Die Rolle digitaler Medien bei Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen. Das Medienunternehmen Axel Springer SE


Hausarbeit, 2015

21 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Rahmen

3. Erwachsenenbildung, Medien und Medienkompetenz
3.1 Lebenslanges Lernen - Bildung nach der Schule
3.2 Medien - digitale Medien - neue Medien
3.3 Medienkompetenz
3.4 Soziales Lernen und neue Medien
3.5 Neue Medien und Bildung - Ein konstruktivistischer Ansatz?

4. Betriebliche Weiter- und Fortbildungsmaßnahmen
4.1 Weiter- und Fortbildungsmaßnahmen eines Medienunternehmens - Axel Springer SE
4.2 Axel Springer Initiative „Move“

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

War es noch in den 1970ern speziell das Massenmedium Fernsehen, welches Informationen vermittelte und als politisch und ökonomisches Instrument be- trachtet wurde und dessen Umfang und Art der Übermittlung von Inhalten in- frage gestellt wurde (vgl. Baacke et. al., 1977, S. 76ff.), so ließ sich in den letz- ten Jahrzehnten eine rapide Weiterentwicklung der Medien beobachten, wie z.B. die des Internets (vgl. Kerres & Preußler, http://www.diezeitschrift.de, 2013). Diente es in den 1990ern noch zur Bereitstellung von Informationen, so wird es in den letzten Jahren unter dem Namen Web2.0 vermehrt zur interper- sonellen Kommunikation genutzt. Web 2.0 ist ein Raum, in dem nicht nur In- formationen bereitgestellt werden, sondern aktiver Wissensaustausch geschieht wie etwa auf Plattformen wie Wikipedia. Jenes Web 2.0 hat eine Wichtigkeit erreicht, dass auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) aktiv Forschungs-, Entwicklungs- und Erprobungsprozesse unterstützt (vgl. BMBF, 2015). In den folgenden Kapiteln dieser Arbeit soll sich der Frage ge- widmet werden, was Medien und speziell digitale Medien sind und wie weit diese Einzug in die Erwachsenenbildung gehalten haben. Dies soll am Beispiel der Fort- und Weiterbildungen der Axel Springer SE erläutert werden. Axel Springer SE ist ein Konzern dessen Ziel es ist das führende Unternehmen im Bereich der digitalen Medien zu werden (vgl. Axel Springer SE).

2. Theoretischer Rahmen

Den Rahmen dieser Arbeit soll durch die Individualisierungsthese von Ulrich Beck gezogen werden. Hierzu muss zunächst erklärt werden, was Beck mit Individualisierung meint. Unter Individualisierung versteht Beck (1996, S. 205) eine neue Art von Vergesellschaftung. Er beschreibt hier die „Herauslö- sung des Menschen aus historisch vorgegebenen Sozialformen“ (Beck, Risikogesellschaft Auf dem Weg in eine andere Moderne, 1996, S. 205), wie etwa aus der ursprünglichen Hierarchie einer Familie und welche Position der Mensch in dieser eingenommen hat. Der eigene Lebenslauf wird nicht mehr von außen bestimmt, sondern ist nun selbst gesteuert. Halt durch die Familie und den Stand, die die Person hineingeboren wurde, gibt es so in unserer heuti- gen Gesellschaft nicht mehr. Individualisierung beschreibt die objektive Le- benslage, was mit den Menschen geschieht, nicht was in ihrem Inneren und ihrem Verhalten vor sich geht, oder ändert (subjektiv) (vgl. Beck, 1996, S. 206). Sie spiegelt sich beispielsweise im Wandel von Familienstruktur, Wohn- verhältnissen und räumlicher Struktur wider. Alle Entscheidungen trifft das Individuum selbst, es schafft sich den institutionellen Rahmen somit selber, ist daher für sein Handeln und sein (Über-)Leben zuständig. Es ist daher den Marktgeschehnissen und ihren aktuellen Standards unterworfen und muss sich demzufolge um Arbeit bemühen. Man ist also auch arbeitsmarktabhängig und somit u.a. bildungsabhängig (Beck, Risikogesellschaft Auf dem Weg in eine andere Moderne, 1996, S. 210). Beck beschreibt dies wie folgt: „Der Schlüssel der Lebenssicherung liegt im Arbeitsmarkt. Arbeitsmarkttauglichkeit erzwingt Bildung.“ (Beck, 1996, S. 214). So bedarf es um eine bestimmte Arbeit auszu- üben, eine dementsprechenden Ausbildung und Belege darüber. Auch weist Beck daraufhin, dass Individualität nicht mehr nur innerhalb nationaler Gren- zen stattfindet, sondern dank Massenmedien, wie damals das Fernsehen - auch die Medien einen immer stärkeren Einfluss auf das Individuum ausübt (Beck, 1996, S. 212f.).

