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Der Einfluss innerethnischer Konflikte und natürlicher Ressourcen auf den Konflikt zwischen Südsudan und Sudan

Title: Der Einfluss innerethnischer Konflikte und natürlicher Ressourcen auf den Konflikt zwischen Südsudan und Sudan

Bachelor Thesis , 2013 , 36 Pages , Grade: 2

Autor:in: Florian Reitbauer (Author)

Politics - Region: Africa
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Kernbereich der vorliegenden Konfliktanalyse ist das Aufzeigen der Ursachen des Konfliktes zwischen Sudan und Südsudan sowie deren Vernetzung mit und Auswirkungen auf die zwischen- und innerstaatliche Ebene. Dabei sollen vor allem Gründe für die erneute Eskalation des Konfliktes seit der Abspaltung Südsudans im Jahr 2011 aufgezeigt werden. Das Vorhandensein von Rohöl stellt einen wichtigen Aspekt des Konfliktes dar, da beide Seiten auf das Einkommen durch Ölexporte angewiesen sind. Es soll jedoch auch die Frage geklärt werden, ob die Eskalation rein auf diesen Aspekt reduziert werden kann bzw. ob dieser einer von vielen ist.

Weiters soll geklärt werden, welche Bevölkerungsgruppen in den Konflikt involviert sind und welche Position sie hinsichtlich der zwischenstaatlichen Auseinandersetzung einnehmen. Sind diese für die Makroebene von Bedeutung oder handelt es sich dabei um „kleine“ Konflikte die keinerlei Auswirkungen auf die zwei Staaten haben? Hierfür soll exemplarisch der Darfurkonflikt herangezogen werden.

Für die Analyse wird auch die Rolle sogenannter Drittparteien näher betrachtet. Unter Drittparteien werden Organisationen wie die UNO (United Nations Organization), AU (African Union), aber auch Staaten mit wirtschaftlichem Interesse am Sudan bzw. Südsudan verstanden. Durch den Einfluss dieser Drittparteien wird die Auseinandersetzung zu einem globalen Thema. Zu klären ist jedoch, ob andere Staaten eine Mediatorenfunktion einnehmen um den Konflikt auf diplomatischem Weg beizulegen, oder ob es hierbei auch um die Sicherung eines Zugangs zu Rohstoffen geht. Welche Rollen spielen dabei MNEs (Multinational Enterprises)?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

2. EINFÜHRUNG

2.1. THEMA

2.2. FRAGESTELLUNG

3. THEORETISCHER HINTERGRUND DER KONFLIKTANALYSE

3.1. ENTSTEHUNG DES FORSCHUNGSFELDES

3.2. MODELLÜBERSICHT

4. GESCHICHTLICHER ÜBERBLICK – VON DER UNABHÄNGIGKEIT DES SUDAN BIS ZUR GEGENWART

4.1. UNABHÄNGIGKEIT BIS 1983

4.2. ZWEITER BÜRGERKRIEG

4.3. DARFUR

4.4. WEITERE ENTWICKLUNGEN

5. KONFLIKTANALYSE SÜDSUDAN AB DER UNABHÄNGIGKEIT 2011

5.1. ZWISCHENSTAATLICHER KONFLIKT (SUDAN – SÜDSUDAN)

5.2. INNERSTAATLICHER KONFLIKT (BEVÖLKERUNGSGRUPPEN)

5.3. NATÜRLICHE RESSOURCEN UND DEREN EINFLUSS AUF KONFLIKTE

6. CONCLUSIO

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die komplexen Ursachen und Vernetzungen des Konflikts zwischen dem Sudan und dem Südsudan, wobei insbesondere der Einfluss von natürlichen Ressourcen und innerstaatlichen Konflikten seit der Unabhängigkeit des Südsudan im Jahr 2011 untersucht wird.

  • Analyse von Konfliktursachen und deren Vernetzung auf zwischen- und innerstaatlicher Ebene.
  • Untersuchung der Bedeutung von natürlichen Ressourcen, insbesondere Erdölvorkommen, für Konflikteskalationen.
  • Betrachtung der Rolle von Drittparteien und internationalen Akteuren bei der Konfliktbearbeitung.
  • Anwendung wissenschaftlicher Konfliktanalysemodelle (u.a. Galtung, Ramsbotham/Woodhouse).
  • Darstellung der historischen Hintergründe und der Rolle ethnischer Gruppierungen.

Auszug aus dem Buch

3.2. Modellübersicht

Nachfolgend werden diverse Konfliktanalysemodelle näher beschrieben, die in den Kapiteln vier und fünf zur Anwendung kommen. Grundsätzlich gibt es viele Analysemodelle, jedoch konnten während der Recherchearbeiten keine, die speziell für den untersuchten Konflikt anzuwenden wären, gefunden werden. Die nachfolgenden Modelle beziehen sich auf das Buch Contemporary Conflict Resolution, da es zur Zeit als eines der umfassendsten und aktuellsten Informationsquellen der Friedens- und Konfliktforschung gilt.

Eines der ersten angeführten Modelle wurde von Johan Galtung, welcher bereits im Kapital zuvor erwähnt wurde, eingeführt. Es handelt sich dabei um die sogenannten triangle model.

