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Systembedingte Marginalisierung von Jungen. Geschlechtsspezifische Diskriminierung im Bildungssystem

Título: Systembedingte Marginalisierung von Jungen. Geschlechtsspezifische Diskriminierung im Bildungssystem

Trabajo Escrito , 2013 , 30 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Dipl. Soz. Päd. (FH) Gerhard S. Müller (Autor)

Sociología - Trabajo, Educación, Organización
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In PISA-Studien und Bildungsberichten werden seit Jahren Defizite im deutschen Bildungssystem aufgezeigt. Die aktuelle Forschung sucht nach Lösungsansätzen zur Verbesserung und analysiert dabei die Möglichkeiten der strukturellen Umgestaltung, aber auch gezielter Hilfen. Immer wieder werden tiefgreifende Veränderungen, beziehungsweise eine durchgängige Umstrukturierung zu einem komplett neuen Bildungssystem, gefordert.

Diese Arbeit soll die geschlechtsspezifische, soziale Ungleichheit in der Bildungsorganisation beleuchten und die damit verbundenen negativen Auswirkungen auf deren Teilnehmer herausarbeiten. Der Fokus ist auf die Organisationsstruktur des Bildungssystems mit ihrem Einfluss auf die Akteure gerichtet. Besonders strukturbedingte Gründe der Ungleichheit sollen dabei beleuchtet werden.

In den ersten Kapiteln werden neuere theoretische Grundlagen zur sozialen Ungleichheit aufgezeigt. Außerdem wird die grundlegende Struktur der Bildungsorganisation Schule und die in Verbindung zur sozialen Ungleichheit bestehende Mechanismen beleuchtet.

Im dritten Kapitel wird, anhand von Daten aus Bildungsberichten, herausgearbeitet, dass in den letzten Jahrzehnten das Pendel der geschlechtsspezifischen Ungleichheit in die entgegengesetzte Richtung, von den benachteiligten Mädchen zur Gruppe der Jungen, ausgeschlagen hat. Es wird belegt werden, inwieweit Jungen von Ungleichheit im Bildungssystem betroffen sind und dadurch in der Verwirklichung ihrer Lebenschancen benachteiligt werden. Außerdem soll erarbeitet werden, an welchen Stellen des Bildungssystems bzw. der Organisationen, soziale Ungleichheit hergestellt, aufrechterhalten oder verstärkt wird und an welchen Entscheidungsstellen in der Schule diese Unterschiede auftreten. Es wird beleuchtet, warum speziell Jungen einer institutionalisierten Diskriminierung unterliegen und wie „Mechanismen der institutionellen Diskriminierung“ (GOMOLLA/ RADTKE 2002, 263), bezogen auf die Geschlechter, aussehen können. In den letzten Kapiteln werden Erklärungsansätze für die erarbeiteten Erkenntnisse aufgezeigt, mögliche Lösungsansätze erörtert und abschließend ein Fazit gezogen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Soziale Ungleichheit

2.2 Bildungsorganisation

3. Geschlechtsspezifische Ungleichheit im Bildungssystem

3.1 Datenanalysen im schulischen Bereich

3.2 Institutionelle Diskriminierung

4. Erklärungsansätze

5. Fazit

6. Tabellen

6.1 Lehrkräftebestand 2010 in Voll- und Teilzeitbeschäftigung nach Geschlecht in Prozent

6.2 Absolventen 2010 nach Abschlussarten und Geschlecht in Prozent

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die strukturell bedingte Marginalisierung von Jungen im deutschen Bildungssystem. Im Zentrum steht die Analyse, inwiefern institutionelle Mechanismen und geschlechtsspezifische Diskrepanzen zu einer Benachteiligung von Jungen bei Schullaufbahnentscheidungen und Abschlüssen beitragen, und welche Ansätze zu einer inklusiven Umgestaltung existieren.

  • Strukturelle Analyse des deutschen dreigliedrigen Schulsystems
  • Empirische Untersuchung der Benachteiligung von Jungen
  • Rolle der institutionellen Diskriminierung in Bildungsorganisationen
  • Vergleich zwischen skandinavischen Inklusionsmodellen und dem deutschen System
  • Diskussion von Lösungsstrategien und notwendigen Strukturreformen

Auszug aus dem Buch

3.2 Institutionelle Diskriminierung

Die Bildungsorganisation Schule beinhaltet bereits in der Grundschule wichtige Entscheidungsstellen, die eine erfolgreiche Bildungslaufbahn positiv wie negativ beeinflussen können. Dies beginnt bei der Einschulung, mit der Möglichkeit zur Zurückstellung, aufgrund nicht erreichter Schulfähigkeit, geht weiter über die Überweisung in Sonderschulen, bis hin zur Entscheidung der Sekundarstufen (vgl. GOMOLLA 2009, 94).