3. Erwachsenenbildung, Medien und Medienkompetenz

Aufgrund neuer Technologien wurden und werden alltägliche Aufgaben von Maschinen ausgeführt, zeitgleich werden die auszuübenden vielschichtigen kognitiven Aufgaben der Menschen immer wichtiger. Eigenschaften und Fä- higkeiten aktueller Berufe ändern sich stetig, während vorhandene Kenntnisse, die es zum Ausüben dieser Tätigkeiten benötigt werden, schnell überholt sind. Dies stellt höhere Ansprüche an das Arbeitskräftepotenzial dar. Deshalb legen Arbeitgeber großen Wert auf Fähigkeiten wie Problemlösungen, logisches Denken und Kreativität, um zu gewährleisten, dass Angestellte sich flexibel an die rasch voranschreitenden Veränderungen ihrer Umwelt anpassen können und werden. Beispielhaft könnte hier der Fluglotse genannt werden, dessen Aufgaben im letzten Jahrzehnt teilweise von aktuellen Techniken übernommen wurden. Dennoch ist der Arbeitsumfang größer als zuvor, Ursachen hierfür sind etwa der zunehmende Flugverkehr oder neue Sicherheitsrichtlinien. Im Bereich der Bildung und Ausbildung ist man sich zunehmend bewusster der neuen Ansprüche die durch die Gesellschaft, Betriebe und Industrie gestellt werden (vgl. van Merrienboer & Kirschner, 2007, S. 4f.). Schon in dem Gut- achten „Zur Situation und Aufgabe der deutschen Erwachsenenbildung” vom 29. Januar 1960 formulierte der Deutsche Ausschuss für das Erziehungs- und Bildungswesen die Notwenigkeit von Erwachsenenbildung, unter anderem auch der „rechte Umgang“ mit Medien wurde dort zu den erforderlichen Fer- tigkeiten beschrieben. Zur eigenständigen Urteils- und Willensbildung können Medien beitragen, wenn der Bürger in der Lage sei, sich der möglichen Fülle jener zu bedienen, deren Informationen kritisch zu betrachten und verarbeiten zu können (vgl. Detjen, 2013, S. 138f.). So schreibt DIE ZEIT über jenes Gut- achten:„Die Menschen … bedürfen der fortlaufenden Orientierung, um sich in der modernen Welt behaupten zu können…” und „Statt von Erwachsenenbil- dung sollten wir besser, wie die Franzosen, von education permanente - stän- diger Weiterbildung - sprechen” (Becker, Hellmut, 1960) was nichts anderes ist als das lebenslange Lernen wie es ferner unter 3.1 beschrieben wird. Jedoch hat der Einsatz von digitalen Medien hat noch keinen umfassenden Einzug in Lehreinrichtungen gehalten. So ist der Einsatz von Medien aufwendig und es gibt noch zu wenig „didaktisch hochwertige Medien“ (Kerres, Michael, 2000,S. 1). Kerres nennt drei Begründungsmuster für den Einsatz und Medien im Unterricht. Zum einen sollen Medien als Mittel zur Steigerung der Effektivi- tät/Effizienz dienen, also spezifisches Wissen soll durch Medien effektiver und wirksamer vermittelt werden, und ebenso erlernbarer sein (Kerres, Michael, 2000, S. 2f.). Darüber hinaus soll das Verwenden von Medien dazu beitragen, Kenntnisse und Fertigkeiten mit eben diesen Medien zu vermitteln und zu fes- tigen, wozu auch der kompetente Umgang mit Medien zählt. Das heißt, Kennt- nisse und Fähigkeiten sollen nicht auf die Betätigung des Geräts reduziert wer- den, sondern auch auf die Inhalte wie z.B. Datenqualität und den gesellschaftli- chen Umgang mit Informationen ausgedehnt werden. Weiter sollte die Medi-enerziehung auch den kompetenten Umgang mit Medien schulen, darunter ist zu verstehen, dass vermittelt werden soll, dass Medien einen Teil der Kommu- nikation darstellen. Dies wird zunehmend im schulischen Lehrplan, sowie in der Erwachsenenbildung aufgenommen. Darüber hinaus, dient die Bedienung von medialer Hardware auch als Instrument zur Übermittlung von persönlich-/ gesellschaftlichen Interessen und Bedürfnissen (vgl. Kerres, Michael, 2000).

