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Die Frauenfrage als Nebenwiderspruch. Die proletarische Frauenbewegung

Título: Die Frauenfrage als Nebenwiderspruch. Die proletarische Frauenbewegung

Trabajo , 2011 , 15 Páginas , Calificación: 13

Autor:in: Anonym (Autor)

Política - Principios básicos y general
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Am 8. März 2011 jährte sich der Internationale Frauentag, der das Frauenwahlrecht zum zentralen Thema hervorhob, zum einhundertsten Mal. Die Betrachtung der Frauenfrage als Teil der Arbeiterinnenfrage war das wesentliche Element der proletarischen Frauenbewegung um Clara Zetkin.

In strenger Abgrenzung zur bürgerlichen Frauenbewegung entwickelte sich eine Theorie der Befreiung der Frau, die eine Befreiung der Arbeiterinnen als Grundvoraussetzung hat. Die Frauenfrage wurde dadurch unter die Arbeiterinnenfrage subsumiert und somit eine Trennung zwischen Haupt und Nebenwiderspruch vorgenommen. Diese Trennung führte zu heftigen Auseinandersetzungen innerhalb von Gewerkschaften, Parteien und anderen sich als sozialistisch verstehenden Organisationen.

Ziel dieser Arbeit ist es, die Trennung von Haupt und Nebenwiderspruch durch die proletarische Frauenbewegung genauer zu betrachten, um so beurteilen zu können, ob Nebenwiderspruch mit Nebensächlichkeit gleichbedeutend ist oder ob eine solche Gleichsetzung aus Frustration über männerdominierte antifeministische Gruppierungen zustande kam.

Hierzu werden in Kapitel 2 die Überlegungen Friedrich Engels zur Entstehung der sozialen Geschlechterunterschiede geschildert. Im Anschluss werden Haupt und Nebenwiderspruch in Kapitel 3 differenziert. Die Voraussetzungen der proletarischen Frauenbewegung werden in Kapitel 4 betrachtet. Durch die Industrialisierung nahm die Zahl der Lohnarbeiterinnen zu, was einen Antifeminismus durch die Arbeiterinnenbewegung zur Folge hatte. Kapitel 5 widmet sich der proletarischen Frauenbewegung und ihrer Reaktion auf die dargestellte Situation. Kapitel 6 zeigt die Folgen einer Trennung in Haupt und Nebenwiderspruch und beantwortet die eingangs formulierte Frage.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. „Die weltgeschichtliche Niederlage des weiblichen Geschlechts“

3. Haupt- und Nebenwiderspruch

4. Auswirkungen der Industrialisierung

4.1. Freisetzung der Hausfrau

4.2. Antifeminismus in der Arbeiter_innenbewegung

5. Die proletarische Frauenbewegung

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretische Trennung von Haupt- und Nebenwiderspruch innerhalb der historischen proletarischen Frauenbewegung. Ziel ist es zu analysieren, ob die Einordnung der Frauenfrage als Nebenwiderspruch faktisch mit einer inhaltlichen Nebensächlichkeit gleichzusetzen ist oder ob diese Konzeption als Reaktion auf spezifische antifeministische Tendenzen in arbeiterbewegten Gruppierungen zu verstehen ist.

  • Die Entstehung soziokultureller Geschlechterrollen nach Friedrich Engels
  • Die theoretische Differenzierung zwischen Haupt- und Nebenwiderspruch im Marxismus
  • Die ökonomischen Auswirkungen der Industrialisierung auf die Erwerbstätigkeit von Frauen
  • Der Antifeminismus innerhalb der historischen Arbeiter_innenbewegung
  • Die Strategien der proletarischen Frauenbewegung unter Clara Zetkin

Auszug aus dem Buch

4.2. Antifeminismus in der Arbeiter_innenbewegung

Die Löhne der Männer sanken durch zunehmende Automatisierung und viele verloren ihr Einkommen. In dieser Situation strömten die Frauen in die Fabriken und verdrängten dort zusätzlich die männlichen Arbeiter durch ihren geringeren Lohn. Die Frau wurde zum unmittelbaren Konkurrenten um den Arbeitsplatz. Hinzu kam, dass die Frau ihre Hausarbeit vernachlässigen musste, insbesondere die Kindererziehung. Die Geschlechterverhältnisse wurden umgekehrt und teilweise arbeitete ausschließlich die Frau, während der Mann die Reproduktionsarbeit wahrnahm. Engels schreibt dazu, in Bezugnahme auf die englischen Fabrikarbeiterinnen: „Kann man sich einen verrückteren, unsinnigeren Zustand denken [...]? Und doch ist der Zustand, der den Mann entmannt und dem Weibe seine Weiblichkeit nimmt, [...] dieser, beide Geschlechter und ihnen die Menschheit aufs schändlichste entwürdigende Zustand die letze Folge unserer hochgelobten Zivilisation [...]!“

