Das Faustmotiv in der Erzählung „Hundeherz“ von Michail Bulgakow


Hausarbeit (Hauptseminar), 2015

15 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Über den Autoren Michail Bulgakow
2.1 Sein Leben

3. Die Erzählung „Hundeherz“
3.1 Inhaltsübersicht
3.2 Literaturgeschichtliche Einordnung

4. Die Faustmotive in der Erzählung „Hundeherz“
4.1 Professor Filipp Filippowitsch Preobrashenski vs. Faust
4.2 Doktor Iwan Arnoldowitsch Bormental vs. Wagner
4.3 Polygraf Polygrafowitsch Bellow vs. Homunkulus
4.4 Weitere Motive in der Erzählung

5. Schlussbemerkungen

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der deutsche Schriftsteller Johann Wolfgang Goethe, der im August 1749 in Frankfurt am Main geboren und 83-jährig im März 1832 starb, war nach seinem Studium der Rechtswissenschaften zunächst auf politischer Ebene erfolgreich (vgl. Bernhardt 2012, 11f.). Er begann ebenfalls naturwissenschaftliche Studien und erlangte auch auf diesem Gebiet große Bekanntheit. Neben seiner wissenschaftlichen und politischen Arbeit verfasste Goethe viele Dramen, Gedichte und Romane, die ihn in der deutschen Literatur unvergessen machen. Seine bekanntesten Werke sind etwa die Dramen Iphigienie auf Tauris, Die Leiden des jungen Werthers oder Wilhelm Meisters Wanderjahre. Seine mit Abstand wichtigsten Dramen, sind die Dramen Faust. Der Tragödie erster Teil und Faust. Der Tragödie zweiter Teil.

Die Dramen handeln von Dr. Heinrich Faust, einem angesehenen Gelehrten und Wissenschaftler, der seine Wissbegier und seinen Forschungsdrang nicht befriedigen kann. Generell ist Faust unzufrieden mit seinem Leben, da er nicht in der Lage ist, dieses zu genießen. Aus diesem Grund geht er mit dem Teufel Mephistopheles einen Pakt ein. Er verspricht Faust, ihm auf Erden zu dienen damit er Zufriedenheit erlangen kann. Gelingt dem Teufel dieser Zustand, so erhält er im Gegenzug Fausts Seele. Der Pakt nimmt einen folgenschweren Verlauf, denn Mephistopheles versucht Faust im Verlauf der Dramen vom rechten Weg abzubringen.

Die Faustgeschichte diente in der Vergangenheit für viele Schriftsteller als Vorbild für eigene Werke. In der russischen Literatur lassen sich zahlreiche bekannte Schriftsteller finden, die auf den Fauststoff zurückgriffen. Einer dieser Schriftsteller war Michail Bulgakow, der sogar des Öfteren die Motive des Faust-Dramas aufnahm.

Aus diesem Grund beschäftigt sich diese Hausarbeit mit dem Faustmotiv in der Erzählung Hundeherz von Michail Bulgakow. Beim Lesen der Erzählung fallen direkt Analogien einiger Figuren zum Faust-Drama auf, die eine gleiche Stellung innerhalb der Personenkonstellation einnehmen. Allerdings besteht die Annahme, dass die Figuren nicht in derselben Funktion, wie im Faust-Drama auftreten. Daher wird mithilfe eines Vergleichs ein Fokus auf die Figuren der Erzählung, als auch der Faust-Dramen gelegt, damit die Funktionen dieser deutlich gemacht werden können.

Zu Beginn wird im zweiten Kapitel kurz ein Einblick in das Leben des Autoren Michail Bulgakows gegeben. Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit der Handlung der Erzählung Hundeherz und eine literaturgeschichtliche Einordnung wird vorgenommen. Kapitel vier liefert sodann einen ausführlichen Vergleich der Hauptfiguren aus der Erzählung und den Faust-Dramen und geht auf weitere, in der Erzählung auftauchende, Motive ein. Abschließend erfolgt in den Schlussbemerkungen ein Fazit zu der eingangs genannten These.

2. Über den Autoren Michail Bulgakow

2.1 Sein Leben

Als russischer Schriftsteller, Satiriker und Kritiker wird Michail Bulgakow vorwiegend charakterisiert und doch umfasst diese Beschreibung nicht ganz sein Wirken.

