrechnung in KMU mit Einzelfertigung
- Einsatz eines Performance Measurement Systems zur Analyse von Prozessursachen und -wirkungen
- Anwendung der Prozessschwächenanalyse (Six Sigma / DMAIC) zur Prozessoptimierung
- Vergleich der Prozesskostenrechnung mit der traditionellen Zuschlagskalkulation
Auszug aus dem Buch
1.1 Begründung der Themenstellung
Wie auch schon in den letzten Jahrzehnten, stehen Unternehmen gleicher Branchen laufend im gegenseitigen Wettbewerbskampf. Dieses Problem ist ein dauerhafter Bestandteil in der Wirtschaft, wenn man nicht gerade ein Monopol besitzt. Um am Markt bestehen zu können, gibt es verschiedene Methoden um sich von der Konkurrenz abzuheben, welche sich z. B. in der Qualität, Zusatzfunktionen des Produkts oder dem Verkaufspreis abzeichnen können. Um an der Stellschraube Verkaufspreis etwas ändern zu können, oder die Gewinnmarge zu erhöhen, müssen alle Kosten welche in einem Unternehmen entstehen, analysiert werden. Eine Kostenanalyse in Bezug auf Effektivität und Effizienz ist in im direkten Leistungsbereich relativ einfach zu ermitteln. Dagegen sind die Gemeinkosten im indirekten Leistungsbereich (z. B. Beschaffung, Vertrieb, Marketing) nur schwer den Kostenverursachern zuzuordnen. Es erfolgt ähnlich dem Gießkannenprinzip und wird auf die einzelnen Kostenstellen oder Kostenträger mittels Zuschlagssätzen verteilt, welches eine fehlende verursachungsgerechte Kostenzurechnung darstellt.
Ein weiteres Problem ist die Betrachtung der Kostenstrukturen. In der Vollkostenrechnung werden schnell kleinere Kosten vernachlässigt, insbesondere die Gemeinkosten. Stattdessen finden oft nur die großen Positionen, wie Fertigungsmaterial und Fertigungslöhne Beachtung und Prüfung auf Rechtfertigung der Kosten. Trotz dessen liegen im indirekten Leistungsbereich Potentiale, welche zum einen relevant für die Kalkulation zukünftiger Aufträge und für die Gewinnung aktueller Aufträge entscheidend sein können. Dies begründet sich in dem steigenden Aufwand in einigen Prozessen wie der Planung, Kontrolle, Steuerung und Überwachung und somit im indirekten Leistungsbereich. Dies geht auf den gestiegenen technischen Produktwandel, der zunehmenden Automatisierung in der Fertigung und der Variantenvielfalt der Produkte zurück. Am Fallbeispiel begründet liegt hier unter anderem eine gestiegene Anzahl von Zukaufmaterialien vor.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung begründet die Relevanz der Kostenstrukturanalyse im indirekten Leistungsbereich für KMU und definiert die drei Hauptziele der Diplomarbeit.
2. Allgemeine Definitionen und Begrifflichkeiten: Hier werden grundlegende Begriffe wie KMU, Einzelfertigung, Kennzahlen und der indirekte Leistungsbereich für das Verständnis der weiteren Arbeit definiert.
3. Die SKM GmbH: Das Kapitel stellt das Fallbeispiel vor und analysiert das aktuelle Kosten- und Leistungsrechnungssystem sowie die IST-Situation mittels einer SWOT-Analyse.
4. Die Prozesskostenrechnung: Dieser Abschnitt erläutert die theoretischen Grundlagen, Ziele, Vorgehensweisen sowie die Vor- und Nachteile der Prozesskostenrechnung.
5. Das Performance Measurement System: Hier werden die Entstehung, Begriffsbestimmung, Leistungsebenen und Prozessmodelle wie die Balanced Scorecard und die Performance Pyramid behandelt.