Während Engels weiter ausführt, „daß eine so totale Umkehrung der Stellung der Geschlechter nur daher kommen kann, daß die Geschlechter von Anfang an falsch gegeneinander gestellt worden sind“ und, dass wenn „[ist] die Herrschaft der Frau über den Mann, wie sie durch das Fabriksystem notwendig hervorgerufen wird, unmenschlich [ist, D.B.], [so muß] auch die ursprüngliche Herrschaft des Mannes über die Frau unmenschlich sein [muss, D.B.]“, reagierten die Arbeiter auf diese aus ihrer Sicht unerfreuliche Situation mit der Forderung nach einem generellen Verbot oder der Beschränkung von Frauenarbeit auf unverheiratete Frauen oder auf einzelne Bereiche. Ähnlich reagierten Teile der Arbeiter_innenbewegung auf die Industrialisierung und die zunehmende Eingliederung von Maschinen in den Produktionsprozess. Das Problem wurde in der Maschine gesehen, was zur Ludditenbewegung führte. Durch Sabotageakte versuchten die sogenannten Ludditen die Maschinen unbrauchbar zu machen, um so die alten, weniger elenden Verhältnisse wieder herbeizuführen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung des Internationalen Frauentags ein und skizziert die wissenschaftliche Zielsetzung der Analyse der Widerspruchstheorie.

2. „Die weltgeschichtliche Niederlage des weiblichen Geschlechts“: Das Kapitel schildert Friedrich Engels' Überlegungen zur Entstehung soziokultureller Geschlechterunterschiede durch die Etablierung des Privateigentums.

3. Haupt- und Nebenwiderspruch: Hier erfolgt eine theoretische Differenzierung der Begriffe im marxistischen Kontext, gestützt durch Zitate von August Bebel und Clara Zetkin.

4. Auswirkungen der Industrialisierung: Das Kapitel analysiert, wie technischer Fortschritt die häusliche Arbeit veränderte und Frauen in den industriellen Lohnarbeitsmarkt drängte.

4.1. Freisetzung der Hausfrau: Dieser Abschnitt beschreibt die durch die Massenproduktion verursachte ökonomische Entwertung häuslicher Reproduktionsarbeit.

4.2. Antifeminismus in der Arbeiter_innenbewegung: Das Kapitel thematisiert die negativen Reaktionen männlicher Arbeiter auf die durch weibliche Konkurrenz sinkenden Löhne.

5. Die proletarische Frauenbewegung: Hier wird die marxistisch begründete Strategie von Clara Zetkin erläutert, welche die Eingliederung der Frau in den Produktionsprozess als Voraussetzung für den Sozialismus sieht.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Untersuchung zusammen und bewertet die praktische Anwendbarkeit der Haupt- und Nebenwiderspruchstheorie.

Schlüsselwörter

Frauenfrage, Nebenwiderspruch, Hauptwiderspruch, Arbeiter_innenbewegung, Clara Zetkin, Industrialisierung, Kapitalismus, Proletariat, Klassenkampf, Geschlechterverhältnisse, Privateigentum, Marxismus, Emanzipation, Lohnarbeit, Unterdrückung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische marxistische Theorie zur Trennung von Haupt- und Nebenwiderspruch und deren Anwendung durch die proletarische Frauenbewegung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die marxistische Frauenforschung, die Auswirkungen der Industrialisierung auf die Geschlechterrollen sowie die Reaktionen der Arbeiter_innenbewegung auf Frauenarbeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu beurteilen, ob die Bezeichnung der Frauenfrage als "Nebenwiderspruch" im historischen Kontext zwingend mit einer inhaltlichen Geringschätzung einherging oder eine strategische Einordnung darstellte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die klassische marxistische Standardwerke und historische Quellentexte, insbesondere von Clara Zetkin, Friedrich Engels und August Bebel, heranzieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historische Herleitung der Frauenunterdrückung, die marxistische Widerspruchstheorie sowie die ökonomischen Umbrüche der Industrialisierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie "proletarische Frauenbewegung", "Haupt- und Nebenwiderspruch", "Industrialisierung" und "Klassenbewusstsein" beschreiben.

Warum lehnte die proletarische Frauenbewegung das Vorgehen gegen Maschinen ab?

Da der technologische Fortschritt aus marxistischer Sicht als notwendige Voraussetzung für die Entwicklung zum Sozialismus betrachtet wurde, galt der Kampf gegen Maschinen als kontraproduktiv.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin in Bezug auf den Begriff "Nebenwiderspruch"?

Während die Theorie selbst für emanzipative Politik als nützlich erachtet wird, habe sich der Begriff aufgrund seiner praktischen historischen Verwendung als unbrauchbar erwiesen, da er oft als Nebensächlichkeit missverstanden wurde.

Final del extracto de 15 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Frauenfrage als Nebenwiderspruch. Die proletarische Frauenbewegung
Universidad
University of Marburg  (Institut für Politikwissenschaft)
Curso
Kritik der Geschlechterverhältnisse
Calificación
13
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
15
No. de catálogo
V315174
ISBN (Ebook)
9783668144835
ISBN (Libro)
9783668144842
Idioma
Alemán
Etiqueta
Internationale Sozialistische Frauenkonferenz Frauenbewegung Nebenwiderspruch Hauptwiderspruch Clara Zetkin Friedrich Engels Arbeiterinnenbewegung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2011, Die Frauenfrage als Nebenwiderspruch. Die proletarische Frauenbewegung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315174
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