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Partizipation in Deutschland. Bedeutung, Aufgaben, Rechte und Praxis des Betriebsrats

Título: Partizipation in Deutschland. Bedeutung, Aufgaben, Rechte und Praxis des Betriebsrats

Presentación (Redacción) , 2013 , 9 Páginas , Calificación: ohne Bewertung

Autor:in: Anonym (Autor)

Política - Tema: Organizaciones internacionales
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Zur Einordnung des Themas Mitbestimmung ist zunächst die Betrachtung der Institutionen des bundesdeutschen Systems der Industriellen Beziehungen nötig. Den Ausgangspunkt dieses Systems bildet der Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit. Verkürzt betrachtet stehen die Interessen des Kapitals nach möglichst hoher Verwertung des eingesetzten Kapitals – also das Interesse nach Gewinn – den Interessen der Arbeit nach hohen Einkommen und guten Arbeitsbedingungen entgegen. Dieser Widerspruch lässt sich im Kapitalismus nicht lösen, allerdings sorgt das bundesdeutsche System der industriellen Beziehungen dafür, dass Kämpfe zwischen Kapital und Arbeit innerhalb eines genau ausdefinierten und rechtlichen Rahmens stattfinden.

Das deutsche System besteht aus einer inoffiziellen und zwei offiziellen Ebenen, weshalb es als duales System bezeichnet wird. Auf politischer Ebene stehen sich die Dachverbände der Gewerkschaften und der Arbeitgeber gegenüber und versuchen politische Entscheidungen zu beeinflussen. Das sind zum Beispiel der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und die Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeber (BDA). Diese Lobbygruppen haben keinen direkten Einfluss auf die Verkaufs- und Nutzungsbedingungen der Ware Arbeitskraft und aus der Tarifautonomie folgt eigentlich eine Staatsfreiheit, weshalb diese politische Ebene eigentlich nicht Teil des Systems ist.

Das duale System besteht aus einer überbetrieblichen und einer betrieblichen Ebene. Überbetrieblich stehen sich Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände gegenüber, um Tarifverträge auszuhandeln, die in der Regel für mehrere Betriebe einer Branche und einer Region gelten, also Flächentarifverträge sind. Konkret sind das zum Beispiel die IG Metall und Gesamtmetall, die sich auf Mindestnormen hinsichtlich des Lohns und der Arbeitszeit einigen. Auf betrieblicher Ebene stehen sich im Wesentlichen der Betriebsrat und das Management gegenüber, um die Einsatzbedingungen der Arbeitskraft zu verhandeln. In Kapitalgesellschaften wird die Mitbestimmung in der BRD ab einer gewissen Größe auf die Aufsichtsräte erweitert.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Betriebsrat

2.1. Bedeutung des Betriebsrats

2.2. Aufgaben und Rechte des Betriebsrats

2.2.1. Informations- und Beratungsrechte

2.2.2. Anhörungsrechte

2.2.3. Zustimmungsverweigerungsrechte

2.2.4. Erzwingbare Mitbestimmungsrechte

2.3. Betriebsratpraxis

2.3.1. Verbetrieblichung der Tarifpolitik

2.3.2. Co-Management statt Klassenkampf

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das System der industriellen Beziehungen in Deutschland mit einem Fokus auf die Rolle und Funktion des Betriebsrats sowie dessen Möglichkeiten und Grenzen bei der Gestaltung betrieblicher Arbeitsbedingungen.

  • Struktur des dualen Systems der industriellen Beziehungen
  • Statistische Verbreitung und Bedeutung von Betriebsratsstrukturen
  • Detaillierte Analyse der Rechte des Betriebsrats (BetrVG)
  • Problematiken der Informationsweitergabe und betrieblicher Praxis
  • Konfliktfeld: Kooperatives Management versus Interessenvertretung

Auszug aus dem Buch

2.2.4. Erzwingbare Mitbestimmungsrechte

Diese Rechte greifen bei allen Fragen der Arbeitszeitgestaltung, Entlohnungsmethoden, Urlaubsplanung, Richtlinien der Personalpolitik und Fragen der Qualifizierung von Beschäftigten. Dabei kann der BR Regelungen vorschlagen und auf Verhandlungen drängen. Wehrt das Management ab, kann der BR eine Einigungsstelle anrufen, die aus einer gleichen Anzahl von Management- und Arbeitnehmer_innenvertreter_innen und einer neutralen Person besteht. Konkret geht es z.B. um die Parkplatzvergaben, Videoüberwachung, Rauchverbote oder in Bezug auf die Arbeitszeiten, um Pausenzeiten und Gleitzeitvereinbarungen. Der BR kann Überstunden begrenzen und Kurzarbeit einführen oder die Gehaltsstufen und Leistungsprämien festsetzen. Ansonsten kann der BR einen Sozialplan bei Betriebsschließungen durchsetzen und z.B. bei der Einführung von Gruppenarbeiten die Konditionen mitbestimmen.

Zusammenfassen versucht der Betriebsrat in erster Linie die Einhaltung der Tarifverträge und Arbeitsschutzmaßnahmen zu gewährleisten. Er kann zwar auf die Gestaltung von Arbeitszeiten und Entgelten Einfluss nehmen, nicht aber auf deren Höhe und er ist prinzipiell Machtlos im Falle von Stilllegungen, Massenentlassungen und Verlagerungen des Betriebes. Das schafft für den BR eine Position, in der er überhaupt nicht auf Augenhöhe mit dem Management verhandelt. Letzteres kann prinzipiell durch die Androhung einer Standortverlagerung den BR dazu veranlassen Kurzarbeit und Entlassungen zuzustimmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt das Spannungsfeld zwischen Kapital und Arbeit sowie die Einordnung des dualen Systems industrieller Beziehungen in Deutschland.