Im Schuljahr 2008/09 lag der Anteil der in die Förderschule überführten Jungen 1,7mal höher als der, der Mädchen. Besonders im Förderschwerpunkt „emotionale und soziale Entwicklung“ ist der Unterschied immens. Dort lag der Anteil der Mädchen bei gerade einmal bei 14,3%, also 6mal weniger als bei den Jungen (vgl. AB 2010, 253, D2-A4, eigene Ber.). Diese prägnante Differenz könnte durch die Abschiebung von problematischen Jungen aus dem Regelschulsystem zustande kommen und weist auf eine mögliche strukturelle Diskriminierung hin, wenn die als unreif attestierten Jungen, in eine andere Organisation segregiert werden. Diese Segregation ist nicht nur begrenzt auf ein Förderschwerpunkt, oder ein einmaliges zeitliches Vorkommnis, sondern ist über die Jahre 2003- 2010 bezogen, in allen Förderschulen zu beobachten. In diesen Jahren wurden durchschnittlich 1,9mal mehr Jungen, also fast doppelt so viele als Mädchen, in die Förderschule eingeschult (vgl. AB 2012, 251, C5-5A, eigene Ber.). Gerade die sehr hohen Wiederholer-, Schulrückstellungs- und Förderschulquoten bei Jungen, lassen auf eine institutionelle Diskriminierung im System Schule schließen, auch deshalb weil die Diskrepanzen nicht länderspezifisch, sondern in der gesamten Bundesrepublik auftreten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Defizite im deutschen Bildungssystem und stellt die Forschungsfrage nach der strukturell bedingten Benachteiligung von Jungen.

2. Theoretische Grundlagen: Das Kapitel erläutert Konzepte der sozialen Ungleichheit sowie die Organisationsstruktur der Schule und deren Einfluss auf die Lebenschancen der Akteure.

3. Geschlechtsspezifische Ungleichheit im Bildungssystem: Hier werden Daten zur Bildungsbenachteiligung von Jungen analysiert und Mechanismen der institutionellen Diskriminierung aufgezeigt.

4. Erklärungsansätze: Dieses Kapitel diskutiert verschiedene Ursachen für die schlechteren Ergebnisse von Jungen, darunter Sprachkompetenz, genetische Entwicklungsunterschiede und geschlechtsspezifische Lernstrategien.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit einer strukturellen Umgestaltung des Bildungssystems zusammen und fordert eine Abkehr von selektiven, homogenisierenden Strukturen hin zu einer integrativen Förderung.

6. Tabellen: Die Tabellen liefern statistische Daten zum Lehrkräftebestand und zu den Absolventenquoten differenziert nach Bundesländern und Geschlecht.

Schlüsselwörter

Bildungssystem, Geschlechtsspezifische Benachteiligung, Jungen, Institutionelle Diskriminierung, Soziale Ungleichheit, Schule, Selektion, Segregation, Inklusion, Bildungsorganisation, Schulerfolg, Lehrkräfte, Bildungsbericht, Lernstrategien, Schullaufbahn.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die aktuelle Schieflage im deutschen Bildungssystem, bei der Jungen zunehmend benachteiligt werden, und analysiert dies unter dem Gesichtspunkt der institutionellen Diskriminierung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Strukturen der Bildungsorganisation, soziale Ungleichheit, das selektive dreigliedrige Schulsystem und der Vergleich mit integrativen Modellen in Skandinavien.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die strukturellen Gründe für die Benachteiligung von Jungen aufzudecken und aufzuzeigen, wie institutionalisierte Mechanismen den Bildungserfolg geschlechtsspezifisch beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf der Auswertung aktueller Bildungsberichte, statistischer Daten und pädagogischer Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Datenanalysen zur Bildungsbenachteiligung von Jungen präsentiert, Erklärungsansätze (z.B. Sprachkompetenz, Lernstrategien) diskutiert und die institutionelle Diskriminierung durch Selektionsmechanismen kritisch beleuchtet.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind Inklusion, institutionelle Diskriminierung, Bildungsungleichheit, Segregation und die kritische Auseinandersetzung mit der deutschen Schulorganisation.

Wie unterscheidet sich die Bewertungssituation für Jungen und Mädchen?

Die Arbeit weist nach, dass Mädchen häufiger bessere Noten erhalten als ihre Testleistungen es objektiv rechtfertigen würden, während Jungen bei gleichem Leistungsniveau seltener eine Gymnasialempfehlung erhalten.

Welche Rolle spielt die geschlechtsspezifische Zusammensetzung der Lehrerschaft?

Der hohe Anteil weiblicher Lehrkräfte wird in der Arbeit als ein Faktor diskutiert, der durch einen bestimmten Habitus und die Erwartung an "schulkonformes" Verhalten zur Benachteiligung von Jungen beitragen kann.

Final del extracto de 30 páginas  - subir

Detalles

Título
Systembedingte Marginalisierung von Jungen. Geschlechtsspezifische Diskriminierung im Bildungssystem
Universidad
University of Hagen  (Soziologie)
Curso
Individualisierungsphänomene in Arbeits- und Organisatonsgesellschaften
Calificación
2,0
Autor
Dipl. Soz. Päd. (FH) Gerhard S. Müller (Autor)
Año de publicación
2013
Páginas
30
No. de catálogo
V315457
ISBN (Ebook)
9783668152748
ISBN (Libro)
9783668152755
Idioma
Alemán
Etiqueta
Bildungssystem Gender geschlechtsspezifisch Marginalisierung Benachteiligung Jungen PISA Lehrkräfte weibliche Bildung soziale Ungleichheit schulisch Diskriminierung institutionelle skandinavisch Lehrkräftebestand ohne Abschluss Gesellschaft Systemtheorie Bildungsorganisation Notengebung Homogenität genetisch Einflüsse Sprachkompetenz Lernstrategien objektive Bewertung strukturelle Selektion Deprofessionalisierung Stigmatisierung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Dipl. Soz. Päd. (FH) Gerhard S. Müller (Autor), 2013, Systembedingte Marginalisierung von Jungen. Geschlechtsspezifische Diskriminierung im Bildungssystem, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315457
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