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Goethe und der Islam. Was ist die Wahrheit im "West-östlichen Divan"?

Title: Goethe und der Islam. Was ist die Wahrheit im "West-östlichen Divan"?

Essay , 2015 , 7 Pages

Autor:in: Klaus Peter Kraa (Author)

German Studies - Comparative Literature
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Immer wieder wird der Versuch unternommen, das Kulturkonzept des Islam in der europäischen Kultur hoffähig zu machen und sich dabei auf Goethe und Lessing zu berufen. Ich fand im Internet den folgenden, noch einigermaßen erträglichen Anlauf dazu und habe ihn, der Wahrheit gemäß, verfremdet. Meine Verfremdungen sind in Kursivschrift und als Fußnoten gesetzt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Goethe und der Islam- am Beispiel des West-östlichen Divan

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die kritische Auseinandersetzung Johann Wolfgang von Goethes mit dem Islam und der orientalischen Dichtung, insbesondere im Kontext seines Werkes "West-östlicher Divan". Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, ob Goethes poetische Annäherung an den Orient als Grundlage für ein modernes, politisch instrumentalisierbares Kulturkonzept des Islam dienen kann oder ob dies eine Fehlinterpretation seiner humanistischen Intention darstellt.

  • Analyse der Rezeption persischer Dichtung (Hafis) durch Goethe
  • Kritische Gegenüberstellung von Goethes Humanismus und fundamentalistischen Strömungen im Islam
  • Untersuchung der Rolle von Aufklärung und Säkularisierung im gesellschaftlichen Diskurs
  • Einordnung des "West-östlichen Divans" in den literarhistorischen Kontext
  • Kritik an der politischen Instrumentalisierung von Goethes Werken

Auszug aus dem Buch

Goethe und der Islam- am Beispiel des West-östlichen Divan

1814 las Goethe den von dem Orientalisten Joseph von Hammer-Purgstall (er galt als Fundgrube des Orients, Anm.) 1812 ins Deutsche übersetzten Diwan des persischen Dichters Muhammad Schams ad-Din (Hafis) und war offensichtlich begeistert davon. Der West-östliche Diwan ist in zwölf Bücher eingeteilt, wie es unter muslimischen Gelehrten üblich war ein Gesamtwerk in verschiedene Bücher aufzuteilen. Die Zahl zwölf ist eine heilige Zahl u.a. wegen der Zwölf Imame. Die Bücher haben die Titel, wie z.B. "Das Buch des Sängers", "das Buch des Hafis", "das Buch des Schenken", und jedes der Bücher hat seine Eigenheiten und seine eigenen Charakteristika, manchmal im "Buch des Unmuts" sehr ärgerlich, manchmal tändelnd wie im "Buch der Liebe", manchmal auch philosophisch wie im "Buch des Paradieses". Immer wieder werden neue Bilder von Hafis übernommen und „eingedeutscht“ (das soll wohl heissen: in vorher und nachher nie gekannter Weise dem natürlichen Rhythmus des deutschen Sprachfluss´ und der Geschmeidigkeit der lyrischen Sprache angepasst, Anm.)

Goethe brachte seine Begeisterung über Hafiz selbst zum Ausdruck: „Und mag die ganze Welt versinken, Hafis, mit dir, mit dir allein Will ich wetteifern! Lust und Pein Sei uns, den Zwillingen, gemein! Wie du zu lieben und zu trinken, Das soll mein Stolz, mein Leben sein.“

Viele der Zitate aus dem Werk werden insbesondre im Dialog verwendet, wie z.B.: „Wer sich selbst und andere kennt, Wird auch hier erkennen: Orient und Okzident Sind nicht mehr zu trennen.“ Das Werk kündet von Goethes Hochachtung gegenüber dem Islam und gegenüber dem Heiligen Qur'an (Koran, Anm.), zum Beispiel in dem Gedicht Pfauenfeder:

Ich sah mit Staunen und Vergnügen Eine Pfauenfeder im Koran liegen, »Willkommen an dem heiligen Platz, Der Erdgebilde höchster Schatz! An dir, wie an des Himmels Sternen Ist Gottes Größe im kleinen zu lernen Dass er, der Welten überblickt, Sein Auge hier hat aufgedrückt, Und so den leichten Flaum geschmückt, Dass Könige kaum unternahmen, Die Pracht des Vogels nachzuahmen. Bescheiden freue dich des Ruhms! So bist du wert des Heiligtums. «

Zusammenfassung der Kapitel

Goethe und der Islam- am Beispiel des West-östlichen Divan: Der Text beleuchtet Goethes Begeisterung für die persische Lyrik von Hafis, die Struktur seines "West-östlichen Divans" und die daraus resultierende humanistische Auseinandersetzung mit orientalischer Kultur und Religion.

Fazit: Die abschließende Betrachtung warnt davor, Goethes poetische Annäherung an den Orient als Rechtfertigung für fundamentalistische Politik zu missbrauchen und betont die Notwendigkeit von Humanismus und Säkularisierung.

Schlüsselwörter

Goethe, West-östlicher Divan, Islam, Hafis, Humanismus, Aufklärung, Säkularisierung, Orient, Okzident, Religionskritik, Poesie, Kulturaustausch, Fundamentalismus, Weltliteratur, Philosophie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Auseinandersetzung Johann Wolfgang von Goethes mit dem Orient und dem Islam, insbesondere durch sein Werk "West-östlicher Divan".

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Rezeption persischer Dichtung, das Spannungsfeld zwischen religiösem Dogmatismus und humanistischem Geist sowie die kritische Reflexion über politische Instrumentalisierung von Literatur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob Goethes poetisches Werk als Grundlage für moderne, politische Interpretationen des Islam dienen kann oder ob solche Lesarten Goethes eigentliche humanistische Intention verkennen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche sowie ideengeschichtliche Analyse, die durch historische Kontexte und philosophische Reflexionen untermauert wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung und Struktur des "West-östlichen Divans", Goethes Faszination für den Dichter Hafis sowie die Auseinandersetzung mit der religiösen und kulturellen Geschichte des Islam.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Goethe, West-östlicher Divan, Humanismus, Säkularisierung, Orient und Religionskritik.

Wie bewertet der Autor die moderne Verwendung von Goethes "Divan"?

Der Autor warnt entschieden vor einer Vereinnahmung des Werkes für politische Zwecke und betont, dass der "Divan" kein Lehrstück zur Rechtfertigung einer fundamentalistischen Weltanschauung darstellt.

Welche Rolle spielt Muhammad Iqbal in diesem Kontext?

Muhammad Iqbal wird als einer der wenigen bedeutenden geistigen Denker des Islam gewürdigt, der sich intensiv mit Goethe auseinandersetzte, wobei der Autor feststellt, dass diese Anregungen in der modernen islamischen Welt kaum Wirkung entfalteten.

Warum wird die Säkularisierung als zentraler Befreiungsschlag bezeichnet?

Die Säkularisierung wird als notwendiger Prozess gesehen, der den Menschen aus geistiger Knechtschaft befreit und die Voraussetzung für eine menschenwürdige Gestaltung der Lebensverhältnisse bietet.

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Details

Title
Goethe und der Islam. Was ist die Wahrheit im "West-östlichen Divan"?
Author
Klaus Peter Kraa (Author)
Publication Year
2015
Pages
7
Catalog Number
V315189
ISBN (eBook)
9783668135949
ISBN (Book)
9783668135956
Language
German
Tags
goethe islam wahrheit west-östlichen divan
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Klaus Peter Kraa (Author), 2015, Goethe und der Islam. Was ist die Wahrheit im "West-östlichen Divan"?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315189
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