2. Betriebsrat: Analysiert die statistische Relevanz, die rechtlichen Befugnisse und die praktische Wirksamkeit der Betriebsratsarbeit in deutschen Unternehmen.

2.1. Bedeutung des Betriebsrats: Beleuchtet die Verbreitung von Interessenvertretungen in verschiedenen Wirtschaftszweigen und die Bedeutung der Betriebsgröße für deren Existenz.

2.2. Aufgaben und Rechte des Betriebsrats: Erläutert den rechtlichen Handlungsrahmen des Betriebsverfassungsgesetzes und die unterschiedlichen Kategorien der Mitbestimmung.

2.2.1. Informations- und Beratungsrechte: Thematisiert den Anspruch des Betriebsrats auf Informationen zu betrieblichen Veränderungen und die Schwierigkeiten bei deren rechtzeitiger Durchsetzung.

2.2.2. Anhörungsrechte: Erklärt die Pflicht zur Anhörung bei Kündigungen und betrieblichen Umstrukturierungen sowie die rechtliche Tragweite dieser Konsultationen.

2.2.3. Zustimmungsverweigerungsrechte: Beschreibt die Mitsprachemöglichkeiten des Betriebsrats bei personellen Einzelmaßnahmen wie Versetzungen oder Neueinstellungen.

2.2.4. Erzwingbare Mitbestimmungsrechte: Detaildarstellung der direkten Gestaltungsmöglichkeiten des Betriebsrats bei Arbeitsbedingungen sowie die Einigungsstelle als Konfliktlösungsinstrument.

2.3. Betriebsratpraxis: Untersucht die aktuellen Herausforderungen der betrieblichen Mitbestimmung im Kontext von Tariferosion und ökonomischem Druck.

2.3.1. Verbetrieblichung der Tarifpolitik: Analysiert, wie Flächentarifverträge durch betriebliche Bündnisse und Öffnungsklauseln zunehmend unter Druck geraten.

2.3.2. Co-Management statt Klassenkampf: Diskutiert die Ambivalenz der engen Einbindung von Betriebsräten in Modernisierungsmaßnahmen und deren Verantwortung für betriebliche Ergebnisse.

Schlüsselwörter

Betriebsrat, Mitbestimmung, Arbeitsbeziehungen, duales System, Betriebsverfassungsgesetz, Tarifautonomie, Flächentarifvertrag, Co-Management, Interessenvertretung, industrielle Beziehungen, Arbeitszeitgestaltung, Sozialplan, Betriebliche Mitbestimmung, Kapitalsicherung, Arbeitskraft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem deutschen System der industriellen Beziehungen und konzentriert sich dabei spezifisch auf die Rolle, die Rechte und die praktische Arbeit des Betriebsrats.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die rechtlichen Grundlagen der Mitbestimmung, die statistische Verbreitung von Betriebsräten sowie die Dynamik zwischen betrieblicher Interessenvertretung und Management.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Funktionsweise und Grenzen der Mitbestimmung darzustellen und zu beleuchten, inwieweit Betriebsräte als Gegenspieler oder Co-Manager im modernen Betrieb agieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine schriftliche Ausarbeitung eines Referats, die auf einer theoretischen Aufarbeitung soziologischer Fachliteratur und offizieller Daten der Hans-Böckler-Stiftung basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Rechte des Betriebsrats (Informations-, Anhörungs-, Zustimmungs- und Mitbestimmungsrechte) sowie in die Analyse der betrieblichen Praxis unter dem Aspekt der Tarifpolitik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Betriebsrat, Mitbestimmung, Arbeitsbeziehungen, Tarifautonomie, Co-Management und Betriebliche Mitbestimmung sind die zentralen Begriffe.

Welches Problem besteht laut dem Autor bei der Informationspflicht des Managements?

Das Problem liegt oft in der zeitlichen Verzögerung: Informationen fließen häufig erst so spät, dass der Betriebsrat keine effektive Möglichkeit mehr hat, auf die geplanten Maßnahmen zu reagieren.

Was versteht man in dieser Arbeit unter dem Begriff "Co-Management"?

Co-Management beschreibt die Einbindung des Betriebsrats in unternehmerische Modernisierungsprozesse, bei der Betriebsräte teilweise Verantwortung für betriebliche Optimierungen übernehmen, um Arbeitsplätze zu erhalten, sich dadurch aber in ein Abhängigkeitsverhältnis zum Management begeben.

Final del extracto de 9 páginas  - subir

Detalles

Título
Partizipation in Deutschland. Bedeutung, Aufgaben, Rechte und Praxis des Betriebsrats
Universidad
University of Marburg  (Institut für Soziologie)
Curso
Macht und Partizipation in Organisationen
Calificación
ohne Bewertung
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2013
Páginas
9
No. de catálogo
V315176
ISBN (Ebook)
9783668144859
ISBN (Libro)
9783668144866
Idioma
Alemán
Etiqueta
Betriebsrat Mitbestimmung Partizipation Industrielle Beziehungen Gewerkschaften Tarifverträge Arbeitgeberverbände
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2013, Partizipation in Deutschland. Bedeutung, Aufgaben, Rechte und Praxis des Betriebsrats, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315176
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