3.1 Lebenslanges Lernen - Bildung nach der Schule

Lernen ist nicht mit dem Abschluss der Schule, der Universität oder der Aus- bildung beendet. Im Gegenteil, durch die rasanten Veränderungen in dieser Welt ist eine kontinuierliche Anpassung, ein stetiges Lernen notwendig. Durch Erneuerungen in dieser Welt wird neues Wissen benötigt, um diesen neuartigen Bedingungen gerecht zu werden. Die Anpassung von Bildung ist unvermeid- lich um jene auf noch nie da gewesene Situationen und Herausforderungen anwenden zu können. Nicht nur weil es wirtschaftliche Aussichten erfordern, nein auch „unsere“ Vergesellschaftung und Kultur betrifft diese Veränderung (vgl. Davidson & Goldberg, 2009, S. 33f.). Lebenslanges Lernen beinhaltet nicht nur Weiterbildungen durch Fortbildungen und Kursen, sondern auch in- formelles Lernen im Erwachsenenalter, welches sich durch Lernen am Arbeits- platz sowie selbstständiges Lernen in der Freizeit darstellt (BMBF, 2006, S. IV). Das Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister hat die Defi- nition von Weiterbildung des Deutschen Bildungsrats aus 1970 überarbeitet und um das informelle Lernen erweitert. Somit lautet die Definition wie folgt:

„Weiterbildung ist die Fortsetzung oder Wiederaufnahme organisierten Lernens nach Abschluss einer unterschiedlich ausgedehnten ersten Bildungsphase und in der Regel nach Aufnahme einer Erwerbs- oder Familientätigkeit. Weiterbildung in diesem, Sinne liegt auch vor, wenn die Einzelnen ihr Lernen selbst steuern. Wei- terbildung umfasst die allgemeine, politische, kulturelle und wissenschaftliche Weiterbildung. Weiterbildung kann in Präsenzform, in der Form der Fernlehre des computergestützten Lernens, des selbst gesteuerten Lernens oder in kombinierten Formen stattfinden.“

Dies bedeutet, das Weiterbildung zielgerichtetes Lernen nach der ersten Bil- dungsphase bedeutet, allerdings schließt diese Definition nicht das Erfahrungs-lernen, worunter spontanes, beiläufiges oder zufälliges Lernen zu verstehen ist,mit ein. (BMBF, 2006, S. 187). Lebenslanges Lernen bezieht sich nur gering- fügig auf Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen, sondern meint auch die aktive Teilhabe an kulturellen Wissensressourcen sowie gesellschaftlicher Wissenskommunikation. Hierbei erfahren digitale Medien und auch das Inter- net immer mehr an Wichtigkeit und ermöglichen das Mitwirken an eben dieser Wissenskommunikation (vgl. Kerres, Hölterhof, & Nattland, 2011, S. 2)

3.2 Medien - digitale Medien - neue Medien

Informationen konnten durch Medien wie einst Flugblätter, Zeitungen, Zeit- schriften die Entwicklung gesellschaftlicher Veränderungen antreiben und so einem großen Kreis verfügbar gemacht werden (vgl. Baacke, 2007, S. 10). War es die Französische Revolution die 1789 die gesellschaftliche Normen dahin veränderte, dass es allen nun möglich sein sollte, über das Wohl aller mitzuent- scheiden. Die Macht sollte nicht mehr alleine in der Hand weniger einzelner liegen. Die neue Gesellschaft tauschte Informationen in Salons und politischen Cafés aus, dann im 18. und 19. Jahrhundert durch Wochenblätter und kleine Zeitungen. In folgende Bereiche des Lebens etablierten sich drei Formen der Gesellschaft, die des Privaten, der staatlichen Ordnungsmacht und der Öffent- lichkeit. Die Öffentlichkeit nahm die Rolle des Mittlers zwischen staatlicher Organe und privatem Leben ein. Dies geschah in Salons und Caféhäusern, spä- ter Zeitschriften, gefolgt von Hörfunk und Fernsehen und schließlich Ende des zweiten Jahrhunderts dann auch interaktive Dienste und Systeme. Jene Mas- senmedien können gesellschaftlichen Wandel ermöglichen, indem sie kritisie- ren und auf Veränderung drängen, es können aber nicht müssen. Dank der Massenmedien gibt es keine räumlichen Einschränkungen mehr. Heutzutage wird auch von einer von Virtualisierung von Bildung gesprochen, die sich un- ter anderem dadurch auszeichnet, dass ein räumlich und zeitlich unbeschränk- ter Zugriff auf Wissen möglich ist (vgl. Köhler, Neumann, & Saupe, 2011, S. 231).

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Details

Titel
Die Rolle digitaler Medien bei Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen. Das Medienunternehmen Axel Springer SE
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Institut für Bildungswissenschaft und Medienforschung)
Note
2,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
21
Katalognummer
V315259
ISBN (eBook)
9783668145566
ISBN (Buch)
9783668145573
Dateigröße
881 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Individualisierungsthese, Web 2.0, Erwachsenenbildung, digitale Medien, Weiterbildung, Weiterbildungsmaßnahmen
Arbeit zitieren
Jana Wurdel (Autor), 2015, Die Rolle digitaler Medien bei Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen. Das Medienunternehmen Axel Springer SE, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315259

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