6. Die Prozessschwächen Analyse: Dieses Kapitel definiert die Analyse von Prozessschwächen und stellt mit Six Sigma und dem DMAIC-Regelkreis sowie dem Kano-Modell konkrete Methoden zur Optimierung vor.
7. Darstellung der Prozesskostenrechung für Einzelfertigung am Beispiel der SKM GmbH: Dieses Kapitel überträgt die theoretische Prozesskostenrechnung auf das Fallbeispiel, wobei Besonderheiten von KMU und Einzelfertigung berücksichtigt werden.
8. Effizienzbeurteilung der Prozesse mittels der BSC: Hier wird die Balanced Scorecard praktisch auf die SKM GmbH angewendet, um Strategien und Maßnahmen aus den Daten der Prozesskostenrechnung abzuleiten.
9. Six Sigma angewendet in der SKM GmbH: In diesem Kapitel wird der DMAIC-Regelkreis zur Optimierung des Einkaufsprozesses der SKM GmbH implementiert.
10. Anwendung der ermittelten Optimierungen und Vergleichsrechnung: Das Kapitel dokumentiert die neuberechneten Prozesskosten nach der Umsetzung der Optimierungsmaßnahmen und vergleicht diese mit den Ausgangswerten.
11. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die langfristige Implementierung der Methoden in KMU.
Schlüsselwörter
Prozesskostenrechnung, KMU, Einzelfertigung, Performance Measurement System, Balanced Scorecard, Six Sigma, DMAIC, Gemeinkosten, Kostenmanagement, indirekter Leistungsbereich, Prozessoptimierung, Kostenanalyse, Wettbewerbsfähigkeit, SKM GmbH, Kostentreiber.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Optimierung des Kostenmanagements in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mit Einzelfertigung durch die Einführung der Prozesskostenrechnung und ergänzender Managementmethoden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die verursachungsgerechte Zuordnung von Gemeinkosten, die Steigerung der Prozesseffizienz durch Prozesskostenrechnung, das Performance Measurement (Balanced Scorecard) und die systematische Schwachstellenanalyse mittels Six Sigma.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, durch die Implementierung von Prozesskostenrechnung, Performance Measurement und Prozessschwächenanalyse einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess für das Fallunternehmen SKM GmbH zu etablieren und dessen Wirtschaftlichkeit zu steigern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen deduktiven theoretischen Aufbau, gefolgt von einer empirischen Praxisanwendung am Fallbeispiel der SKM GmbH (Action Research), inklusive Datenerhebung durch Selbstaufschreibung und Vergleichsrechnungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen der Prozesskostenrechnung, Performance Measurement und Six Sigma sowie deren praktische Anwendung auf die Prozesse der SKM GmbH, inklusive der Visualisierung und Neuberechnung von Prozesskosten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind u.a. Prozesskostenrechnung, KMU, Einzelfertigung, Balanced Scorecard, Six Sigma, DMAIC, Gemeinkostenzuordnung und Prozessoptimierung.
Wie wird das Fallbeispiel SKM GmbH konkret analysiert?
Das Fallbeispiel wird durch eine SWOT-Analyse, die Aufnahme von Ist-Prozessen (Process-Mapping), die Identifikation von Kostentreibern und eine Vergleichsrechnung zwischen traditioneller Zuschlagskalkulation und Prozesskostenrechnung analysiert.
Welchen praktischen Nutzen hat die Arbeit für die SKM GmbH?
Die Arbeit liefert der SKM GmbH konkrete Werkzeuge wie Anfrageformulare, Prozessvisualisierungen und einen Aktionsplan, um den hohen administrativen Aufwand im Einkauf zu reduzieren und Kosten transparenter zu kalkulieren.
- Citation du texte
- Stefan Landfried (Auteur), 2015, Umsetzung der Prozesskostenrechnung in KMU mit Einzelfertigung in Verbindung eines Performance Measurement Systems und Prozessschwächen-Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315129