Galtung argumentiert, dass sich Konflikte in einem Dreieck widerspiegeln. Dabei stehen sich die drei Ebenen Widerspruch/Gegensatz, Einstellung und Verhalten gegenüber. Erstgenannte bezieht sich auf die Konfliktsituation und die Unvereinbarkeit von Zielen der Konfliktparteien. Die Einstellung nimmt Bezug auf die (Fehl-) Wahrnehmungen der Konfliktparteien. Grundsätzlich können die Wahrnehmungen sowohl positiv als auch negativ sein. Im Falle von Konflikten spricht man jedoch meist von negativen und stereotypisierenden Wahrnehmungen („die Anderen“). Ein entscheidender Punkt bei den Wahrnehmungen ist, dass diese oft durch persönliche Emotionen wie etwa Angst, Hass o.ä. beeinflusst werden. Das bedeutet dem Fremden und Unbekannten steht man vorwiegend skeptisch und zurückhaltend gegenüber. Die letzte Ebene dieses Modells, das Verhalten, involviert Gesten und Signale die Versöhnung oder Feindseligkeiten äußern. Im Falle von gewalttätigen Konflikten sind sie oft durch verbale Androhungen oder auch destruktiven Angriffen gekennzeichnet. Sind alle drei Ebenen gegeben, spricht Galtung von Konflikt. Ferner spricht er sich für die Theorie aus, dass Konflikte keine statischen Konstrukte, sondern dynamische Prozesse sind. Insbesondere die Ebenen Verhalten und Einstellung unterliegen laufenden Veränderungen bzw. beeinflussen sich wechselseitig. Konfliktparteien beispielsweise adaptieren deren Einstellungen um ihre Interessen verfolgen zu können und halten gleichzeitig die feindliche Einstellung ihrem Gegenüber ein. Durch die laufende Adaptierung und Neuausrichtung können sich Konflikte intensivieren und ausbreiten, gegebenenfalls auch weitere Parteien miteinbeziehen.

Zusammenfassung der Kapitel

2. EINFÜHRUNG: Diese Einleitung erläutert das Thema des Südsudan-Konflikts, die ökonomische Relevanz von Erdölressourcen sowie die historischen Grundlagen der Auseinandersetzungen.

3. THEORETISCHER HINTERGRUND DER KONFLIKTANALYSE: Dieses Kapitel stellt die Entwicklung der Konfliktanalyse als Disziplin dar und führt zentrale Analysemodelle wie das Triangle Model und das Hourglass Model ein.

4. GESCHICHTLICHER ÜBERBLICK – VON DER UNABHÄNGIGKEIT DES SUDAN BIS ZUR GEGENWART: Ein historischer Abriss von 1956 bis zur Gegenwart, der die Ursachen der innerstaatlichen Spannungen und die Entwicklung zum Bürgerkrieg beleuchtet.

5. KONFLIKTANALYSE SÜDSUDAN AB DER UNABHÄNGIGKEIT 2011: Dieses Kapitel analysiert die spezifischen Konfliktdynamiken nach der Unabhängigkeit, inklusive zwischenstaatlicher Spannungen und innerethnischer Gewalt.

6. CONCLUSIO: Das Fazit führt die Analysen zusammen und beantwortet die Forschungsfrage hinsichtlich der Ursachen des Konflikts und der Rolle externer Faktoren.

Schlüsselwörter

Südsudan, Sudan, Konfliktanalyse, Erdölvorkommen, Bürgerkrieg, Ressourcenfluch, Drittparteien, Ethnische Konflikte, Friedensabkommen, CPA, Machtstrukturen, Gewalt, internationale Beziehungen, Konfliktmodelle, Infrastruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die komplexen Ursachen und Dynamiken des Konflikts zwischen Sudan und Südsudan unter Berücksichtigung historischer und ökonomischer Faktoren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Rolle natürlicher Ressourcen (insbesondere Erdöl), dem Einfluss ethnischer Gruppen sowie der Involvierung internationaler Akteure und Drittparteien.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Konfliktursachen vernetzt sind und ob die Eskalation rein ökonomisch durch Erdölvorkommen motiviert ist oder ob andere Faktoren eine maßgebliche Rolle spielen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt etablierte Modelle der Friedens- und Konfliktforschung, wie Galtungs Triangle Model, das Hourglass Model und den Conflict Tree, um den Konflikt systematisch zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Rückblick auf die sudanesische Geschichte und eine detaillierte Konfliktanalyse der Phase ab der Unabhängigkeit des Südsudan im Jahr 2011.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Südsudan, Konfliktanalyse, Ressourcenfluch, Bürgerkrieg, zwischenstaatlicher Konflikt und Friedensabkommen.

Welche Rolle spielen die "Drittparteien" im Konflikt?

Drittparteien wie die USA, China, die UNO oder die AU fungieren teils als Mediatoren, verfolgen aber teilweise auch eigene wirtschaftliche oder geopolitische Interessen, die den Konfliktverlauf beeinflussen.

Warum wird der Konflikt zwischen Dinka und Nuer als so bedeutend für den Südsudan angesehen?

Dieser Konflikt gilt als einer der weitreichendsten innerstaatlichen Konflikte, der tief in der Geschichte verwurzelt ist und die Stabilität des jungen Staates sowie das Zusammenleben der Bevölkerungsgruppen massiv belastet.

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Details

Title
Der Einfluss innerethnischer Konflikte und natürlicher Ressourcen auf den Konflikt zwischen Südsudan und Sudan
College
University of Vienna  (Afrikanistik)
Grade
2
Author
Florian Reitbauer (Author)
Publication Year
2013
Pages
36
Catalog Number
V315372
ISBN (eBook)
9783668147577
ISBN (Book)
9783668147584
Language
German
Tags
Südsudan Rohöl innerethnische Konflikte Sudan Abspaltung Südsudan 2011 natürliche Ressourcen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Reitbauer (Author), 2013, Der Einfluss innerethnischer Konflikte und natürlicher Ressourcen auf den Konflikt zwischen Südsudan und Sudan, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315372
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