Der am 15. Mai 1891 geborene Michail Afanassjewitsch Bulgakow wuchs als ältestes Kind von sieben Geschwistern in Kiew auf (vgl. Wright 1978, 3). Er besuchte dort um 1900 das Erste Kiewer Gymnasium und schloss die Schule neun Jahre später mit dem Abitur ab. Während seiner gymnasialen Schulzeit entdeckte er seine Freude am Theater und besuchte lange Zeit das Solovyov-Theater (vgl. ebd., 5f.). 1909 begann er ein Studium an der Medizinischen Fakultät an der Kiewer Universität und wurde nach seinem erfolgreichen Abschluss in 1916 Militärarzt im Südwesten der Ukraine (vgl. ebd., 7f.). Zwei Jahre später arbeitete er in Kiew als niedergelassener Arzt, gab diese Stellung jedoch schon 1919 auf und schloss sich letztendlich der Weißen Garde an (vgl. Reschke 1991, 33). Nach seiner Rückkehr aus dem Bürgerkrieg, ging Michail Bulgakow nach Moskau, arbeitete dort für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften und schrieb hauptsächlich satirische Feuilletons. In dieser Zeit fertigte er erste Arbeiten als Schriftsteller an (vgl. ebd., 33). Die politische Situation in der Sowjetunion sorgte allerdings dafür, dass seine Werke verboten und nicht veröffentlicht wurden und er bald mittellos dastand. In großer Sorge um seine Existenz, wandte Michail Bulgakow sich 1930 direkt an Stalin und er versprach ihm eine Anstellung als Regieassistent am Künstlertheater. Er wechselte später als Librettist an das Bolschoi-Theater. Doch auch am Theater hatte Bulgakow nur mäßig Erfolg, da er der Zensur unterlag oder gar Aufführungen abgesetzt wurden (vgl. ebd., 33). Schließlich erkrankte er 1937 an Nierensklerose, infolgedessen er am 10 März 1940 in Moskau starb (vgl. Wright 1978, 250ff.).

3. Die Erzählung „Hundeherz“

3.1 Inhaltsübersicht

Dem Professor Filipp Filippowitsch Preobrashenski begegnet in Moskau, an einem Torweg, ein herrenloser, verletzter und abgemagerter Hund, welchen er mit einer Krakauer Wurst in seine Wohnung in der Obuchow-Gasse lockt.

Der Professor umsorgt mit seinen Mitarbeitern, dem Assistenten Doktor Iwan Arnoldowitsch Bormental, der Hausangestellten Sina Bunina und der Köchin Darja Petrowna, den Hund, den sie Bello nennen, und päppeln ihn auf, bis seine Wunden größtenteils verheilt sind. Uneigennützig ist die Fürsorge nicht, denn der Professor arbeitet an einem Verjüngungsexperiment und benötigt dazu ein Versuchsobjekt.

So pflanzt der Professor unter der Assistenz von Doktor Bormental dem Hund menschliche Hoden, Nebenhoden und Samenleiter als auch eine menschliche Hypophyse, eine Hirnanhangsdrüse, des Verstorbenen Klim Grigorjewitsch Tschugunkin ein. Nachdem es zunächst den Anschein macht, dass die Operation missglückt sei und der Patient sterben wird, verbessert sich Bellos Zustand von Tag zu Tag. Sechs Tage nach der Operation beginnt sich das hündische Erscheinungsbild zu vermenschlichen und im Verlauf von weiteren Tagen nimmt Bello auch geistig menschliche Züge an.

Dabei zeigt sich, dass Bello die schlechten Charaktereigenschaften des Verstorbenen Tschugunkin vererbt wurden. So richtet ein ungehorsames und unsittliches Wesen im Haus des Professors ein maßloses Chaos an. Bello balanciert zwischen hündischen Zügen und dem lasterhaften Charakter des Verstorbenen und trinkt eine Menge Alkohol, klaut Geld und lügt rückhaltlos.

Zudem hat der Hausverwalter Schwonder einen Einfluss auf Bello. Er stattet ihn mit kommunistischen Gedankengut aus und bringt Bello somit gegen Professor Preobrashenksi auf. Bello, der sich fortan Polygraf Polygrafowitsch Bellow nennt, fordert für sich vom Professor eine Art Geburtsdokument, um eine Erfassungskarte zu erhalten, damit er sich bei der Gewerkschaft und beim Arbeitsamt melden kann. Mit Hilfe der Hausverwaltung taucht Polygraf Polygrafowitsch immer weiter in das kommunistische System ein und nimmt in Moskau eine Stellung als Leiter der Unterabteilung zur Säuberung der Stadt von streunenden Tieren bei der Stadtreinigung an. Er verlangt als Mitglied der Wohnungsgenossenschaft von Professor Preobrashenski eine gewisse Wohnfläche für ihn alleine und treibt mit seinem Verhalten den Professor zur Weißglut. Dieser gelangt zu dem Bewusstsein, dass sein Experiment missglückt ist. Er fasst schließlich den Entschluss, die Operation rückgängig zu machen und entnimmt Bellow die eingepflanzten Hoden sowie die Hypophyse. Der vermenschlichte Bellow verwandelt sich wieder in einen Hund und das Leben in der Wohnung des Professors gerät wieder in Ordnung.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Das Faustmotiv in der Erzählung „Hundeherz“ von Michail Bulgakow
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Fakultät Geisteswissenschaften)
Veranstaltung
Literatur in der Medienkultur
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
15
Katalognummer
V315316
ISBN (eBook)
9783668141681
ISBN (Buch)
9783668141698
Dateigröße
674 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Faust, Michail Bulgakow, Hundeherz, Faustmotiv
Arbeit zitieren
Maria Averkamp (Autor), 2015, Das Faustmotiv in der Erzählung „Hundeherz“ von Michail Bulgakow, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315316

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